mini|Siegelmarke Adl. Dominium Corben Krasnoflotskoje (, deutsch Korben, früher Corben) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Selenogradsk im Rajon Selenogradsk.
Geographische Lage Das Dorf liegt im historischen Ostpreußen, etwa neun Kilometer südlich des Ostsee-Badeorts Selenogradsk (Cranz) und 18 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kaliningrad (Königsberg).
Geschichte Das früher KorbenOrtsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Korben genannte Gutsdorf wurde im Jahre 1405 gegründetKrasnoflotskoje - Korben bei ostpreussen.net. Der Name Curwin/Cuwerin stammt wohl von „Curwis“ = „Ochse“. Um 1450 erhielt das Gut als Sitz der prußischen Familie Kariothe eingeschränkte adlige Rechte. Eigentumsnachfolger war Andreas Gnadkowius, dessen letzter Erbe das Gut an den Oberstleutnant von Klitzing verkaufte.
Im Jahre 1777 wurde das Gut Domäne. Besitzer war der Etatminister und Kanzler Friedrich Alexander von Korff. Letzter Eigentümer war Gutsbesitzer Siebert.
Im Jahre 1874 wurde der Gutsbezirk Korben in den neu errichteten Amtsbezirk LaptauRolf Jehke, Amtsbezirk Laptau (heute russisch: Muromskoje) eingegliedert. Er gehörte zum Landkreis Fischhausen im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 hatte Korben 108 Einwohner.
Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Korben einen Flächeninhalt von 278 Hektar und 95 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 127 Einwohner. Am 1. Januar 1929 verlor Korben seine Eigenständigkeit, als es sich mit Mollehnen (heute russisch: Kaschtanowka) und Trentitten (Saizewo) zur neuen Landgemeinde Trentitten zusammenschloss und nun zudem in den Amtsbezirk SchugstenRolf Jehke, Amtsbezirk Schugsten/Fritzen (Berjosowka) umgegliedert wurde.
Im Jahr 1945 gehörte Korben mit Trentitten zum Kreis Samland im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Korben mit Trentitten zusammen mit der nördlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion besatzungsrechtlich unter eigene Verwaltung genommen. Der Ort erhielt im Jahr 1947 die russische Bezeichnung Krasnoflotskoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Melnikowski selski Sowet im Rajon Primorsk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Später gelangte der Ort in den Muromski selski Sowet. Von 2005 bis 2015 gehörte Krasnoflotowskoje zur Landgemeinde Kowrowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Selenogradsk. Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – adliges Gut mit fünf Feuerstellen (Haushaltungen), zum Hauptamt Fischhausen gehörig, im Besitz des Staatsministers und Kanzlers v. Korff befindlichJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen – Erster Theil welcher die Topographie von Ost-Preussen enthält, Königsberg und Leipzig 1785; Volständige Topographie vom Ost-Preußischen Cammer-Departement, S. 30 (Google Books). 1818 62 adliges Gut, zum Kirchspiel Laptau gehörigAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 385, Ziffer 4155 (Google Books). 1831 98 adliges Gut mit 951 Morgen altem Land, wozu später noch 731 Morgen Domänenforstland kamen, einschließlich des Abbaus Tirrhaus;Leopold Krug: Die Preussische Monarchie; topographisch, statistisch und wirthschaftlich dargestellt. Nach amtlichen Quellen. Teil I: Provinz Preussen. Berlin 1833, S. 126, Ziffer 30 (Google Books). nach anderen Angaben Gut mit sechs Häusern und 94 Einwohnern, zum Kirchspiel Laptau gehörigGeorg Friedrich Krause: Handbuch zu dem Atlas von Preußen in 27 Karten; oder: geographisch-statistisch-topographische Beschreibung der preußischen Mönarchie. Zweite Hälfte: Verzeichniß sämmtlicher Städte, Flecken, Dörfer, Weiler, Vorwerke etc. der Monarchie. Band I: A – E, Müller, Erfurt 1835, S. 581 (Google Books). 1852 92 GutTopographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 100 (Google Books). 1858 89 Gut mit fünf Häusern und 1092 Morgen Land, sämtlich Evangelische, zum evangelischen Kirchspiel Laptau gehörigAdolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 66, Ziffer 46 (Google Books). 1864 96 am 3. Dezember, Gutsbezirk mit 1092,56 Morgen Land Preußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Königsberg. Königliche Staatsdruckerei, Berlin 1866, 11. Kreis Königsberg, S. 2–9, Ziffer 36 (Google Books). 1867 92 am 3. Dezember, Gutsbezirk 1871 87 am 1. Dezember, Gutsbezirk, sämtlich EvangelischeKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 22–23, Ziffer 181 (Google Books). 1885 91 am 1. Dezember, Gutsbezirk, darunter 90 Evangelische und eine katholische PersonKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen. I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888, S. 28–29, Ziffer 215 (Google Books). 1890 112 am 1. Dezember, GutsbezirkKönigliches statistisches Bureau: Viehstandslexikon für den preußischen Staat – I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1894, S. 11, Ziffer 205 (Google Books). 1895 89 am 2. Dezember, sämtlich EvangelischeKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen – Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 und anderer amtlicher Quellen. I. Provinz Ostpreußen, S. 24–25, Ziffer 202 (Google Books). 1910 108 am 1. Dezember, RittergutKorben, Rittergut, Kreis Fischhausen, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Korben (meyersgaz.org). 1925 127 am 16. Juni, GutsbezirkKurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1928, S. 344–477, insbesondere S. 371, 3. Kreis Fischhausen, Ziffer 49 (Google Books).
Ordenshof Reuschenhof Der Reuschenhof war Verwaltungsmittelpunkt des Kammeramts Natangen war die „curia Nathamgyn“ in der Hochmeister Dietrich von Altenburg 341 vier Urkunden ausstellte. Noch im 14. Jahrhundert bürgerte sich für den Hof der Name Reuschenhof ein, erstmals 1389 belegt. Der Reuschenhof lag am nördlichen Ende von Rosenberg etwa 250 m vom Haff entfernt. Ein dortiges Wohnhaus hieß im Volksmund Reinischenhof. Jedoch wurde auch das Vorwerk Reinischenhof mit dem Ordenshof identifiziert. von 1405 bis 1414 wurden hier Bauarbeiten durchgeführt So wurden 1405 fünf Mark ausgegeben um das Haus zu decken. Der Kämmerer des Hofes war ein Pruße, der seine Leute zu Diensten einteilte und Streitigkeiten schlichtete. Hier befand sich auch der Richtplatz. Man unterschied das Fastengericht, das Sommergericht am Margaretentag und das Herbstgericht zu Martini. Zu diesen Terminen kamen Ordensritter oder sogar der Komtur aus Balga. Nur wenige Kämmerer sind namentlich bekannt, so ein Hennico Liow 364, Erasmus 146, Lircho. Nach dem Ende des Dreizehnjährigen Kriegs wurde der Name zu Reschen Kammeramt. Im Jahr 1493 verlor der Reuschenhof seine Bestimmung und wurde an die Gröbel übertragen.Emil Johannes Guttzeit: Natangen: Landschaft und Geschichte : gesammelte Beiträge, 1977, Kapitel Ordenshöfe im westlichen Natangen, S. 163–169
Kirche Die Bevölkerung Korbens vor 1945 war überwiegend evangelischer Konfession. Der Ort war in das Kirchspiel Laptau (heute russisch: Muromskoje) eingepfarrt, das zum Kirchenkreis Königsberg-Land II innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Krasnoflotskoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Selenogradsk (Cranz), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad (russisch/deutsch) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Verkehr Krasnoflotskoje ist zu erreichen über eine Stichstraße, die von Kaschtanowka (Mollehnen) an der russischen Fernstraße A 191 (ehemalige deutsche Reichsstraße 128) direkt in den Ort führt.
Kaschtanowka ist auch die nächste Bahnstation und liegt an der Bahnstrecke Kaliningrad–Selenogradsk–Pionerski (Königsberg–Cranz–Neukuhren).
Persönlichkeiten Fritz Brüderlein (1886–1945), deutscher Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft
Literatur Korben, Rittergut, Landkreis Fischhausen, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Korben (meyersgaz.org).
Weblinks Amtsbezirk Laptau (Territorial.de) Krasnoflotskoje auf bankgorodov.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Selenogradsk Kategorie:Samland