Die Wilden Hühner ist eine von Cornelia Funke erdachte Jugendbuchreihe. Neben den fünf von Funke verfassten Bänden umfasst sie auch den von Thomas Schmid geschriebenen Band Die Wilden Hühner und das Leben. Der erste Band erschien 1993.

Entstehungsgeschichte Auf ihrer Homepage beschreibt Autorin Cornelia Funke, dass sie nach dem Erfolg ihrer ersten Fantasy-Kinderbücher von ihrer Lektorin den Anstoß bekam, einmal ein Kinderbuch zu schreiben, „in dem weder Feen, Gespenster, Piraten oder sonst was vorkämen“. Obwohl Funke argwöhnte, dass ein solches Buch „furchtbar langweilig“ werden würde, leistete sie dieser Aufforderung Folge und erfand „Die Wilden Hühner“.Cornelia Funke über die Wilden Hühner Sie wurde dabei inspiriert von ihren eigenen Erfahrungen mit Hühnerzucht, formte diverse Figuren nach Personen, die sie aus ihrem eigenen Leben kennengelernt hatte. Geschichten über ihre eigene resolute Großmutter bildeten die Grundlage für Oma Slättberg, einen Charakter wie Melanie hatte Funke selbst kennengelernt und die Pygmäen entsprangen dem Namen einer Jungenbande, die einst ihren Ehemann gemobbt hatten; der Rest der Charaktere sei aber frei erfunden.

Im Extra-Teil der DVD zum Film Die Wilden Hühner und die Liebe kommentiert Funke die Entstehung weiter. Sie fügt hinzu, dass sie bewusst auf Geschichten verzichtete, in denen die Wilden Hühner Verbrecher jagten oder sonstige actionlastigen Dinge passierten; Funke wollte nur Ereignisse bringen, die jedem Mädchen passieren konnten.

Handlung/Zusammenfassung Die Freundinnen Sprotte und Frieda gründen zusammen mit ihren Klassenkameradinnen Trude und Melanie eine eigene Mädchenbande. Sprotte findet, dass man zusammen richtige Bandensachen machen kann wie sich Geheimschriften ausdenken, ein Bandenbuch führen – und sich gegen die Jungenbande der Klasse, die „Pygmäen“ behaupten. Der einzige Ort, an dem die Mädchen sich ungestört treffen können, ist der Hühnerstall auf dem Hof von Sprottes Oma Slättberg. Daraus entsteht der Bandenname „Die Wilden Hühner“ und ihr gemeinsames Erkennungszeichen, eine Hühnerfeder um den Hals. Das fünfte Bandenmitglied, Wilma, taucht erst am Anfang des zweiten Buchs zum ersten Mal auf und muss sich ihre Aufnahme in die Bande hart erkämpfen.

Während es anfangs vor allem darum geht, sich gegen die Streiche der „Pygmäen“ zu wehren oder eigene gegen die Jungen auszuhecken, so machen „Hühner“ und „Pygmäen“ im Lauf der Zeit zunehmend auch gemeinsame Sache, so dass aus den früheren Rivalen Freunde werden.

Hauptfiguren Die Wilden Hühner

Charlotte Slättberg (* 9. Dezember), genannt Sprotte, ist die Anführerin und Gründerin der Wilden Hühner. Sie hat rote gelockte Haare und trägt hauptsächlich ihre Lieblingshose mit Leopardenmuster. Da ihre alleinerziehende Mutter als Taxifahrerin häufig unterwegs ist, verbringt Sprotte viel Zeit bei ihrer Oma Slättberg und muss ihr dort meist bei der Gartenarbeit helfen. Anfangs hält Sprotte nicht viel von Jungen, verliebt sich im Laufe der Zeit aber in Fred, einen der Pygmäen, mit dem sie schließlich zusammenkommt. Frieda Goldmann (* 23. Mai) ist Sprottes beste Freundin seit dem Kindergarten. Sie hat schwarze Haare und braune Augen. Außerdem hat Frieda, eine eher gelassene Person, oft Verständnis und Empathie für die Probleme ihrer Bandenmitglieder. Des Weiteren engagiert sie sich ehrenamtlich für die Kinderhilfsorganisation terre des hommes. Nachdem die ihn auf dem Reiterhof in „Die Wilden Hühner und das Glück der Erde“ kennengelernt hat, führt sie eine Wochenendbeziehung mit Maik. Trudhild Bogolowski (* 22. Oktober), besser bekannt als Trude, war vor der Gründung der Bande die größte Verehrerin der schönen Melanie, deren beste Freundin sie ist. Anfangs ist sie sehr von Melanie abhängig und beeinflusst, wird aber im Laufe der Zeit unabhängiger. Trude hat braune Haare und graue Augen und kämpft ständig mit Übergewicht. Ihr Vater überhäuft Trude wohl aus Gewissensbissen mit immer neuen Geschenken, wovon sich eines als sehr nützlich für die Bande der Hühner herausstellt. Trude ist eine sensible Person und nah am Wasser gebaut. Melanie Klupsch (* 3. April) wird von allen nur die ‚schöne Melanie’ oder ‚Melli‘ genannt. Sie ist sehr eitel und gibt Unmengen an Geld für teure Kosmetikprodukte aus. Oft tut sie so, als wäre ihr alles gleichgültig und zeigt nicht ihre wahren Gefühle. In Wirklichkeit ist sie aber sehr auf ihren Ruf bedacht, was auch daran liegt, dass ihre Eltern eher arm sind, weil ihr Vater arbeitslos ist. Mit ihren blonden Haaren und blauen Augen hat Melanie bei Jungen viel Erfolg. Sie ist die erste, die schon einen festen Freund hat – Willi, einen der Pygmäen. Wilma Irrling (* 18. Juni) wird erst im zweiten Abenteuer ein Mitglied der Wilden Hühner. Sie kann die Jungen noch weniger ausstehen als Sprotte. Jedoch teilt sie Friedas Liebe fürs Theaterspielen. Wilmas Mutter kontrolliert ständig die schulischen Leistungen ihrer Tochter und schickt sie schon zur Nachhilfe, wenn sie mal keine Eins hat, weshalb die beiden ein eher kaltes Verhältnis haben. Wilma ist eine leidenschaftliche und begabte Spionin und liebt die Verwendung ihrer Wasserpistole, weshalb sie auch Pistolenhuhn genannt wird. In „Die Wilden Hühner und die Liebe“ verliebt sich Wilma in Leonie, die mit ihr in der Theatergruppe ist und es stellt sich heraus, dass sie lesbisch ist. Deswegen kommt es zum Streit mit Melanie, die droht die Bande zu verlassen, wenn Wilma das nicht tut. Die anderen Bandenmitglieder stehen aber zu Wilma und akzeptieren ihre Homosexualität.

Die Pygmäen Friedrich Baldewein (* 2. Juni), der immer nur Fred genannt wird, ist das Oberhaupt der Pygmäen. Fred hat leuchtend rotes Haar und gibt sich gern machohaft und lässig, tatsächlich aber ist er ein recht feinfühliger Kerl, der zu seinem Opa ein inniges Verhältnis hat und in Sprotte verliebt ist. Fred hält sich gerne im Baumhaus auf, dem Hauptquartier der Pygmäen. Er versteht viel von Gartenarbeit. Fred interessiert sich, wie alle Pygmäen, sehr für Fußball. Ihr gemeinsamer Lieblingsverein ist der BVB. Wilhelm Blödorn (* 6. Dezember) trägt den Spitznamen Willi, doch Wilma bezeichnet ihn auch gerne als Freds Leibwächter. Willi ist ein leicht aggressiver, oft mürrischer und schweigsamer Junge; sein Verhalten ist ein Resultat der strengen Erziehung seines Vaters, von dem er und seine Mutter geschlagen werden. Willi hat eine herzensgute Seele und steckt viel Zeit und Kraft in den Ausbau des Baumhauses. Willi ist schon lange mit Melanie zusammen. In „Die Wilden Hühner und die Liebe“ verlässt er sie jedoch für die drei Jahre ältere Nana. Erneut mit Melanie zusammen ist er in "Die Wilden Hühner und das Leben". Stefan (Steve) Domaschke (* 9. Januar) ist ziemlich beleibt. Er übt eifrig Zauberkunststücke und arbeitet viel mit seinen Tarot-Karten, mit denen er die Zukunft voraussagen will. Zudem ist er ein Meister im Kochen. Steve spielt gerne Theater, weshalb er auch mit Wilma befreundet ist. Torsten Stubbe (* 9. August), genannt Torte, ist der kleinste der Pygmäen. Er übertreibt es ziemlich gerne mit seinen Witzen und ist in Frieda verliebt, mit der er zwischen dem 1. und 2. Band auch in einer Beziehung ist. Er will einmal Koch werden. Im letzten Band der Reihe zieht er nach Dänemark.

Nebenfiguren (Auswahl) Alma Slättberg, genannt Oma Slättberg oder OS, ist Sprottes Großmutter mütterlicherseits. Sie ist ziemlich bissig, überheblich und bevormundend, worunter Sprotte und Sybille zu leiden haben. Da Sprottes Mutter viel als Taxifahrerin arbeitet, muss Sprotte oft bei Oma Slättberg übernachten. Sybille Slättberg ist Sprottes allein erziehende Mutter und die Tochter von Alma Slättberg. Sie und Sprotte haben eine gute Beziehung, trotz Sprottes unverhohlener Kritik am Liebesleben ihrer Mutter. Als sich Sybille in den „Klugscheißer“ verliebt, verschlechtert sich das Verhältnis zu ihrer Tochter. Nachdem sie ankündigt, den "Klugscheißer" heiraten zu wollen, arrangiert Oma Slättberg ein Wiedersehen mit ihrem Exfreund Christian, Sprottes Vater. Sybilles und Sprottes Leben wird dadurch gehörig durcheinander gewirbelt. Im Teil Die Wilden Hühner und das Leben wird Sybille erneut von Christian schwanger. Thorben Mossmann ist der „Klugscheißer“ und von Beruf Fahrlehrer. Er tritt im vierten Band in das Leben von Sprotte und ihrer Mutter. Sprotte kann ihn nicht ausstehen, weil er sogar auf Einkaufszetteln Rechtschreibfehler korrigiert. Frau Sarah Rose ist die Klassenlehrerin der Wilden Hühner und Pygmäen. Sie besitzt eine erstaunliche Anzahl an Lippenstiften und gilt als wohlwollend, aber auch streng. Herr Johannes Grünbaum ist der Biologielehrer der Wilden Hühner und Pygmäen. Er ist in Frau Rose verliebt. Herr Staubmann ist der Deutschlehrer der Wilden Hühner und Pygmäen. Er tritt im zweiten Band bei der Klassenfahrt auf. Mona ist eine Schulfreundin von Sprottes Mutter und die Leiterin des Reiterhofes, den die Wilden Hühner im vierten Band für eine Woche besuchen. Sie ist geschieden und hat zwei Kinder, Bess und Maik. Sie ist schwarzhaarig und durchsetzungsfähig. Bess und Maik sind Monas Kinder. Im vierten Band lernen die Wilden Hühner sie kennen. Bei Maiks Anblick bekommt Sprotte das erste Mal ein seltsames Gefühl in der Magengegend. Das legt sich dann aber wieder, als auch noch die Pygmäen auf dem Reiterhof auftauchen. Auch Frieda verliebt sich in Maik. Zwischen Maik und Frieda entwickelt sich tatsächlich etwas. Am Schluss kommen sie zusammen und führen einige Zeit lang eine Wochenendbeziehung. Rübezahl ist Monas naturnaher Nachbar. Die Pygmäen übernachten in seiner Jagdhütte. Er ist ruppig, dabei aber auch freundlich. Vor seinen ungestümen Jagdhunden haben Bob und Frieda Angst. Die Wilden Küken tauchen im 4. und 6. Band auf. Diese Ferien-Bande wurde gegründet, nachdem auf dem Reiterhof herauskam, dass die Wilden Hühner eine Bande sind. Die Wilden Küken bestehen aus zunächst drei Mädchen, die etwas jünger sind als die Wilden Hühner: Lilli Holler, Roberta Wilhelms (Bob) und Verena (Very) Graefe. Später kommt noch Enya Morawski hinzu. Die Wilden Küken sind Teil einer eigenen Buchreihe mit 11 Bänden, in welcher auch die Wilden Hühner regelmäßig auftreten. Sie werden von den Wilden Hühnern zu deren Nachfolgern ernannt, da diese langsam erwachsen werden. Mit den Grottenolmen, bestehend aus Ole und Linus (Little) Roland sowie Mitch Mittermeier haben sie ihren eigenen "Pygmäen". Sprottes Vater Christian verließ Sybille, als Sprotte sechs Monate alt war. Er arbeitet als Fotograf und reist um die ganze Welt. Sein Auftauchen nach vielen Jahren sorgt für heftige Turbulenzen in Sprottes Leben. Gegen Ende des 6. Bandes ist Sybille erneut schwanger von ihm, obwohl Christian weiterhin die meiste Zeit im Ausland ist. Luki ist Friedas deutlich jüngerer Bruder, auf welchen sie häufig aufpassen muss und der deshalb gelegentlich auch an Bandentreffen teilnimmt. Bella ist der Mischlingshund, den sich Alma Slättberg zum Schutz vor Einbrechern zulegt, wofür sie sich jedoch nicht besonders gut eignet. Sprotte mag sie sehr, während Frieda zunächst Angst vor ihr hatte. Frau Irrling ist Wilmas ehrgeizige Mutter. Sie legt sehr großen Wert auf gute Noten und kontrolliert ständig die Leistungen ihrer Tochter. Frau Irrling sieht es nicht gerne, wenn Wilma sich mit etwas außerschulischem beschäftigt. Obwohl Wilmas Leistungen nicht zu bemängeln sind, drängt Frau Irrling ihrer Tochter immer wieder Nachhilfe auf. Nora ist die "Klassenzicke" und schläft mit den Wilden Hühnern auf der Klassenfahrt im 2. Band in einem Zimmer. Nora vermeidet es, Kontakt mit den Hühnern zu haben, wird jedoch unfreiwillig Teil des Bandenkrieges zwischen Hühnern und Pygmäen. Nana ist ein drei Jahre älteres Mädchen und einige Zeit Willis Freundin. Wegen ihr trennt sich Willi vorübergehend von Melanie. Später kommt Willi wieder mit Melanie zusammen.