Hilgermissen ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

Geographie Gemeindegliederung Eitzendorf Heesen Hilgermissen Magelsen Mehringen Ubbendorf Wechold Wienbergen

Ausdehnung des Gemeindegebietes Hilgermissen hat den Charakter einer Flächengemeinde mit den acht oben erwähnten kleinen, weit verstreuten Ortsteilen.

Geschichte Ortsname Alte Bezeichnungen des Ortes sind Higermissen, Hilegermissen, Hilghermissen, Hildermissen, Hilghermyssen, Hylgermisszen, Hilligermissen, Hilgermessen und Hilgermisse.

Zur Namensherkunft wird vermutet, dass sich der Name von einem verballhornten „Hild-grim-es-husen“ ableitet, was wiederum etymologisch „Wohnstatt des Hildgrim“ bedeutet. Der Eigenname Hildgrim setzt sich aus althochdeutsch „Hild“ (Kampf) und „grim“ (Maske) zusammen.

Eingemeindungen Zur Gebietsreform in Niedersachsen wurde die neue Gemeinde Hilgermissen am 1. März 1974 durch den Zusammenschluss der acht damaligen Gemeinden Eitzendorf, Heesen, Hilgermissen, Magelsen, Mehringen, Ubbendorf, Wechold und Wienbergen neu gebildet.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1910 178 1925 163 1933 162 1939 148 1950 240 1973 167 1975 2365 ¹ 1980 2267 ¹ 1985 2136 ¹ Jahr Einwohner Quelle 1990 2020 ¹ 1995 2130 ¹ 2000 2238 ¹ 2005 2205 ¹ 2010 2102 ¹ 2015 2181 ¹ 2016 2181 ¹ 2017 2186 ¹ 2018 2161 ¹ ¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Hilgermissen besteht aus 13 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde (welche Mitglied einer Samtgemeinde ist) mit einer Einwohnerzahl zwischen 2001 und 3000. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Wahlperiode begann am 1. November 2026 und endet am 31. Oktober 2031.

Zu Beginn jeder Wahlperiode wählt der Rat in seiner konstituierenden Sitzung aus seiner Mitte eine ehrenamtliche Bürgermeisterin oder einen ehrenamtlichen Bürgermeister für die Dauer der Wahlperiode (vergl. § 105 Abs. 1 NKomVG).

Die letzte Kommunalwahl vom 13. September 2026 ergab das folgende Ergebnis: Wählergemeinschaft Hilgermissen (WGH): 9 Sitze Bürgerinitiative für die Gemeinde Hilgermissen (BIfGH): 2 Sitze AfD Niedersachsen: 1 Sitz Die Linke: 1 Sitz

Bürgermeister Der Bürgermeister der Gemeinde Hilgermissen ist Johann Hustedt (Wählergemeinschaft Hilgermissen (WGH)). Seine Stellvertreter sind Uwe Hopmann (Wählerinitiative für Hilgermissen (WfH)) und Tim Stegemann (Wählergemeinschaft Hilgermissen (WGH)).

Wappen Das Kommunalwappen der Gemeinde Hilgermissen wurde von dem Heraldiker Heinz Bannier (* 12. Dezember 1912, † 26. August 1999; er führte die Niedersächsische Wappenrolle von 1983 bis 1991) entworfen. Genehmigt wurde das Wappen am 9. Januar 1984 durch den Landkreis Nienburg/Weser.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|St.-Marien-Kirche zu Wechold

Bauwerke In der Liste der Baudenkmale in Hilgermissen sind für die gesamte Gemeinde Hilgermissen 55 Baudenkmale aufgeführt, darunter: Kirche St. Georg (Eitzendorf)EITZENDORF. Ev. St.-Georgs-Kirche. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1992, S. 435; ISBN 3-422-03022-0 wurde von dem Architekten Conrad Wilhelm Hase entworfen St.-Marien-Kirche zu WecholdWECHOLD. Ev. St.-Marien-Kirche. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1992, S. 1336; ISBN 3-422-03022-0 Neoromanische Kirche MagelsenMAGELSEN. Ev. Kirche. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1992, S. 914; ISBN 3-422-03022-0 Homogene Hofanlage Magelsen 51 vom 19. Jh. mit Speicher von 1621 in Fachwerk Wohn- und Wirtschaftsgebäude Eitzendorf 2 von 1837, Hallenhaus in Fachwerk Wohn- und Wirtschaftsgebäude Eitzendorf 25 von 1838, Hallenhaus in Fachwerk

Kunst im öffentlichen Raum In der Aula der Schule am Weserbogen in Wechold befindet sich ein Wandbild des Schweringer Künstlers Gottlieb Pot d’Or (1905–1978) aus dem Jahr 1966.

Naherholung und Natur Der Alveser See liegt in Alvesen, welches zu Magelsen gehört. Der See ist ein stiller Arm der Weser und landschaftlich sehr idyllisch.

Naturschutzgebiete Auwald bei Hingste

Landschaftsschutzgebiete Ein Teil des Alveser Sees

Naturdenkmale Eiche in Ubbendorf → Siehe auch: Liste der Naturdenkmale im Landkreis Nienburg/Weser

Verkehr In Hilgermissen gibt es keine Straßenbezeichnungen, sondern nur Hausnummern, nach denen sich Einwohner, Postboten, Lieferanten und Besucher orientieren müssen. Im Februar 2019 war nach etwa acht Jahren Streit im Gemeinderat eine Bürgerbefragung geplant, die diesen Zustand beenden sollte. 60 % der Bürger entschieden sich gegen Straßennamen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Heinrich Adolf Mohrhoff (1825–1908), Kaufmann, Gründer und erster Vorsitzender der Concordia Versicherungs-Gesellschaft auf Gegenseitigkeit, geboren im Ortsteil Eitzendorf Hermann Varrelmann (* 22. September 1834 in Ubbendorf; † 18. März 1906 in Hannover), Prokurist der „Dampf-Ziegelei Rudolf Wessel in Limmer“ (Hannover), Namensgeber der Varrelmannstraße in HannoverHelmut Zimmermann: Varrelmannstraße, in derselbe: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 252 Julius August Philipp Spitta (1841–1894), Musikwissenschaftler (gilt als Begründer der modernen Musikwissenschaft) und Bachbiograph, geboren im Ortsteil Wechold Ludwig Otto Adelbert Spitta (* 27. November 1845 in Wechold; † 27. Mai 1901 in Hameln), Pastor sec. von 1872 bis 1881 in der St.-Lamberti-Kirche in Bergen Friedrich-Wilhelm Helfers (alias Fritz Helfers) (* 1878), Ubbendorfer Dorfschullehrer und Heimatforscher Heinrich Holste (1888–1964), Politiker (NLP), Mitglied des Ernannten Hannoverschen Landtags, geboren im Ortsteil Schierholz/Heesen Fritz Meyer (1901–1980), Politiker (DP), geboren im Ortsteil Wienbergen Hans-Heinrich Voigt (1921–2017), Astronom und Leiter der Universitäts-Sternwarte Göttingen, geboren im Ortsteil Eitzendorf Johann Kranz (* 17. Juli 1937; † 2024 in Köln), Autor (Niederdeutsche Erzählungen, Gedichte und Hörbücher), geboren im Ortsteil Wechold Klaus Stegmann (* 1940), bildender Künstler aus Bielefeld, Enkel von Friedrich-Wilhelm Helfers, geboren im Ortsteil Ubbendorf Bernd Ohm (* 1965), Autor (Romane und Drehbücher), geboren im Ortsteil Magelsen

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen

Carl Johann Philipp Spitta (1801–1859), Komponist, Theologe und Dichter, Pastor in Wechold von 1836 bis 1847, Vater der oben erwähnten Julius August Philipp Spitta und Ludwig Otto Adelbert Spitta Adolf Scharfschwerdt (* 29. Oktober 1874 in Bremen; † 1960), deutscher Maler und Zeichner, lebte und arbeitete in Wechold ab 1945 Wilhelm Voigt (1889–1963), Pastor in Eitzendorf bis 1923, Vater des oben erwähnten Hans-Heinrich Voigt Ingeborg Kruse (* 11. Februar 1936 in Martfeld; † 23. August 2002 in Norden) deutsche Diakonin, Religionspädagogin und Schriftstellerin, Ehefrau des Wecholder Pastors Focko Kruse, lebte und arbeitete von 1966 bis 1975 im Ortsteil Wechold Dieter Schäfer (* 22. Juni 1937; † 9. Dezember 2022), Grafiker, Maler, Cartoonist, Romanautor, lebte und arbeitete im Ortsteil Eitzendorf

Weblinks

Website über die Gemeinde Hilgermissen Website der Samtgemeinde Grafschaft Hoya

Einzelnachweise Wappenentwürfe von Heinz Bannier. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 18. Dezember 2019.

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