mini|Landquart, historisches Luftbild von Werner Friedli von 1963 Landquart ist eine politische Gemeinde und Hauptort der Region Landquart im Schweizer Kanton Graubünden.

Die Gemeinde wurde am 1. Januar 2012 aus den bisherigen Gemeinden Igis und Mastrils gebildet. Der Ortsteil Landquart gehörte zum Gemeindegebiet von Igis und hatte sich im 20. Jahrhundert um den Bahnhof Landquart gebildet.

Geschichte 1582 bis 1830 stand im heutigen Landquart nur ein Zollhaus. 1847 wurde die Rhein-Landquart-Korrektion abgeschlossen. 1858 entstand in Landquart eine Station der Linie St. Gallen-Chur der Vereinigten Schweizerbahnen. Um diesen Bahnhof entwickelte sich Landquart: 1860 wurde eine Glasbläserei gegründet, bald darauf erfolgte die Eröffnung einiger Hotels. 1863 nahm in Landquart Fabriken die erste Holzstofffabrik der Schweiz ihren Betrieb auf, die seit 1874 Papier herstellt.

Wappen

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Die Einwohnerzahlen entwickelten sich wie folgt: Jahr20122013201420152016201720182019Einwohner84588498869288228854884988898926

Religionen – Konfessionen Konfession evangelisch katholisch andere / ohne Anteil 30,6 % 30,4 % 39,0 %

Politik Das oberste Organ der Gemeinde Landquart ist die Urnengemeinde. Die legislativen Aufgaben werden durch die Gemeindeversammlung erfüllt. Die Gemeindeversammlung tagt mindestens zweimal pro Jahr und entscheidet über Wahlen, Finanzen (Jahresrechnung, Budget, Steuerfuss) sowie über den Erlass und die Änderung von Gemeindegesetzen (unter Vorbehalt des fakultativen Referendums). Die Regierung wird durch den siebenköpfigen Gemeindevorstand gebildet. Der Gemeindevorstand und alle übrigen Behörden- und Kommissionsmitglieder werden für eine vierjährige Amtszeit gewählt (Art. 14 Gemeindeverfassung). Der amtierende Gemeindepräsident für die Amtszeit 2025–28 ist Andreas Thöny von der Sozialdemokratischen Partei.

Verkehr und Wirtschaft Landquart ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Industriestandort am südlichen Ufer des Flusses Landquart. Die Sicherheitspapierfabrik Landqart ist der Hersteller des Papiers für die Banknoten des Schweizer Frankens und Lieferant zahlreicher weiterer Nationalbanken. Bedeutend ist überdies die landwirtschaftliche Ausbildungsstätte Plantahof.

Weitherum bekannt ist der Bahnhof Landquart, auf welchem von den normalspurigen Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auf die meterspurige Rhätische Bahn umgestiegen wird, um ins Prättigau und nach Davos oder ins Unterengadin zu gelangen. Bei der Strecke Landquart–Davos handelt es sich um die älteste, bei der Verlängerung ins Unterengadin um die neueste der Rhätischen Bahn. Nach Chur verkehren die SBB (ohne Halt) und die RhB (Regionalzüge) nebeneinander.

Wer zu Fuss ins Prättigau gelangen will, schlägt ab dem Bahnhof den Weg zum Prättigauer Höhenweg ein, welcher der ganzen Rätikon-Kette entlangführt.

Sehenswürdigkeiten

Reformierte Kirche Igis Schloss Marschlins Bahnhof Landquart Historisches Rollmaterial der Rhätischen Bahn (15 Fahrzeuge) Lokomotiv-Remise Fabrikantenvilla ÖKK-Hauptsitz Ostschweiz (2002), Architekten: Valentin Bearth, Andrea Deplazes, Daniel LadnerÖKK-Hauptsitz Ostschweiz Hörsaal Weber (2011), Architekt: Valerio Olgiati

Persönlichkeiten von Landquart Folgende Persönlichkeiten sind in Landquart (beziehungsweise in den ehemaligen Gemeinden Igis, Mastrils) geboren oder haben lange hier gelebt.

Literatur

Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Band VII: Die Stadt Chur und der Kreis der fünf Dörfer (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 20). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1948, .

Weblinks

Einzelnachweise

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