Die Stadtwerke Aschaffenburg (STWAB) (auch: STA und Stadtwerke Aschaffenburg kommunale Dienstleistungen) sind das kommunale Ver- und Entsorgungsunternehmen der Stadt Aschaffenburg. Neben der Versorgung mit Strom, Gas, Wärme und Wasser gehört auch die Müllentsorgung zu den Aufgaben der Stadtwerke. Außerdem sind die Stadtwerke als Verkehrsunternehmen für den ÖPNV in Aschaffenburg zuständig. Die Energieversorgung wird über die Tochtergesellschaft Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG) geleistet. Des Weiteren errichten und betreiben die Stadtwerke Aschaffenburg Parkhäuser, Tiefgaragen, Bäder und die Eissporthalle in Aschaffenburg.Firmenprofil Stadtwerke Aschaffenburg kommunale Dienstleistungen, veröffentlicht in: Deutschland – Dun & Bradstreet Firmenprofile, abgerufen am 14. August 2023.

Unternehmen Zum Unternehmensverbund Stadtwerke Aschaffenburg gehören die Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG) mit der Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung sowie die Aschaffenburger Bäder und Eissporthallen-GmbH (ABE) mit dem Betrieb von Freibad, Hallenbad und Sauna sowie der Eissporthalle in Aschaffenburg.Aschaffenburger Bäder und Eissporthallen GmbH, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2021 bis zum 31.12.2021, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 16. März 2023, abgerufen am 15. August 2023. Außerdem sind die Stadtwerke Aschaffenburg im Bereich der Abfallentsorgung und Straßenreinigung tätig. Das Unternehmen stellt die Verkehrsinfrastruktur für den öffentlichen Personennahverkehr, wobei die Anstellung der Busfahrer von der Stadtwerke Aschaffenburg Verkehrs GmbH (SVG) übernommen wird. Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke drei Parkhäuser und drei Tiefgaragen. Der Werkleiter der Stadtwerke Aschaffenburg ist Stefan Maunz. Im Jahr 2022 waren 579 Angestellte für das Unternehmen tätig.

Geschichte der Stadtwerke Beginn des öffentlichen Nahverkehrs in Aschaffenburg ab 1914 Im Jahr 1914 wurden erstmals öffentliche Omnibusse im Auftrag der Königlich Bayerischen Post in Aschaffenburg in Betrieb genommen. 1929 übernahm die private Aschaffenburger Autoverkehrsgesellschaft die Einrichtung des Linienverkehrs. Ab 1938 beteiligte sich die Reichspost mit einem ergänzenden Angebot für den Linienverkehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der städtische Verkehrsbetrieb mit zwei Buslinien und Bussen des Unternehmens Büssing AG aus Braunschweig den Betrieb wieder auf. Zu dieser Zeit nutzten rund 1400 Fahrgäste täglich den Bus.Im Lastwagen mit Holzvergaser unterwegs, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. Oktober 2014, abgerufen am 14. August 2023.

Umstrukturierung der Stadtwerke ab 1999 1999 informierten die Stadtwerke Aschaffenburg über die geplante Umwandlung der Stadtwerke Aschaffenburg in eine neue Unternehmensform.Agnes Schönberger: Tiefer Einschnitt, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. August 1999, abgerufen am 14. August 2023. Im Dezember desselben Jahres stimmten die Mitglieder des Aschaffenburger Werksenats im Rahmen eines Grundsatzbeschlusses der geplanten Umwandlung der Stadtwerke Aschaffenburg in eine Kapitalgesellschaft zum 1. Januar 2000 zu. Der Eigenbetrieb sollte als eine Holding mit den Tochterunternehmen Strom, Gas, Wasser und Fernwärme als einem Unternehmenszweig sowie den Verkehrsbetrieben als zweiten Bereich strukturiert werden. Die Parkhäuser blieben im Eigenbetrieb, ebenso die Gesellschaftsanteile der neu zu gründenden Gesellschaften.Weg frei für Neuorganisation, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. Dezember 1999, abgerufen am 14. August 2023.

2002 erfolgte die Ausgliederung der Versorgungszweige Strom, Gas, Wasser und Fernwärme in die Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG). Ebenso übernahm die Stadtwerke Aschaffenburg Verkehrs GmbH (SVG) als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadtwerke Aschaffenburg das Fahrpersonal der Stadtwerke über einen Personalüberlassungsvertrag.Streit um neues Stadtwerke-Logo, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. September 2000, abgerufen am 14. August 2023. Im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft kooperierten die Stadtwerke Aschaffenburg mit der VKraftwerks-Betriebs GmbHV (KB), einem vierzigprozentigen Tochterunternehmen der AVG, sowie der Emde AVAB Abfallverwertungsgesellschaft mbh, Aschaffenburg. Zum Gründungszeitpunkt waren die Stadtwerke Aschaffenburg außerdem zur Hälfte an der Gesellschaft für Bio-Abfallwirtschaft in Landkreis und Stadt Aschaffenburg mbH (GBAB) beteiligt. Zudem brachten sich die Stadtwerke zu 6,25 Prozent in das Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt (GKS) ein.Luise Glaser-Lotz: Nur kommunale Daseinsfürsorge sichert Vielfalt, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Februar 2003, abgerufen am 14. August 2023.Gesellschaften, Zweckverbände und Eigenbetriebe, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. März 2003, abgerufen am 14. August 2023.‚Historische und zukunftsweisende Entscheidung', in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. November 2002, abgerufen am 14. August 2023. Im Juli 2014 untersagte das Bundeskartellamt die 17,5-prozentige Beteiligung der Mainova AG an der AVG, da der Zusammenschluss eine marktbeherrschende Stellung beim Gasabsatz verstärken könnte.Kartellamt geht gegen Stadtwerke vor, in: Handelsblatt online vom 28. Juli 2004, abgerufen am 14. August 2023.

Entwicklung der Stadtwerke ab 2008 Ab 2008 beteiligten sich die Aschaffenburger Stadtwerke an Gesprächen über einen Einstieg bei der KVG. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Schöllkrippen im Landkreis Aschaffenburg und beförderte zu dieser Zeit auf 13 Buslinien, die zum Teil in den Main-Kinzig-Kreis hineinreichen, rund vier Millionen Menschen im Jahr.Ewald Hetrodt: Stadtwerke an Verkehrsgesellschaft interessiert, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3. Juli 2008, abgerufen am 14. August 2023. 2014 feierten die Stadtwerke Aschaffenburg das hundertjährige Jubiläum des Busverkehrs sowie das 65-jährige Bestehen der Verkehrsbetriebe. Im Folgejahr übernahmen der Kreis Aschaffenburg, die Stadtwerke Aschaffenburg und die Gemeinden Alzenau, Schöllkrippen, Kahl und Karlstein die Anteile des Freistaats an der Kahlgrund Verkehrs-GmbH (KVG) über die KVG Beteiligungs GmbH (67 Prozent). Die DB Regio AG hielt als weiterer Gesellschafter 33 Prozent der Anteile.Kommunen kaufen MVG, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Mai 2011, abgerufen am 14. August 2023. Im Herbst 2015 gab die Entega bekannt, ihre AVG-Anteile (rund 15 Prozent) an die Stadtwerke Aschaffenburg zu verkaufen.Entega trennt sich von AVG-Beteiligung, in: Darmstädter Echo vom 24. Oktober 2015, abgerufen am 14. August 2023.

2018 bezogen die Mitarbeiter der Stadtwerke Aschaffenburg ein neues Verwaltungsgebäude auf dem Werksgelände der Stadtwerke. Das vorher benutzte Gebäude – eine Stahl- und Glaskonstruktion aus dem Jahr 1972 – hatte keine Wärmedämmung und verursachte deshalb einen hohen Energieverbrauch sowie einen erhöhten Kühlungsbedarf im Sommer.Aus zwei mach eins, in: Bayerische Staatszeitung vom 10. August 2018, abgerufen am 14. August 2023.

Im Jahr 2021 verlängerte die Stadt Aschaffenburg den Konzessionsvertrag für das Fernwärmenetz der AVG für weitere 20 Jahre sowie für das Wassernetz für weitere 40 Jahre.

Unternehmensbereiche Trinkwasserversorgung und Wassernetz Im Rahmen der Trinkwasserversorgung nahmen die Stadtwerke Aschaffenburg seit 1986 Ausnahmeregelungen in Anspruch, da der Nitratgehalt über dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Wasser lag.Größe des Wasserschutzgebietes überzogen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. Juli 1996, abgerufen am 14. August 2023. Die Sondergenehmigungen wurden unter der Voraussetzung erteilt, die Trinkwasserqualität kurzfristig zu verbessern (etwa durch eine Aufbereitungsanlage).SPD fordert Plausibilitätsgutachten, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. Januar 1997, abgerufen am 14. August 2023. In der Folge stellten die Stadtwerke Aschaffenburg einen Antrag für die Erweiterung des Wasserschutzgebiets (Großostheim, Teile Niedernbergs sowie Gewerbe- und Industriegebiete). Zudem forderten die Stadtwerke ein Verbot des Kiesabbaus in dem erweiterten Gebiet.‚Sanierung des Wasserschutzgebiets nötig', in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. Juli 1996, abgerufen am 14. August 2023. Des Weiteren planten die Stadtwerke für 1998 die Inbetriebnahme einer neu gebauten Wasseraufbereitungsanlage. Im Rahmen des „Aschaffenburger Sanierungsmodells“ setzten die Stadtwerke darüber hinaus auf die Zusammenarbeit mit den Landwirten – durch finanzielle Förderung wurde die Umwandlung von Ackerland in Grünland oder eine extensive Ackernutzung angestrebt.Stadt lässt sich die Wasserqualität einiges kosten, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. August 1996, abgerufen am 14. August 2023.

Im Dezember 1999 ging die städtische Aufbereitungsanlage der Stadtwerke in Betrieb. In der Anlage wird das Brunnenwasser in drei Stufen aufbereitet – die Gesamthärte des Wassers wird zunächst durch Entcarbonisierung reduziert; im nächsten Schritt wird der Nitratgehalt im Rahmen eines biologischen Prozesses aus dem enthärteten Wasser gesenkt. Zuletzt werden Spurenstoffe, wie beispielsweise Pestizide, mittels Aktivkohlefiltration entfernt.Städtische Aufbereitungsanlage nimmt Betrieb auf, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3. Dezember 1999, abgerufen am 14. August 2023.

Im Frühjahr 2023 nahmen die Stadtwerke den siebten öffentlichen Trinkbrunnen in Aschaffenburg in Betrieb.

Energie sowie Strom- und Gasnetze Die Stadtwerke Aschaffenburg führten 1997 eine kostenorientierte Einspeisevergütung für die in Photovoltaikanlagen erzeugte Energie ein.Sonnenkraft: Stadtwerke wollen Nutzung auch finanziell fördern, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. Oktober 1997, abgerufen am 14. August 2023. 2010 starteten die Stadtwerke durch die Inbetriebnahme des ersten Biomasseheizkraftwerks die Umstellung der Wärmeversorgung von Erdgas auf erneuerbare Energie. Zehn Jahre später wurde ein weiteres Heizwerk von Erdgas auf Biomasse (überwiegend Hackschnitzel und Rinde sowie Schnittgut) umgestellt. Die Abwärme des Turbinendampfes der Heizkraftwerke wird an das Fernwärmenetz im Stadtteil Leider, an Schulen und Gewerbebetrieben sowie an die öffentlichen Gebäude in der Aschaffenburger Oberstadt abgegeben.

Der Gewinn der AVG, die für die Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserversorgung verantwortlich ist, betrug 2022 13,1 Millionen Euro. 2023 begannen die Stadtwerke mit der Planung des Ausbaus von Freiflächen-Solarkraftwerken.

Freizeit: Betrieb der Schwimmbäder, der Sauna und der Eissporthalle 2003 wurde die Bäder- und Eissporthallen GmbH als Tochtergesellschaft gegründet. Das Unternehmen übernahm den Betrieb der Schwimmbäder, der Sauna und der Eishalle der Stadt. Ab Herbst 2007 sanierten und modernisierten die Stadtwerke das Hallenbad und die Sauna in Aschaffenburg.‚Wir bauen ein solides Familienbad', in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17. August 2007, abgerufen am 14. August 2023.

Das Hallenbad verfügt über ein 25 Meter langes Sportbecken mit Ein- und Drei-Meter-Sprungbrettern, ein Lehrschwimmbecken sowie einen Liegebereich. Das Hallenbad ist auch mit einem Kinderbecken ausgestattet. Ebenfalls befindet sich der Saunabereich im Hallenbad. Das Freibad verfügt über ein Sportbecken (50 Meter), ein Nichtschwimmerbecken (1550 Quadratmeter), ein Sprungbecken sowie ein Planschbecken. Die Eissporthalle umfasst eine Eisfläche mit 30 × 60 Metern.

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