Der Bahnhof Königswinter ist ein Bahnhof an der rechten Rheinstrecke in Königswinter, einer Stadt im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis. Er steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz. Der Bahnhof wurde am 11. Juli 1870 im Zuge der Verlängerung der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke von Neuwied bis Oberkassel eröffnet. Die Linien RE 8 und RB 27 fahren den Bahnhof an.

Der Bahnhof wird von der DB Station&Service AG in der Preisklasse 4 als Nahverkehrssystemhalt geführt. (PDF; 313 kB)

Lage Der Bahnhof liegt am nordöstlichen Rand der Königswinterer Altstadt an der Bahnhofsallee, wobei der Mittelbahnsteig im Süden bis zum Bahnübergang an der Bahnhofstraße reicht und von der Siebengebirgsbrücke überspannt wird. Im Osten grenzt das Bahnhofsgelände an die Ladestraße am Betriebsgelände der Firma Maxion Wheels (ehemals Hayes Lemmerz) an, wo auch ein Zugang zur Bahnsteigunterführung besteht.

Empfangsgebäude und Bahnsteige Das im Kern 1869/70 errichtete Empfangsgebäude ist ein zweieinhalbgeschossiger Putzbau in spätklassizistischen Formen. Es besitzt einen dreiachsigen Mittelrisalit inklusive Giebel mit Oculus. Der Bahnhof zeichnete sich im Besonderen durch eine auch andernorts vorhandene, aber dort bereits wesentlich früher wieder entfernte Eisen-Glas-Konstruktion als überdachten Zugang zum 1890Echo des Siebengebirges, 25. Oktober 1890, S. 2 (zeitpunkt.nrw)Echo des Siebengebirges, 29. Oktober 1890, S. 1 (zeitpunkt.nrw) zusammen mit der Unterführung angelegten Mittelbahnsteig aus.Helmut Kötting: Die rechtsrheinische Eisenbahn in Oberkassel. In: Bahnbetrieb in Oberkassel: Schienenwege zwischen Rhein und Berg (= Schriftenreihe des Heimatvereins Bonn-Oberkassel e. V., Nr. 28). Heimatverein Bonn-Oberkassel e. V., Bonn 2021, S. 11–178 (hier: S. 99). Ab 1915 verfügte er über einige Jahre mit Unterbrechungen auch über eine Bahnhofsbuchhandlung.Echo des Siebengebirges, 28. September 1915, S. 4 (zeitpunkt.nrw)General-Anzeiger für Bonn und Umgegend, 22. April 1916, S. 5 (zeitpunkt.nrw)Echo des Siebengebirges, 14. Februar 1925, S. 2 (zeitpunkt.nrw); Echo des Siebengebirges, 8. Mai 1928, S. 4 (zeitpunkt.nrw) 1933/34 wurde das Empfangsgebäude innen und außen renoviert, die Bahnsteigsperre mit dem Fahrkartenschalter verbunden und zudem der Hausbahnsteig erhöht.Echo des Siebengebirges, 10. August 1933, S. 3 (zeitpunkt.nrw)Echo des Siebengebirges, 27. Januar 1934, S. 2 (zeitpunkt.nrw) 1957 wurde das Empfangsgebäude um eine buntverglaste Vorhalle mit ortsbezogenen Motiven sowie beidseitige Verlängerungsbauten ergänzt, die als Bahnhofsgaststätte und für Zwecke des Güterverkehrs konzipiert waren. Zur gleichen Zeit erfolgte auch eine Umgestaltung der Innenräume.Angelika Schyma: Stadt Königswinter (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.). Rheinland-Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1200-8, S. 116.Eintrag zum Baudenkmal Empfangsgebäude des Bahnhofs Königswinter mit Bahnsteigzugang, lfd. Nr. 398, in der Denkmalliste der Stadt KönigswinterHonnefer Volkszeitung, 17. Juli 1958, S. 5 (zeitpunkt.nrw) 1973/74 wurde eine neue Bahnsteigüberdachung erstellt und die Personenunterführung am Bahnhof nach Osten verlängert, sodass diese auch einen bergseitigen Ausgang erhielt.Verbesserungen am Bahnhof Königswinter, Honnefer Volkszeitung, 27./28. August 1973Kein Warten mehr vor Schranken, Honnefer Volkszeitung, 30. Oktober 1974

2004 wurden am rheinseitigen Hausbahnsteig Lärmschutzwände errichtet.Ein grünes Band zieht sich durch die Altstadt, General-Anzeiger, 11. Februar 2005 Ebenfalls 2004 erwarb die Stadt das Empfangsgebäude, die es Ende 2012 nach der im selben Jahr erfolgten bahnbetrieblichen Entwidmung an ein Immobilienunternehmen verkaufte. 2011 wurde auf dem Hausbahnsteig ein Funktionsgebäude für das neue Elektronische Stellwerk (ESTW-A) errichtet.[stwkln/KKOW-ESTW-A.htm Seite zum Stellwerk] im NRWbahnarchiv von André JoostBlumenbeete für den Bahnhof Königswinter, General-Anzeiger, 6. März 2012 Von Oktober 2013 bis Mai 2014 wurde der Bahnhofsvorplatz unter anderem aus Mitteln der Regionale 2010 neugestaltet und zeitlich direkt anschließend Richtung Kurfürstenstraße eine neue barrierefreie Bushaltestelle gebaut.Stadt Königswinter verkauft den Bahnhof, General-Anzeiger, 12. Januar 2013Bahnhofsvorplatz soll schöner werden, General-Anzeiger, 29. Oktober 2013Schickes Pflaster: Nach mehreren Jahren Planung ist der umgestaltete Bahnhofsvorplatz fertig, General-Anzeiger, 14. Mai 2014, S. 19Maroder Charme auf modernem Pflaster, Schaufenster Bonn Für 2015 war ein Umbau des Empfangsgebäudes geplant; dabei sollte das denkmalgeschützte Gebäude komplett entkernt werden. Diese Planung wurde nicht umgesetzt.Umzug in den Bahnhof ist geplatzt, General-Anzeiger, 28. Februar 2015 Ab Oktober 2018 wurde das Gebäude schließlich für eine Nutzung des Erdgeschosses als Konditorei mit Café saniert, die im Juni 2019 eröffnete.Konditorei entsteht am Königswinterer Bahnhof, General-Anzeiger, 12. Oktober 2018Neues Café eröffnet im Königswinterer Bahnhof, General-Anzeiger, 15. Juni 2019 Im Zuge der Generalsanierung der Rechten Rheinstrecke 2026 soll der Bahnhof barrierefrei ausgebaut und dabei mit Aufzügen ausgestattet werden, wobei auch eine neue Personenunterführung entstehen und die denkmalgeschützte Zugangsüberdachung an anderer Stelle erhalten bleiben soll.Korridorsanierung in Nordrhein-Westfalen – Rechter Rhein – Königswinter, Deutsche Bahn

Die Eintragung des Empfangsgebäudes einschließlich der Anbauten von 1957 und des Bahnsteigzuganges in die Denkmalliste der Stadt Königswinter erfolgte am 25. Februar 2002.

Bedienung Im Fahrplan 2022/2023 wird der Bahnhof von den Linien RE 8 und RB 27 bedient. Beide Linien fahren im Stundentakt und werden von der DB Regio NRW betrieben.

Linie Verlauf Takt

Sonstiges Ab 1920/21 befand sich bergseitig vor dem Bahnhof der seinerzeit dorthin verlegte Talbahnhof der 1958 stillgelegten Petersbergbahn, deren nahegelegener ehemaliger Lokschuppen noch erhalten ist.

Ab 1937 war der Bahnhof Königswinter für mehrere Jahre im Sommer Anfangs- und Endpunkt einer wochenendlichen Zugverbindung über die Ludendorff-Brücke von und nach Ahrweiler.Mittelrheinische Landes-Zeitung, 6. Juli 1936, S. 10 (zeitpunkt.nrw)Mittelrheinische Landes-Zeitung, 9. Juli 1939, S. 7 (zeitpunkt.nrw)

Literatur Angelika Schyma: Stadt Königswinter (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.). Rheinland-Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1200-8, S. 116. Gudrun Birkenstein, Ursula Gilbert: „Ein wahrer Golddampf“: Der lange Weg zur Eisenbahn. In: Siebengebirgsmuseum (Hrsg.): Preußenadler über dem Rhein: eine Spurensuche rund um den Drachenfels [Ausstellungskatalog]. Bouvier Verlag, Bonn 2015, ISBN 978-3-416-03386-2, S. 56–67.

Weblinks

[kln/KKOW.htm Seite des Bahnhofs] im NRWbahnarchiv von André Joost

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Einzelnachweise Denkmalliste der Stadt Königswinter, Nummer A 398

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