mini|hochkant=1.3|Ortsbild von Altdorf Altdorf ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Edenkoben an.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt 7 km östlich von Edenkoben zwischen der zum Pfälzerwald gehörenden Haardt und dem Rhein mitten im Gäu. Zu Altdorf gehört zusätzlich der Wohnplatz Ziegelhütte, der sich im nördlichen Gemeindegebiet befindet.
Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Neustadt an der Weinstraße, Böbingen, Freimersheim, Großfischlingen, Venningen und Kirrweiler. Zudem gehören zwei unbewohnte Exklaven im Pfälzerwald, die jeweils Altdorfer Wald heißen, zum Gemeindegebiet. Die weiter östlich liegende grenzt im Uhrzeigersinn – Exklaven kursiv gesetzt – an Maikammer, Edenkoben, Rhodt unter Rietburg und Böbingen. Die westliche grenzt im Uhrzeigersinn an Kirrweiler, Böbingen und Venningen.
Gewässer Der in West-Ost-Richtung verlaufende Triefenbach streift den südlichen Rand der Bebauung; zuvor nimmt er von rechts den Brühlgraben auf. Durch den Süden der Gemeindegemarkung fließt der Lachgraben. Der Modenbach und dessen linker Zufluss Waldgraben bilden stellenweise die Grenze zu Großfischlingen und der Kropsbach stellenweise diejenige zu Neustadt.
Die östliche Waldexklave wird ebenfalls vom Triefenbach durchflossen, die andere wird im Westen durch den Kohlbach begrenzt; innerhalb letzterer befindet sich zudem der Kohlbrunnen.
Geschichte Die älteste erhaltene Erwähnung von Altdorf stammt von 776 in einer Urkunde der Abtei Lorsch. Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort dem Grafen von Degenfeld und bildete dort ein Oberschultheißenamt. Das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden. Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015, ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538).
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Altdorf in den Kanton Landau eingegliedert. 1815 hatte der Ort insgesamt 468 Einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Zur selben Zeit wechselte die Gemeinde in den Kanton Edenkoben. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Landau an; aus diesem ging das Bezirksamt Landau hervor.
Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Landau in der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Altdorf innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte die Gemeinde am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Altdorf der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Edenkoben zugeordnet.
Religion Die Katholiken gehören zum Dekanat Landau im Bistum Speyer. Die Evangelischen sind Teil Protestantischen Landeskirche Pfalz und fallen in den Zuständigkeitsbereich des Pfarramtes im Gäu. 2012 waren 53,8 Prozent der Einwohner evangelisch und 26,3 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.Ewois, Stand: 31. Juli 2012
Altdorf hatte einst eine jüdische Gemeinde, deren verstorbene Mitglieder in Essingen beigesetzt wurden. Am 22. Oktober 1940 wurden die in Altdorf lebenden Juden im Zuge der Wagner-Bürckel-Aktion deportiert.
Politik
mini|hochkant|Ehemaliges Rathaus
Gemeinderat Der Gemeinderat in Altdorf besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Helmut Litty wurde 2009 als Nachfolger von Erich Litty Ortsbürgermeister von Altdorf. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 56,53 % wiedergewählt. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat der Gemeinde. Auf seiner konstituierenden Sitzung am 16. Juli 2024 bestätigte er Helmut Litty für weitere fünf Jahre in seinem Amt.
Wappen
Banner und Flagge 63px Banner: „Das Banner ist gelb-schwarz längsgestreift mit schwarz-gelbem Bannerhaupt und aufgelegtem Wappen an der Schnittstelle zwischen Bannerhaupt und unterem Teil.“ 100px Hissflagge: „Die Flagge ist schwarz-gelb viergeteilt mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte.“
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler mini|hochkant|Denkmalgeschützte protestantische Pfarrkirche
In der Ortsgemeinde existieren acht Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die protestantische Kirche: Rathaus, erbaut 1583
Natur Die beiden Waldexklaven liegen in dem zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord gehörenden Naturpark Pfälzerwald. Die Landschaftsschutzgebiete Mittleres Modenbachtal und Triefenbachtal erstrecken sich teilweise über die Gemeindegemarkung.
Wirtschaft und Infrastruktur Weinbau Altdorf ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Die mit Wein bepflanzte Fläche beträgt 214 ha.Altdorf – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 5. Februar 2024 Altdorfer Weine gibt es in einer breiten Palette an Rebsorten aus den Einzellagen „Gottesacker“ (121,2,ha)Altdorfer Gottesacker – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 5. Februar 2024 und „Hochgericht“ (92,8 ha)Altdorfer Hochgericht – Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 5. Februar 2024, die zur Großlage „Trappenberg“ gehören.
Im Zuge der Haingeraide war Altdorf an der sogenannten vierten Haingeraide beteiligt, die in der frühen Neuzeit aufgelöst und die teilweise der Gemeinde unterstellt wurde. Das Deidesheimer Spital besaß auf der Gemeindegemarkung einst 15.935 Quadratmeter Ackerfläche, die es nach dem Zweiten Weltkrieg verkaufte.
Verkehr
mini|Hauptstraße (Kreisstraße 6) innerhalb von Altdorf
Durch Altdorf verläuft in Nord-Süd-Richtung die Landesstraße 540; sie stellt eine Verbindung mit Lachen-Speyerdorf und Neulauterburg her. Die von Westen nach Osten führende Kreisstraße 6 verläuft von Edenkoben nach Gommersheim.
Der Ort selbst ist über die von PalatinaBus betriebene Buslinie 505 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die ihn mit Edenkoben und Gommersheim verbindet, an das Nahverkehrsnetz angebunden. Nächstgelegener Bahnhof ist Edenkoben an der Bahnstrecke Neustadt–Wissembourg.
Bildung Die nächstgelegene Grundschule befindet sich im benachbarten Böbingen.
Tourismus
mini|Schmied Kurt’s Haisel
Im Nordwesten der Gemarkung steht Schmied Kurt’s Haisel, eine Hütte des Pfälzerwald-Vereins, die von dessen Ortsgruppe Altdorf-Böbingen betrieben wird, in der es jedoch weder Bewirtung noch Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Durch den Süden des Gemeindegebietes sowie durch die östliche Waldexklave verläuft der mit einem roten Kreuz markierte Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz. Zudem liegt die Gemeinde am Kraut-und-Rüben-Radweg.
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1968: Karl Litty (1888–1984), Bürgermeister von 1920 bis 1933 und 1946 bis 1968, auf altdorf-pfalz.de, abgerufen am 9. Juni 2018. 2000: Werner von Nida (1930–2017), 1968 bis 1989 Bürgermeister 2021: Heinz Litty (* 1944), Landwirtschaftsmeister 2024: Irene Koller (* 1940)
Söhne und Töchter der Gemeinde Julius Moses (1869–1945), Arzt und Heilpädagoge
Personen, die mit Altdorf verbunden sind Georg Michael Klingmann, 1792/93 Mitglied des Rheinisch-Deutschen Nationalkonvents Peter Brauchle (* 1970), Bildhauer, gestaltete 2010 und 2021 die örtlichen Kreisel
Weblinks
Offizielle Internetpräsenz der Ortsgemeinde Altdorf
Einzelnachweise
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