Bad Wimsbach-Neydharting ist eine Marktgemeinde und ein Kurort in Oberösterreich im Bezirk Wels-Land mit Einwohnern (Stand ). mini|Neydhartinger Moor mini|Naturschutzgebiet Almauen mini|Blühende Kastanienallee
Geografie Bad Wimsbach-Neydharting liegt auf 387 m Höhe im Hausruckviertel oder Traunviertel.
Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 5,5 km, von West nach Ost 7,9 km. Die Gesamtfläche beträgt 24,3 km². 18,5 % der Fläche sind bewaldet, 71,2 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Au, Bachloh, Bergham, Kößlwang, Neydharting und Wimsbach.
Die Gemeinde war bis 2012 Teil des Gerichtsbezirks Lambach und gehört seit dem 1. Jänner 2013 zum Gerichtsbezirk Wels.
Nachbargemeinden
Geschichte Ortsgeschichte Bereits zur Hallstattzeit gab es eine Höhensiedlung auf dem Waschenberg innerhalb des von Alm und Traun gebildeten Mündungswinkels.Manfred Pertlwieser: Die hallstattzeitliche Höhensiedlung auf dem Waschenberg bei Bad Wimsbach-Neydharting, politischer Bezirk Wels, Oberösterreich. I. Teil: Die Anlage. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 114a, Linz 1969, S. 29–48 ().
Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.
Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.
Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Im Jahr 1954 erfolgte per Gemeinderatsbeschluss die Umbenennung der Marktgemeinde Wimsbach in Bad Wimsbach-Neydharting. Die Namensänderung sollte den Kurort mit dem Heil- und Moorbad hervorheben.
Einwohnerentwicklung
1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 2.300 Einwohner, 2001 dann 2.360 und der Höchststand wurde 2021 mit 2.568 Menschen erreicht.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Neydharting mini|Schloss Wimsbach mini|Pfarrkirche Bad Wimsbach-Neydharting mini|Filialkirche Wim mini|Hackenschmiede
Katholische Pfarrkirche Bad Wimsbach-Neydharting hl. Stephan: Die barocke Landkirche wurde in den Jahren von 1688 bis 1691 unter Verwendung von Teilen der gotischen Vorgängerkirche von Carlo Antonio Carlone erbaut. Der Hochaltar von 1692 stammt aus der Werkstatt des Passauer Bildhauers Johann Matthias Högenwald. Der Kreuzweg aus der Werkstatt des Welser Malers Wolfgang Andreas Heindl (1693–1757) ist ungewöhnlicherweise gegen den Uhrzeigersinn gestaltet. Katholische Filialkirche Wim hl. Thomas von Canterbury Katholische Filialkirche Kößlwang hl. Georg: gotisch mit wertvoller Georgsstatue Marktplatz und Ortskern mit Bürgerhäusern wasserkraftgetriebene Hackenschmiede (eine der ältesten vollständig funktionstüchtigen Hackenschmieden Europas) Moorbad Neydharting (Jugendstilbau) im Kurgelände Freilichtmuseum, Jungschützendenkmal, Neydhartinger Moor (Naturschutzgebiet) Naturschutzgebiet Almauen Villa Rustica (römische Ausgrabungsstätte) im „Freydhofholz“Hermann Vetters: Die villa rustica von Wimsbach. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 97, Linz 1950, S. 87–109 (). Schloss Neydharting Schloss Wimsbach und Schlosspark 300 Meter lange Kastanienallee (einzigartig) Ausblicke von Kösslwang, Bachloh und der Wim (hier sieht man die gesamte oberösterreichische Alpenkette) 50 sakrale Kleindenkmäler (Kapellen, Bildstöcke, …)
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr Das Gemeindegebiet wird in Nord-Süd-Richtung von der Lokalbahn Lambach–Vorchdorf-Eggenberg samt mehreren Stationen durchquert.
Sport SK Bad Wimsbach 1933: Im Jahre 1933 wurde der Sport Klub Wimsbach gegründet und wird in sieben Sektionen unterteilt. Fußball (1933), Schi (1970), Turnen (1970), Knitteln (1972), Tennis (1979), Schützen (1982) und Stockschützen (1983).
Politik mini|Marktgemeindeamt Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2003 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 12 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2009 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 9 SPÖ und 2 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 5 SPÖ und 4 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich 2021 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP, 5 SPÖ und 3 FPÖ.Ergebnisse Gemeinderatwahl 2021 auf der Website der Gemeinde Bad Wimsbach-Neydharting, aufgerufen am 19. November 2025
Bürgermeister
bis 2009 Walter Schindlauer (ÖVP) seit 2009 Erwin Stürzlinger (ÖVP)
Wappen 60px|ohne Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: Von Rot und Blau durch einen silbernen, mit drei silbernen Federbüschen besetzten Balken erhöht geteilt; unten ein goldenes, mit einem schwarzen Drudenfuß belegtes Badeschaff. Die Gemeindefarben sind Blau-Weiß-Rot.
Die beiden Teile des 1982 verliehenen Wappens vermitteln durch ihre Bilder sowohl den 1954 festgelegten Doppelnamen als auch Vergangenheit und Gegenwart der Marktgemeinde. Balken und Federbüsche sind dem (älteren) Wappen der Aspan von Liechtenhaag entnommen, die von 1446 bis zum Erlöschen der männlichen Linie mit dem kinderlosen Ableben des Hanns Joachim Aspan im Jahre 1645 im Besitz der Herrschaft Wimsbach waren. Das Badeschaff bezieht sich auf den Kurbetrieb im Moorbad Neydharting; das in einem Zug gezeichnete, fünfsternförmige Pentagramm ist ein altes, magisches, Unheil abwehrendes Heilszeichen, schon bei den Pythagoräern Allegorie der leiblich-seelischen Harmonie und, davon ausgehend, auch Symbol der Gesundheit.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde
Franz Hafferl (1857–1925), Ingenieur und Unternehmer Wolfgang Stropek (* 1945), Motorradrennfahrer Wolfgang Jung (* 1948), Politiker (FPÖ) und Offizier Roswitha Bauer (* 1959), Politikerin (SPÖ)
Personen mit Bezug zur Gemeinde
Gabriele Kutschera (* 1950), Metallkünstlerin Günter Tolar (* 1939), Schauspieler, Fernsehmoderator und Autor
Literatur
Ferdinand Schütz: Bad Wimsbach-Neydharting. Von der Steinzeit, der Bronze- und Hallstätterzeit über das Mittelalter zum heutigen Kurort. Gemeinde und Kurkommission, Bad Wimsbach-Neydharting 1972. Hubert Mistlberger: Bad Wimsbach-Neydharting. Geschichte unseres Marktes. 1491–1991, 500 Jahre Markt Bad Wimsbach Neydharting. Marktgemeinde, Bad Wimsbach-Neydharting 1990. Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Bad Wimsbach-Neydharting. Endbericht. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich. 2007, S. 1–60 (). Eduard Beninger: Die urnenfelderzeitliche Abschnittsbefestigung auf dem Waschenberg bei Wimsbach. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Jahrgang 100, Linz 1955, S. 127–136 ().
Weblinks
Folder Kulturbegleiter Bad Wimsbach-Neydharting (PDF-Datei; 401 kB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Salzkammergut Kategorie:Oberösterreichische Voralpen WimsbachNeydharting Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Alm Kategorie:Ager-Traun-Terrassen Kategorie:Traun-Enns-Riedelland