Kurt Krieger (* 2. April 1948 in Berlin-Schöneberg)Jochim Stoltenberg: Der Herr der Möbel liebt die zweite Reihe. In: Berliner Morgenpost, 12. September 2004. ist ein deutscher Unternehmer im Möbel- und Immobilienbereich („Möbel Höffner“).
Leben Nach seinem Abitur 1967 am Ranke-Gymnasium in Berlin-Wedding absolvierte Krieger ein Bankpraktikum und begann 1967 mit seiner kaufmännischen Tätigkeit im Bereich der Einrichtungshäuser.Daniel Rhee-Piening: „Warum denn nicht Pastor werden?“ In: Der Tagesspiegel, 25. September 1994. Er gründete an der Pankstraße das Möbelhaus Höffner neu; die Namensrechte hatte er für 25.000 Mark erworben.Mit der Einheit begann Kriegers Aufstieg. In: Kieler Nachrichten, 11. Oktober 2018. Nebenher nahm er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre auf, das er nach mehrfachen Unterbrechungen 1975 an der TU Berlin abschloss.
Nach der deutschen Wiedervereinigung begann er, das Unternehmen nach Ostdeutschland auszudehnen. In den neuen Ländern ist er beispielsweise Eigentümer der Einkaufszentren Elbe Park und Kaufpark in Dresden, Chemnitz Center in Chemnitz und Thüringen Park in Erfurt.Holger Wetzel: Turm am Schmidtstedter Knoten rückt in greifbare Nähe. In: Thüringer Allgemeine, 3. November 2018.
2002 wurde Krieger auch Mehrheitsaktionär der hessischen Kette Möbel Walther,Kurt Krieger. In: Ostsee-Zeitung (Ausgabe Ribnitz-Damgarten), 11. Juli 2019. organisierte 2007 einen Squeeze-out und integrierte dieses Unternehmen 2015 schließlich in die Krieger Handel SE.Krieger Grundstück GmbH: Handelsregister-Bekanntmachung, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 28. Juli 2015. Anfang 2004 stieg er in das Familienunternehmen Möbel Kraft ein, dem die Insolvenz drohte;Oliver Vogt: Reinhard Kraft: Er lebte für die Firma. Der Bad Segeberger Unternehmer ist am Sonntag im Alter von 69 Jahren gestorben. In: Lübecker Nachrichten, 30. März 2018. seit 2021 ist Möbel Kraft eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Krieger Handel Holding SE & Co. KG.Krieger Handel Holding SE & Co. KG: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021, publiziert am 2. Januar 2023 im Bundesanzeiger. Ende 2018 übernahm er die Finke-Gruppe, deren Häuser umfirmiert und ebenfalls in die Krieger Handel Holding SE & Co. KG integriert wurden.
Im Jahr 2010 erwarb eines seiner Unternehmen das rund 34 Hektar große Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Pankow, um dort das neue Wohnviertel Pankower Tor zu errichten. Dieses Gelände liegt am S- und U-Bahnhof Pankow. Es erstreckt sich entlang der Bahntrasse und der Granitzstraße, von der Mühlenstraße im Westen über die Berliner Straße hinaus bis zum S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf und der Prenzlauer Promenade im Osten. Frühstens 2026 soll der Bau beginnen.
Seit 2008 versuchte Krieger in Hofheim-Diedenbergen ein Möbelhaus zu entwickeln. 2023 gab er diese Planung auf.Manfred Brecht: Grünes Licht für Gewerbegebiet in Diedenbergen. In: Hofheimer Zeitung 29. Dezember 2023, S. 4.
Zu seinem 60. Geburtstag verlieh die Gemeinde Schönefeld Kurt Krieger 2008 für seine Verdienste die Ehrenbürgerschaft. Das US-Magazin Forbes schätzte sein Vermögen im Jahr 2022 auf 1,4 Mrd. US-Dollar (umgerechnet 1,27 Mrd. Euro); das Manager Magazin führte ihn 2023 mit einem geschätzten Vermögen von 1,4 Mrd. Euro auf Platz 174 der reichsten Deutschen.
Kurt Krieger und die AfD
Behördenstandort Chemnitz Im Jahr 2023 erwarb die Krieger-Gruppe das ehemalige Gebäude von Galeria Kaufhof in der Chemnitzer Innenstadt. Der Chemnitzer Stadtrat beschloss im Januar 2025 in nichtöffentlicher Sitzung, Teile der Stadtverwaltung in dieser Immobilie unterzubringen. Die vertragliche Vereinbarung sieht eine Laufzeit von 15 Jahren bei jährlichen Mietkosten von rund 400.000 Euro vor. Die Entscheidung war Gegenstand politischer und juristischer Auseinandersetzungen innerhalb der AfD-Stadtratsfraktion, deren Stimmen für die Annahme der Beschlussvorlage wesentlich waren. Der damalige Kreisvorsitzende Nico Köhler erhob im April 2025 den Vorwurf, Fraktionsmitglieder hätten im Zusammenhang mit der Abstimmung Vorteile in Form von vergünstigten Parkplatzmieten in der Immobilie erhalten. Parallel dazu kamen Vorwürfe über Parteispenden aus dem Umfeld der Krieger-Gruppe an die Chemnitzer AfD auf. Auf Medienanfragen im April 2025 lehnte die Krieger-Gruppe eine Stellungnahme zum Vorliegen solcher Spenden unter Verweis auf den Datenschutz ab. Die AfD-Fraktion wies zu diesem Zeitpunkt jegliche Erwartung oder Erfüllung von Gegenleistungen durch Spender zurück.
In diesem Zusammenhang leitete die Staatsanwaltschaft Chemnitz Ermittlungen gegen sechs Personen wegen des Verdachts der Bestechung und Bestechlichkeit von Mandatsträgern ein. Die internen Differenzen führten zu mehreren juristischen Auseinandersetzungen um den Status von Fraktionsmitgliedern vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz und mündeten im Sommer 2025 in der Aufspaltung der AfD-Stadtratsfraktion.
Spenden an die AfD Im Februar 2026 bestätigten die veröffentlichten Rechenschaftsberichte der politischen Parteien für das Jahr 2024 Spenden aus dem Umfeld der Krieger-Gruppe. Demnach hatte die zur Unternehmensgruppe gehörende CMC Center Management GmbH 18.000 Euro an die AfD gespendet. Zudem verzeichnete der Bericht eine persönliche Spende in gleicher Höhe durch Andreas Uhlig, der als Manager der Krieger-Gruppe für Chemnitz für die Immobilie zuständig war und bis Januar 2026 als einer der Geschäftsführer der CMC fungierte. Nach Medienberichten wurden jeweils 9.000 Euro dieser Summen dem AfD-Kreisverband Chemnitz zugeordnet. Kurt Krieger wies den Vorwurf einer politischen Einflussnahme zurück und betonte die parteipolitische Neutralität seines Unternehmens; zudem distanzierte er sich ausdrücklich von rechtsextremem Gedankengut. Vertreter anderer Stadtratsfraktionen kritisierten die zeitliche Nähe der Spenden zur Standortentscheidung und sprachen von einer Beeinträchtigung der politischen Glaubwürdigkeit des Verfahrens.
Privatleben Krieger ist seit 1999 in zweiter Ehe mit der Sopransängerin Barbara Krieger (* 1967) verheiratet.Familie und Weggefährten nahmen Abschied von Reinhard Kraft. In: Segeberger Zeitung, 7. April 2018. Er hat drei Kinder, die alle als Gesellschafter oder in leitenden Positionen innerhalb der Unternehmensgruppe tätig sind.
Aus einer ersten Ehe stammen die Töchter Sonja (* 1979) und Stephanie (* 1981). Der Sohn Konrad (* 2002) ging aus der Ehe mit Barbara Krieger hervor.
Einzelnachweise
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