mini|Michael Rubin
Michael Allan Rubin (* 1971 in Philadelphia) ist ein US-amerikanischer Historiker, außenpolitischer Analyst, Autor sowie Regierungs- und Militärberater. Er ist Senior Fellow beim American Enterprise Institute (AEI). Zuvor war er unter anderem Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums und politischer Berater der Coalition Provisional Authority im Irak.
Ausbildung und beruflicher Werdegang
Rubin erwarb 1994 einen Bachelorabschluss in Biologie und 1999 einen Ph.D. in Geschichte an der Yale University. Seine Dissertation mit dem Titel The Formation of Modern Iran, 1858–1909: Communications, Telegraph and Society entstand unter der Betreuung von Abbas Amanat. Die Arbeit wurde mit dem John Addison Porter Prize der Yale University ausgezeichnet.
Rubin lebte zeitweise im Iran, im Irak unter der Herrschaft der Baath-Partei sowie im Jemen. Vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hielt er sich auch bei den Taliban auf.
Von 1999 bis 2000 lehrte Rubin Geschichte an der Yale University. Anschließend war er von 2000 bis 2001 als Gastdozent an den Universitäten von Sulaimaniyya, Salahaddin in Erbil und Duhok in der Autonomen Region Kurdistan tätig. Es folgten Fellowships beim Carnegie Council for Ethics in International Affairs, am Leonard Davis Institute for International Relations der Hebräischen Universität Jerusalem und beim Council on Foreign Relations.
Von 2002 bis 2004 war Rubin als Berater für Iran- und Irakfragen im Office of the Secretary of Defense des US-Verteidigungsministeriums tätig. Zwischen 2003 und 2004 arbeitete er außerdem als politischer Berater der Coalition Provisional Authority in Bagdad.
Von 2007 bis 2021 lehrte Rubin als Senior Lecturer an der Naval Postgraduate School Politik des Nahen Ostens und des Horns von Afrika. Dabei unterrichtete er Angehörige der US-Streitkräfte vor Einsätzen im Irak, am Persischen Golf und in Afghanistan. Von 2012 bis 2024 war er außerdem als Vertragsanalyst beim Foreign Military Studies Office tätig.
Rubin war von 1994 bis 1997 Assistant Editor der Fachzeitschrift Iranian Studies und von 2004 bis 2009 Herausgeber des Middle East Quarterly. 2023 wurde er Director of Policy Analysis beim Middle East Forum. Daneben ist er Senior Fellow beim American Enterprise Institute.
Politische Positionen und Rezeption
Im Jahr 2016 warf ein für Amnesty International tätiger Analyst Rubin vor, für einen kritischen Artikel über den inhaftierten emiratischen Wirtschaftswissenschaftler Nasser bin Ghaith Zahlungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten angenommen zu haben.
Im Juni 2017 erstattete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei Strafanzeige gegen Rubin. Ihm wurden unter anderem Beleidigung des Präsidenten sowie die Unterstützung der von der türkischen Regierung als „Fethullahistische Terrororganisation“ (FETÖ) bezeichneten Gülen-Bewegung vorgeworfen. Rubin hatte Erdoğan unter anderem vorgeworfen, den gescheiterten Putschversuch von 2016 zur Ausschaltung politischer und ideologischer Gegner zu nutzen. Türkische Behörden forderten zudem Twitter per Gerichtsbeschluss auf, Rubins Benutzerkonto zu sperren.
Im Dezember 2017 setzte ein Erdoğan nahestehender türkischer Geschäftsmann eine Belohnung von drei Millionen Türkischen Lira für Informationen aus, die dazu beitragen sollten, Rubin und den ehemaligen CIA-Mitarbeiter Graham Fuller in die Türkei zu bringen. Ihnen wurde eine Beteiligung am gescheiterten Putschversuch von 2016 vorgeworfen.
Im September 2022 forderte Rubin die Vereinigten Staaten dazu auf, die Tigray Defense Forces (TDF) im Tigray-Krieg militärisch zu unterstützen.
Im November desselben Jahres verhängte das russische Außenministerium Einreisesanktionen gegen Rubin und zahlreiche weitere US-amerikanische Staatsbürger.
Im Januar 2023 forderte Rubin US-Außenminister Antony Blinken dazu auf, die Autonome Region Kurdistan im Irak wegen von ihm kritisierter Einschränkungen der Religionsfreiheit auf eine Beobachtungsliste nach dem International Religious Freedom Act zu setzen.
Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 forderte Rubin Israel dazu auf, kurdische Kräfte als Gegengewicht zur Türkei zu unterstützen. Er sprach sich unter anderem für die Lieferung von Flugabwehrraketen und Technologien zur Drohnenabwehr aus und plädierte für die Unterstützung solcher mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbundenen Gruppen, die dem Terrorismus abschwören. In früheren Veröffentlichungen hatte Rubin die PKK selbst als terroristisch bezeichnet und ihr vorgeworfen, der kurdischen Sache geschadet zu haben.
Publikationen
Als Autor Into the Shadows: Radical Vigilantes in Khatami's Iran. Washington Institute for Near East Policy, Washington 2001, ISBN 978-0-944029-45-9. mit Patrick Clawson: Eternal Iran: Continuity and Chaos. Palgrave Macmillan, London 2005, ISBN 978-1-4039-6276-8. mit Ahmad Majidyar: The Shi'ites of the Middle East: An Iranian Fifth Column? AEI Press, 2014. Dancing with the Devil: The Perils of Engaging Rogue Regimes. Encounter Books, New York 2014, ISBN 978-1-59403-723-8. Kurdistan Rising. AEI Press, 2016.
Als Herausgeber Dissent and Reform in the Arab World. AEI Press, 2008. mit Brian Katulis: Seven Pillars: What Really Causes Instability in the Middle East? AEI Press, 2019.
Weblinks Offizielle Website Profil beim American Enterprise Institute
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Hebräische Universität Jerusalem) Kategorie:Hochschullehrer (Yale University) Kategorie:Historiker Kategorie:Politischer Berater Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Mann