Die Salzkammergut Festwochen Gmunden sind ein ganzjährig stattfindendes Festival in der Stadt Gmunden im oberösterreichischen Salzkammergut. Das Festival findet über das Jahr verteilt statt, hat seinen Schwerpunkt im Sommer.
Gegründet 1987 besuchten 2022 20.000 Gäste die Festwochen, in der Spielsaison 2025/2026 wurde die 50.000 Besucher-Marke überschritten.
Zu den Spielstätten zählten u. a. Stadttheater Gmunden, Pfarrkirche Gmunden, Toscana Congress, Thomas-Bernhard-Haus, Kloster Traunkirchen, Hafen Frauscher, Villa Lanna, Hipp-Halle Gmunden, Kaiservilla Bad Ischl, MEZZO Ohlsdorf, Sägewerk Rumplmayr, Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, Papierfabrik Steyrermühl, Remise Gmunden, Toscana Park und der Stadtgarten Gmunden.
Geschichte Die Festwochen wollten 1987 mit den Gmundner Festwochen an die von Joseph M. Kotzky begründeten Theateraufführungen anknüpfen, die ab 1872 im Zeitraum von Juli bis September im dazu neu errichteten Stadttheater Gmunden stattfanden und der Unterhaltung des seinerzeit internationalen Kurpublikums dienten. Dazu wurden Schauspieler vorwiegend von Wiener Bühnen für Gastspiele engagiert.
1997 übernahm Jutta Skokan zunächst die Geschäftsführung und ab 1999 auch die künstlerische Leitung. Sie entwickelte aus den vorwiegend klassisch ausgerichteten Festwochen ein Mehrsparten-Festival mit einem Jahresbudget von 428.000 € (2012), bestehend u. a. aus Schauspiel, Musik, Literatur, bildender Kunst, Film und Performances sowie Diskussionsveranstaltungen, die verteilt auf zahlreiche Spielstätten in der Ferienregion Salzkammergut durchgeführt werden, u. a. in Altmünster, Traunkirchen, Ebensee, Bad Ischl, Ohlsdorf, Steyrermühl und Lindach.Gmünder: Von der Notwendigkeit des Festes im Salzkammergut, in Der Standard vom 18. Juli 2012
Europäische Kulturhauptstadt Bad Ischl & Salzkammergut 2024 mini|Installation von Gottfried Helnwein am Rathaus Gmunden (2024) Im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2024 waren die Salzkammergut Festwochen Gmunden mit vier Programmpunkten vertreten, darunter mit dem bereits 2021 gestarteten Projekt „Hausmusik Roas“ (initiiert von Franz Welser-Möst), „Briefgeheimnisse interaktiv – Einmal quer durch Europa und weiter“, sowie „Salzkammergut for Sale“.
Leitung Ab Mai 2019 war Christian Hieke künstlerischer Leiter (für die Programmierung war er ab dem Abgang von Jutta Skokan mit September 2018 verantwortlich) und Johanna Mitterbauer kaufmännische Leiterin der Salzkammergut Festwochen Gmunden.
Ab 2021 leitet die ehemalige Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann die Bereiche Literatur und Theater. Als künstlerischer Leiter der Sparte Musik wurde Bariton Rafael Fingerlos eingesetzt, der neue Formate, wie das Lied.Fest oder HERstage, einführte. Nach der Sommersaison 2026 wechselte Karin Bergmann in die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele. Nachfolgerin in Gmunden wurde die österreichische Schauspielerin Marie-Luise Stockinger.
Organisation Veranstalter der Salzkammergut Festwochen Gmunden ist seit 1993 der Gmundner Festspielverein.
Präsident, Geschäftsführung, Künstlerische Leitung Präsident Bernhard Wolfram, Gründungspräsident (1993) Harald Diemer, Präsident (bis 1997) Gerda Eder, Präsidentin (1998–2007, seither Ehrenpräsidentin) Martin Aistleitner (2007 bis dato) Geschäftsführer Elke Schuster, Obfrau, Geschäftsführerin (1993–1997) Christine Zemann, Obfrau, Geschäftsführerin (1997–2012) Johanna Mitterbauer, Obfrau (2012–2019), Geschäftsführerin (ab 2019)
Weblinks
Webpräsenz der Salzkammergut Festwochen Gmunden Rezensionen einzelnder Aufführungen „Ein Gmundner 'Reigen' für die Generation Wokeness“, DerStandard, 25. Juli 2022 „Die Gesichter des Begehrens und ihre Orgasmus-Fratzen“, OÖ Nachrichten, 25. Juli 2022 „Ohne Präliminarien zum Orgasmus“, nachtkritik, 24. Juli 2022 „Reigen“ in Gmunden: Ein „woker“ Schnitzler bringt #MeToo an den Traunsee, Kurier, 24. Juli 2022 „Theaterpremiere: 'Was geht mich deine Seele an?'“, Kronen Zeitung, 24. Juli 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Festival in Österreich Kategorie:Kunst (Oberösterreich) Kategorie:Gmunden Kategorie:Erstveranstaltung 1872