Das Fest der ErstlingsfruchtIn der Lutherbibel und wird das Fest auch „Tag der Erstlingsfrüchte“ genannt. () war im antiken Israel ein jüdisches, agrarisches Fest zur Gerstenernte, das im Rahmen des Pessach (Passahfestes) (im März/April) stattfand und das die siebenwöchige Zählung der Tage bis zum Wochenfest der Weizenernte einleitete. Im christlichen Glauben ist die Auferstehung Jesu Christi am jüdischen Fest der Erstlingsfrucht geschehen, also am Ostersonntag, und das jüdische Wochenfest am 50. Tag darauf entspricht dem christlichen Pfingsten.

Kontext Im historischen jüdischen Jahreskalender gab es drei Erntedankfeste: das Fest der Erstlingsfrucht (Chag HaBikurim oder Reschit Katzir) zur GerstenernteNils Stein: Gerstengenom aus 6000 Jahre alten Samen rekonstruiert. Steinzeitliches Getreide aus dem Fruchtbaren Halbmond – Neue Erkenntnisse zur Domestikation der Gerste. Max-Planck Institut für Geoanthropologie, 15. Juli 2016, auf shh.mpg.de , gefeiert nach dem ersten Tag des Pessachfestes, (); das Wochenfest, Schawuot () zur Weizenernte, gefeiert am 50. Tag nach dem Pessachfest – das christliche Pendant ist das Pfingstfest; und das Laubhüttenfest, Sukkot, () zur Weinlese im Herbst.

Anlässlich dieser Feste brachte man die Opfer gemäß den Anweisungen des Talmud (Bikkurim 1:6) in den Jerusalemer Tempel.

Termin Basierend auf Angaben in der hebräischen Bibel bzw. Altem Testament liegt der Termin des Festes kurz nach dem ersten Tag des Passahfestes im Monat Nisan (im März/April) auf einen „Schabbat“, wobei es zwei unterschiedliche Auslegungen gegeben hat, ob der erste Pessachtag (15. Nisan) selbst als „Schabbat“ zählt und das Fest demgemäß am Folgetag (den 16. Nisan) abgehalten wird, oder erst am Tag nach dem Schabbat nach Pessach (siehe ).

Der genaue Termin des Festes ist entsprechend von Pharisäern und Sadduzäern unterschiedlich festgelegt worden. Im modernen Judentum wird gemäß der Tradition der Pharisäer die Bezeichnung „Schabbat“ auf den ersten Tag (15. Nisan) des Pessachfestes bezogen, gleichgültig ob dieser auf einen reguläreren Schabbat fällt oder auf einen anderen Wochentag, so dass das Fest der Erstlingsfrüchte immer auf den zweiten Tag (16. Nisan) des Pessachfestes fällt (und die Omerzählung einleitet, die am Wochenfest, d. h. am 6. Siwan, endet). Die Sadduzäer bezogen den Begriff „Schabbat“ auf den ersten Samstag in der Pessachwoche, so dass sie das Fest der Erstlingsfrüchte (und damit auch das Wochenfest sieben Wochen später) von Jahr zu Jahr an unterschiedlichen Daten aber immer sonntags feierten.

Bezug zur Auferstehung Christi Im Neuen Testament fällt nach der johanneischen PassionschronologiePeter Stuhlmacher: Biblische Theologie des Neuen Testaments 1: Grundlegung. Von Jesus zu Paulus, Vandenhoeck & Ruprecht, 3. Auflage, Göttingen 2005, ISBN 3-525-53146-X, S. 53ff die Auferstehung Christi auf das Fest der Erstlingsfrucht.Jacob Thiessen: Die Auferstehung Jesu in der Kontroverse, Lit Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-643-80029-9, S. 111 Auch Paulus von Tarsus bezeichnet Jesus in als „Erstlingsfrucht (aparchē) der Entschlafenen“. Fünfzig Tage später, während Schawuot (dem christlichen Pfingsten), waren die Apostel in Jerusalem versammelt, und es kam der Heilige Geist auf sie herab ().

Siehe auch Erntegebet Wallfahrtsfeste (Judentum)

Quellen Erstlingsfrucht: ein Schlüssel für Segen

Einzelnachweise

Kategorie:Feste und Brauchtum (Judentum)