mini|Kirche St. Oswald
Mäbenberg (fränkisch: MämberchE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 44. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „męmbęɘχ“.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 383.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Georgensgmünd im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Mäbenberg hat eine Fläche von 5,169 km². Sie ist in 810 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6381,10 m² haben.
Geografie Mäbenberg ist ein Straßendorf, dessen Häuser, dem Verlauf der Straße folgend, sich bogenförmig um einen weiten Wiesengrund sammeln. Das alte Zentrum des Ortes, wo das kleine Rittergut gelegen haben mag, kennzeichnet das 1489 erbaute ochsenblutrot gestrichene Kirchlein St. Oswald.Mäbenberg auf der Website georgensgmuend.de Im Ort entspringt der Rittersbach, ein linker Zufluss der Rednitz. Im Westen grenzt der Abenberger Wald an. 0,5 km westlich erhebt sich in diesem der Leitenberg (). Im Norden liegt das Waldgebiet „Breitenlohe“, im Osten das „Kappental“ und der „Eichenbühl“, im Südosten der „Ungerbühl“ und das Waldgebiet „Urläß“ und im Süden das Waldgebiet „Speck“.
Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Weinmannshof (1,8 km nordöstlich), Rittersbach (1,4 km östlich) und Georgensgmünd (3,1 km südlich) jeweils zur Staatsstraße 2224. Weitere Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Untersteinbach ob Gmünd zur Kreisstraße RH 9 (2,5 km südwestlich) und nach Asbach (1,1 km nördlich).
Geschichte Funde aus dem Jahre 1840 lassen darauf schließen, dass Mäbenberg bereits in der Bronzezeit eine Siedlung war. Der Bauer Matthias Kühnlein fand in diesem Jahr auf der damals als „Wolfsacker“ bezeichneten Flur einige bronzene Gegenstände, darunter ein mit einem Sandsteindeckel verschlossener tönerner Topf von ca. 30 cm Durchmesser. Er wurde ca. 1 m unter der Oberfläche gefunden. Folgende Gegenstände befanden sich darin: ein Bronzemesser, einige Bronzeringe, Gewandnadeln und Armreife. Auch Wolfszähne wurden in der Grube entdeckt. 1842 wurden die Funde nach Ansbach versendet und sind seitdem verschollen.
1182 wurde ein Otto von Makkenberg urkundlich erwähnt. Das Adelsgeschlecht hatte sich wie üblich nach dem Ort benannt, an dem es ansässig war. Somit ist dessen Erwähnung gleichzeitig die erste urkundliche Erwähnung des Ortes.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 383.Nach E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 44, F. Eigler: Schwabach, S. 177 und Mäbenberg Ersterwähnung um 1300 als „Maegenberch“. 1364 wurde der Ort „Magenberg“ genannt, von 1567 bis 1655 „Mamberg“, 1653 dann in der Form „Mabenberg“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Mago, der Personenname des Siedlungsgründers.E. Wagner: Schwabach, S. 44 f.
Die Herren von Megenberg waren Gefolgsleute der Herren von Abenberg. Sie erhielten ihr Lehen ab 1300 von den Nürnberger Burggrafen. Ab dem 15. Jahrhundert lebte kein Adel mehr in Mäbenberg und das Rittergut befand sich in bäuerlichem Besitz.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Mäbenberg 28 Anwesen (4 Ganzhöfe, 3 Halbhöfe, 9 Köblergüter, 1 Gut mit Tafernwirtschaft, 1 Gut mit Schmiede, 9 Gütlein, 1 Ziegelhütte). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte die Altschell’sche Rentenverwaltung, die Teil des Ritterkantons Altmühl war. Neben den Anwesen gab es noch die Kirche St. Oswald und ein Gemeindehirtenhaus.F. Eigler: Schwabach, S. 404 f. Im Jahre 1801 gab es im Ort 26 Anwesen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 477.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Roth. 1806 kam Mäbenberg an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Rittersbach zugewiesen. 1811 entstand die Ruralgemeinde Mäbenberg, zu der Hämmerleinsmühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Pleinfeld (1858 in Landgericht Roth umbenannt) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Spalt (1919 in Finanzamt Spalt umbenannt). Die freiwillige Gerichtsbarkeit hatten jedoch bis 1848 die Patrimonialgerichte Mäbenberg I und II inne. Ab 1862 gehörte Mäbenberg zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Roth (1879 in Amtsgericht Roth umbenannt), seit 1970 ist das Amtsgericht Schwabach zuständig. Am 31. März 1910 wurde die Hämmerleinsmühle nach Georgensgmünd umgemeindet. 1932 wurde das Finanzamt Spalt aufgelöst. Seitdem gehörte Mäbenberg zum Finanzamt Schwabach.F. Eigler: Schwabach, S. 477. Die Gemeinde hatte bis 1952 eine Gebietsfläche von 5,170 km². 1964 hatte sie eine Gebietsfläche von 4,641 km². Am 1. Juni 1972 wurde Mäbenberg nach Georgensgmünd eingegliedert.
Der Druidenstein mini|Der Druidenstein
Der auffallende Sandsteinfelsen Druidenstein im Mäbenberger Wald, zwischen Abenberg und Georgensgmünd, wurde 1465 erstmals als markantes Flurzeichen „Hohlzeichen“ erwähnt. Sagen um den Felsen als Opferplatz keltischer Priester gaben dem Stein im 19. Jahrhundert seinen Namen. Die „Blutrinne“ und der „Königssitz“ kamen erst Anfang des 20. Jahrhunderts in den Stein. In alten Karten sind südlich des Steins einige Hügelgräber und eine keltische Siedlung verzeichnet, was auf eine eventuelle kultische Nutzung schließen lässt., Druidenstein
Baudenkmäler In Mäbenberg gibt es 15 Baudenkmäler: Abenberger Wald 2: Ehemaliges Wohnstallhaus Konrad-von-Megenberg-Str. 16, 18, 21, 28, 32, 33, 43, 45: Bauernhöfe Konrad-von-Megenberg-Str. 32: Hirtenhaus Konrad-von-Megenberg-Str. 35, 39, 44, 54: Hopfenscheunen Konrad-von-Megenberg-Str. 37: Ehemaliger Forsthof Konrad-von-Megenberg-Str. 50: St. Oswald, evangelisch-lutherische Kirche als spätgotische Chorturm-Anlage, 1489; mit Ausstattung Bildstock
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2012 2018 Einwohner 205 271 319 328 325 336 322 339 353 287 381 383 341 318 297 300 313 315 270 339 326 315 312 361 321 416 405 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2018 als Wohngebäude. 39 38 57 61 63 60 59 64 73 100 150 Quelle Mäbenberg: 190 Einwohner, 35 Feuerstellen; Hämmerleinsmühle (S. 35): 15 E., 4 F. Mäbenberg: 255 Einwohner, 37 Häuser; Hämmerleinsmühle: 16 E., 1 H. Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 269 Einwohner. Mäbenberg: 313 Einwohner; Hämmerleinsmühle: 12 E. Mäbenberg: 309 Einwohner; Hämmerleinsmühle: 13 E. Mäbenberg: 379 Einwohner, 59 Wohngebäude; Hämmerleinsmühle: 8 E., 2 Wgb. Mäbenberg: 333 Einwohner, 59 Wohngebäude; Hämmerleinsmühle: 8 E., 1 Wgb.
Religion Mäbenberg ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Maria (Rittersbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Jakobus (Abenberg) gepfarrt, heute ist die Pfarrei St. Wunibald (Georgensgmünd) zuständig.
Vereine Freiwillige Feuerwehr Mäbenberg (offizielle Gründung 1899)Freiwillige Feuerwehr, Mäbenberg Kerwaboum Mäbenberg (Gründung als Verein am 21. Mai 1993)Kerwaboum, Mäbenberg Soldaten- und Kameradschaftsverein Mäbenberg (Gründung 1923) Schützenverein Ludwigshöhe (Gründung 1964)
Wirtschaft Der Hopfenanbau führte im 19. Jahrhundert zu bescheidenem Wohlstand. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Mäbenberg eine Hochburg der Schindelmacher, von denen heute kein einziger übriggeblieben ist, der dieses alte Handwerk noch beherrscht.
Söhne und Töchter Konrad von Megenberg (1309–1374), Theologe und Gelehrter
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Georgensgmünd) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung 1182 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth