Das Computerspiel Black Mesa (ursprünglich Black Mesa: Source) ist ein Fan-Remake des 1998 veröffentlichten Ego-Shooters Half-Life. Der Titel bezieht sich auf den fiktiven, geheimen Forschungskomplex Black Mesa, den der Spieler in Half-Life erkundet.
Das Spiel wurde anfangs von einer Mod-Gruppe um Carlos „cman2k“ Montero entwickelt und erstmals am 14. September 2012 veröffentlicht. Die ursprüngliche Version ist kostenlos erhältlich und setzt kein Hauptspiel voraus, lediglich das (ebenfalls kostenlose) Source SDK 2007 muss installiert sein.Black Mesa Download und Installationstipps
Am 5. Mai 2015 wurde eine weiterentwickelte Version des Spiels als eigenständiger Early-Access-Titel kostenpflichtig auf Steam angeboten, knapp 5 Jahre später erschien Version 1.0 des Spiels, womit die Early-Access-Phase verlassen wurde.
Die Sprache (Tonausgabe) des Spiels ist englisch, Übersetzungen von Oberfläche und Untertiteln sind jedoch für zahlreiche weitere Sprachen (inkl. deutsch) enthalten.
Handlung Wie in Half-Life schlüpft der Spieler in die Rolle des Physikers Dr. Gordon Freeman, der in dem namensgebenden unterirdischen Forschungskomplex Black Mesa arbeitet und dort ein Experiment mit außerirdischen Kristallen durchführt. Dabei kommt es zu einem Unglück das die Einrichtung teilweise zerstört und dazu führt, dass Horden fremdartiger Kreaturen in der Forschungsstation erscheinen. Es herrscht Chaos in Black Mesa und Fluchtwege sind versperrt, sodass Freeman in seinem hochentwickelten Schutzanzug zur Oberfläche geschickt wird, um Hilfe zu holen. Freeman wird hierbei im weiteren Verlauf nicht nur mit aggressiven Aliens konfrontiert, sondern auch mit dem Militär und Einheiten eines Spezialkommandos, die die Alieninvasion eindämmen sollen und den Auftrag haben, alles Lebendige zu töten.
Schließlich trifft Freeman auf Wissenschaftler, die ein Portal zur Herkunftswelt der Aliens öffnen. Freeman erhält den Auftrag, die Alienwelt zu betreten und das dortige Portal zu schließen, um die Invasion zu beenden. Der in Half-Life häufig kritisierte Handlungsverlauf in der Alienwelt Xen wurde in Black Mesa komplett neu gestaltet und nach langer Entwicklungszeit schließlich im Dezember 2019 veröffentlicht.
Kapitel Wie Half-Life ist Black Mesa in mehrere Kapitel unterteilt. Der Übergang zwischen den Levels bzw. Kapiteln ist dabei fließend, das heißt das Spiel wird (bis auf wenige Ausnahmen) vom Spieler in Echtzeit erlebt und nicht von Zwischensequenzen unterbrochen und der Spieler kann prinzipiell auch in vorherige Levels zurückkehren, sofern dies nicht explizit durch entsprechendes Leveldesign verhindert wird. Black Mesa besteht dabei aus den folgenden Kapiteln:
Black Mesa Inbound: Der Physiker Gordon Freeman kommt verspätet mit der Bahn zu seiner Arbeitsstelle in den Laboren in Sektor C. In diesem wenig interaktiven Kapitel, das eher als Vorspann agiert, bekommt der Spieler einen ersten Eindruck von dem Komplex, der innerhalb einer alten Raketentestanlage gebaut wurde. Anomalous Materials: Freeman verlässt die Bahn, legt seinen Schutzanzug an und bekommt den Auftrag, eine einzigartige Probe eines Kristalls von unbekannter Herkunft im „Anti-Massenspektrometer“ zu untersuchen. Beim Experiment geht etwas schief, es gibt eine Explosion und Freeman verliert kurz das Bewusstsein. Überall in der Forschungsstation materialisieren sich außerirdische Wesen, die Freeman und das andere Personal angreifen. Hierbei handelt es sich zunächst um verschiedene tierähnliche Wesen, später auch um mehrere Typen intelligenter humanoider Aliens. Unforeseen Consequences: Freeman verlässt das Labor und stellt fest, dass viele seiner Kollegen tot sind. Da die Telefone ausgefallen sind, geben die überlebenden Wissenschaftler ihm den Auftrag, zur Oberfläche zu gehen, und Hilfe zu holen. Da auch das Bahnsystem zerstört wurde, muss sich Freeman durch den anliegenden Sektor B kämpfen, welcher nun von außerirdischen Kreaturen überrannt wird. Office Complex: Freeman erreicht einen Bürokomplex und trifft auf mehrere Wissenschaftler und Wachmänner, die sich dort vor den Aliens verschanzt haben. Es gibt Hinweise, dass das Militär demnächst eintreffen soll, um die Lage unter Kontrolle zu bringen, Freeman soll sich aber trotzdem zur Oberfläche begeben. „We’ve Got Hostiles“: Freeman erkennt schnell, dass die Soldaten auf ihn und die anderen Wissenschaftler schießen, statt sie zu retten, und offenbar den Vorfall vertuschen sollen. Als Freeman kurze Zeit später tatsächlich die Oberfläche erreicht, muss er feststellen, dass die Forschungsstation schon mit Militär überflutet ist, sodass er aufgrund von Beschuss und Artillerie-Angriffen gezwungen wird, in den Untergrund zurückzukehren. Hier erfährt er von einem Wissenschaftler, dass er sich zum Lambda-Komplex im Sektor F auf der gegenüberliegenden Seite der Forschungsstation begeben soll, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Blast Pit: Um zum Sektor F zu kommen soll Freeman ein altes stillgelegtes Schienensystem unter dem Forschungskomplex nutzen, aber zuvor muss er sich durch eine alte Raketentest-Anlage kämpfen, in die sich ein riesiges tentakelartiges Alien eingenistet hat. Freeman kann das Alien schließlich töten, indem er das Raketentriebwerk zündet. Power Up: Freeman erreicht das Schienensystem, muss zuvor aber einen größeren Umweg gehen, um den Generator einzuschalten, um die Stromversorgung herzustellen. Freeman nutzt den Strom, um ein riesiges Alien zu töten und beginnt dann seine Fahrt mit der Transportbahn. On A Rail: Freeman erfährt von einem Wachmann, dass er einen Satelliten in den Weltraum schießen soll, um die Effekte des Experiments umzukehren und die Alien-Angriffe zu stoppen und fährt daher mit der Bahn Richtung Startrampe. Dort angekommen trifft er auf heftigen Widerstand vom Militär. Nachdem der Raketenstart gelungen ist, setzt Freeman seine Fahrt mit der Bahn fort. Apprehension: Als sein Zug entgleist, muss Freeman aus einem überfluteten Bereich der Forschungsstation entkommen, wo er unter anderem auf aggressive fischartige Aliens trifft. Freeman, der dem Militär immer wieder entkommen ist, wird zunehmend vom Militär gehasst. Schließlich trifft er auf Einheiten eines Spezialkommandos. Am Ende des Kapitels wird Freeman in einem Hinterhalt von Soldaten überwältigt und weggetragen. Residue Processing: Freeman findet sich ohne Waffen in einer laufenden Müllpresse wieder, kann sich daraus gerade noch rechtzeitig befreien und muss auf seinem weiteren Weg eine alte Abfallverarbeitungsanlage mit zahlreichen Chemikalienbehältern, Pressen, Öfen und anderen Gefahren durchqueren. Questionable Ethics: Freeman findet einen geheimen Teil der Forschungsstation und entdeckt, dass Wissenschaftler schon lange vor dem Zwischenfall Aliens und außerirdische Materialien untersucht und Experimente mit ihnen durchgeführt haben. Surface Tension: Freeman erreicht wieder die Oberfläche und stellt fest, dass dort nun Kriegszustand herrscht. Zunehmend scheinen die Aliens gezielter und mit immer größeren und stärkeren Einheiten anzugreifen und dem Militär, das nun mit Panzern und anderem schweren Gerät eingetroffen ist, inzwischen schwere Verluste zuzufügen. Forget About Freeman: Da das Militär gegen die Aliens keine Chance mehr sieht und auch Freeman nicht gefasst oder getötet werden konnte, zieht sich das Militär unter heftigen Artillerie-Angriffen zurück. Freeman flüchtet aufgrund der Bombardierung wieder in den Untergrund und muss dort gegen zahlreiche Aliens und Reste des Militärs kämpfen. Lambda Core: Freeman erreicht schließlich den Lambda-Komplex, in dem offensichtlich mit Teleporter-Technologie experimentiert wurde. Nachdem er einen Reaktor starten konnte, trifft Freeman auf einige Wissenschaftler, die sich erfolgreich verschanzt haben und ihm mitteilen, dass der Raketenstart den Angriff nicht stoppen konnte, da ein extrem mächtiges Wesen auf der anderen Seite das Portal offen hält, sodass Freeman sich in die Alien-Welt begeben soll, um es zu töten und das Portal zu schließen. Die Wissenschaftler starten einen Teleporter in die andere Welt und Freeman springt hinein. Xen: Freeman kommt in der Alienwelt Xen an, die aus mehreren im Weltraum schwebenden „Inseln“ verschiedenster Größe besteht und umfangreiche außerirdische Flora und Fauna enthält. Anhand ihrer Hinterlassenschaften ist deutlich zu sehen, dass Menschen das Gebiet schon früher intensiv erforscht haben. Freeman muss sich durch die Dschungel-artige Alien-Landschaft kämpfen und wird dabei von den bekannten Aliens attackiert, die hier anscheinend wild leben. Gonarch’s Lair: Freeman kämpft sich nun durch ein riesiges, eher karges Höhlensystem, wo er immer wieder auf den Gonarch trifft, ein sehr widerstandsfähiges Alien, das hier als eine Art Endgegner fungiert. Interloper: Freeman trifft auf eine riesige von Aliens betriebene Fabrik, wo enorme Mengen von Alien-Soldaten am Fließband produziert werden. Es wird außerdem offensichtlich, dass nicht nur die Menschen Xen analysiert haben, sondern die Menschen und ihre Hinterlassenschaften ebenso von den Aliens studiert wurden. Ebenso wird deutlich, dass manche der Aliens von anderen Aliens versklavt und telepathisch kontrolliert werden. Nihilanth: Freeman muss gegen den Nihilanth kämpfen, den sehr mächtigen Endgegner des Spiels, der die anderen Xen-Kreaturen telepathisch kontrollieren kann und auch in der Lage ist, Teleporter zur Erde zu öffnen. Endgame: Der G-Man, ein mysteriöser Mann, den der Spieler schon im früheren Spielverlauf entdecken konnte, bietet Freeman an, für ihn zu arbeiten. Dies ist eine Überleitung der Handlung zu Half-Life 2. Danach startet der Abspann.
Neuerungen Während die grundsätzliche Handlung auf der Erde sowie die Aliens und Waffen ohne wesentliche Änderungen aus Half-Life übernommen wurden, gibt es in Black Mesa einige Detailverbesserungen. Neben deutlichen Verbesserungen bei der Grafikdarstellung (Texturen, Grafikmodelle, Sounds, Licht- und Schatteneffekte und Reflexionen), erlaubt die neue Physik-Engine neue Arten von Puzzles, bei denen (wie in Half-Life 2) physikalische Rätsel gelöst werden müssen oder z. B. über Kabel elektrische Verbindungen hergestellt bzw. unterbrochen werden müssen. Außerdem wurden die Skriptsequenzen (also z. B. die Interaktionen mit den befreundeten Wissenschaftlern oder Kampfsequenzen) durch überarbeitete Dialoge und verbesserte Mimiken und Animationen deutlich realitätsnaher. Als neue Funktionen kann man Handgranaten nun wahlweise werfen oder rollen; der Revolver besitzt eine Zielmarkierung und man kann Bengalfackeln einsetzen.
Die einzelnen Kapitel orientieren sich inhaltlich an Half-Life, sind jedoch unterschiedlich originalgetreu umgesetzt worden. So wurden die Zugfahrten im Kapitel On A Rail beispielsweise stark gekürzt und der Fokus mehr auf den Kampf an der Startrampe gelegt. Viele Kapitel (wie Surface Tension) besitzen nun neue und deutlich weitläufigere Außenbereiche. Einige Rätsel wurden intuitiver gestaltet und einige Kampfsequenzen wurden reduziert, sodass z. B. in Surface Tension der Fokus mehr auf den beobachteten (eskalierenden) Kampfhandlungen zwischen Aliens und Militär liegt und der Spieler selbst nicht mehr im ursprünglichen Umfang gegen Übermengen an Gegnern kämpfen muss.