Harrlach ist ein Gemeindeteil der Kreisstadt Roth im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Harrlach hat eine Fläche von 3,855 km². Sie ist in 366 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10533,56 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Finstermühle.

Geografie Das Dorf liegt am Finsterbach und ist allseits von Wald umgeben. Die Kreisstraße RH 35 führt nach Schwand (5,1 km nordwestlich) bzw. an Altenfelden vorbei zur Staatsstraße 2237 bei der Anschlussstelle 55 (Allersberg) der Bundesautobahn 9 (4,5 km südlich). Die Kreisstraße RH 38/NM 6 führt die Staatsstraße 2225 kreuzend nach Pruppach (3,4 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Meckenlohe (4,6 km südwestlich).

Ein lokaler Handelsweg führte von Harrlach über Guggenmühle, Heubühl, Birkach und Zwiefelhof in die ehemalige Kreisstadt Hilpoltstein.

Geschichte mini|hochkant|Wappenstein der Fütterer vom abgebrochenen Schloss 1343/45 wurde Harrlach in einer Kaufurkunde erstmals namentlich erwähnt. Aus dieser geht hervor, dass Peter und Heinrich die Glasnapfen, beide Bürger der Reichsstadt Nürnberg, diesen Ort von den in der Gegend reich begüterten Birkenfelden erwarben. Vermutlich ist Harrlach wie die umliegenden Orte im 11. oder 12. Jahrhundert als Rodungssiedlung entstanden.

Der Ortsname Harrlach bedeutet „Waldsiedlung an der Grenze“ (Harr, ahd./mhd. für „Wald“ + lach, mhd. für „Grenzbaum, Grenzzeichen“). Der Ort lag ursprünglich jahrhundertelang an der Grenze der Markgrafschaft Ansbach mit der bayerischen Grafschaft Wolfstein-Pyrbaum.

Von den Glasnapfen ging Harrlach 1370 an die Patrizierfamilie Stromer von Reichenbach, 1411 an die Kaufmannsfamilie Tracht (auch: Trachten) und 1482 an die Fütterer. In ihrer Zeit wurde das Schloss errichtet, das bis 1929 bestand. Nach dem Erlöschen der Fütterer, erbten 1586 die Thill (auch: Hack von Suhl) den Schlossbesitz. Den Thill folgten 1693 durch Heirat die Rieter von Kornburg (auch: Rieter von Kornburg, Kalbensteinberg und Harrlach),Rieter von Kornburg, Kalbensteinberg und Harrlach die bereits seit 1540 Teilbesitzer von Harrlach waren. Von den Rietern ging der Besitz 1720 durch Heirat auf die Seckendorff über, die 1727 an die Holzschuher verkauften. Die Holzschuher nannten sich daraufhin Holzschuher von Harrlach.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Harrlach 17 Anwesen, davon ein Schloss und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das pfalz-neuburgische Landrichteramt Allersberg aus. Grundherren waren die Holzschuher von Harrlach (8 Anwesen) und das brandenburg-ansbachische Kastenamt Roth (9 Anwesen). Hier werden abweichend 16 Untertansfamilien angegeben, wovon 6 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Roth.

Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde Harrlach dem Steuerdistrikt Guggenmühle zugeordnet. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Harrlach, zu der Finstermühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Hilpoltstein zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Hilpoltstein (1919 in Finanzamt Hilpoltstein umbenannt). Ab 1862 gehörte Harrlach zum Bezirksamt Neumarkt in der Oberpfalz. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Hilpoltstein (1879 in Amtsgericht Hilpoltstein umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Schwabach zuständig. 1880 wurde Harrlach dem neu gebildeten Bezirksamt Hilpoltstein zugeordnet (1939 in Landkreis Hilpoltstein umbenannt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,761 km².

1874 verkaufte Christian Gottlieb Veit August Freiherr von Holzschuher den ganzen Schlossbesitz an Johann Nepomuk von Habel, von dem er 1880 an den Freiherrn Lothar von Faber und weiter im Erbwege an die Grafen von Faber-Castell gelangte. 1929 wurde das Schloss von den Faber-Castell abgebrochen.

Seit dem 1. Juli 1972 gehört Harrlach zum Landkreis Roth und Finanzamt Schwabach. Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Roth eingemeindet.

Ein Gebiet bei Harrlach wird seit 2021 von der Deutschen Bahn auf Eignung als Standort eines ICE-Instandhaltungwerks geprüft.

Baudenkmäler In Harrlach gibt es sieben Baudenkmäler: Wappenstein Holzschuherstraße 1: Fachwerkscheune Holzschuherstraße 2: Ehemalige Mühle Holzschuherstraße 24: Gusseiserne Uhr Zur Geislach 1, 2, 3: Bauernhäuser

Einwohnerentwicklung Gemeinde Harrlach Jahr 1818 1836 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 135 161 216 178 182 163 162 160 146 164 135 176 127 112 92 92 85 98 86 134 118 108 94 83HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet und 1836 und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 23 26 28 30 26 29 20 22 26 Quelle Für die Gemeinde Harrlach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Finstermühle (S. 26).

Ort Harrlach Jahr 1818 1836 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2010 2018Einwohner 119 139 151 129 129 109 78 103 86 74 84 140 149Häuser 19 22 26 23 18 20 24 34 Quelle

Religion Harrlach ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach Mariä Himmelfahrt (Allersberg) gepfarrt. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Johannes der Täufer (Schwand bei Nürnberg) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Roth Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung 1343 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth