Anfo () ist eine italienische Gemeinde (comune) mit Einwohnern (Stand ) in der Provinz Brescia, Region Lombardei. Die Gemeinde gehört zur Comunità Montana della Valle Sabbia.
Geographie mini|hochkant|Lage der Gemeinde Anfo in der Provinz Brescia Anfo liegt etwa 32,5 Kilometer nordnordöstlich der Provinzhauptstadt Brescia im Val Sabbia am Westufer des Idrosees auf einer Höhe von Der Ort entstand auf dem Schwemmkegel des Torrente Re, der Anfo in zwei Hälften aufteilt. Die fast 24 km² große Gemeinde besitzt keine Fraktionen.
Die Nachbargemeinden sind Bagolino, Idro und Lavenone.
Etymologie Das Toponym wurde erstmals 1086 als Anpho urkundlich erwähnt. Nach Wilhelm Schulze könnte sich der Ortsname von dem römischen Gentilnamen Amphius ableiten. Drei in der Umgebung gefundene römische Gedenksteine könnten auf einen solchen römischen Bezug hinweisen.Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. S. 29.
Geschichte mini|Rocca d’Anfo mini|Freskenzyklus in der Kirche San Antonio Anfo hat seine Entstehung verschiedenen Ordensgemeinschaften zu verdanken. Im 10. Jahrhundert waren es die Mönche der Abtei San Pietro al Monte, die das Land urbar machten. Später ging die Siedlung in den Besitz der Abtei San Nicola in Rodengo über, bevor sie an die Olivetaner aus Brescia fiel.Anfo. Band 1, S. 27.
In der Folge teilte Anfo das Schicksal des Val Sabbia. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts legten die Visconti den Grundstein für die nördlich des Ortskerns gelegene Rocca d’Anfo. Nachdem die Republik Venedig 1427 bis in das Val Sabbia vordrang,La Lombardia paese per paese. Volume 1: Abbadia Cereto–Broni. S. 110. wurde die Burg in der Mitte des 15. Jahrhunderts zu einer Renaissance-Festung ausgebaut.
Nach der Niederlage Venedigs in der Schlacht von Agnadello 1509 erhob sich die Bevölkerung 1512 gegen die französischen Besatzer und besetzte zunächst die Rocca d’Anfo, bevor das ganze Tal befreit wurde. Das weitere 16. Jahrhundert war von Streitigkeiten um die Fischrechte am Idrosee mit dem Nachbarort Bagolino gekennzeichnet. In den Streit schalteten sich auch die Lodron ein, die für Anfo Partei ergriffen. Die Lodron nutzten die Gelegenheit, um auch kurz in den Besitz der Rocca d’Anfo zu gelangen. Erst nach Eingreifen des Dogen konnte der Streit 1579 beigelegt werden.
Ein wichtiges Dokument des zivilen Lebens von Anfo sind die Statuten oder Kapitel der Vicinia, die wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert stammen. Sie wurden Mitte des 16. Jahrhunderts reformiert. Mit dem Untergang der Republik Venedig im Jahr 1797 wurde Anfo in den Bezirk XVII von Vestone eingegliedert. Die Franzosen modernisierten in der Folge die venezianische Festung und bauten sie wesentlich aus. Während des Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieges nahm Anfo im Juli 1866 die in Montesuello verwundeten Garibaldiner auf.
Verkehr Durch die Gemeinde führt entlang des Westufers des Idrosees die ehemalige Strada Statale 237 del Caffaro (heute die Provinzstraße SPBS 237) von Brescia nach Calavino.
Sehenswürdigkeiten Rocca d’Anfo, von Venedig und dem napoleonischen Frankreich ausgebaute Festungsanlage, deren Ursprünge auf das 14. Jahrhundert zurückreichen. San Antonio, mit Fresken der Venezianischen Schule ausgeschmücktes Kirchlein, die zu bedeutendsten der Renaissance-Malerei im Val Sabbia gehören. SS. Pietro e Paolo, die Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert wurde im 19. Jahrhundert erweitert und diente im Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieg und im Ersten Weltkrieg als Lazarett.
Persönlichkeiten Irene Stefani (1891–1930), katholische Missionarin in Kenia, wurde während des Pontifikats Franziskus’ am 23. Mai 2015 seliggesprochen.
Literatur Anfo. In: Antonio Fappani: Enciclopedia Bresciana. Band 1: A–B. La voce del popolo, Brescia o. I., S. 27. La Lombardia paese per paese. Volume 1: Abbadia Cereto–Broni. Bonechi, Florenz 1984, S. 110. Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4. Touring Club Italiano (Hrsg.): Guide d‘Italia – Lombardia (esclusa Milano). Touring Editore, Mailand 1999, (10. Auflage), ISBN 88-365-1325-5, Anfo Online
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