mini|hochkant|Abt Didacus Ströbele, Gemälde vor 1733 Didacus Ströbele OPraem (* 2. Januar 1686 in Biberach an der Riß; † 9. September 1748 in der Abtei Wadgassen) war in den Jahren 1719 bis 1733 der 19. Reichsabt der Prämonstratenserreichsabtei Schussenried im heutigen Bad Schussenried in Oberschwaben.

Leben Didacus Ströbele wurde im Jahre 1719 im Alter von 33 Jahren zum Abt gewählt. Er ließ Kapellen in Eggatsweiler, Attenweiler, Wattenweiler und Eggmannsried errichten. Auf Empfehlung der damaligen Äbtissin des Klosters Sießen vergab er 1728 den Auftrag des Neubaus der Wallfahrtskirche Steinhausen an die Brüder Johann Baptist und Dominikus Zimmermann aus Wessobrunn. Im Jahre 1733 wurde er nach einer überraschenden Visitation des Generalvikars der Prämonstratenser, Abt Hermann Vogler, von der damaligen Reichsabtei Mönchsrot abgesetzt und in das Kloster Allerheiligen im Schwarzwald verbannt, wo er zwei Jahre lang blieb. Von hier aus verbrachte man Ströbele im Jahr 1735 in die Prämonstratenserabtei Wadgassen an der Saar, wo er dreizehn Jahre lang lebte und im Jahr 1748 starb. Die Schussenrieder Klosterchronik berichtet diesbezüglich:Katholische Kirchengemeinde Maria Heimsuchung Wadgassen, Zivilgemeinde Wadgassen, Bisttalforum Wadgassen (Hrsg.): Prämonstratenserabtei Wadgassen 1135–1792, Beiträge zur Abtei- und Ortsgeschichte, hrsg. anläßlich des Jubiläums "800 Jahre Gründung der Prämonstratenserabtei Wadgassen", Wadgasser Publikationen Nr. 4, Saarlouis 1985, S. 109–114.

Absetzung mini|Wallfahrtskirche Steinhausen Die Gründe seiner Absetzung wurden im Visitationsbericht nicht genannt. Ein möglicher Grund seiner Absetzung soll sein wenig gefestigter Charakter gewesen sein. Sein allgemeiner Lebenswandel war ein Ärgernis für seine Kollegen im schwäbischen Reichsprälatenkollegium. Ein weiterer Absetzungsgrund könnten die Gesamtbaukosten der Wallfahrtskirche Steinhausen in Höhe von 47.000 Gulden (9.000 Gulden waren genehmigt) gewesen sein. In den späteren Wirtschaftsbüchern des Klosters ist jedoch keine über das normale Maß hinausgehende höhere Verschuldung der Abtei erkennbar. Auch gibt es keine Aufzeichnungen des Klosters, die auf eine Verarmung des Territoriums der Reichsabtei aufgrund des Neubaus von Steinhausen hinweisen.

In seinem Tagebuch schrieb Ströbele hinsichtlich des gegen ihn gerichteten Vorwurfes der Geldverschwendung selbstverteidigend:Katholische Kirchengemeinde Maria Heimsuchung Wadgassen, Zivilgemeinde Wadgassen, Bisttalforum Wadgassen (Hrsg.): Prämonstratenserabtei Wadgassen 1135–1792. Beiträge zur Abtei- und Ortsgeschichte, hrsg. anläßlich des Jubiläums „800 Jahre Gründung der Prämonstratenserabtei Wadgassen“ (= Wadgasser Publikationen. Nr. 4). Saarlouis 1985, S. 111.

Weitere Bauten Kapelle in Attenweiler, 1725 Kapelle in Wattenweiler, einem Ortsteil von Ingoldingen, 1725 Kapelle in Eggmannsried, einem Ortsteil von Bad Wurzach, 1725

Wappen Das Wappen von Abt Didacus ist geteilt von Blau und Rot und oben ein goldener Stern, unten über einem Dreiberg ein Federbausch. Die Beschreibung von Rueß, er schreibt von drei roten Blumen auf grünem Grund, entspricht nicht den Darstellungen auf dem Porträt.

Literatur Otto Beck und Anton Schmid: 800 Jahre Prämonstratenser-Kloster Schussenried 1183–1983, Festprogramm, herausgegeben vom Katholischen Pfarramt Bad Schussenried, Bad Schussenried 1982 Anton Schmid: 800 Jahre Kloster Schussenried – Dokumentation der Vorträge, Predigten, Ansprachen, Bilder zum Jubiläumsjahr, Bad Schussenried 1983 Karl Kaufmann: Biberacher Bürgersöhne als Klostervorsteher der Prämonstratenserabtei Schussenried. Bad Schussenried 1983. Online, PDF, Seite 54 (Zeit und Heimat, Beilage der Schwäbischen Zeitung)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Abt Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (18. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (18. Jahrhundert) Kategorie:Prämonstratenser Kategorie:Person (Bad Schussenried) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1686 Kategorie:Gestorben 1748 Kategorie:Mann