Kölbingen ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit 1972 der damals neu gebildeten Verbandsgemeinde Westerburg an.

Geographie Kölbingen liegt 4 km westlich von Westerburg, in einer Talmulde zwischen dem Geisenwald und dem Ruhscheid.

Ortsteile sind Schönberg, Möllingen und Kölbingen. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Birkenhof und Margaretenhof.

Geschichte Schönberg wurde erstmals 1234 erwähnt. Der Ort muss bereits vor 1494 eine Kirche aufgewiesen haben. 1558 wurde die Reformation eingeführt, 1564 erfolgte die Rekatholisierung. Von diesem Zeitpunkt an hatte der Ort einen eigenen Vikar und war spätestens 1662 eine eigene Pfarrei. Von 1234 bis 1480 ist eine niederadlige Familie nachweisbar, die sich nach dem Ort nannte. 1786 wird ein Backofensteinbruch in der Gemarkung erwähnt.

Kölbingen wurde erstmals im Jahre 1253 urkundlich erwähnt. Von 1253 bis 1270 ist eine niederadlige Familie nachweisbar, die nach dem Ort benannt war. Für 1786 wird auch in Kölbingen ein Backofensteinbruch genannt. Aufgrund der Namensendung, bei der es sich um eine Abwandlung der Silbe -heim handelt, wird Kölbingen, wie mehrere -heim-Orte in der Umgebung, als fränkische Gründungen von vor dem 6. Jahrhundert n. Chr. angesprochen. Jedoch ist diese Datierung keineswegs gesichert.

Möllingen wurde erstmals 1322 urkundlich erwähnt. Das zunächst wohl aus Westerburg stammende niederadlige Haus Nüssel nannte sich von 1329 an von Möllingen und erlosch kurz nach 1474. 1728 wurde die Kapelle St. Joseph erbaut.

mini|298px|Alte Kirche auf dem Schönberg. Im Bildhintergrund die Ortschaft Kölbingen. Kulturdenkmäler → siehe Liste der Kulturdenkmäler in Kölbingen

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Kölbingen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Heiko Schlag wurde am 12. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Kölbingen. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 87,8 % für fünf Jahre gewählt worden.

Schlags Vorgänger Frank Schäfer hatte das Amt seit 1999 inne. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit 87,19 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Bei der Wahl 2024 kandidierte er nicht erneut als Ortsbürgermeister. Schäfers Vorgänger Hubert Kloft hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt.

Wappen

Verkehr Westlich der Gemeinde verläuft die B 255 die von Montabaur nach Herborn führt. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Diez an der A 3. Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main. Kölblingen hatte früher im Personenverkehr und im Güterverkehr bis 1981 direkten Bahnanschluss durch die Bahnstrecke Herborn–Montabaur.

Persönlichkeiten Am 12. Juli 2024 wurde Frank Schäfer (* 1966) für seine besonderen Verdienste um die Gemeinde zum Ehrenbürger von Kölbingen ernannt.

Literatur Hellmuth Gensicke: Die Vier Kirchspiele. In: Nassauische Annalen Band 63, 1952, S. 309–327. Martin Flügel: Familienbuch Schönberg-Möllingen 1662 bis 1893. Martin Flügel 2021

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Kölbingen Ortsgemeinde Kölbingen auf den Webseiten der Verbandsgemeinde Westerburg Historie der Ortsgemeinde Kölbingen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Ersterwähnung 1494