mini|Brunnenfigur im Gartenhof des Städtischen Altersheims Mannheim (vor 1928) Otto Schließler (* 18. Oktober 1885 in Forbach; † 4. Januar 1964 in Baden-Baden) war ein deutscher Bildhauer.

Leben Schließler war der Sohn eines Bauunternehmers. 1902 bis 1903 besuchte er die Kunstgewerbeschule Karlsruhe, seine Lehrer in Modellieren und Zeichnen waren der Keramiker Karl Kornhaas und der Maler Karl Eyth.

Nachdem er, notgedrungen durch den Unfalltod seines Vaters auf sich gestellt, im freien Beruf, in Bruchsal, München und Dresden am Bau handwerkliche Erfahrungen gesammelt hatte, bezog er 1905 bis 1914 die Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe als Meisterschüler von Hermann Volz, gleichzeitig war er von 1907 bis 1914 Fachlehrer an der Kunstgewerbeschule.

1913 entstanden erste Werke (Großplastiken, Akte und Büsten), die auch in Ausstellungen in Süddeutschland gezeigt wurden. Studienreisen führten ihn nach Florenz und Rom. Zwischen 1909 und 1933 weilte er immer wieder in Schwetzingen in einem Seitenbau des Schwetzinger Schlosses, wo er eine Werkstatt eingerichtet hatte. 1922 erhielt er den Ernst-Ludwig-Preis des Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein. Ferner fiel ihm mit der Bronzebüste von Hermann Cohen in der Schau Deutsche Kunst Düsseldorf 1928 eine Goldene Medaille zu, 1929 erhielt er in der Baden-Badener Kunsthalle den 1. Preis für eine feingliedrige weibliche Figur.

Zwei Bewerbungen an der Badischen Landeskunstschule waren vergeblich: 1923 als Nachfolger von Wilhelm Gerstel und 1927 als Nachfolger von Kurt Edzard.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Schließler Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an 22 Gruppenausstellungen sicher belegtMartin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 547 und passim, darunter 1940, 1941, 1943 und 1944 an der Großen Deutschen Kunstausstellung in München mit 11 Arbeiten.Treffpunkt-Kunst.net - Künstlernamen Listing Q-S Von 1933 bis 1949 war er Professor für Bildhauerei an der Akademie in Karlsruhe. In dieser Zeit erhielt er auch Staatsaufträge für Porträtbüsten (Adolf Hitler, Otto Wacker, Johannes Hoops, Karl Roos) und architekturgebundene Werke. Er stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Schliessler, Otto. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 111

Nachdem die Karlsruher Werkstatt und Wohnung völlig zerstört worden waren, zog sich Schließler 1949 als freischaffender Künstler in sein bescheidenes Landhaus beim Kohlhof zurück.

Otto Schließler war seit 1920 mit Gertrud Körner verheiratet. Unter den vier Söhnen war der Bergsteiger und Filmemacher Martin Schließler der jüngste.

mini|Frauenkopf am Wohnhaus Otto-Beck-Straße 40 in Mannheim (1924)

Werke 1914: Bildnis Ferdinand Schmidt (1868–1941), Posamenten-Fabrikant in Darmstadt, Bronzetondo und zugehöriges Gipsmodell (beide Privatbesitz) 1914: Bildnis Elisabeth Schmidt geb. Welsch (1880–1960), Darmstadt, Bronzetondo (Privatbesitz) 1914: Lotti [Charlotte Schmidt, verh. Aufleger 1911–1996], Darmstadt, Marmorbüste (Privatbesitz) 1924: Bildnis der Schriftstellerin Helene Voigt-Diederichs, Kunststein 1924: Frauenkopf am Wohnhaus Otto-Beck-Straße 40 in 68165 Mannheim um 1926: Frauenkopf, TerrakottaAbbildung im Ausstellungskatalog Junge Kunst im Deutschen Reich, Wien 1943, S. 69 1926: Schwarzwälderin 1928: Bildnis eines jungen Menschen, Stucco 1928: Bildnis Professor Cohen, Bronze Abbildung.Nr. 673 im Katalog der Ausstellung Deutsche Kunst in Düsseldorf 1928 vor 1930: Bildnis Dr. L. Frank, Stucco 1930: Bildnis Dr.-Ing. e.h. Heinrich Brenzinger, Bronze um 1930: Freundschaft, Stele an der Helene-Lange-Schule MannheimHomepage der Helene-Lange-Schule Mannheim. 1930: Schreitendes Mädchen, Bronze vor 1932: Bildnis Prof. E. – Heidelberg Abbildung. 1932: Stehendes Mädchen, Aluminiumguss 1932: Odenwälderin 1932: Mädchentorso, Muschelkalk blau um 1933: Falkenjagd, Relief am Flughafen Berlin-Tempelhof Abbildung in Davidson. 1933: Büste Geheimrat Johannes Hoops, Gips, Kurpfälzisches Museum Heidelberg 1934: Bildnisbüste Frau Gampp 1936: Ursula, Bronze, Brunnenfigur für Schwetzingen, heute im Rathaushof aufgestellt 1938: Arbeiter, Großrelief aus Gusseisen (250 × 500 cm), Torhaus 2 der Völklinger Hütte Wikipedia-Artikel über die Baudenkmäler in Völklingen. 1939: Männerkopf, Bronze vor 1942: Büste Karl Roos, Marmor 1942: Prof. Dr. Eugen Fischer, Bronze 1942: Oskar Hagemann Stadtwiki Karlsruhe. Abbildung. vor 1943: Mädchenbildnis 1943: Porträtkopf Peter Haupt Daten und Abbildung. 1944: Dr. h.c. Hermann Burte, Terrakotta 1946: Bildnisbüste Prof. Dr. Albert Fraenkel, Bronze, aufgestellt am 30. November 1946 im Speyererhof bei Heidelberg Daten und Abbildung. 1949: Frauenbildnis; Terrakotta vor 1951: Badende, Gips 1953: Bildnisbüste Wolfgang Fortner, Terrakotta 1955: Bildnis Professor Gustav Friedrich Hartlaub, Bronze 1956: Gedenkmedaille Dr. Eberhard Knittel Stadtwiki Karlsruhe. 1964: Bildnisbüste Otto Löwenstein, Bronze, aufgestellt am 17. November 1964 in der Rheinischen Landesklinik Bonn (heute LVR-Klinik Bonn) Archive im Rheinland.

Literatur Wilhelm Hausenstein: Der Bildhauer Otto Schließler, in: Deutsche Kunst und Dekoration Bd. 70, Koch Verlag, Stuttgart 1932 Text und Abbildung. Fritz Wilkendorf: Der Bildhauer Otto Schließler, in: Ekkhart – Jahrbuch für den Oberrhein. Verlag G. Braun, Karlsruhe 1941, S. 30–43 Fritz Wilkendorf: Otto Schließler, der Bildnisplastiker, in: Ekkhart – Jahrbuch für das Badner Land Landesverein Badische Heimat, Freiburg 1957, S. 15–26

Martin Schließler: Zeichnungen eines Bildhauers – Otto Schließler, G. Braun GmbH, Karlsruhe 1973

Einzelnachweise

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