Edeka Minden-Hannover (Eigenschreibweise EDEKA Minden-Hannover) ist eine Regionalgesellschaft innerhalb des genossenschaftlich organisierten Edeka-Verbunds. Besitzer sind somit die Edeka-Kaufleute. Als Großhändler ist die Edeka Minden-Hannover für den optimal koordinierten Einkauf, die Vermarktung der Produkte, eine effiziente Logistik und die Entwicklung neuer Standorte zuständig. Zudem übernimmt sie rückwärtige Prozesse, wie die Personalentwicklung sowie das Personal- und Rechnungswesen. Neben der Betreuung der selbstständigen Edeka-Einzelhändler betreibt die Edeka Minden-Hannover auch Verbrauchermärkte in Eigenregie. Darüber hinaus gehören Produktionsbetriebe (Schäfer’s, Bauerngut und Hagenah) sowie weitere Unternehmen zur Gesellschaft. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der ostwestfälischen Stadt Minden. Ende 2025 arbeiteten 76.432 Mitarbeiter im Unternehmensverbund (inkl. des selbstständigen Einzelhandels).Edeka Minden-Hannover Unternehmensbericht 2025 https://verbund.edeka/minden-hannover/presse/publikationen/ Der Umsatz lag bei 12,43 Mrd. Euro. Das Gebiet der Gesellschaft erstreckt sich auf Ostwestfalen, Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt über Berlin bis nach Brandenburg, also von der niederländischen bis zur polnischen Grenze Deutschlands.

Geschichte Anfänge (1888–1938) Seit Ende des 19. Jahrhunderts findet die Genossenschaftsidee im Lebensmitteleinzelhandel immer mehr Anhänger. So folgen der ersten, 1888 von Kolonialwarenhändlern und Drogisten in Frankfurt an der Oder ins Leben gerufenen Einkaufsgenossenschaft (Vorläufer von Edeka) rasch weitere. Am 24. November 1920 wurde dann von 34 Kolonialwarenhändlern aus Minden und Umgebung die Weserkauf-Einkaufsgenossenschaft als Vorgänger der Edeka Minden gegründet. Am 30. Oktober 1927 beschließt die Generalversammlung der Weserkauf den Beitritt zum Edeka Verband und zur Edeka Zentrale. Fortan firmiert sie als Edeka Minden. Am 29. März 1932 wurden erstmals eigene Lagerräume in Minden angemietet. Nur zwei Jahre später erlebte die Edeka Minden eG einen Rückschlag: 1934 hat sie nur noch zehn Mitglieder; der Edeka-Verband entzieht ihr die Erlaubnis zur Firmierung unter dem Namen Edeka. Die Genossenschaft wird vorübergehend Mitglied bei der Edeka Hameln. 1938 zählte die Genossenschaft wieder 40 Mitglieder.

Kriegsjahre und Neuanfang (1939–1968) Durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs kam es auch zu Einschnitten in der Genossenschaft. Mitarbeiter wurden eingezogen, um in der Wehrmacht zu kämpfen, Frauen ersetzten diese Stellen. Durch die Bombardierungen und Plünderungen in den letzten Kriegsjahren und -tagen kam es auch bei der Edeka Minden zu Kriegsschäden. Im gesamten Bundesgebiet wurden ab 1956 die ersten Edeka-Märkte auf Selbstbedienung umgestellt. Es fanden erstmalig auch Tiefkühl-Produkte den Einzug in die Geschäfte.

Aus der bundesweit ersten Fusion zweier Edeka-Genossenschaften, der Genossenschaften Minden und Osnabrück, entstand 1961 die Edeka Minden-Osnabrück. Bereits 1962 folgte der nächste Zusammenschluss: die Edeka Diepholz verschmolz auf die Edeka Bremen. Zwei Jahre später erzielte die Edeka Minden-Osnabrück erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Mio. Mark und war damit die umsatzstärkste Edeka-Genossenschaft im Bundesgebiet. Seit 1964 befindet sich der Sitz in der Wittelsbacherallee in Minden. Im gleichen Jahr war bereits jeder zweite Markt im Absatzgebiet der Edeka Minden-Osnabrück ein SB-Markt. Es folgten die Fusion der Edeka Bremen mit der Edeka Delmenhorst (1964) und die der Edeka Alfeld mit der Edeka Hildesheim (1965).Auszug aus dem Genossenschaftsregister; Edeka-Großhandel, Bremen, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht (GnR 335) Bereits 1967 vergrößerte die Edeka Bremen durch die Fusion mit der Edeka Vegesack erneut das Absatzgebiet. Ein Jahr später folgte die Edeka Nordenham. Mit der Einführung der Handelsmarke Westfalengut wurden ab 1968 Fleisch und Frischwurst verkauft. Dazu war bereits 1967 die erste eigene Fleischerei für alle Edeka Minden-Märkte eröffnet worden. 1968 eröffnete in Herford als erste Großfläche das City-Einkaufszentrum, der Vorläufer des Markttyps Edeka Center.

Fusionen, Expansionen und die Wiedervereinigung (1969–2002) Am 1. Januar 1972 schlossen sich die Edeka Minden-Osnabrück. die Edeka Hannover und die Edeka Hildesheim-Ahlefeld zu einer früheren Edeka Minden-Hannover zusammen. Ein Jahr später eröffnete der erste Discounter der Vertriebslinie NP, was zu Beginn für „Niedrig Preis“ stand. Eine weitere Übernahme erfolgte mit der Schäfer’s Brot- und Kuchenspezialitäten GmbH im Jahr 1974. Mit der Fusion mit der Edeka Hameln-Holzminden wurde 1976 das Vertriebsgebiet erneut vergrößert. Zu weiteren Zusammenschlüssen kam es 1978. Die in Aurich ansässige Edeka Ems-Jade fusionierte mit der Edeka Oldenburg zur Edeka Aurich-Oldenburg, die die Regionalgesellschaft Edeka Handelsgesellschaft Nordwest gründeten. Im gleichen Jahr verschmolz die Edeka Wolfenbüttel-Helmstedt auf die Edeka Braunschweig. Ein Jahr später fusionierten Edeka Braunschweig, Edeka Duderstadt, Edeka Goslar und Edeka Göttingen zur Edeka Harz. Im Jahr 1988 erfolgte die Fusion der Edeka Minden-Hannover mit der nun Edeka Harz-Heide genannten Genossenschaft, die vollständig in der Edeka Minden-Hannover aufging. Ein Jahr später fanden Wurst- und Fleischwaren der Bauerngut genannten Fleischereisparte unter dem Namen Gutfleisch Einzug ins Sortiment.

Nach der Wiedervereinigung wurde die Edeka Minden-Hannover auch in Ostdeutschland aktiv. Mit der Belieferung der Edeka Staßfurt und Konsum-Verkaufsstellen wurde der neue Markt erschlossen. In Halberstadt wurde zu diesem Zweck ein Logistiklager eröffnet, 1991 eröffnete der erste selbstständige Kaufmann aus der DDR einen Edeka-Markt in Ortrand. Im gleichen Jahr firmierte die Genossenschaft Edeka Berlin auf Edeka Berlin-Brandenburg um. Mit der Übernahme der Supermarktkette Reichelt im Jahr 1995 war die Edeka Minden-Hannover erstmals in Berlin vertreten. Dabei kam es kurzzeitig zur Edeka-eigenen Konkurrenz durch die Edeka Berlin-Brandenburg, die dort mit eigenen Märkten vertreten und zudem ab 2000 mit der Lieferung des Filialisten Meyer Beck betraut war. Zeitgleich wechselten acht Meyer Beck-Filialen in das Portfolio der Edeka Berlin-Brandenburg und wurden auf Edeka umgeflaggt. Bereits ab dem 1. Januar 1996 hielt die Edeka Minden-Hannover 15 % an der Edeka Berlin-Brandenburg. Ebenfalls zum 1. Januar 1996 fusionierten die Regionalgesellschaften Edeka Bremen und Edeka Nordwest in Oldenburg zur Edeka Nordwest mit Sitz in Bremen, wobei die Genossenschaften Edeka Aurich-Oldenburg und Edeka Bremen innerhalb der Regionalgesellschaft eigenständig blieben.

Ab dem 1. Januar 1997 expandierte die Edeka Minden-Hannover über die Landesgrenzen hinweg nach Polen und eröffnete dort Edeka-Discount und Edeka-Delikatesy-Märkte. 1998 erfolgte der Einstieg in die Karl Preuß GmbH, die ihre Märkte als Wez (seit 2019 als Edeka Wez) betreibt. Mit der Übernahme der Wilhelm Klages GmbH & Co. mit Sitz in Lehrte übernahm die Edeka Minden-Hannover im gleichen Jahr zudem die Supermarktkette V-Markt mit 78 Standorten. Es folgten die Übernahmen von 34 allfrisch/Preisgut-Filialen der AVA AG (1999), 60 Kaiser’s-Filialen von Tengelmann (2000) sowie 32 depot-Filialen der Co op Minden-Stadthagen und aller aktiv discount-Standorte des Unternehmers Siegfried Schausberger (beide 2001). Im Jahr 2002 erfolgte bei Reichelt der Squeeze-out der verbliebenen Aktionäre und die Otto Reichelt AG wurde nach elf Jahren wieder in eine GmbH umgewandelt. In Polen betrieb man im April 2002 42 Filialen.

Die heutige Edeka Minden-Hannover (seit 2003) mini|Verwaltungsgebäude des Edeka Logistikzentrums in Wiefelstede.Im Januar 2003 wurden im Rahmen der Edeka-Strukturreform die Regionalgesellschaften Edeka Minden-Hannover, Edeka Nordwest mit Hauptsitz in Wiefelstede und Edeka Berlin-Brandenburg mit Hauptsitz in Spreeau zu einer neuen Regionalgesellschaft, der Edeka Minden-Hannover, zusammengeschlossen. Im gleichen Jahr zog sich die Edeka Minden-Hannover aus Polen zurück. 2005 verschmolzen die Genossenschaften Edeka Berlin-Brandenburg, die beiden in der ehemaligen Regionalgesellschaft Edeka Nordwest organisierten Genossenschaften Edeka Aurich-Oldenburg und Edeka Bremen sowie die Edeka Minden-Hannover auf die Edeka Minden eG. Die Reichelt-Tochter Otto Thürmann GmbH wurde ebenfalls 2005 innerhalb der Edeka Minden-Hannover auf die Schäfer’s Brot- und Kuchenspezialitäten GmbH verschmolzen. Im gleichen Jahr wurde die Vertriebslinie V-Markt aufgegeben und auf andere Edeka-Markttypen umgeflaggt. Mit der deutschlandweiten Übernahme der Spar Handelsgesellschaft durch die Edeka übernahm auch die Edeka Minden-Hannover in ihrem Absatzgebiet 2006 die Belieferung der Spar-Märkte. Es folgten die Aufnahme der rund 300 Spar-Einzelhändler und die Umflaggung der Märkte auf Edeka-Vertriebslinien. Mit den 51 im eigenen Absatzgebiet befindlichen Marktkauf-Häusern der ehemaligen AVA AG folgte 2007 die nächste Integration. Dabei liegt mit dem Standort in Osnabrück-Nahne, der 1971 eröffnete, das älteste Marktkauf-Haus im Gebiet der Edeka Minden-Hannover. Ab 2012 wurden die Vertriebsformate Edeka aktiv markt und Edeka neukauf zusammengeführt, die Märkte sukzessive auf Edeka umgeflaggt. Im Herbst 2013 starteten die Bauarbeiten zum neuen Regionallager in Lauenau, das 2014 fertiggestellt wurde. 2017 wurden im Zuge der deutschlandweiten Übernahme der Kaiser’s Tengelmann-Märkte 61 Kaiser’s-Standorte in Berlin und Brandenburg auf Edeka umgeflaggt. Im selben Jahr wurden auch die Edeka-Reichelt-Märkte zu Edeka umbenannt. 2018 erfolgte die Übernahme des Hamburger Traditionsunternehmen Hagenah. Im Jahr 2020 startete der Bau der neuen Verwaltungszentrale der Edeka Minden-Hannover am Mittellandkanal in Minden. Dieser Campus genannte Neubau hat eine Größe von 50.000 m² auf einem Grundstück von 123.000 m². Am 2. Oktober 2024 erfolgte der offizielle Startschuss für den Einzug in den Neubau. Bis Ende des Jahres zogen rund 2.000 Mitarbeiter der größten Edeka-Regionalgesellschaft sukzessive aus zwölf verschiedenen Bürostandorten in und um Minden in die neue Unternehmenszentrale.

Fusionen Fusionszeitleiste der Edeka-Genossen- bzw. Regionalgesellschaften auf die Edeka Minden-Hannover 1961 bis 2005196019611962196319641965196619671968197019711972197519761977197819791985198619871988199019911995199620022003Edeka BerlinGründungsjahr unbekanntEdeka Berlin-BrandenburgEdeka Minden-HannoverEdeka Ems-JadeEdeka Aurich-Oldenburg/Edeka NordwestEdeka NordwestEdeka OldenburgEdeka BremenEdeka BremenEdeka BremenEdeka BremenEdeka BremenEdeka DiepholzEdeka DelmenhorstEdeka VegesackEdeka NordenhamEdeka Celle-PeineEdeka Celle-SoltauEdeka HarzEdeka Harz-HeideEdeka Minden-HannoverEdeka SoltauEdeka BraunschweigEdeka BraunschweigEdeka HarzEdeka Wolfenbüttel-HelmstedtEdeka DuderstadtEdeka GoslarEdeka GöttingenEdeka GöttingenEdeka NortheimEdeka HannoverEdeka Minden-HannoverEdeka Minden-HannoverEdeka AlfeldEdeka Hildesheim-AlfeldEdeka HildesheimEdeka MindenEdeka Minden-OsnabrückEdeka OsnabrückEdeka Hameln-Holzminden

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