Die Bennington, auch USS Bennington (Kennungen: CV-20/CVA-20/CVS-20), war ein Flugzeugträger der US-amerikanischen Marine. Das 1944 in Dienst genommene Schiff gehörte der aus insgesamt 24 Einheiten bestehenden Essex-Klasse an und kam in der Endphase des Zweiten Weltkrieges auf dem Pazifischen Kriegsschauplatz zum Einsatz. Die Bennington war das zweite Schiff in der Geschichte der US-Marine, das diesen Namen trug; Namensgeber war die Schlacht von Bennington. Der Bau des Flugzeugträgers wurde am 15. Dezember 1941 vom Kongress der Vereinigten Staaten autorisiert, und genau ein Jahr später, am 15. Dezember 1942, wurde die Bennington als zwölftes Schiff ihrer Klasse auf der New York Naval Shipyard in New York City (US-Bundesstaat New York) auf Kiel gelegt. Nach dem Stapellauf am 26. Februar 1944 erfolgte am 6. August 1944 die Indienststellung. Der Träger überstand den Krieg und blieb noch bis 1970 im aktiven Dienst, unter anderem kam er auch im Rahmen des Vietnamkrieges zum Einsatz. Erst im Jahr 1994 erfolgte schließlich die Verschrottung. Die Baukosten beliefen sich 1944 auf rund 77 Millionen US-Dollar, was inflationsbereinigt heutzutage (2025) rund 1,4 Milliarden US-Dollar entspräche. Erster Kommandant der Bennington war Captain James B. Sykes.

Technische Details, Umbauten und Modifikationen

Die Bennington war bei der Indienstnahme maximal 265,78 m lang und 44,93 m breit (Breite des Flugdecks). Die Breite auf Höhe der Wasserlinie lag bei 28,35 m. Dies sind die ursprünglichen Parameter aus dem Jahre 1944 – diese Daten sind auch im nebenstehenden Informationsblock genutzt. Im Verlauf seiner Dienstzeit wurde der Flugzeugträger indessen mehrfach umgebaut und umklassifiziert, wobei sich die technischen Parameter leicht veränderten.

Nach einer zeitweiligen Versetzung des Schiffes in die Flottenreserve, erfolgte zwischen Oktober 1950 und November 1952 ein erster Umbau, der die maximale Wasserverdrängung der Bennington auf 40.600 ts anhob. Dieser Umbau im Rahmen des sogenannten SCB-27A-Programms ließ die maximale Länge auf 273,74 m und die Breite des Flugdecks auf 46,25 m anwachsen. Zudem kamen neue und leistungsfähigere Flugzeugkatapulte des Typs H-8 an Bord, welche Flugzeuge von bis zu 20 Tonnen Masse und damit auch die neu eingeführten Strahlflugzeuge der ersten Generation starten konnten. Ferner erhielt die Bennington stärkere Flugzeugaufzüge und Strahlabweiser für Jettriebwerke, zusätzliche Klimaanlagen sowie neue Munitionsaufzüge. Die vor und achtern der Insel in Zwillingsturmschilden aufgestellten 12,7-cm-Geschütze Mark 12 L/38 wurden demontiert und durch 28 7,62-cm-Geschütze Mark 33 L/50 in 14 Doppellafetten ersetzt. Diese Kanonen ersetzten zudem alle leichten 4-cm- und 2-cm-Oerlikon-Flugabwehrkanonen. Da im Rahmen dieser Modifikationen die maximale Wasserverdrängung um etwa 11 % angestiegen war, die Maschinenanlage indessen jedoch unverändert geblieben war, sank die Höchstgeschwindigkeit des Trägers auf etwa 31,7 kn (knapp 59 km/h). Nach dem Abschluss der Umbauarbeiten erhielt die nun als sogenannter Angriffsträger klassifizierte Bennington die neue Kennung CVA-20. Da sich nun neue und größere Strahlflugzeuge an Bord befanden, sank die Zahl der mitgeführten Flugzeuge von rund 100 auf etwa 70. mini|Die Bennington mit Winkeldeck nach dem SCB-125-Programm (um 1965)

Zwischen Juni 1954 und April 1955 wurde die Bennington bei der New York Naval Shipyard einem erneuten Umbau unterzogen (SCB-125-Programm), wobei der Flugzeugträger ein neues Winkeldeck erhielt. Zudem wurde der hintere und vormals zentral im Deck liegende Flugzeugaufzug an die Steuerbordseite des Flugdecks versetzt (etwa 60 m hinter der Insel). Diese Umbauarbeiten ließen die Wasserverdrängung nochmals leicht ansteigen, so dass die Maximalverdrängung um 1955 nun bei knapp 44.000 ts lag. Während die Länge mit 271,27 m kaum verändert wurde, betrug die Gesamtbreite infolge des neuen Winkeldecks nach dem Umbau 59,74 m (April 1955). Obgleich noch als Angriffsträger mit der Kennung CVA-20 klassifiziert, wurde die Bennington ab dem 30. Juni 1959 als Flugzeugträger für die U-Boot-Jagd eingesetzt und erhielt infolgedessen ab 1959 die neue Kennung CVS-20. Die Zahl der mitgeführten Flugzeuge lag ab dieser Zeit bei etwa 50 bis maximal 70 Maschinen. Nach diesen zahlreichen Modifikationen lag die Besatzungsstärke ab etwa Ende der 1950er Jahre bei etwa 2.300 Mann.

Flugzeugausstattung

Nach der Indienstnahme 1944 bestand die sogenannte Carrier Air Group an Bord der Bennington (Carrier Air Group 82) aus vier Bomberstaffeln (VB-82), ausgestattet mit Sturzkampfbombern des Typs Curtiss SB2C Helldiver, einer Staffel Torpedobomber (VT-82) mit Grumman TBF sowie drei Jagdstaffeln (VF-82). Während eine dieser Staffeln zur US-Marine gehörte und mit Jagdflugzeugen des Typs Grumman F6F Hellcat ausgerüstet war, gehörten zwei Staffeln (VMF-112 und VMF-123) zum United States Marine Corps und flogen teilweise Maschinen vom Typ F4U Corsair. Die höchste Anzahl an Flugzeugen an Bord der Bennington wurde im März 1945 erreicht (102 Maschinen, darunter 18 F4U).

Etwa ab Beginn der 1950er Jahre waren auf der nun als Angriffsträger klassifizierten und eingesetzten Bennington je eine Staffel Jagdbomber North American FJ3 Fury, Grumman F9F Cougar und McDonnell F2H Banshee sowie Douglas A-1 stationiert. Dazu kamen noch eine Staffel zweimotoriger Bomber North American AJ-2 Savage, die auch als Atomwaffenträger konzipiert waren, sowie Frühwarnflugzeuge und Aufklärer des Typs F9F-8P (eine Sonderausführung der Grumman F9F). Für Rettungs-, Bergungs- und Transportaufgaben standen ferner zwölf Hubschrauber Sikorsky H-19 Chickasaw zur Verfügung. Mitte der 1950er Jahre wurden auch Flugzeuge der Muster Vought F-8 Crusader, Douglas A-4 und F11 Tiger, die einen Teil der zuvor eingesetzten und teils bereits veralteten Strahlflugzeuge der ersten Generation sowie die AJ-2-Bomber ablösten, von Bord der Bennington aus eingesetzt.

Nach 1960, nach der Umklassifizierung der Bennington zu einem U-Jagd-Träger, befanden sich zwei Staffeln S2F Tracker-U-Jagd-Flugzeuge und zunächst eine Staffel Sikorsky SH-34-Hubschrauber an Bord. Später wurden diese Helikopter durch Maschinen des Typs Sikorsky SH-3A Sea King ersetzt.

Einsatzzeit

Nach der Indienststellung wurde die Bennington zunächst vor der US-Ostküste und in der Karibik einer rund drei Monate dauernden Test- und Erprobungsphase unterzogen. Im Dezember 1944 erfolgte schließlich die Detachierung des Flugzeugträgers zur US-Pazifikflotte. Nachdem am 21. Dezember 1944 der Panamakanal passiert worden war, erreichte die Bennington am 8. Januar 1945 Pearl Harbor.

Pazifikkrieg 1945

Ab dem 8. Februar 1945 operierte die zur Task Force (TF) 58 (Vizeadmiral Marc Andrew Mitscher) abkommandierte Bennington, als Teil der untergeordneten Task Group (TG) 58.1 (Konteradmiral Joseph J. Clark), vom Ulithi-Atoll aus und nahm zwischen dem 10. und dem 18. Februar 1945 am ersten großen Angriff der Flugzeugträger der TF 58 gegen das Gebiet und das Umland von Tokio teil. Diese Attacken sollten unter anderem die zu dieser Zeit anlaufende US-Offensive gegen Iwojima unterstützen. Innerhalb von acht Tagen flogen Flugzeuge der TF 58 dabei 2.761 Einsätze.

Maschinen der Bennington beteiligten sich dabei erstmals am 16. Februar 1945 an den Angriffen. Insgesamt flog die Carrier Air Group 82 des Trägers an diesem Tag 41 Einsätze, wobei unter anderem eine Curtiss Helldiver mit zwei Besatzungsmitgliedern (wahrscheinlich über dem Flugplatz Mikatagahara auf Honshū durch Jagdabwehr), eine F4U Corsair (über der Bucht von Tokio, ebenfalls durch Jagdabwehr) und eine Grumman TBF (über Chichi-jima, vermutlich durch Flakfeuer) in Verlust gerieten. Die schwersten Verluste an diesem Tag traten ein, als eine Gruppe von sieben F6F Hellcat der Air Group 82 über der Bucht von Tokio auf eine zahlenmäßig überlegene Formation von japanischen Jagdflugzeugen stieß, unter diesen befand sich auch das japanische Fliegerass Kaneyoshi Muto in einer Kawanishi N1K, und vier Maschinen verlor.Barrett Tillman: Whirlwind: The Air War Against Japan 1942–1945. Simon & Schuster. New York (NY) 2010, S. 117. Zwei US-Piloten kamen dabei ums Leben, die beiden anderen gerieten in Gefangenschaft. Im Gegenzug konnten durch die Air Group 82 an diesem 16. Februar 1945 mindestens 13 japanische Flugzeuge sowie drei kleinere Patrouillenboote zerstört werden.

Ab dem 20. Februar 1945 flogen Flugzeuge der Bennington Luftnahunterstützung gegen japanische Ziele auf Iwojima, wo am 19. Februar die Landung amerikanischer Truppen begonnen hatte. Bis zum 23. Februar wurden dabei 63 Einsätze geflogen, wobei unter anderem die 4.000. Landung eines Flugzeuges auf der Bennington (inklusive aller Übungs- und Manöverlandungen) verzeichnet werden konnte. Zwischen dem 18. und dem 23. März 1945 unternahmen Maschinen der Bennington erneut Angriffe gegen japanische Flugplätze auf Kyūshū und Honshū sowie auf Schiffsziele in der Seto-Inlandsee. Während dieser Missionen wurden bis Ende März 1945 mindestens 18 japanische Flugzeuge abgeschossen und weitere 39 am Boden zerstört. Die Bennington stand dabei zeitweise nur etwa 80 Seemeilen von der japanischen Küste entfernt. Die Verluste der Carrier Air Group 82 waren hierbei nur sehr gering; lediglich eine Helldiver des Trägers wurde am 18. März nahe Kanoya von japanischem Flakfeuer getroffen und abgeschossen. Beide Besatzungsangehörige der SB2C überlebten und kehrten nach dem Krieg wieder in die USA zurück.

Ab dem 1. April 1945 wurde die Bennington in die Schlacht um Okinawa miteinbezogen, wobei die Jagdflugzeuge des Trägers bis zum 6. April und ohne eigene Verluste mindestens 31 japanische Flugzeuge, zumeist Kamikaze-Maschinen, abschießen konnten. Am 7. April 1945 beteiligten sich Flugzeuge der Bennington zudem an der Abwehr des letzten operativen Vorstoßes der japanischen Flotte gegen Okinawa. Dabei versenkten beinahe 400 Trägerflugzeuge der TF 58 das Schlachtschiff Yamato, den Leichten Kreuzer Yahagi und vier Zerstörer, wobei über 3.500 japanische Seeleute den Tod fanden.

mini|Das im Taifun beschädigte Flugdeck der Bennington (Juni 1945)

In der Folgezeit, bis Ende Mai 1945, griffen Flugzeuge der Bennington in regelmäßigen Abständen in die Landkämpfe auf Okinawa ein. Am 5. Juni 1945 indessen geriet der Flugzeugträger, mittlerweile Teil der TG 38.1 (nachdem die TF 58 in TF 38 umbenannt worden war), südöstlich von Okinawa in einen starken Taifun (auch als „Typhoon Connie“ bezeichnet).Ingo Bauernfeind: U.S. Aircraft Carriers 1939–45. Casemate Publishers. Philadelphia (PA) 2021, S. 54. Fast alle Schiffe der TG 38.1 erlitten mehr oder minder starke Beschädigungen. Die Bennington selbst, die sich Windgeschwindigkeiten von bis zu 60 Knoten (rund 111 km/h) ausgesetzt sah, musste erhebliche Schäden hinnehmen, unter anderem wurde durch Seeschlag das zu beiden Seiten über den Bug hinausragende Flugdeck um etwa 9 m nach unten gebogen, wodurch auch die Flugzeugkatapulte nicht mehr nutzbar waren. Der Träger wurde infolgedessen am 12. Juni 1945 durch den Flugzeugträger Bon Homme Richard abgelöst und nach Leyte beordert, wo bis Anfang Juli 1945 die notwendigen Reparaturen stattfanden.

In der Endphase des Pazifikkrieges griffen Flugzeuge der Bennington von Mitte Juli bis Anfang August 1945 nochmals Ziele auf den japanischen Mutterinseln an. Während der Unterzeichnung der Kapitulation Japans am 2. September 1945 an Bord des amerikanischen Schlachtschiffes Missouri in der Bucht von Tokio, überflogen in einer Machtdemonstration mehr als 1.500 Trägerflugzeuge, angeführt von Maschinen der Bennington, das Schlachtschiff und die dort versammelten US-Seestreitkräfte.

Dienstzeit von 1946 bis 1954