U 66 war ein diesel-elektrisches U-Boot des Kriegsauftrags „D“ der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam.
Einsätze Das U-Boot wurde noch vor Kriegsbeginn von der Österreichischen Marine bestellt, jedoch am 28. November 1914 von Deutschland übernommen. Am 22. April 1915 lief das Boot schließlich als U 66 bei der Germaniawerft in Kiel vom Stapel und wurde am 23. Juli 1915 in Dienst gestellt. Die Kommandanten des U-Bootes waren Kapitänleutnant Thorwald Freiherr von Bothmer (23. Juli 1915 – 16. Juni 1917) und Kapitänleutnant Gerhard Muhle (17. Juni 1917 – September 1917). Muhle kam beim Untergang von U 66 ums Leben.
U 66 war von Oktober 1915 bis Januar 1916 den Einheiten der Ostseestreitkräfte und danach bis September 1917 der IV. U-Flottille der Hochseestreitkräfte zugeordnet.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 137ff.
U 66 führte während des Ersten Weltkrieges sieben Unternehmungen in der Nordsee beziehungsweise im östlichen Nordatlantik durch. Dabei wurden insgesamt 24 Handelsschiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 69.016 BRT versenkt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 68. Die beiden größten Schiffe, die versenkt wurden, waren der britische Tanker Powhatan (ca. 6.100 BRT) und das britische Frachtschiff Bay State (ca. 6.500 BRT). Die Powhatan wurde am 6. April 1917 in der Nähe der Hebriden versenkt. Bei dem Untergang kamen 36 Menschen ums Leben.uboat.net: Ships hit during WWI – Powhatan Die Bay State wurde am 10. Juni 1917 auf ihrer Fahrt von Boston nach Liverpool etwa 250 Meilen nordwestlich von Fastnet vor Irland versenkt.uboat.net: Ships hit during WWI – Bay State Am 27. März 1917 versenkte U 66 den Fünfmaster Neath – die ehemals deutsche R. C. Rickmers – etwa 30 Meilen südöstlich von Fastnet.uboat.net: Ships hit during WWI – Neath
Am 19. August 1916 beschädigte U 66 in der Nordsee den britischen Leichten Kreuzer Falmouth, der nur einen Tag später durch U 63 versenkt wurde.uboat.net: Ships hit during WWI – HMS Falmouth
Verbleib U 66 lief am Vormittag des 2. September 1917 von Emden aus, um Handelskrieg im Nordkanal zu führen. Das U-Boot fuhr ohne Zwischenfälle durch die britischen und deutschen Minenfelder in der Deutschen Bucht. Am 3. September um 17:08 Uhr bestand letztmals Funkkontakt. U 66 befand sich an diesem Tag unweit der Doggerbank. Seither gilt das U-Boot als verschollen.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. S. 90. Es kann auf eine Mine gelaufen sein oder ging möglicherweise durch eine Havarie beziehungsweise einen menschlichen Fehler verloren.Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot Verluste in beiden Weltkriegen. S. 33.
Schiffskontakte Von U 66 versenkte, beschädigte oder beschlagnahmte Schiffe:uboat.net: Ships hit by U 66 Datum Schiffsname Tonnage Nationalität 5. April 1916 Zent 3.890 6. April 1916 Binicaise 151 7. April 1916 Sainte Marie 397 7. April 1916 Rijndijk* 3.557 8. April 1916 Santanderino 3.346 9. April 1916 Eastern City 4.341 9. April 1916 Glenalmond 2.888 9. April 1916 Sjolyst 997 10. April 1916 Margam Abbey 4.471 10. April 1916 Unione 2.367 11. August 1916 Inverdruie 613 19. August 1916 HMS Falmouth* 5.250 11. Dezember 1916 Bjor 1.090 11. Dezember 1916 Palander 311 1. März 1917 Gurre 1.733 1. März 1917 Livingstone** 1.005 22. März 1917 Stuart Prince 3.597 27. März 1917 Neath 5.548 6. April 1917 Powhatan 6.117 5. Juni 1917 Amor 3.472 5. Juni 1917 Manchester Miller 4.234 7. Juni 1917 Cranmore* 3.157 7. Juni 1917 Ikalis 4.329 10. Juni 1917 Bay State 6.583 14. Juni 1917 Perfect 1.088 9. Juli 1917 Iparraguirre 1.161 21. Juli 1917 African Prince 4.916 21. Juli 1917 Harold 1.322 Versenkt:Beschädigt:Gesamt: 69.96711.96481.931 * beschädigt, aber nicht versenkt** als Prise beschlagnahmt
Literatur Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller Verlag, Erlangen 1993, ISBN 3-86070-036-7. Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes, Gräfelfing vor München 1998, ISBN 3-924896-43-7.
Weblinks U 66 auf uboat.net (engl.) Gedenktafel für U 66 am U-Boot-Ehrenmal Möltenort
Fußnoten
Kategorie:Militär-U-Boot (Kaiserliche Marine) Kategorie:U-Boot im Ersten Weltkrieg Kategorie:Schiffsverlust mit ungeklärter Ursache Kategorie:Schiffsverlust 1917 Kategorie:Militärschiff (Germaniawerft)