Rudolf Ferdinand Wenck (* 23. August 1820 in Leipzig; † 23. Juli 1880 in LeipzigHugo Schramms Moniteur des dates gibt den 25. Juli an.) war ein deutscher Reichsgerichtsrat.
Leben Der Sohn des Leipziger Juraprofessors Karl Friedrich Christian Wenck studierte u. a. in Leipzig und Heidelberg Rechtswissenschaften. Er war evangelisch.Paul Hintzelmann (Hrsg.), Gustav Toepke (Bearb.): Die Matrikel der Universität Heidelberg. 5. Teil: Von 1807 – 1845. Heidelberg, 1904, S. 658. 1844 wurde er in Leipzig promoviert. Er schloss sich im Vormärz dem liberalen Kreis der „Maikäfer“ in Leipzig an.Weitere Mitglieder waren bspw.: Sein Bruder Woldemar, Raimund Härtel vom Verlag Breitkopf und Härtel, Georg Wigand, Carl Wilhelm Otto Koch, Heinrich Hermann Klemm, Eduard Stephani, Karl Biedermann, Rudolf Wachsmuth, (1828-1890). Juristischer Beirat, später Direktor der Allgemeinen Deutschen Kreditanstalt in Leipzig. Stephanie Vogel: Die liberale Bewegung in Sachsen 1830-1849: (unter besonderer Berücksichtigung des politischen Zentrums Leipzig), Diss. Bonn 1993, S. 140. 1841 wurde der Sachse vereidigt. Am 4. Februar 1848 wurde ihm die Zulassungsurkunde zur juristischen Praxis im Königreich Sachsen erteilt.Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethe-Museum (Hrsg.): Katalog der Handschriften. bearb. v. Jürgen Behrens u. a. Tübingen 1982, S. 553 (). 1848 war er Mitglied der Leipziger Organisationen der Liberalen („Deutscher Verein“)Stadtgeschichtliches Museum Leipzig: Satzung Deutscher Verein; 1848/49:133 Nr. 63, GOS-Nr. D0010709. Eine Wahl des Leipziger Stadtrats 1860 zum Polizeidirektor und Stadtrat auf Lebenszeit lehnte er ab.Monatsschrift für deutsches Städte- und Gemeindewesen, Band VI B, Jahrgang 1860, S. 739. 1863 wurde er Appellationsgerichtsrat. 1873 ernannte man ihn zum Vizepräsidenten des Appellationsgerichts Leipzig. 1879 kam er an das neugegründete Reichsgericht. Er war im II. Strafsenat tätig. Er verstarb im Amt und wurde im Wenckschen Erbbegräbnis in der VIII. Abteilung des Neuen Johannisfriedhofs beerdigt.
Familie Wenck heiratete 1849 Anna Georgi, die Tochter von Robert Georgi.Jahresbericht 2003/2004. In: Anne Bohnenkamp (Hrsg.): Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts. Tübingen 2004, S. 370. Sein Sohn Karl Wenck wurde wie dessen Onkel Woldemar Wenck (1819–1905) und dessen Urgroßvater Friedrich August Wilhelm Wenck Historiker und heiratete die Tochter des Reichsoberhandelsgerichtsrats Adolph Schliemann.
Schriften Meditationes ad institoriam actionem. Dissertation. Leipzig 1844. (Digitalisat der BSB) Reise über Annaberg nach Töplitz, Prag, Carlsbad und Eger. Vom 7.–26. Juli 1835. Tagebuch 1835. Brief Rudolph Wencks an Carl Joseph Anton Mittermaier vom 23. Dezember 1844.Heidelberger Universitätsbibliothek: Nachlaß Carl Joseph Anton Mittermaier/Heid. Hs. 2746. Weitere Briefe im Freien Deutschen Hochstift. Die Königlich Sächsische Civilproceßnovelle: das Gesetz, die Abkürzung und Vereinfachung des bürgerlichen Proceßverfahrens betreffend, vom 30. Decbr. 1861. 2 Auflagen. Leipzig 1861 und 1866. Verordnung, das Verfahren in nichtstreitigen Rechtssachen betreffend, und Ein- und Ausführungsverordnung zum bürgerlichen Gesetzbuch für das Königreich Sachsen vom 9. Januar 1865. Leipzig 1865.
Literatur Adolf Lobe: Fünfzig Jahre Reichsgericht am 1. Oktober 1929. Berlin 1929, , S. 351. Hugo Schramm: Moniteur des dates, contenant un million de renseignements biographiques, généalogiques et historiques. Supplément 2, [M–Wi] Band 8, Leipzig 1880, S. 279; Supplément et appendice 3. Band 9, [Wi–Z. Appendice] Leipzig 1882, S. 146.
Einzelnachweise
Kategorie:Richter (Reichsgericht) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1820 Kategorie:Gestorben 1880 Kategorie:Mann