Die Liste der Stolpersteine in Berlin-Hermsdorf enthält die Stolpersteine im Berliner Ortsteil Hermsdorf im Bezirk Reinickendorf, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Spalten der Tabelle sind selbsterklärend. Die Tabelle erfasst insgesamt 29 Stolpersteine und ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Bild Name Standort Verlegedatum Leben 100px Falkentaler Steig 16 Ida Arndt wurde am 6. Mai 1883 in Berlin als Ida Heinrichs geboren. Sie leitete das Waisenhaus des Frauenvereins von 1833 zum Besten israelitischer Waisenmädchen nach dem Umzug in die Albrechtstraße 10, heute Falkentaler Steig 16. 1927 heiratete sie den Lehrer Isidor Arndt. Mit der Umbenennung der Einrichtung in Jüdisches Kinder- und Jugendheim Hermsdorf 1930/31 übergab das Ehepaar Arndt die Leitung an Recha Loevy. Am 5. November 1942 wurde Ida Arndt zusammen mit ihrem Ehemann Isidor aus der Jagowstraße 2 in Moabit nach Theresienstadt deportiert. Ida Arndt wurde am 23. Januar 1943 weiter nach Auschwitz verschleppt, wo sie als verschollen gilt. 100px Falkentaler Steig 16 Isidor Arndt wurde am 4. Oktober 1869 in Schloppe geboren. 1927 heiratete er Ida Heinrich, die zu diesem Zeitpunkt das Waisenhaus des Frauenvereins von 1833 zum Besten israelitischer Waisenmädchen in Hermsdorf leitete. Er selbst war bis zu diesem Zeitpunkt Lehrer an der Mädchenmittelschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in Mitte und war nun nebenberuflich in der Verwaltung des Waisenhauses tätig, bis das Ehepaar Arndt die Leitung in den Jahren 1930/31 an Recha Loevy übergaben. Am 5. November 1942 wurde Isidor Arndt zusammen mit seiner Ehefrau Ida aus der Jagowstraße 2 in Moabit deportiert. Er starb am 13. Dezember 1942 im Ghetto Theresienstadt. 100px Bornepfad 4–6 Regina Bonis wurde am 23. April 1882 in Cabaj als Regina Stern geboren. Die staatenlose Witwe bewohnte eine kleine Kammer im Haushalt von Hans Heinrich Meyer und führte vermutlich seinen Haushalt. Sie musste zuletzt in der Firma Weber und Co. in Treptow Zwangsarbeit leisten, bevor sie am 27. Februar 1943 im Rahmen der Fabrikaktion verhaftet und in das Sammellager in der Großen Hamburger Straße gebracht wurde. Von dort aus wurde sie am 1. März 1943 mit dem 31. Osttransport nach Auschwitz deportiert, wo sie als verschollen gilt. 100px Falkentaler Steig 16 Adolf Broh wurde am 14. August 1872 in Schrimm geboren. Um 1900 erwarb er zusammen mit seinem älteren Bruder Ephraim das Gut Kussenow in der Provinz Pommern. Adolf Broh heiratet Regina Noah aus dem Kreis Schrimm, ihre Schwester Regina heiratete Adolfs Bruder Ephraim. Am 28. Februar 1908 wurde der Sohn Regina und Adolf, Heinz Broh, geboren. Am 1. Mai 1909 folgte die Tochter Ruth. Beide Kinder besuchten zunächst die Dorfschule in Kussenow, zum Besuch einer weiterführenden Schule wurden sie nach Berlin geschickt, wo sie bei ihrer kinderlosen Tante Selma Latte wohnten. Ruth Broh heiratete 1932 Max Jany, einen Großhändler für landwirtschaftliche Produkte, und lebte mit ihm in der Kissingenstraße 45 in Pankow. Heinz Broh blieb auf Gut Kussenow und heiratete 1935 Ruth Neumann. Die Geschäfte der Brüder Broh litten ab 1933 unter den antisemitischen Pogromen: Zunächst ging ihr Umsatz stark zurück, später sabotierten die angestellten Landarbeiter den Betrieb, bis 1937 der Betrieb komplett boykottiert wurde. Daraufhin flohen Adolf und Ephraim Broh zusammen mit ihren Familien nach Berlin, wo sie eine möblierte 6-Zimmer-Wohnung im heutigen Falkentaler Steig 16 bezogen. Statt eines Kinderheims befand sich hier im Erdgeschoss mittlerweile eine kleine Synagoge der Jüdischen Gemeinde. Die Kinder von Adolf und Regina Broh flohen 1939 nach Chile bzw. Palästina. Adolf Broh wurde am 14. September 1942 zusammen mit seiner Ehefrau mit dem 2. großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, am 16. Mai 1944 wurden beide weiter nach Auschwitz verschleppt, wo sie als verschollen gelten. 100px Falkentaler Steig 16 Ephraim Broh wurde am 20. August 1866 in Schrimm geboren. Um 1900 erwarb er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Adolf das Gut Kussenow in der Provinz Pommern. Auf ungefähr 131 Hektar betrieben die beiden Brüder dort Land- und Viehwirtschaft. Ephraim Broh heiratete Rosa Noah, sein Bruder Adolf heiratete Rosas Schwester Regina. Die Geschäfte der Brüder Broh litten ab 1933 unter den antisemitischen Pogromen: Zunächst ging ihr Umsatz stark zurück, später sabotierten die angestellten Landarbeiter den Betrieb, bis 1937 der Betrieb komplett boykottiert wurde. Daraufhin flohen Adolf und Ephraim Broh zusammen mit ihren Familien nach Berlin, wo sie eine möblierte 6-Zimmer-Wohnung im heutigen Falkentaler Steig 16 bezogen. Statt eines Kinderheims befand sich hier im Erdgeschoss mittlerweile eine kleine Synagoge der Jüdischen Gemeinde. Ephraim Broh wurde am 14. September 1942 zusammen mit seiner Ehefrau mit dem 2. großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, am 16. Mai 1944 wurden beide weiter nach Auschwitz verschleppt, wo sie als verschollen gelten. 100px Falkentaler Steig 16 Regina Broh wurde am 9. Dezember 1877 in Moschin als Regina Noah geboren. Ihre Eltern waren Natan und Flora Noah. Sie heiratete Adolf Broh, mit dem sie einen Sohn und eine Tochter hatte. Ihre Schwester Ruth heiratete Ephraim Broh, Adolfs Bruder. Nachdem der Landwirtschaftsbetrieb, den ihr Ehemann und ihr Schwager zusammen betrieben, boykottiert wurde, flohen die beiden Familien nach Berlin, wo sie eine möblierte 6-Zimmer-Wohnung im heutigen Falkentaler Steig 16 bezogen. Regina Broh wurde am 14. September 1942 zusammen mit ihrem Ehemann mit dem 2. großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, am 16. Mai 1944 wurden beide weiter nach Auschwitz verschleppt, wo sie als verschollen gelten. 100px Falkentaler Steig 16 Rosa Broh wurde am 12. März 1868 in Moschin als Rosa Noah geboren. Ihre Eltern waren Natan und Flora Noah. Sie heiratete Ephraim Broh, ihre Schwester Regina heiratete Ephraims Bruder Adolph. Die Ehe von Ephraim und Rosa Broh blieb kinderlos. Nachdem der Landwirtschaftsbetrieb, den ihr Ehemann und ihr Schwager zusammen betrieben, boykottiert wurde, flohen die beiden Familien nach Berlin, wo sie eine möblierte 6-Zimmer-Wohnung im heutigen Falkentaler Steig 16 bezogen. Rosa Broh wurde am 14. September 1942 zusammen mit ihrem Ehemann mit dem 2. großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, am 16. Mai 1944 wurden beide weiter nach Auschwitz verschleppt, wo sie als verschollen gelten. 100px Bornepfad 4–6 Dan Bukofzer wurde am 29. Januar 1939 vermutlich in Berlin-Moabit geboren. Er war das zweite Kind von Max und Gerda, geborene Wolff. Ein Jahr nach seiner Geburt zog die Familie nach Hermsdorf, wo sie ein einzelnes Zimmer zur Untermiete bewohnte. Am 1. März 1943 wurde Dan zusammen mit seiner Schwester Ruth und seiner Mutter verhaftet und in eine Sammelstelle gebracht, von wo aus sie am 4. März 1943 mit dem 34. Osttransport nach Auschwitz deportiert wurden. Über Dan Bukofzer gibt es in Auschwitz keine weiteren Unterlagen, woraus sich schließen lässt, das der Vierjährige direkt nach seiner Ankunft dort ermordet wurde. 100px Bornepfad 4–6 Gerda Bukofzer wurde am 22. März 1912 in Putzig als Tochter von Walter und Hedwig Wolff geboren. Sie arbeitete zusammen mit ihrem Ehemann Max im Geschäft ihrer Schwiegereltern in Preußisch Eylau. Am 6. August 1935 wurde ihre Tochter Ruth in Königsberg geboren. Als Max’ Vater gezwungen worden war, das Geschäft zu verkaufen, zogen Gerda und Max mit ihrer Tochter nach Berlin, zunächst in die Rathenower Straße 42 in Moabit. Hier wurde am 29. Januar 1939 ihr Sohn Dan geboren. Zum Januar 1940 zog die Familie nach Hermsdorf zur Untermiete bei Hans Heinrich Meyer. Nachdem Max Bukofzer Ende Februar 1943 verhaftet worden war, wurde Gerda Bukofzer mit ihren Kindern vermutlich am 1. März 1943 verhaftet und schließlich am 3. März 1943 mit dem 34. Osttransport nach Auschwitz deportiert, wo sie als verschollen gilt. 100px Bornepfad 4–6 Max Bukofzer wurde am 13. Oktober 1902 in Domnau geboren. Seine Eltern waren Moritz und Marie, geborene Meyerowitz. Max war das dritte von insgesamt neun Kindern. Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann arbeitete er ebenso wie seine Frau Gerda im Bekleidungsgeschäft seiner Eltern, das sich in Preußisch Eylau befand. Am 6. August 1935 wurde in Königsberg ihre gemeinsame Tochter Ruth geboren. Der Vater von Max war 1938 gezwungen worden, sein Geschäft zu verkaufen, woraufhin Max Bukofzer mit seiner Familie nach Berlin zog. Sie wohnten 1939 in der Rathenower Straße 42 in Moabit, wo am 29. Januar 1939 der Sohn Dan geboren wurde. Zum Januar 1940 zog die Familie nach Hermsdorf zu Hans Heinrich Meyer, in dessen Wohnung sie ein Zimmer bewohnte. Die Familie plante, nach Kuba zu fliehen, was aber durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs verhindert wurde. Max Bukofzer musste Zwangsarbeit leisten, zuletzt bei der Charlottenburger Motoren KG in der Potsdamer Straße 98 in Schöneberg. Im Rahmen der Fabrikaktion wurde er am 27. Februar 1943 verhaftet und am 1. März 1943 mit dem 31. Osttransport nach Auschwitz deportiert. In Auschwitz erhielt er die Häftlingsnummer 104606. Für den 25. März 1943 ist er im Häftlingskrankenhausbuch des Lagers Monowitz verzeichnet, am 1. Juni 1943 ist im Leichenhallenbuch sein Tod vermerkt. 100px Bornepfad 4–6 Ruth Bukofzer wurde am 6. August 1935 in Königsberg als erstes Kind von Max und Gerda geboren. Ihre Eltern lebten zu diesem Zeitpunkt in der Kirchenstraße 2 in Preußisch Eylau. Als die Familie ihres Vaters 1938 dazu gezwungen worden war, ihr Geschäft zu verkaufen, zog die Familie nach Berlin, zunächst nach Moabit, 1940 schließlich nach Hermsdorf. Am 1. März 1943 wurde Ruth zusammen mit ihrem Bruder Dan und ihrer Mutter verhaftet und in eine Sammelstelle gebracht, von wo aus sie am 4. März 1943 mit dem 34. Osttransport nach Auschwitz deportiert wurden. Über Ruth Bukofzer gibt es in Auschwitz keine weiteren Unterlagen, woraus sich schließen lässt, das die Siebenjährige direkt nach ihrer Ankunft dort ermordet wurde. 100px Falkentaler Steig 16 Harry Gabriel, geb. am 6. Dezember 1927 in Berlin, wuchs in einem Kinderheim in der Rosenthaler Straße 26 in Berlin-Wittenau auf. Später lebte er bei seinem Pflegevater Willy Redlich, der in der Hermsdorfer Synagoge des Jüdischen Religionsvereins für die nördlichen Vororte (heute Falkentaler Steig 16) als Hausmeister tätig war. Der Name des 14-jährigen Harry Gabriel-Redlich findet sich auf der Deportationsliste.20. Osttransport – Transportliste 125. In: statistik-des-holocaust.de, abgerufen am 14. Januar 2019. des 20. Osttransports vom 26. September 1942 nach Raasiku. Er überlebte, ist am 19. November 1942 in der Schweiz angekommenSwitzerland, Jewish Arrivals, 1938–1945 über ancestry.com. und war im Jahr 1946 in einem DP-Lager in ItalienHolocaust: Survivor List from the files of the Jewish World Congress über ancestry.com. Harry Gabriel starb 2002 in Beʾer SchevaEine Zusammenfassung von Gabriel-Redlichs Jugendjahren in der Schweiz publizierte Gabriel Heim Anfang 2019 in "Diesseits der Grenze – Lebensgeschichten aus den Akten der Fremdenpolizei"