mini|Wappen der Fürsten von Salm-Reifferscheidt-Raitz, des einzigen noch bestehenden Zweiges der Linie Salm-Reifferscheidt mini|Altgraf Erich Adolf auf dem Stifterbild in St. Matthias (Reifferscheid) Das Adelsgeschlecht Salm-Reifferscheidt stellt einen Seitenzweig des Hauses Salm und dort der Linie Niedersalm dar, agnatisch hervorgegangen aus dem Adelsgeschlecht Reifferscheid.

Geschichte Herkunft Graf Heinrich VII. von Niedersalm († 1416) vermachte, nachdem seine Kinder alle ohne Nachkommen und vor ihm gestorben waren, seinen Besitz 1416 testamentarisch an seinen Neffen Johann V. von Reifferscheid († 1418). Die Herren von Reifferscheidt und Dyck waren wohl die nächsten Blutsverwandten des Erblassers.Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins, 10. Band, Aachen 1888 Johann VI. von Reifferscheid († 1475), der Sohn des Johann V., bekam die Niedersalm’schen Güter schließlich 1456 durch ein Urteil des Rates des Herzogtums Luxemburg zugesprochen. Ab 1460 nannte sich Johann VI. auch Graf zu Salm. Er ist der Stammvater der später in den Fürstenstand erhobenen Linien des Hauses Salm-Reifferscheidt.

Linien Das Gesamtgeschlecht Salm-Reifferscheidt verzweigte sich in die Linien Bedburg, begründet durch Altgraf Erich Adolf (1619–1673). 1803 verlor diese Linie durch den Reichsdeputationshauptschluss ihren Besitz Bedburg, wurde mit dem Fürstentum Krautheim entschädigt und nannte sich seither „Salm-Reifferscheidt-Krautheim“.Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder: Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C.H. Beck, München, 2007; S. 605. 1804 in den Reichsfürstenstand erhoben, beerbte 1888 die Linie Dyck und nannte sich „Salm-Reifferscheidt-Krautheim und Dyck“, 1958 erloschen. Dyck, begründet durch Altgraf Ernst-Salentin (1621–1684), einem jüngeren Bruder des Erich Adolf († 1673). Diese Linie besaß die Reichsherrschaft Dyck und Herrschaft und Schloss Alfter. Die Grafschaft ging 1815 in Preußen (Provinz Großherzogtum Niederrhein) auf. 1816 wurde diese Linie in den preußischen Fürstenstand erhoben. Nach dem Erlöschen der Linie Dyck 1888 ging ihr Besitz auf die Linie Krautheim (Bedburg) über. Hainspach, begründet durch Altgraf Leopold Anton (1699–1769), einen Enkel des Erich Adolf († 1673). Diese Linie besaß die Herrschaft Hainspach (Böhmen) und ist 1887 erloschen. Oswald von Thun und Hohenstein beerbte die Linie und ließ eine Namens- und Wappenerweiterung Thun-Hohenstein-Salm-Reifferscheidt durchführen. Raitz, begründet durch Altgraf Anton Joseph Franz (1720–1769), einen Enkel des Erich Adolf († 1673). Diese Linie wurde 1790 in den Reichsfürstenstand erhoben und besaß die Herrschaften Blansko und Raitz (Mähren) bis zur Enteignung 1945. Seit 1962 besitzt diese Linie das Schloss Steyregg in Oberösterreich.

Besitzungen

Einzelpersonen Agnes von Salm-Reifferscheidt, Ehefrau des Wenzel Johann Henniger von Seeberg Alfred Joseph Clemens zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1811–1888), letzter Fürst der Linie Salm-Reifferscheidt-Dyck Alfred zu Salm-Reifferscheidt (1863–1924), Politiker, MdR

Antoinette von Salm-Reifferscheidt (1908–1962) Anton von Salm-Reifferscheidt (1720–1769), Erzieher des späteren Kaisers Joseph II., Oberstkämmerer Auguste von Salm-Reifferscheidt (1833–1891), Gattin von Jindřich Jaroslav Clam-Martinic Christian Altgraf zu Salm-Reifferscheidt-Raitz (1906–1973), Kunsthistoriker Constance zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1767–1845), französische Dichterin und Schriftstellerin Franz Ernst von Salm-Reifferscheidt, 1731–1770 Bischof von Tournai Franz II. Xaver von Salm-Reifferscheidt (1749–1822), 1783–1822 Fürstbischof von Gurk, Kardinal, Alpinist Franz Wilhelm zu Salm-Reifferscheidt (1772–1831), preußischer Generalmajor, 1. Fürst der Linie Salm-Reifferscheidt-Krautheim Franz zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1899–1958), letzter Fürst der Linie Salm-Reifferscheidt-Krautheim und Dyck Hugo Franz zu Salm-Reifferscheidt (1776–1836), österreichischer Industrieller und Naturforscher Johanna zu Salm-Reifferscheidt (1780–1857), böhmische Malerin Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck (1773–1861), deutscher Botaniker, 1. Fürst der Linie Salm-Reifferscheidt-Dyck Josepha Maria von Salm-Reifferscheidt-Bedburg (1731–1796), Äbtissin in den Stiften Elten und Vreden Karl Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Raitz (1750–1838), 1. Fürst der Linie Salm-Reifferscheidt-Raitz Konstantin zu Salm-Reifferscheidt (1798–1856), 2. Fürst der Linie Salm-Reifferscheidt-Krautheim

Wappen

Genealogie (Auszug)

Literatur Anton Fahne: Geschichte der Grafen, jetzigen Fürsten zu Salm-Reifferscheid, sowie ihrer Länder und Sitze: nebst Genealogie derjenigen Familien, aus denen sie ihre Frauen genommen. Band 1, Ausgabe 1. 1866, , .

Die Wappen des böhmischen Adels, J. Siebmacher’s großes Wappenbuch. Band 30, Neustadt an der Aisch 1979, Salm-Neuburg, Grafen von, Seite 255, Wappentafel 115; Salm-Reifferscheidt, Altgrafen von, Seite 166, Wappentafel 74; Salm-Reifferscheidt, Fürsten von, Seite 203, Wappentafel 89.

Siehe auch Salm-Salm Salm-Neuburg Stammliste des Hauses Salm

Weblinks

Ahnentafel Georg Leopold Johann Altgraf zu Salm Reifferscheid Krautberg und Leopold Karl Alois Hubert Longinus Maria Fürst von Salm–Reifferscheid-Krautheim in

Einzelnachweise

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