Der Wald ist eine Oper der britischen Komponistin Ethel Smyth von 1902, die auch das deutsche Libretto geschrieben hat. Sie selbst bezeichnete das einaktige Stück als Musikdrama, tatsächlich aber stellt es eher eine Mischung aus Musikdrama und typischer deutscher Romantischer Oper mit Prolog und Epilog dar.Cornelia Bartsch, Rebecca Grotjahn, Melanie Unseld: Felsensprengerin, Brückenbauerin, Wegbereiterin: Die Komponistin Ethel Smyth. Band 2 von Beiträge zur Kulturgeschichte der Musik. BoD, 2010, ISBN 978-3-86906-068-2, S. 233. Es wurde am 9. April 1902 an der Hofoper Berlin uraufgeführt.

Das spätromantische Werk führt in die Welt der Naturmystik. Die Zeit des Geschehens ist das Mittelalter. Die Herrin des Waldes begehrt einen jungen Holzfäller und treibt ihn mit ihrem Verlangen ins Unglück. Verbunden wird das Drama mit starker Gesellschaftskritik, in der die Hierarchien auf den Kopf gestellt werden.

Der Wald ist, so wie auch die anderen beiden frühen Opern von Ethel Smyth, Fantasio und The Wreckers, noch ganz der Romantik verhaftet. An einigen Stellen könnte man es für ein Werk Robert Schumanns oder von Johannes Brahms halten.Fanfare, Juli/August 1993.

Aufführungsgeschichte Der Wald ist nach Fantasio die zweite Oper der Komponistin. Dass sie das Libretto in deutscher Sprache verfasste, liegt nach Auffassung von John Yohalem von der Metropolitan Opera an Smyths Absicht, auch dieses Werk wieder an deutschen Häusern zu Gehör zu bringen., abgerufen am 10. Februar 2016. Nach dem Ersterfolg bei der Premiere 1898 in Weimar konnte sie trotz der feindseligen deutsch-britischen Stimmung infolge des Burenkriegs wieder einen Erfolg vermelden. Das Werk fand in Deutschland keine rechte Zustimmung und wurde im Juli 1902 auch in London am Royal Opera House in England erstaufgeführt. Mit der im März des folgenden Jahres stattfindenden Premiere an der Metropolitan Opera in New York stand dort zum ersten Mal das Werk einer Frau auf der Bühne.Karsten Wenzig: Zu Leben und Werk der Ethel Mary Smyth, GRIN Verlag 2008, ISBN 978-3-638-04617-6, S. 6. (Erst über 100 Jahre später sollte wieder eine Oper einer Frau hier aufgeführt werden – Kaija Saariahos Oper L'Amour de loin im Jahr 2016). Die Kritiken in der neuen Welt waren überaus positiv. So schrieb beispielsweise die New Yorker World am 12. März 1903:

An anderer Stelle hieß es:

Die Oper Wuppertal zeigte das Werk 2024 zusammen mit Arnold Schönbergs Monodram Erwartung in einer Inszenierung von Manuel Schmitt unter der musikalischen Leitung von Patrick Hahn.Regine Müller: Ungefähre Welt. Rezension der Produktion in Wuppertal 2024. In: Opernwelt. Ausgabe Juni 2024, S. 47 (eingeschränkte Vorschau; Abonnement für den vollständigen Text erforderlich).

Einzelnachweise

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