Die Läderach (Schweiz) AG (Markenauftritt: Läderach Switzerland) ist ein in Ennenda (Gemeinde Glarus) im Kanton Glarus ansässiges Familienunternehmen, das Schokolade, Pralinen und Konfekte herstellt.
Geschichte Gründung und frühe Entwicklungen mini|1962 eröffnete Rudolf Läderach senior ein kleines Geschäft und legte so die Grundlagen für das heutige Unternehmen Gegründet wurde das Unternehmen 1962 in Glarus von Rudolf Läderach (1929–2013),Confiseur Rudolf Läderach verstorben. In: 20 Minuten. 29. Juli 2013. nachdem sein Vater Rudolf Läderach senior seit 1926 eine Bäckerei in Netstal (heute Gemeinde Glarus) betrieben hatte.
Läderach begann mit der Herstellung verschiedener Süsswaren zu experimentieren und legte schliesslich einen Schwerpunkt auf Schokolade bzw. Pralinen. 1970 erfand und patentierte er das «Verfahren zur Herstellung dünnwandiger Truffes-Hohlkugeln», das die Truffes-Herstellung vereinfachte und verbesserte. Die Erfindung des Verfahrens der Herstellung von Trüffelhüllen aus Schokolade, die zuvor von Chocolatiers zu Kugeln gerollt werden mussten, eröffnete den Weg von einem kleinen Dorfgeschäft zur schrittweisen Erweiterung: Er expandierte 1981 nach Deutschland und exportierte auch das erste Mal nach Übersee.
Er übergab 1994 die operative Führung seines Unternehmens seinem zweiten Sohn Jürg Läderach, der bis 2018 als CEO und bis Ende 2021 als Präsident des Verwaltungsrates tätig war.. In: SRF News. 30. Juli 2013. Seit 2018 ist Johannes Läderach CEO und seit Anfang 2022 auch Präsident des Verwaltungsrates. Jürg Läderach besass laut Tages-Anzeiger im Jahr 2023 keine Aktien mehr und war im Jahr 2021 aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden.Nina Fargahi: Erst der Support, dann das Aus – steckt Schawinski hinter der Kehrtwende? In: Tages-Anzeiger. 26. September 2023.
Unternehmenswachstum und Generationenwechsel 2004 kaufte Läderach die Merkur Confiserien AG in der Schweiz, stieg damit in den Einzelhandel ein und führte zeitgleich seine FrischSchoggi ein, eine Schokolade, die Kunden in gewünschter Menge von grossen Platten abgebrochen an den Theken der Filialen erwerben können. Bis Ende 2014 baute Läderach die 41 übernommenen Merkur-Standorte zu eigenen «Läderach Chocolaterien» um. 2006 eröffnete das Unternehmen ein Logistik- und Service-Center in Bilten. Mit Johannes und Elias Läderach trat 2011 die dritte Generation ins Unternehmen ein. Nach einem Jahr Bauzeit eröffnete Läderach im September 2012 eine eigene Minergie-zertifizierte Produktionsstätte für Schokoladenmasse in Bilten (Gemeinde Glarus Nord) mit einer jährlichen Produktionskapazität von 1100 Tonnen.. In: foodaktuell.ch. 28. September 2012.
2008 passte Läderach den eigenen Markenauftritt an und trat ab diesem Zeitpunkt als «Läderach – chocolatier suisse» auf.. In: foodaktuell.ch. 11. Juli 2008. Anfang 2024 wurde, laut Läderach aufgrund der Internationalisierung des Unternehmens, der Markenauftritt auf «Läderach Switzerland» geändert. 2008 wurden zudem zwei neue Filialen an der Bahnhofstrasse in Zürich und der Spitalgasse in Bern eröffnet, in denen auch Show-Produktionen von verschiedenen Produkten stattfanden. Im selben Jahr entstand auch ein Standort in Freiburg, im Jahr darauf wurde ein eigenes Geschäft in Karlsruhe eröffnet.. In: foodaktuell.ch. 12. Januar 2010. 2009 begann Läderach nach Asien zu expandieren und etablierte eine Filiale in Südkorea, weitere folgten 2010 und 2011.. In: foodaktuell.ch. 31. März 2010.
Die Produktion wurde 2017 in Ennenda erweitert und modernisiert, um der steigenden Nachfrage nachzukommen. Im Jahre 2018 übernahm der älteste Sohn, Johannes Läderach, die Unternehmensleitung von seinem Vater Jürg. Auch Elias Läderach, gelernter Confiseur und Chocolatier, trat in die Geschäftsleitung ein und wurde im selben Jahr zum World Chocolate Master 2018 ernannt.- Website von Läderach, 8. Januar 2018-01-08 (Medienmitteilung). Seit Anfang 2021 leitet zudem der dritte Sohn David Läderach das Deutschland-Geschäft des Unternehmens.«Wir stehen zu unseren Werten, doch im Unternehmen haben wir komplette Offenheit.» In: Blick. 12. März 2022; zitiert in: Christopher Gilb Läderach und die Frage nach dem Reputationsschaden. In: Tages-Anzeiger. 23. September 2023, S. 6. 2019 entstanden die ersten Filialen in Übersee: zwei Filialen in Toronto (Kanada) und eine Filiale in New York City (USA). Im selben Jahr eröffnete Läderach auch die erste Filiale in London (England). mini|Der ehemalige Produktionsstandort in Dillenburg-Manderbach Anfang März 2019 wurde die seit 1990 in Dillenburg-Manderbach ansässige Produktionsstätte mit Verkaufsshop kurzfristig geschlossen; 134 Mitarbeiter verloren ihren Job.. In: mittelhessen.de. VRM, 28. Februar 2019.Holger Kiehl: . In: mittelhessen.de. VRM, 1. März 2019.
Wegen des Umsatzeinbruchs um bis zu 50 Prozent aufgrund der Schliessung der Läden während der COVID-19-Pandemie entliess Läderach im Mai 2020 27 Mitarbeiter ohne Sozialplan. Unter den Entlassenen befanden sich mehrere langjährige Beschäftigte, der älteste von ihnen war 63 Jahre alt.
Läderach eröffnete im November 2020 das «House of Läderach» am Standort Bilten.Claudia Vernocci: . Swissbaker, 18. November 2020.
Internationale Expansion und aktuelle Entwicklungen Im Dezember 2020 eröffnete Läderach an der 5th Avenue in New York den dritten Laden in den USA und die 100. Filiale weltweit. Im Februar 2021 gab das Unternehmen bekannt, weitere 34 Filialen in den USA zu eröffnen, wofür die Mietverträge für 34 Filialen von Godiva Chocolatier übernommen werden. In Neu-Delhi nahm im August 2023 eine Läderach-Filiale den Betrieb auf. Im Dezember 2023 wurde in Paris die erste französische Filiale eröffnet, kurz darauf folgte eine Filiale in Malaysia. 2024 eröffnete Läderach an der High Street in Kensington/London seine insgesamt 200. Filiale, Ende 2025 wurde in Toronto die insgesamt 250. Filiale eröffnet. Im Juni 2025 wurde in Kairo die erste Filiale in Afrika und im Juli 2026 am Flughafen von Sydney die erste Filiale in Australien eröffnet.
Im September 2022 wurde Läderach von einer Hackergruppe mit Ransomware angegriffen. Der Angriff beeinträchtigte kurzzeitig die Logistik, Produktion und Administration. Im selben Monat wurde das Unternehmen zudem als Königspartner für das ESAF 2025 angekündigt.
Im Oktober 2022 gab Läderach bekannt, dass aufgrund positiver Geschäftsentwicklungen ein zweiter Standort in Bilten eröffnet wird. Der Standort wurde ab August 2025 nach einer fast zweijährigen Bauphase in Betrieb genommen und besteht aus einem Produktionsgebäude sowie einem Hochregallager.
Unternehmen Läderach produziert seit der Schliessung des Standorts in Dillenburg ausschliesslich in Ennenda sowie an zwei Standorten in Bilten im Glarnerland in der Schweiz. Insgesamt beschäftigt Läderach in 30 Ländern rund 2'500 Mitarbeitende aus über 80 Nationen. Im März 2022 beschäftigte Läderach laut im Tages-Anzeiger zitierter Eigenaussagen von Johannes Läderach 60 Prozent Frauen in Führungspositionen. Die Produkte werden in 250 eigenen Boutiquen verkauft, von denen 100 in Europa liegen.
Produkte mini|FrischSchoggi ist Bruchschokolade, die an der Theke von Läderach-Filialen erworben werden kann Läderach produziert vor allem Tafelschokoladen, Pralinen und Konfekte, zu den meistverkauften Produkten gehören die Schokoladen Haselnuss-Milch und dunkle Mandel. Zusätzlich gibt es verschiedene Schokoladensnacks, Saison- und Geschenkartikel. Seit 2022 bietet das Unternehmen auch eine vegane Schokoladenlinie mit vier Produkten auf Basis von Cashewdrink an.
Nach Angaben von Läderach kontrolliert das Unternehmen den gesamten Produktionsprozess seiner Schokolade, deren Kakaobohnen grösstenteils aus Kooperationen mit Bauern in Madagaskar, Costa Rica, Trinidad, Ghana, Brasilien, Indien und Ecuador stammen.
Kritik Schweizerische und deutsche LGBT-Gruppierungen riefen Anfang 2020 zum Boykott der Läderach-Produkte auf,Mareike Müller: Aufruf zum Schokoladen-Boykott. Schwule und Lesben wettern gegen Schweizer Chocolatier Läderach. In: Wirtschaftswoche. 23. Januar 2020, abgerufen am 9. Dezember 2021. da sich der ehemalige Patron Jürg LäderachIsabelle Wachter: Ex-Chocolatier Jürg Läderach und sein jahrelanger Balanceakt zwischen Freikirche und Wirtschaftswelt. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. September 2023. zusammen mit seinem Sohn Johannes viele Jahre im Mitte 2022 aufgelösten Verein Christianity for Today (CFT) engagiert hatte, der für seine radikalen Ansichten (Ablehnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, Abtreibungsgegner) stark kritisiert wurde.. Website von CFT. Ein Bereichsleiter der Firma Läderach war Aktuar, Jürg und Johannes Läderach waren über den Verein Mitorganisatoren bei «Marsch fürs Läbe», einer Demonstration gegen das Recht auf Abtreibung. Jürg Läderach hatte sich auch zuvor bereits viele Jahre gegen Homosexualität, die rechtliche Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und Pornographie engagiert. Im Rahmen der Proteste wurde ebenfalls bekannt, dass Swiss einen Vertrag über die Zusammenarbeit mit Läderach im November 2019 per April 2020 hatte auslaufen lassen. Während der Proteste fanden auch Säureanschläge auf und Vandalismus in Filialen von Läderach statt. Johannes Läderach distanzierte sich öffentlich vom «Marsch fürs Läbe», von homophoben Aussagen und gab an, dass er niemals Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verletzen möchte oder diskriminieren würde. LGBTQ-Mitarbeiter des Unternehmens hätten die Aufregung nicht verstanden. 2022 erwähnte Johannes Läderach, dass eine externe unabhängige Ombudsstelle für Verstösse gegen die Firmenwerte eingerichtet worden sei.
DOK-Film September 2023 Das Schweizer Fernsehen strahlte am 21. September 2023 eine Dokumentation mit dem Titel: «Die evangelikale Welt der Läderachs – Züchtigung im Namen Gottes» aus.Die evangelikale Welt der Läderachs – Züchtigung im Namen Gottes. In: SRF DOK. 21. September 2023, YouTube; Stellungnahme der Ombudsstelle SRG.D. 25. Oktober 2023 (PDF; 113 kB). Darin erhoben mehrere ehemalige Schüler und Schülerinnen schwere Vorwürfe gegen Jürg Läderach und die von ihm gegründete Christliche Schule Linth. Zu dieser Zeit war Jürg Läderach Patron, CEO und Verwaltungsratspräsident der Firma Läderach. Auch seine Kinder besuchten diese Schule. In einer eidesstattlichen Erklärung liess Jürg Läderach notariell festhalten, dass er «niemals Schülerinnen oder Schüler geschlagen oder anderweitig misshandelt» habe. Jürg Läderach und die damals hauptsächlich Verantwortlichen haben sich in Briefen an die Betroffenen entschuldigt.