Der Gerichtsbezirk Bruneck, ursprünglich Brunecken, war ein dem Bezirksgericht Bruneck unterstehender Gerichtsbezirk in der Gefürsteten Grafschaft Tirol. Der Gerichtsbezirk umfasste Teile des Pustertals und gehörte zum Bezirk Bruneck. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Österreich den gesamten Gerichtsbezirk an Italien abtreten.
Geschichte Der Gerichtsbezirk Bruneck wurde durch eine 1849 beschlossene Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission geschaffen und umfasste ursprünglich die 45 Gemeinden Aschbach, Aufhofen, Bruneck, Dietenheim, Ehrenburg, Ellen, Fassing, Greinwalden, Hofern, Hörschwang, Itzing, Kienberg, Kiens, Lothen und Kniepaß, Luns, Margen, Michaelsburger-Götzenberg, Monthal, Moos, Obervintl, Oberwielenbach, Onach, Percha, Pfalzen, Pflaurenz, Pichlern, Platten, Rasen, Reiperting, Reischach, Runggen, Saalen, Schnecker Getzenberg, Sonnenburg, St. Georgen, St. Lorenzen, St. Martin, St. Sigmund, Steegen, Stephansdorf, Terenten, Tesselberg, Unterwielenbach, Walchhorn und Wielenberg.Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Tirol und Vorarlberg. 1850, I. Stück, Nr. 1: Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission vom 29. November 1849 über die Gerichts-Organisierung in dem Kronlande Tirol und Vorarlberg
Der Gerichtsbezirk Bruneck bildete im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen VerwaltungReichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1868 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen …“ ab 1868 gemeinsam mit den Gerichtsbezirken Welsberg, Enneberg und Taufers den Bezirk Brunecken (später Bruneck).Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
Der Gerichtsbezirk wies 1869 eine Bevölkerung von 10.925 Personen auf.k. k. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorium der gefürsteten Grafschaft Tirol und Vorarlberg. Auf Grund der Volkszählung vom 31. December 1869 bearbeitet. Innsbruck 1873, S. 17
1910 wurden für den Gerichtsbezirk 12.086 Personen ausgewiesen, von denen 11.179 Deutsch (92,5 %) und 277 Italienisch oder Ladinisch (2,3 %) als Umgangssprache angaben.k. k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Tirol und Vorarlberg. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1917, S. 23
Durch die Grenzbestimmungen des am 10. September 1919 abgeschlossenen Vertrages von Saint-Germain wurde der Gerichtsbezirk Bruneck zur Gänze Italien zugeschlagen.
Gerichtssprengel Der Gerichtssprengel umfasste 1910 die 22 Gemeinden Aufhofen, Bruneck, Dietenheim-Luns, Ehrenburg, Ellen, Getzenberg, Greinwalden, Hofern, Issing, Kiens, Monthal, Obervintl, Onach, Percha, Pfalzen, Pichlern, Reischach, St. Lorenzen, St. Sigmund, Terenten und Tesselberg.
Einzelnachweise
Literatur k. k. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorium der gefürsteten Grafschaft Tirol und Vorarlberg. Auf Grund der Volkszählung vom 31. December 1869 bearbeitet. Innsbruck 1873 k. k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Tirol und Vorarlberg. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1917 (Spezialortsrepertorien der österreichischen Länder. Band VIII. Tirol und Vorarlberg)
Kategorie:Organisation (Südtirol) Bruneck Kategorie:Bruneck Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1849 Kategorie:Aufgelöst 1919