Die Kirschmyrten (Eugenia), selten auch Eugenien genannt, bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Die etwa 1000 Arten kommen hauptsächlich in der Neotropis, aber auch in Afrika, im südlichen Asien und in Südostasien, in Australien, Madagaskar, auf den Maskarenen, in Neukaledonien und auf Pazifischen Inseln vor. Von einigen Arten werden die Früchte als Obst gegessen.

Beschreibung mini|links|Illustration von Eugenia uniflora. Erscheinungsbild und Blätter Kirschmyrten-Arten sind meist immergrüne Sträucher oder Bäume, die Wuchshöhen von 5 bis 8 m erreichen. Sie enthalten ätherische Öle. Die Rinde der zylindrischen Zweige ist anfangs behaart.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen, kahlen Blattspreiten sind ganzrandig und fiedernervig und drüsig punktiert und aromatisch duftend. Nebenblätter sind nicht vorhanden.

Blütenstände, Blüten und Bestäubung In mehr oder weniger seitenständigen, einfachen, zymösen Blütenständen stehen wenige Blüten zusammen, oder die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln. Die gestielten Blüten stehen jeweils über zwei haltbaren Deckblättern.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch oder selten wenig zygomorph und vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist kurz und verkehrt-konisch. Die vier freien Kelchblätter sind haltbar, grün, elliptisch bis kreisförmig und behaart bis dicht bewimpert. Die vier freien, weißen Kronblätter sind flach, kreisförmig und kahl bis auf ihre dicht bewimperten Ränder. Es sind viele (50 bis 150) Staubblätter vorhanden; sie entwickeln sich zentripetal und sind in der Blütenknospe aufrecht oder nach innen gebogen. Die mehr oder weniger gleichen Staubblätter sind untereinander frei und nicht mit den Kronblättern verwachsen. Die gleichgestaltigen Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz. Zwei oder selten drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, zwei- oder selten dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. In jeder Fruchtknotenkammer sind in zentralwinkelständiger Plazentation 6 bis 14 hängende bis aufsteigende, anatrope Samenanlagen enthalten. Es ist ein Diskus vorhanden. Der Griffel endet in einer einfachen Narbe.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie) oder Vögel (Ornithophilie).

Früchte und Samen Die Beeren enthalten nur einen, oder selten zwei oder mehr Samen. Am oberen Ende der Beeren sind die haltbaren Kelchblätter vorhanden. Die geflügelten oder ungeflügelten Samen enthalten meist einen geraden Embryo mit massiven Keimblättern (Kotyledon), die vollständig oder teilweise verwachsen sind.

Vorkommen Die Gattung Eugenia ist weitverbreitet in Neotropis, Afrika (südlich der Sahara), Madagaskar, Australien (nur eine Art) und Neukaledonien, südlichen Asien sowie Südostasien. Die meisten Arten sind in der Neotropis beheimatet. Das Zentrum der Artenvielfalt sind die Westindischen Inseln mit 239 Arten, von denen 218 Endemiten sind. Auf großen Inseln ist oft die Artenvielfalt hoch, beispielsweise in Kuba (über 80 Arten), in Neukaledonien mit circa 36 Arten, davon kommen 35 nur dort vor und in Madagaskar mit circa 37 Arten, davon kommen 35 nur dort vor. In Afrika kommen nur etwa 60 Arten vor.

Beispielsweise Eugenia brasiliensis und Eugenia uniflora sind invasive Pflanzen in einigen tropischen bis subtropischen Gebieten.

In der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN sind viele Arten gelistet.

Systematik Die Gattung Eugenia wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 470 aufgestellt. Der botanische Gattungsname Eugenia ehrt Francois Eugene, meist Prinz Eugen von Savoyen genannt (1663–1736). Als Lectotypusart wurde 1920 Eugenia uniflora durch Nathaniel Lord Britton und Charles Frederick Millspaugh in Bahama Flora, S. 303 festgelegt. Synonyme für Eugenia sind: Chloromyrtus , Emurtia , Episyzygium , Epleienda , Eplejenda , Greggia , Jossinia , Monimiastrum , Myrcialeucus , Phyllocalyx , Pilothecium , Pseudeugenia , Pseudomyrcianthes , Psidiastrum , Stenocalyx .

Ein Synonym der Gewürznelke, die ebenfalls zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) gehört, ist Eugenia caryophyllata; der gültige wissenschaftliche Name für diese Pflanzenart ist Syzygium aromaticum. Die Abgrenzung der Gattungen Eugenia und Syzygium ist eindeutig über die Blütenmorphologie möglich. Alle australischen Arten, die früher zur Gattung Eugenia gehörten, ausgenommen Eugenia reinwardtiana, gehören seit B. P. M. Hyland: A revision of Syzygium and allied genera (Myrtaceae) in Australia. In: Australian Journal of Botany, Supplementary Series 9, 1983, S. 47, Abbildung 13, 49 und L. A. Craven, E. Biffin & P. S. Ashton: Acmena, Acmenosperma, Cleistocalyx, Piliocalyx and Waterhousea formally transferred to Syzygium (Myrtaceae). In: Blumea, Volume 51, 2006, S. 135 alle zur Gattung Syzygium.

Die Gattung Eugenia gehört zur Tribus Myrteae in der Unterfamilie der Myrtoideae innerhalb der Familie der Myrtaceae, früher Eugeniaceae

Arten Die Gattung Kirschmyrten (Eugenia) enthält etwa 1000 Arten:

Eugenia abbreviata : Die Heimat ist Jamaika. Eugenia aboukirensis : Die Heimat ist Jamaika. Eugenia acapulcensis : Das Verbreitungsgebiet reicht von Mexiko bis Panama. Eugenia aceitillo : Die Heimat ist Kuba. Eugenia acrantha : Die Heimat ist Kuba. Eugenia acrensis : Sie ist von Peru über Bolivien bis ins nördliche Brasilien verbreitet. Eugenia acrisepala : Die Heimat ist Jamaika. Eugenia acunae : Die Heimat ist Kuba. Eugenia acutissima : Die Heimat ist Kuba. Eugenia adenantha : Die Heimat ist der brasilianische Bundesstaat Rio de Janeiro. Eugenia adenocarpa : Die Heimat ist der brasilianische Bundesstaat Rio de Janeiro in Brasilien. Eugenia aequatoriensis : Sie kommt in Ecuador vor. Eugenia aerosa : Sie ist vom nördlichen Peru bis ins nördliche Brasilien verbreitet. Eugenia aeruginea : Sie ist vom im südlichen Mexiko über Guatemala sowie Belize bis Honduras verbreitet und kommt in Kuba vor. Eugenia afzelii : Sie ist im tropischen Afrika verbreitet. Eugenia agasthiyamalayana : Die Heimat ist der indische Bundesstaat Tamil Nadu. Eugenia agathopoda : Die Heimat ist das nördliche Brasilien. Eugenia aherniana : Das Verbreitungsgebiet reicht von den Philippinen bis Sulawesi. Eugenia alagoensis : Sie ist im nordöstlichen Brasilien verbreitet. Eugenia alainii : Die Heimat ist Kuba. Eugenia alaotrensis : Die Heimat ist das zentrale Madagaskar. Eugenia albicans : Sie kommt auf karibischen Inseln und dem angrenzenden südamerikanischen Festland vor. Eugenia albimarginata : Sie kommt auf der Insel Hispaniola vor. Eugenia alnifolia : Die Heimat ist das südwestliche Mexiko. Eugenia aloysii : Die Heimat ist der indische Bundesstaat Karnataka. Eugenia alpina : Die Heimat ist Jamaika. Eugenia amatenangensis : Sie kommt nur im mexikanischen Bundesstaat Chiapas vor. Eugenia ambanizanensis : Die Heimat ist Madagaskar. Eugenia amblyophylla : Die Heimat ist Kuba. Eugenia amblyosepala : Sie kommt in Venezuela vor. Eugenia amoena : Die Heimat ist Sri Lanka. Eugenia ampla : Sie kommt in Ecuador vor. Eugenia amplifolia : Die Heimat ist Jamaika. Eugenia amshoffiae : Die Heimat ist Guyana. Eugenia anafensis : Die Heimat ist Kuba. Eugenia analamerensis : Die Heimat ist Guyana. Eugenia anastomosans : Sie ist im tropischen Südamerika verbreitet. Eugenia ancorifera : Die Heimat ist Kamerun. Eugenia angelyana : Die Heimat ist der brasilianische Bundesstaat Santa Catarina. mini|Habitus, Laubblätter und unreife Früchte von Eugenia angustissima Eugenia angustissima : Sie kommt im zentralbrasilianischen Cerrado vor. Eugenia ankarensis : Die Heimat ist das westliche Madagaskar. Eugenia anthacanthoides : Die Heimat ist Kuba. Eugenia antongilensis : Die Heimat ist das östliche Madagaskar. Eugenia arawakorum : Die Heimat ist Guyana. Eugenia arayan : Sie kommt in Kolumbien vor. Eugenia ardisioides : Die Heimat ist Belize. Eugenia ardyceae : Die Heimat ist das südöstliche Madagaskar. Eugenia arenaria : Sie ist im südlichen und südöstlichen Brasilien verbreitet. Eugenia arenicola : Die Heimat ist das südliche Madagaskar. Eugenia arenosa : Sie ist in Brasilien verbreitet. Eugenia argentea : Sie ist im südwestlichen Indien verbreitet. Eugenia argyrophylla : Die Heimat ist Französisch-Guayana. Eugenia armeniaca : Die Heimat ist Guyana. Eugenia arrabidae : Die Heimat ist der brasilianische Bundesstaat Rio de Janeiro. Eugenia arthroopoda : Die Heimat ist Madagaskar. Eugenia arvensis : Die Heimat ist der brasilianische Bundesstaat Rio de Janeiro. Eugenia aschersoniana : Die Heimat ist Tansania. Eugenia asperifolia : Die Heimat ist Kuba. Eugenia astringens Cambess. (Syn.: Eugenia apiocarpa) : Die Heimat ist der brasilianische Bundesstaat Rio de Janeiro. Eugenia atricha : Die Heimat ist Kuba. Eugenia atroracemosa : Sie ist von Peru bis ins nördliche Brasilien verbreitet. Eugenia atrosquamata : Sie ist von Kolumbien bis Peru verbreitet. Eugenia augustana : Die Heimat ist der brasilianische Bundesstaat Rio de Janeiro. Eugenia aurata : Sie ist in Brasilien verbreitet. Eugenia austin-smithii : Sie kommt in Mittelamerika von Costa Rica bis Panama vor. Eugenia avicenniae : Die Heimat ist das südwestliche Mexiko. Eugenia axillaris : Sie kommt vom südlichen Florida, über das südliche Mexiko, Belize, Guatemala bis Honduras und auf Karibischen Inseln vor, auch „White Stopper“ genannt. Eugenia azeda : Sie 2010 aus dem brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte erstbeschrieben. Eugenia azurensis : Sie ist im nordöstlichen Brasilien verbreitet. Eugenia bacopari : Sie ist im südlichen Brasilien verbreitet. Eugenia badia Eugenia bahiana Eugenia bahiensis Eugenia bahorucana : Sie kommt auf der Insel Hispaniola vor. Eugenia baileyi Eugenia bajaverapazana : Die Heimat ist Guatemala. Eugenia balansae Eugenia banderensis : Die Heimat ist Kuba. Eugenia barbata Eugenia barbosae Eugenia barriosana Eugenia basilaris : Die Heimat ist Costa Rica. Eugenia batingabranca Eugenia bayatensis : Die Heimat ist Kuba. Eugenia belemitana Eugenia belladerensis : Sie kommt auf der Insel Hispaniola nur in Haiti vor. Eugenia belloi : Die Heimat ist Costa Rica. Eugenia bellonis , auch „Puerto Rico Stopper“ genannt Eugenia bergii Eugenia beyeri : Die Heimat ist Kuba. Eugenia biflora : Das Verbreitungsgebiet reicht von Mittelamerika bis Südamerika und es gibt Vorkommen in Puerto Rico, auch „Blackrodwood“ genannt. Eugenia bimarginata Eugenia blanchetiana Eugenia blanda Eugenia blastantha : Sie kommt in den südlichen brasilianischen Bundesstaaten Paraná und São Paulo vor. Eugenia bocainensis Eugenia bojeri Eugenia boliviana Eugenia boqueronensis : Die Heimat ist Puerto Rico. Eugenia bosseri Eugenia botequimensis Eugenia brachyclada : Sie kommt auf der Insel Hispaniola nur in Haiti vor. Eugenia brachysepala Eugenia brachythrix : Die Heimat ist Jamaika. Eugenia brasiliana mini|Einzeln in den Blattachseln der gegenständigen, einfachen Laubblättern stehende Blüten von Eugenia brasiliensis Eugenia brasiliensis : Sie wird auch „Grumichama“ genannt. Ihre Heimat ist Brasilien. Eugenia breedlovei : Sie kommt nur im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Eugenia brejoensis : Die Heimat ist das nordöstliche Brasilien. Eugenia brevipedunculata Eugenia brevipes : Die Heimat ist Kuba. Eugenia breviracemosa : Sie wurde 2009 aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas erstbeschrieben. Eugenia brevistyla Eugenia brongniartiana Eugenia brownei Eugenia brownsbergii Eugenia brunneopubescens : Sie wurde 2009 aus dem brasilianischen Bundesstaat Paraná erstbeschrieben. Eugenia brunoi Eugenia bryanii Eugenia buchholzii : Sie ist im tropischen Afrika verbreitet. Eugenia bukobensis : Sie ist im tropischen Afrika verbreitet. Eugenia bullata : Sie kommt in Neukaledonien vor.