Der Große Preis von Österreich 1980 (offiziell XVIII Großer Preis von Österreich) fand am 17. August auf dem Österreichring in der Nähe von Zeltweg statt und war das zehnte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1980.
Berichte Hintergrund Nur eine Woche lag zwischen dem Großen Preis von Deutschland und dem zehnten WM-Lauf des Jahres in Österreich.
Das Team Lotus meldete einen dritten Wagen für den Debütanten Nigel Mansell. ATS reduzierte sein Engagement wieder auf nur einen Wagen. Der Rest des Teilnehmerfeldes war im Vergleich zum Wochenende zuvor unverändert. Bei Alfa Romeo gab es nach wie vor keinen Ersatz für den tödlich verunglückten Patrick Depailler.
In der Fahrerwertung führte Alan Jones mit sieben Punkten vor Nelson Piquet und mit 15 Punkten vor Carlos Reutemann. In der Konstrukteurswertung führte Williams mit 19 Punkten vor Ligier und mit 33 Punkten vor Brabham.
Mit Jones (zweimal), Emerson Fittipaldi, Reutemann und John Watson (jeweils einmal) traten vier ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Jochen Mass verunglückte im ersten freien Training am Freitag schwer. Sein Arrows überschlug sich und landete kopfüber in einem Acker. Da der Boden frisch gepflügt und somit sehr weich war, versank nicht nur der Überrollbügel des Wagens, sondern auch Mass’ Kopf samt Helm darin. Aufgrund von Verletzungen musste er auf eine Teilnahme am Qualifikationstraining sowie am Rennen verzichten.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 220
Die beiden Renault-Piloten qualifizierten sich für die erste Startreihe, wobei René Arnoux die Pole-Position mit einer um mehr als eine Sekunde kürzeren Rundenzeit gegenüber seinem Teamkollegen Jean-Pierre Jabouille erreichte. Die Williams-Werksfahrer Jones und Reutemann bildeten die zweite Reihe vor den beiden Ligier von Jacques Laffite und Didier Pironi.
Einmal mehr mussten sich die Ferrari-Piloten Gilles Villeneuve und Jody Scheckter mit den für ihre Verhältnisse enttäuschenden Startplätzen 15 und 22 abfinden. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 29. September 2012)
Rennen Jones ging in Führung vor Arnoux und Bruno Giacomelli, der vom achten Platz aus hervorragend gestartet war. Noch während der ersten Runde wurde er allerdings durch Pironi und Jabouille wieder von dieser Position verdrängt.
Die Renault-Piloten konnten ihren durch die Turboaufladung bedingten Leistungsvorteil auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke voll ausnutzen und verdrängten bis zur vierten Runde Jones von der Spitze. Gleichzeitig fiel Pironi zurück, sodass der vierte Platz von Giacomelli eingenommen wurde, gefolgt von Reutemann und Piquet.
In der zwölften Runde hatte Derek Daly Glück im Unglück, als er sich aufgrund einer defekten Bremsanlage mit hoher Geschwindigkeit auf einen Stacheldrahtzaun zubewegte. Da sein Wagen sich kurz vor dem Zusammenprall drehte, blieb er unverletzt.
Piquet überholte Reutemann und Giacomelli. Er lag dadurch auf dem vierten Rang. Als der bis dato führende Arnoux in der 21. Runde die Box ansteuerte, um seine Reifen wechseln zu lassen, gelangte der Brasilianer kurzzeitig auf den dritten Rang hinter Jabouille und Jones, wurde jedoch im nächsten Umlauf von Reutemann überholt.
Mansells Grand-Prix-Debüt endete in Runde 41 mit einem Motorschaden. Bis dahin war der Brite aufgrund eines Missgeschicks seiner Mechaniker beim Tanken vor dem Start mit einem teilweise benzingetränkten Overall unterwegs gewesen.
In der Schlussphase bekam Jabouille Probleme mit seinen Reifen, wodurch Jones aufschließen konnte und nur knapp als Zweiter die Ziellinie überquerte. Dritter wurde Reutemann vor Laffite, Piquet und Elio de Angelis.
Jabouille erhielt erstmals in der laufenden Saison WM-Punkte, nachdem er zuvor bereits mehrfach in aussichtsreicher Position ausgeschieden war.
Während in der Fahrerwertung noch diverse Fahrer Chancen auf die Weltmeisterschaft besaßen, reduzierten sich in der Konstrukteurswertung die Titelaspiranten auf zwei, Williams und Ligier waren die einzigen Teams, die bei vier verbleibenden Rennen noch Chancen auf den Titel hatten.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Ferrari 312T5 Ferrari 015 3.0 F12 2 3 Tyrrell 010 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Brabham BT49 6 7 McLaren M29B 8 9 ATS D4 11 Lotus 81 12 43 Lotus 81B 14 Ensign N180 15 Renault RE20 Renault EF1 1.5 V6t 16 20 Fittipaldi F8 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 21 23 Alfa Romeo 179 Alfa Romeo 1260 3.0 V12 25 Ligier JS11/15 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 26 27 Williams FW07B 28 29 Arrows A3 30 31 Osella FA1 50 Williams FW07B
Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:30,39 236,654 km/h 1:30,27 236,969 km/h 1 2 1:31,48 233,835 km/h 1:33,22 229,470 km/h 2 3 1:33,08 229,815 km/h 1:32,95 230,137 km/h 3 4 1:33,77 228,124 km/h 1:33,07 229,840 km/h 4 5 1:33,43 228,954 km/h 1:33,16 229,618 km/h 5 6 1:33,27 229,347 km/h 1:33,22 229,470 km/h 6 7 1:33,88 227,857 km/h 1:33,39 229,052 km/h 7 8 1:34,55 226,242 km/h 1:33,64 228,441 km/h 8 9 1:34,57 226,194 km/h 1:33,76 228,148 km/h 9 10 1:35,04 225,076 km/h 1:34,17 227,155 km/h 10 11 1:34,57 226,194 km/h 1:34,33 226,770 km/h 11 12 1:34,50 226,362 km/h 1:34,35 226,722 km/h 12 13 1:34,63 226,051 km/h 1:35,12 224,886 km/h 13 14 1:35,67 223,594 km/h 1:34,86 225,503 km/h 14 15 1:34,93 225,337 km/h 1:34,87 225,479 km/h 15 16 1:35,53 223,921 km/h 1:35,10 224,934 km/h 16 17 1:36,07 222,663 km/h 1:35,21 224,674 km/h 17 18 1:35,69 223,547 km/h 1:35,29 224,485 km/h 18 19 1:36,56 221,533 km/h 1:35,40 224,226 km/h 19 20 1:36,08 222,639 km/h 1:35,53 223,921 km/h 20 21 1:35,56 223,851 km/h 1:36,22 222,316 km/h 21 22 1:36,01 222,802 km/h 1:35,61 223,734 km/h 22 23 1:35,67 223,594 km/h 1:36,00 222,825 km/h 23 24 1:36,20 222,362 km/h 1:35,71 223,500 km/h 24 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Lammers und Mass an der Qualifikation. 1:37,42 219,577 km/h 1:36,04 222,732 km/h – DNQ keine Zeit – keine Zeit – – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 54 0 1:26:15,73 2 1:33,58 (54.) 2 54 0 + 0,82 3 1:33,42 (54.) 3 54 0 + 19,36 4 1:34,80 (35.) 4 54 0 + 42,02 5 1:34,55 (46.) 5 54 0 + 1:02,81 7 1:35,45 (48.) 6 54 0 + 1:14,97 9 1:35,54 (43.) 7 54 0 + 1:33,41 12 1:35,88 (46.) 8 53 1 + 1 Runde 15 1:35,74 (45.) 9 53 3 + 1 Runde 1 1:32,53 (50.) 10 53 0 + 1 Runde 14 1:35,93 (50.) 11 53 0 + 1 Runde 23 1:35,95 (50.) 12 53 0 + 1 Runde 16 1:37,10 (45.) 13 53 1 + 1 Runde 22 1:35,14 (52.) 14 53 0 + 1 Runde 18 1:36,46 (22.) 15 52 0 + 2 Runden 20 1:38,51 (46.) 16 52 1 + 2 Runden 11 1:36,02 (44.) – 40 0 DNF 24 1:36,61 (22.) – 34 0 DNF 21 1:37,09 (20.) – 28 0 DNF 8 1:35,63 (27.) – 25 0 DNF 13 1:38,12 (22.) – 25 2 DNF 6 1:37,27 (11.) – 23 1 DNF 19 1:38,05 (13.) – 12 0 DNF 10 1:38,48 (6.) – 6 0 DNF 17 1:40,72 (6.)
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten fünf Ergebnisse aus den ersten sieben Rennen und die besten fünf Ergebnisse aus den letzten sieben Rennen. In der Konstrukteurswertung wurden alle Resultate gewertet.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Williams-Ford 47 2 Brabham-Ford 363 Williams-Ford 30 4 Ligier-Ford 285Renault 236Ligier-Ford 23 7 Renault 9 8Arrows-Ford 79Lotus-Ford 7 10Tyrrell-Ford 611Fittipaldi-Ford 512Fittipaldi-Ford 413Arrows-Ford 414Tyrrell-Ford 415McLaren-Ford 416Alfa Romeo 4 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte17Ferrari 418McLaren-Ford 319Ferrari 220Lotus-Ford 021Brabham-Ford 022ATS-Ford 0 23Brabham-Ford 024Ensign-Ford 025Williams-Ford 026ATS-Ford / Ensign-Ford 027Shadow-Ford 0–Osella-Ford 0 – †Alfa Romeo 0–Ensign-Ford 0–Lotus-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 772 513 364 325 11 6 107 98 7 Pos. Konstrukteur Punkte9 710 611 412 013 014 0– 0 Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
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