mini|Vinzenz Hartl, Ansicht von Gnas, Feldbach, um 1830
Gnas ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Südosten der Steiermark im Bezirk Südoststeiermark. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist die Gemeinde seit 2015 mit den Gemeinden Aug-Radisch, Baumgarten bei Gnas, Grabersdorf, Maierdorf, Poppendorf, Raning, Trössing,Trössing gehörte als einzige Gemeinde bis 2012 zum ehemaligen Bezirk Radkersburg. Unterauersbach und einem Teil von Kohlberg zusammengeschlossenSteiermärkische Gemeindestrukturreform. und führt den Namen Gnas weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 3 Abs. 9 Z 3 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. . S. 4. sowie (für die Teile von Kohlberg, für welche eine neue Katastralgemeinde geschaffen wird) § 5 Abs. 5 Z 1 StGsrG, S. 6.
Geographie Geographische Lage Gnas liegt circa 38 km südöstlich von Graz und etwa 10 km südlich der Bezirkshauptstadt Feldbach im Oststeirischen Hügelland.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst 27 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl, Stand ):
Die Gemeinde besteht aus 14 Katastralgemeinden (Fläche Stand ):
Eingemeindungen Mit 1. Jänner 1964 wurden die Gemeinden Fischa und Obergnas mit Gnas zusammengelegt.
Nachbargemeinden
Geschichte Funde belegen die Besiedelung des Gebietes seit 3000 Jahren. Das früheste Schriftzeugnis ist von 891 und lautet „aqua Knesaha“. Der Name geht auf slowenisch knez (Fürst, Großgrundbesitzer) zurück. Es liegt die Benennung eines Besitzverhältnisses zugrunde. Der Flurname ging auf den Fluss und auf die Siedlung über. Die Markturkunde stammt aus 1229. Der lustige Dieter besiedelt ein nach der Pest verlassenes Haus, von der noch die Pestsäule zeugt. Kuruzzen aus Ungarn und später Türken überfielen das Land.
In die Geschichte des Marktes ging der Brand von 1822 ein. Am 15. Juni 1822 steht zuerst eine Rauchsäule über der Nagelschmiede Seitz. Obwohl Menschen mit Eimerketten versuchen zu löschen verbreiten fliegende brennende Strohbündel der überwiegend strohgedeckten, eng beieinander stehenden Häuser den Brand auf beide Häuserreihen und den oberen Markt. 55 Wohnhäuser werden zerstört, 69 Familien obdachlos, die Mutter des Bäckermeisters starb, viele wurden verletzt. Schriften und Urkunden des Marktarchivs wurden gerettet, bevor das Rathaus abbrannte. Die Kirche blieb fast völlig heil, neun Häuser wurden verschont. Acht Fuhrwagen Lebensmittel kamen schon am nächsten Tag aus Feldbach, mit der Arbeitshilfe aus Nachbarorten konnten bis Winter wieder Unterkünfte geschaffen werden. Ein Gedenkbuch listet 782 Spender, der 14. Juni wird als Gedenktag mit einer Prozession auf den Kalvarienberg begangen.Aus der Geschichte von Gnas; Alljährliche Gelöbnismesse anlässlich des großen Brandes in Gnas: Ausschnitt aus dem Heimatbuch: 750 Jahre Gnas Gemeindezeitung: Gnaser Regionsrundblick, Marktgemeinde Gnas, Ausg. 2, 2015, erschienen zwischen 19. und 30. Juni 2015, abgerufen am 20. Februar 2017. S. 27 und 35.
Nach dem Zweiten Weltkrieg endete 1955 die britische Besatzungszeit. Straßen wurden gepflastert, später asphaltiert. Der Straßenraum des Ortes wurde umgestaltet. Am 1. Jänner 2013 wurden zwei Bezirke, am 1. Jänner 2015 zehn Gemeinden zusammengelegt.
Einwohnerentwicklung hochkant=2.2|mini|Die Ortschaft Obergnas von Süden 2026 lebten nur noch 5919 Menschen in Gnas.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Gnas mini|Innenansicht Kalvarienbergkirche Gnas
Katholische Pfarrkirche Gnas hl. Maria Kalvarienberg Gnas Im Oktober 2015 wurde die bronzene begehbare Reformskulptur „la familia“ aus der Hand des Bolivianers Fernando Crespo Camacho errichtet, die das Versammeln von zehn Gemeindeflächen zu einer – ungefähr herzförmigen – durch vier Familienmitglieder mittels eines Seils darstellt.Thomas Rossacher. So stemmen Gemeinden ihre Fusion, kleinezeitung.at, Printausgabe, 6. Oktober 2015, S. 16 f. (Bild).Gnas: Ein Kunstwerk, das verbindet, kleinezeitung.at, 29. September 2015, abgerufen am 27. April 2018.
Vereine Freiwillige Feuerwehr Gnas Freiwillige Feuerwehr Obergnas Rotes Kreuz Gnas Katholische Jugend Gnas Kinder- und Jugendvolkstanzgruppe Obergnas Volkstanzgruppe Gnas Marktmusikkapelle Gnas Oldtimer-Club Gnas Fotoclub Gnas USV Gnas (Sportverein) USV Obergnas
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Bahnhof Gnas Gnas ist Handels- und Gewerbestandort mit Unternehmen in verschiedenen Branchen.
Verkehr Durch den Ort führt die Strecke der Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg von Feldbach nach Bad Gleichenberg. Die Züge der Landesbahn Steiermark verkehren von Feldbach nach Gleichenberg und zurück und halten in Gnas.
Politik Bürgermeister
bis 2010 Günther Stangl (ÖVP) seit 2010 Gerhard Meixner (ÖVP)
Gemeinderat Der Gemeinderat bestand bis Ende 2014 aus 15 Mitgliedern. Durch die gestiegene Bevölkerungszahl der neuen Großgemeinde gehören diesem seit 2015 nun 25 Mitglieder an.
Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 21 ÖVP, 2 FPÖ, 1 SPÖ und 1 Grüne.
Partei2020 2015 20102005Stimmen%Mandate Mandate Mandate Mandate ÖVP26167921 20 11 9 SPÖ16651 1 2 6 Hubert Niederl 2GRÜNE215711 FPÖ30892 3 Wahlberechtigte5.087 Wahlbeteiligung66 %80 %
Wappen 75px|alt=|links Die Erstgestaltung des Wappens ist unbekannt, da die Unterlagen durch einen Brand vernichtet wurden. Der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Ferdinand I. verlieh dem landesfürstlichen Markt am 19. Januar 1552 ein neues Wappen. Da Gnas in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Besitz der männlichen Linie des ausgestorbenen Geschlechts der Reichenburger war und diese einen blauen Wolf im Schild führten, wurde das Gnaser Wappen so gestaltet.
Die Blasonierung in der Urkunde lautet:
75px|alt=|links Alle zehn Vorgängergemeinden hatten ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Neuverleihung des Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte mit Wirkung vom 5. Mai 2018.42. Kundmachung: Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Gnas (politischer Bezirk Südoststeiermark), abgerufen am 24. April 2018.
Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet:
Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde 1985: Josef Krainer (1930–2016), Landeshauptmann 2015: Gerhard Meixner (* 1962), Bürgermeister von Gnas
Söhne und Töchter der Gemeinde Hans Roth (Politiker, 1889) (* 1889 in Obergnas; † 1969 in Graz), österreichischer Politiker (CS, ÖVP), Bauer und Gastwirt, Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag 1923–1928, Abgeordneter zum Nationalrat 1930–1934, 1945–1959 Hans Roth (Unternehmer, 1916) (* 1916 in Obergnas; † 2008 in Gnas), österreichischer Unternehmer Arnulf Pilhatsch (* 1925 in Gnas; † 2000 in Sankt Nikolai im Sausal), Sportler Hans Roth (Unternehmer, 1946), österreichischer Unternehmer Alois Puntigam (* 1938 in Burgfried), österreichischer Politiker ÖVP Gerhard Hirschmann (1951–2019), Politiker, Landesrat in der Steiermark Brigitte Kren (* 1954), Schauspielerin Luis Haas, Hörfunkmoderator (Antenne Steiermark) Anja Plaschg (* 1990 in Gnas), österreichische Musikerin und Sängerin (Soap&Skin)
Literatur
Weblinks
www.gnas.gv.at Website der Marktgemeinde Gnas Kleine Zeitreise in Gnas: Hauptplatz 1920–2015 – Verschiebebild, kleinezeitung.at.
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Südoststeiermark Kategorie:Weinbaugemeinde in der Steiermark Kategorie:Gemeindegründung 2015