mini|hochkant|Ernst Jordan mini|„Maler Prof. Jordan“ (3. von links) als Mitglied im Kunstverein Hannover bei dessen 71. Ausstellungs-Eröffnung;Fotodruck nach einer Gruppenbild-Aufnahme von Ernst August Fischer, 1903

Ernst Jordan, vollständiger Name Ernst Pasqual JordanInes Katenhusen: Kunst und Politik. Hannovers Auseinandersetzung mit der Moderne in der Weimarer Republik. (als Dissertation unter dem Titel Das Verständnis für eine Zeit gewinnt man vielleicht am besten aus ihrer Kunst an der Universität Hannover) (= Hannoversche Studien, Band 5.) Hahn, Hannover 1998, ISBN 3-7752-4955-9, S. 221–223; hier: S. 223 (geboren 22. Januar 1858 in Hannover; gestorben 8. September 1924 in Barsinghausen)Hugo Thielen: Jordan (2), Ernst Pasqual (siehe Literatur; gibt es zweimal) war ein deutscher Maler und HochschullehrerVergleiche die GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek, der als traditionsbewusster Künstler bis zu seinem Tod „eine der einflußreichsten Persönlichkeiten des hannoverschen Kunstlebens“ war.Hugo Thielen: Jordan (2), Ernst Pasqual (siehe Literatur; gibt es zweimal)

Leben

Familie Ernst Jordan war der Vater des späteren Physikers Pascual Jordan (1902–1980), des Mitbegründers der Quantenmechanik.Klaus Mlynek: Jordan (1), Ernst Pascual. Hannoversches Biographisches Lexikon. S. 189 (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher)

Werdegang mini|Künstlersignatur Jordan; Öl auf Wand im Salle Nollet in Hannover, November 1890 mini|Deckengemälde im Mellini-Theater;Ansichtskarte Nummer 847 von Karl F. Wunder

Ernst Jordan wurde an der Kunstgewerbeschule Hannover zum Dekorationsmaler ausgebildet und arbeitete anschließend zunächst als Theatermaler. Ab 1880 studierte er an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin sowie an der Berliner Kunstakademie bei Ernst Hildebrand.

Nachdem sich Jordan mehrere Jahre in Paris und Rom aufgehalten hatte, kehrte er 1887 in seine Geburtsstadt Hannover zurück und wurde noch im selben Jahr Mitglied des Hannoverschen Künstlervereins. 1895 erhielt Jordan zunächst die Stellung eines Dozenten für Zeichnen und Architekturmalerei an der Technischen Hochschule Hannover, um zwei Jahre darauf 1897 die Leitung des „Aktsaals“ der Kunstgewerbeschule zu übernehmen. 1896 trat er dem Kunstverein Hannover bei, der ihn 1909 in den Vorstand wählte. 1899 erhielt Ernst Jordan eine außerordentliche Professur an der Technischen Hochschule Hannover. Zu seinen Schülerinnen zählt Ischi von König.Hugo Thielen: König, Ischi (eigentl. Ilse) von. In: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 204. (eingeschränkte Vorschau bei Google Bücher)

mini|hochkant|„Klostergang“, Blick zum Beginenturm;Steindruck: A. Molling & Comp., um 1920

Jordan hatte über das Ende des Kaiserreichs und den Ersten Weltkrieg hinaus bis in die 1920er Jahre großen Einfluss auf die hannoversche Kunstszene. Der traditionsbewusste, eher konservative Maler war „ein entschiedener Gegner der modernen Kunstströmungen im Hannover der Jahre nach 1916/17“ und blieb in seinem Wirken den Kunstrichtungen des 19. Jahrhunderts verhaftet. Dies hinderte ihn jedoch nicht, für Reproduktionen seiner und anderer Werke von Mitgliedern des KunstvereinsVergleiche diese Künstlersignatur auf dem Steindruck beispielsweise die – später arisierte – Lithographische Kunst- und Verlags-Anstalt HannoverEdel Sheridan-Quantz: Lust und Scherz für's Kinderherz. Von Hannover in die Welt. (Faltblatt zur gleichnamigen Ausstellung vom 18. Januar bis zum 15. April 2012 im Historischen Museum Hannover) Hannover 2012. A. Molling & Comp. zu nutzen, wo er moderne Kunstschaffende wie etwa den Merzkünstler Kurt Schwitters hätte antreffen können.

Jordan starb 1924 in Barsinghausen.

Werke (Auswahl) zahlreiche Architekturbilder von Motiven in Hannover 1897: Gemälde Die Friedrichstraße (im Vaterländischen Museum Hannover)Dresslers Kunsthandbuch, 9. Ausgabe, Band 2. Berlin 1930, S. 477. vier große Wandbilder im Gebäude der Deutschen Militär-Versicherungsanstalt in Hannover, Rathenaustraße / Landschaftsstraße (heute zum Gebäudekomplex der Deutsche Bank AG gehörend)Helmut Knocke: Hägemann, Georg(e). In: Stadtlexikon Hannover, S. 247 Deckengemälde im Mellini-Theater in Hannover Wandgemälde im Schloss Brüggen Porträtgemälde Geheimrat O. W. Haase (im Provinzialmuseum Hannover) 1904: Vorhang im Stadttheater Bielefeld 1905: Neuausmalung der St.-Martini-Kirche in Buer bei Melle („Himmelfahrtsgemälde“, 1955 übertüncht) um 1896: Wand- bzw. Deckengemälde im „Neuen Schloss“ in Bückeburg um 1897: Wand- bzw. Deckengemälde im Hamburger Rathaus 1917: 15 Bilder für die Orgelempore der Kirche St. Servatius in Duderstadt um 1920: Lithografie des Klostergangs in Hannover mit Blick auf den Beginenturm; Druckerei A. Molling & Comp.

Literatur Paul Trommsdorff: Der Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover 1831–1931. Hannover 1931, S. 108.

Ines Katenhusen: Kunst und Politik. Hannovers Auseinandersetzung mit der Moderne in der Weimarer Republik. (als Dissertation unter dem Titel Das Verständnis für eine Zeit gewinnt man vielleicht am besten aus ihrer Kunst an der Universität Hannover) (= Hannoversche Studien, Band 5.) Hahn, Hannover 1998, ISBN 3-7752-4955-9, S. 221–223. Hugo Thielen: Jordan (2), Ernst Pasqual. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 189. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher) Hugo Thielen: Jordan (2), Ernst Pasqual. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein u. a. (Hrsg.): Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 325.

Weblinks

Ralph Beims (V.i.S.d. § 6 MDStV): Jesus segnet die Kinder. Marktkirche St. Cosmas und Damian in Goslar.

Einzelnachweise

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