Der Große Preis von Italien 1980 (offiziell 51º Gran Premio d'Italia) fand am 14. September auf dem Autodromo Dino Ferrari in Imola statt und war das zwölfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1980.
Berichte Hintergrund Infolge des Massenunfalls, der sich beim Grand Prix 1978 ereignet hatte und in dessen Zusammenhang Ronnie Peterson starb, wurden für die Saison 1980 am Autodromo Nazionale di Monza einige Sicherheitsmodifikationen gefordert. Sie wurden zwar rechtzeitig zum Rennen 1980 durchgeführt, doch bestand ein Vertrag mit den Betreibern des Autodromo Dino Ferrari in Imola, die bereits 1979 ein nicht zur Weltmeisterschaft zählendes Formel-1-Rennen ausgetragen hatten und nun als Ersatzveranstalter für den Grand Prix einspringen wollten. Somit fand 1980 zum ersten und bislang einzigen Mal der Große Preis von Italien nicht in Monza statt.
Als Ersatz für den weiterhin verletzten Jochen Mass engagierte Arrows den deutschen Grand-Prix-Debütanten Manfred Winkelhock.
Jody Scheckter, dem seine fehlende Motivation nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft im Vorjahr während der gesamten Saison anzumerken war, kündigte an diesem Wochenende seinen Ausstieg aus dem Motorsport für das Ende des Jahres an. Scheckter erreichte nach dem Gewinn des Weltmeistertitels 1979 weder einen weiteren Sieg noch eine weitere Podiumsplatzierung.
In der Fahrerwertung führte Alan Jones mit zwei Punkten vor Nelson Piquet und mit 14 Punkten vor Carlos Reutemann. In der Konstrukteurswertung führte Williams mit 25 Punkten vor Ligier und mit 35 Punkten vor Brabham.
Mit Mario Andretti, Emerson Fittipaldi und Scheckter (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Winkelhock kollidierte während des ersten Trainings mit dem Lotus 81 von Nigel Mansell. Obwohl beide Piloten am zweiten Qualifikationstraining am Samstag mit reparierten Fahrzeugen beziehungsweise ihren T-Cars teilnahmen, konnten sie sich nicht für das Rennen qualifizieren.
Da die Motorleistung auf dem Kurs von Imola eine entscheidendere Rolle spielte als die Aerodynamik, qualifizierten sich die beiden Renault-Piloten René Arnoux und Jean-Pierre Jabouille erwartungsgemäß für die erste Startreihe. Reutemann auf Williams und Alfa-Romeo-Pilot Bruno Giacomelli bildeten die zweite Reihe vor Piquet und dem in der WM-Wertung führenden Jones.
Während des Trainings testete Gilles Villeneuve einen turbogetriebenen Ferrari mit der Bezeichnung 126C, der sich jedoch als noch nicht konkurrenzfähig erwies. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 29. September 2012)
Rennen Am Start übernahm Reutemann zwar sofort die Führung, fiel jedoch nach wenigen Metern mit Kupplungsproblemen auf den letzten Platz zurück. So beendeten die beiden Renault-Piloten Arnoux und Jabouille die erste Runde auf den Positionen, von denen sie gestartet waren, gefolgt von Piquet und Giacomelli.
In der dritten Runde ging zunächst Jabouille an seinem Teamkollegen vorbei in Führung. Nur einen Umlauf später lag Piquet an der Spitze, nachdem er beide Renault überholt hatte.
In der sechsten Runde hatte Villeneuve einen spektakulären Unfall infolge eines Reifenschadens vor der Tosa-Kurve. Der Ferrari wurde nach einem heftigen Einschlag in die Leitplanken auf die Strecke zurückgeschleudert. Villeneuve entkam unverletzt, da das Monocoque im Gegensatz zum Rest des Wagens unzerstört blieb. Giacomelli musste das Rennen mit einem Reifenschaden nach dem Überfahren von Trümmerteilen aufgeben. Der Streckenabschnitt, in dem sich der Unfall ereignete, wurde später nach Villeneuve benannt.
Nachdem Jones in der zwölften Runde Arnoux überholt hatte, übernahm er in der 29. Runde den zweiten Rang von dessen Teamkollegen Jabouille. Da sein härtester Konkurrent im Kampf um die Weltmeisterschaft, Piquet, jedoch uneinholbar vorn lag, reichte der zweite Platz nicht aus, um die Führung in der WM-Tabelle zu verteidigen.
Da beide Renault infolge technischer Probleme ihre Punkteplatzierungen nicht bis ins Ziel halten konnten, erreichte Reutemann den dritten Platz vor Elio de Angelis, Keke Rosberg und Didier Pironi.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Ferrari 312T5 Ferrari 015 3.0 F12 2 3 Tyrrell 010 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Brabham BT49 6 7 McLaren M29C 8 McLaren M30 9 ATS D4 11 Lotus 81 12 43 Lotus 81B 14 Ensign N180 41 15 Renault RE20 Renault EF1 1.5 V6t 16 20 Fittipaldi F8 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 21 22 Alfa Romeo 179 Alfa Romeo 1260 3.0 V12 23 25 Ligier JS11/15 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 26 27 Williams FW07B 28 29 Arrows A3 30 31 Osella FA1B 50 Williams FW07B
Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:34,759 189,956 km/h 1:33,988 191,514 km/h 1 2 1:34,339 190,801 km/h 1:34,411 190,656 km/h 2 3 1:35,471 188,539 km/h 1:34,686 190,102 km/h 3 4 1:35,082 189,310 km/h 1:34,912 189,649 km/h 4 5 1:35,414 188,652 km/h 1:34,960 189,553 km/h 5 6 1:35,177 189,121 km/h 1:35,109 189,257 km/h 6 7 1:36,495 186,538 km/h 1:35,618 188,249 km/h 7 8 1:36,350 186,819 km/h 1:35,751 187,988 km/h 8 9 1:36,700 186,143 km/h 1:35,872 187,750 km/h 9 10 1:36,511 186,507 km/h 1:36,084 187,336 km/h 10 11 1:37,136 185,307 km/h 1:36,091 187,322 km/h 11 12 1:38,007 183,660 km/h 1:36,181 187,147 km/h 12 13 1:36,444 186,637 km/h 1:36,422 186,679 km/h 13 14 1:37,388 184,828 km/h 1:36,450 186,625 km/h 14 15 1:38,162 183,370 km/h 1:36,758 186,031 km/h 15 16 1:36,827 185,899 km/h 1:37,571 184,481 km/h 16 17 1:37,931 183,803 km/h 1:36,884 185,789 km/h 17 18 1:37,722 184,196 km/h 1:36,919 185,722 km/h 18 19 1:37,488 184,638 km/h 1:36,929 185,703 km/h 19 20 1:36,972 185,621 km/h 1:37,306 184,983 km/h 20 21 1:37,848 183,959 km/h 1:37,169 185,244 km/h 21 22 1:37,683 184,270 km/h 1:37,215 185,157 km/h 22 23 1:38,509 182,724 km/h 1:37,270 185,052 km/h 23 24 1:37,284 185,025 km/h 1:37,541 184,538 km/h 24 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Mansell, Winkelhock, Lammers und Lees an der Qualifikation. keine Zeit – 1:37,661 184,311 km/h – DNQ keine Zeit – 1:38,212 183,277 km/h – DNQ 1:41,800 176,817 km/h 1:38,215 183,271 km/h – DNQ 1:38,745 182,288 km/h 1:38,451 182,832 km/h – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 60 0 1:38:07,52 5 1:36,310 (51.) 2 60 0 + 28,93 6 1:36,089 (47.) 3 60 0 + 1:13,67 3 1:36,650 (54.) 4 59 0 + 1 Runde 18 1:37,640 (40.) 5 59 0 + 1 Runde 11 1:37,000 (58.) 6 59 0 + 1 Runde 13 1:37,590 (57.) 7 59 0 + 1 Runde 24 1:37,780 (55.) 8 59 0 + 1 Runde 16 1:38,460 (23.) 9 59 0 + 1 Runde 20 1:38,590 (46.) 10 58 0 + 2 Runden 1 1:38,310 (26.) 11 58 0 + 2 Runden 21 1:38,820 (33.) 12 57 1 + 3 Runden 17 1:38,360 (50.) 13 54 0 DNF 12 1:37,990 (54.) – 53 0 DNF 2 1:36,450 (44.) – 45 0 DNF 23 1:39,410 (43.) – 40 0 DNF 10 1:38,170 (28.) – 38 0 DNF 7 1:38,430 (29.) – 33 0 DNF 22 1:39,740 (33.) – 20 0 DNF 14 1:38,590 (15.) – 18 0 DNF 9 1:38,470 (16.) – 17 0 DNF 15 1:39,580 (15.) – 5 0 DNF 8 1:39,860 (4.) – 5 0 DNF 4 1:39,780 (2.) – 4 0 DNF 19 1:42,240 (3.)
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten fünf Ergebnisse aus den ersten sieben Rennen und die besten fünf Ergebnisse aus den letzten sieben Rennen. In der Konstrukteurswertung wurden alle Resultate gewertet.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Brabham-Ford 54 2 Williams-Ford 533 Williams-Ford 37 4 Ligier-Ford 325Renault 296Ligier-Ford 247Lotus-Ford 10 8 Renault 9 9Arrows-Ford 7 10Tyrrell-Ford 611Tyrrell-Ford 612Fittipaldi-Ford 613Fittipaldi-Ford 514McLaren-Ford 515Arrows-Ford 416Alfa Romeo 4 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte17Ferrari 418McLaren-Ford 319Ferrari 220Lotus-Ford 021Brabham-Ford 022ATS-Ford 0 23Brabham-Ford 024Ensign-Ford 025Williams-Ford 026ATS-Ford / Ensign-Ford 027Osella-Ford 028Shadow-Ford / Ensign-Ford 0 – †Alfa Romeo 0–Ensign-Ford 0–Lotus-Ford 0–Alfa Romeo 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 902 563 544 38 5 126 117 118 10 Pos. Konstrukteur Punkte9 810 611 412 013 014 0– 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
#1980 Italien Kategorie:Sportveranstaltung in Imola Kategorie:Autodromo Enzo e Dino Ferrari