Die Liste der Stolpersteine in Berlin-Neukölln enthält die Stolpersteine im Berliner Ortsteil Neukölln im Bezirk Neukölln, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Tabelle erfasst insgesamt 253 Stolpersteine und ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Bild Name Standort Verlege­datum Leben 100px Karl-Marx-Straße 55 Alice Abt-Marcus wurde am 27. Februar 1908 in Berlin als Alice Lasker geboren. Sie wurde am 19. Februar 1943 mit dem 29. Osttransport nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurde. kultur-neukoelln.de Der Stolperstein trägt fälschlicherweise den zusätzlichen Namen Marcus. 100px Karl-Marx-Straße 55 Friedrich Abt wurde am 12. Mai 1899 in Göttingen geboren. Er wurde am 19. Februar 1943 mit dem 29. Osttransport nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde. 100px Donaustraße 12 100px Friedelstraße 47 Heinrich Adler wurde am 31. Juli 1914 in Berlin geboren. Am 19. Oktober 1939 wurde er als jüdischer Psychiatriepatient in die Heilanstalt Buch eingewiesen. Er wurde am 10. Juli 1940 in die Tötungsanstalt Brandenburg verbracht, die verschleiernd offiziell als Landes-Pflegeanstalt Brandenburg a.H. bezeichnet wurde, und am gleichen Tag im Rahmen des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms Aktion T4 durch Giftgas dort ermordet. Seine Eltern Simon und Rachel Adler tauchten Ende Februar 1943 in Berlin unter und konnten sich so bis April 1944 verstecken. Nach der Verhaftung von Rachel durch die Gestapo wurden beide in das KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet. 100px Donaustraße 12 100px Sanderstraße 20 Max Adler wurde am 15. September 1863 in Myslowitz geboren. Wann genau Max Adler nach Berlin kam, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Seine letzte Arbeitsstelle vor seiner Pensionierung war die Firma Seldies und Ring. Max Adler war zu diesem Zeitpunkt bereits Witwer, seine drei Kinder galten als „Jüdischer Mischling ersten Grades“, somit wird seine Frau Martha Adler, geborene Hammer, also nicht jüdischen Glaubens gewesen sein. Er wohnte ab 1937 bei seiner Tochter Else, deren Ehemann bereits verstorben war. Max Adler wurde am 3. August 1942 mit dem 35. Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, wo er am 7. Januar 1943 ermordet wurde. Auch seine drei Kinder – neben Else waren das Walter Adler aus Halensee und Charlotte Wolff aus dem Prenzlauer Berg – wurden in Konzentrationslagern ermordet. kultur-neukoelln.de 100px Friedelstraße 47 Rachel Beile Rosa wurde als Kronthal am 25. September 1886 in Brzezany, Galizien geboren und am 3. Mai 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Simon und Rachel waren um 1905 aus Galizien (Österreich-Ungarn) nach Berlin eingewandert. 100px Friedelstraße 47 Simon Adler, geboren am 8. Oktober 1885 in Halytsch (Galizien), war Eigentümer des Hauses in der Schönleinstraße 17 in Kreuzberg. Bis circa 1938 wohnte er mit seiner Familie in der Dieffenbachstraße 40. Im Jahr 1938 wohnten sie in der Graefestraße 27 und ab 1939 in der Raumerstraße 41 in Prenzlauer Berg. 1943 tauchten Adler und seine Ehefrau Rachel in Berlin unter. 100px Pflügerstraße 1 Martin Alexander wurde am 15. Januar 1882 geboren. Er wurde verhaftet und in das Gestapo-Lager Wuhlheide gebracht, wo er am 1. Mai 1942 für tot erklärt wurde. kultur-neukoelln.de 100px Hermannstraße 123 100px Hermannstraße 123 100px Hermannstraße 123 100px Sanderstraße 14 100px Jonasstraße 66 Lisette Ascher wurde am 31. Dezember 1864 in Lautenburg (heute Lidzbark in Polen) geboren. Sie wurde am 17. August 1942 mit dem 1. großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 27. August 1942 ermordet wurde. kultur-neukoelln.de 100px Sanderstraße 14 100px Richardstraße 86 100px Richardstraße 86 100px Innstraße 24 geboren am 12. Februar 1908 in München; ermordet am 23. April 1942 in der Tötungsanstalt Bernburg. Der Stolperstein wurde am 12. Februar 2008 feierlich eingeweiht. kultur-neukoelln.de 100px Finowstraße 27 Röschen Berliner wurde am 22. November 1867 in Kobylin geboren. Deportiert wurde Röschen Berliner mit ihrer Schwester Senni von der Schönhauser Allee 22 im Zug Da 502 am 17. August 1942 in das Ghetto Theresienstadt und am 9. September 1942 wurde sie dort von den Nazis ermordet. Ihre Nummer während des Transports war 3986. 100px Sonnenallee 216 100px Kottbusser Damm 79 100px Kottbusser Damm 79 100px Oderstraße 50 Berta Bikales wurde am 15. Februar 1896 in Boryslaw als Berta Bander geboren. Seit 1921 wohnte sie in Berlin, ab 1928 wohnte sie mit ihrem Ehemann Salomon Bikales und den beiden Söhnen Richard und Norbert in der Oderstraße 50. Berta Bikales wurde im Juni 1939 zunächst ausgewiesen. Im Jahr 1942 wurde sie im Vernichtungslager Belzec ermordet. kultur-neukoelln.de 100px Oderstraße 50 Salomon Bikales wurde am 19. Februar 1887 in Lemberg geboren. Er wohnte seit 1912 in Berlin, ab 1928 wohnte er mit seiner Ehefrau Berta Bikales und den beiden Söhnen Richard und Norbert in der Oderstraße 50. Im Ersten Weltkrieg diente er als Feldwebel in der Österreichischen Armee. Am 28. Oktober 1938 wurde der Kaufmann im Rahmen der Polenaktion nach Bentschen abgeschoben, ihm gelang jedoch die Rückreise nach Berlin. Während die beiden Söhne des Ehepaares den Holocaust überlebten, wurden Salomon Bikales und seine Frau im Jahr 1942 im Vernichtungslager Belzec ermordet. 100px Wildenbruchplatz 10 100px Weisestraße 9 100px Hermannstraße 48 Georg Boas wurde am 5. April 1901 in Grätz (heute Grodzisk in Polen) geboren, er wohnte zusammen mit seiner Mutter Jenny Boas in der Hermannstraße 48. Er wurde am 3. März 1943 mit dem 33. Osttransport nach Auschwitz deportiert, dort ist er verschollen. kultur-neukoelln.de 100px Fuldastraße 55 Am 25. Februar 1907 in Zittau geboren, war Bock schon in jungen Jahren in der Sozialdemokratie tätig. Aufgrund seines Widerstandes gegen das Naziregime wurde er erstmals am 22. September 1934 in Berlin-Neukölln verhaftet. Im März 1935 wurde er von den Nationalsozialisten wegen Hochverrats zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe in verschiedenen Zuchthäusern und Gefängnissen ließ die Gestapo ihn nicht frei, sondern überstellte ihn am 30. November 1939 ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Hellmut Bock verstarb am 13. Mai 1997 im Alter von 90 Jahren.Pressemitteilung des Bezirksamts Neukölln 100px Hermannstraße 48 Jenny Boas wurde als Jenny Holländer am 6. November 1873 in Bütow geboren, sie wohnte zusammen mit ihrem Sohn Georg Boas in der Hermannstraße 48. Sie wurde am 16. Juni 1943 mit dem 91. Alterstransport nach Theresienstadt deportiert, dort starb sie am 20. August 1943. 100px Pflügerstraße 8 100px Biebricher Straße 6 100px Karl-Marx-Straße 190 100px Karl-Marx-Straße 190 100px Karl-Marx-Straße 190 1938 flohen auch die Familienmitglieder Hans, Augusta und Helga Bujakowski von Deutschland in Richtung Liverpool / England (dort änderte die Familie ihren Namen in BOYER) und von dort in die USA. Dank an Helga und ihren Kindern Vivien und Phil für alle Informationen und Fotos zur Familie und auch für die Erlaubnis, die Fotos für zukünftige Ausstellungen verwenden zu dürfen.