mini|hochkant|Der Hauptdarsteller Daniel Craig
Skyfall (von ‚Himmel‘ und ‚Fall‘, ‚Sturz‘) ist ein britischer Agententhriller. Darin wird der Geheimagent James Bond mit dem ehemaligen Geheimdienstmitglied Raoul Silva konfrontiert, der Bonds Vorgesetzte M töten will. Skyfall ist der 23. Film der originalen James-Bond-Reihe von Eon Productions. Er erschien zum 50. Jubiläum der Bond-Filmreihe und wurde am 23. Oktober 2012 in London uraufgeführt. Die deutschsprachige Premiere war am 30. Oktober 2012 in Berlin. Sam Mendes übernahm erstmals die Regie eines Bond-Films, während Daniel Craig zum dritten Mal die Hauptrolle spielte.
Der Film spielte über 1,1 Milliarden US-Dollar ein und damit ein Vielfaches seiner Produktionskosten. Er erhielt überwiegend positive Kritiken und wurde unter anderem mit zwei Oscars und einem Golden Globe prämiert.
Handlung Der britische MI6-Agent James Bond und seine Kollegin Eve Moneypenny verfolgen in der Türkei den Auftragsmörder Patrice, der eine Festplatte mit Geheimdaten entwendet hat. Damit könnten die Identitäten aller Agenten aufgedeckt werden, die in terroristische Organisationen eingeschleust wurden. Bond kann den Dieb auf dem Dach eines fahrenden Zuges stellen. Auf Drängen ihrer Vorgesetzten M schießt Eve auf Patrice, trifft jedoch Bond, der daraufhin vom Zug in einen Fluss fällt. Patrice kann mit der Festplatte entkommen, der vermisste Bond wird für tot erklärt.
Drei Monate später soll der Geheimdienstkoordinator Gareth Mallory die bisherige Chefin M wegen des Festplattenverlustes zum baldigen, ehrenhaften Rücktritt bewegen und in der Übergangszeit die Tätigkeiten des MI6 überwachen. Kurz darauf erschüttert ein Bombenanschlag das Hauptquartier des MI6. Bond, der den Sturz überlebt hat und untergetaucht war, kehrt daraufhin nach London zurück und meldet sich bei M zum Dienst. Trotz seiner schlechten Verfassung setzt sie ihn wieder ein und schickt ihn nach Shanghai, wo Patrice laut CIA-Informationen eintreffen wird.
In Shanghai angekommen, findet Bond Patrice und beobachtet ihn bei einem Attentat. Es kommt zu einem Kampf zwischen beiden, bei dem Patrice zu Tode stürzt, ohne Bond seinen Auftraggeber preiszugeben. Kurze Zeit später taucht im Internet ein Video auf, das die Identitäten von fünf Agenten enthüllt und für jede folgende Woche die Enttarnung fünf weiterer Agenten ankündigt. Der Spielchip eines Casinos, den Bond in der Ausrüstung von Patrice findet, führt ihn nach Macau. Als er dort den Chip in der Spielbank vorlegt, werden ihm für den von Patrice ausgeführten Mord vier Millionen Euro ausgezahlt. Sévérine, eine Frau, die schon bei dem Mordanschlag in Shanghai anwesend war, macht Andeutungen über den Drahtzieher, ihren Chef, den Bond für sie liquidieren soll. Nachdem Bond sich der Bewacher Sévérines entledigt hat, bringt sie ihn auf einer Segelyacht zu einer verlassenen Insel. Auf dem Weg dorthin werden sie von den Handlangern des unbekannten Drahtziehers gefangen genommen und zu ihm geführt. Es handelt sich um den Cyberterroristen Raoul Silva, der Bond eröffnet, er habe früher ebenfalls unter M für den MI6 gearbeitet. Bei einem Auftrag sei er vom chinesischen Geheimdienst gefasst und monatelang gefoltert worden, M aber habe ihn fallen lassen. Nun ist er auf Rache aus. Vor den Augen Bonds erschießt er Sévérine. Bond tötet daraufhin Silvas Wachen. Als Verstärkung für Bond auftaucht, kann dieser Silva festnehmen und ihn anschließend nach England bringen.
mini|hochkant|links|Zum letzten Mal verkörpert Judi Dench die Geheimdienstchefin „M“. Im Hauptquartier des MI6, inzwischen provisorisch in ehemaligen Bunkern des Londoner Undergroundnetzes eingerichtet, untersucht Q den Laptop von Silva. Ein spezielles Programm erhält so über das Netzwerk Zugang zum Sicherheitssystem und ermöglicht dem in einer Glaszelle festgehaltenen Silva die Flucht durch die Kanalisation. Bond erkennt, dass Silva alles so geplant hat, und nimmt die Verfolgung auf. Silva macht sich auf den Weg, um M zu töten, die sich in einer Anhörung durch die Innenministerin und den Geheimdienstausschuss befindet. Bond erscheint gerade noch rechtzeitig, kann gemeinsam mit Gareth Mallory und Eve den Angriff abwehren und mit M fliehen. Um vorläufig untertauchen zu können, bringt er sie in seine alte Heimat im schottischen Hochland. Zugleich lässt er Q eine unauffällige Fährte im Internet legen, die Silva dorthin locken soll.
Bond und M erreichen schließlich Skyfall, ein einsam stehendes Herrenhaus, in dem Bond seine Kindheit verbracht hat. Hier treffen sie den Wildhüter Kincade, der Bond nach dem Tod der Eltern aufgezogen hat. Zu dritt bereiten sie sich auf den bevorstehenden Angriff Silvas vor, indem sie das verlassene Anwesen unter anderem mit Sprengfallen präparieren.
Trotz schwacher und größtenteils improvisierter Bewaffnung können sie der Attacke von Silvas Vorhut standhalten. M wird dabei verwundet und flieht zusammen mit dem Wildhüter durch einen Geheimtunnel hinter einem Priesterloch. Silva greift nun selbst Skyfall an. Er lässt seine Männer vom Hubschrauber aus auf Bond feuern, der sich im Haus verschanzt hat. Mit Hilfe von Gasflaschen kann Bond den Hubschrauber sprengen, doch auch sein Elternhaus wird dabei zerstört. Er selbst kann durch den Tunnel entkommen. Bei einem Handgemenge mit einem von Silvas Männern brechen beide in einen zugefrorenen See ein, und Bond kann sich nur knapp retten. Silva verfolgt inzwischen M und den Wildhüter bis zu einer Kapelle. Hier versucht er, M zu zwingen, sich selbst und ihn mit einer Kugel gleichzeitig zu erschießen, als Bond auftaucht und Silva mit einem Messerwurf tötet. M erliegt kurz darauf in Bonds Armen ihren zuvor erlittenen Verletzungen.
Zurück in London, erhält Bond von Eve die Porzellan-Bulldogge, die M immer als Symbol britischer Beharrlichkeit auf ihrem Schreibtisch stehen hatte und ihm testamentarisch vermacht hat. Eve hat inzwischen Bonds Rat befolgt und sich in den Innendienst versetzen lassen. Hier managt sie jetzt das Vorzimmer des neuen M Gareth Mallory, der Bond zur Besprechung seines nächsten Auftrags empfängt.
Entstehungsgeschichte mini|links|hochkant|Erste Seite der endgültigen Version des Drehbuchs vom 15. August 2011 Vorproduktion Michael G. Wilson war zum 14. Mal in Folge Produzent der Reihe, seine Stiefschwester Barbara Broccoli zum neunten Mal in Folge Produzentin.
Bereits Ende 2008 arbeiteten die Drehbuchautoren Peter Morgan, Neal Purvis und Robert Wade an einem Treatment unter dem Titel Once Upon a Spy und lieferten es am 2. November 2009 aus. Der Text, der von einer zurückliegenden Indiskretion Ms in Russland handelt, die den Ruf des MI6 gefährden könnte, fand jedoch keine große Zustimmung bei den Produzenten und wurde verworfen. Im Jahr 2009 begannen Morgan, Purvis und Wade ein neues Drehbuch zu verfassen. Nachdem Morgan wegen einer Verzögerung der Arbeiten, begründet durch finanzielle Probleme des Filmstudios, ausgestiegen war, kam John Logan nachträglich ins Autorenteam.
mini|hochkant|Der Regisseur Sam Mendes bei der Premiere des Films Anfang 2010 wurde Sam Mendes offiziell als Regisseur des Films benannt. Hauptdarsteller Daniel Craig suchte sich den Regisseur selbst aus. Mendes hatte bereits klare Vorstellungen zur Handlung und gab den Drehbuchautoren die Direktive, dass sich die Handlung um Bond drehen sollte. Am 18. November 2010 wurde schließlich unter dem Titel Nothing Is Forever () von Purvis und Wade der erste vollständige Drehbuchentwurf geliefert, wobei bereits Elemente des späteren Films vorhanden waren. In dieser Fassung will Raoul Sousa, später in Silva umbenannt, in einer U-Bahn in Barcelona eine Bombe legen, die als Ablenkungsmanöver dient, um M in einen Unterschlupf bringen zu können und sie dort zu töten.
Zuvor meldeten die Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer am 18. April 2010 jedoch Insolvenz an, da sie im Vorjahr wegen der Finanzkrise 3,7 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht hatten. Aus diesem Grund wurde der Start der Dreharbeiten vorerst auf Eis gelegt. In einem Interview mit IGN gab David G. Wilson, Sohn des Produzenten Michael G. Wilson, am 7. Oktober 2010 bekannt, die Produktion laufe langsam wieder an. Zuvor planten die Produzenten Wilson und Broccoli noch einen Kinostart im Jahr 2011. Dies wurde möglich, indem das Studio in Sony Pictures einen Co-Produzenten fand, der bereit war, für den Erhalt von 50 Prozent der Filmrechte die Kosten für den Film zu übernehmen. Sony Pictures gab darüber hinaus bekannt, auch für den Nachfolgefilm in dieser Funktion zur Verfügung zu stehen.
Nach ersten Angaben sollte der Film ein Budget von zirka 135 Millionen US-Dollar haben. Später berichteten andere Quellen von einem Budget in Höhe von 150 Millionen, 200 Millionen oder 230 Millionen US-Dollar.
Zusätzlich erfolgte ein Großteil der Finanzierung über Produktplatzierung. So trinkt Bond, der bisher vor allem Wodka Martini bevorzugte, unter anderem ein Bier der Marke Heineken. Diese Veränderung entspreche laut der Produktionsfirma dem markigeren Männlichkeitsideal, das Daniel Craig vermittele. Sie wird von Craig selbst eher kritisch gesehen, gleichzeitig aber auch als finanziell notwendig gerechtfertigt. Skyfall löst damit Minority Report als Film mit dem höchsten Finanzierungsanteil durch Produktplatzierungen ab. Während es dort noch eine Summe von umgerechnet 17 Millionen Euro war, stand bei Skyfall etwa der doppelte Betrag zur Verfügung.
Für Lizenzverträge soll letztendlich mit Heineken ein Vertrag von 45 Millionen US-Dollar abgeschlossen worden sein, was unter dem Betrag der Verträge der beiden Vorgängerfilme läge. Im Gegenzug entstand unter anderem ein Werbespot mit Bérénice Marlohe, der grob auf der Handlung des Filmes aufbaut.
Im Mai 2011 wurde Roger Deakins als Kameramann verpflichtet, der bereits mit dem Regisseur Sam Mendes zusammengearbeitet hatte. Als Kostüm-Designerin fungierte Jany Temime. Sie stand vor der Schwierigkeit, einerseits den klassischen Stil aufrechtzuerhalten und andererseits Bond im Jahr 2012 spielen zu lassen.
Bis zur endgültigen Bekanntgabe des Titels wurde der Film entsprechend der fortlaufenden Nummer innerhalb der Filmserie von Eon als Bond 23 bzw. James Bond 23 bezeichnet. Nachdem bereits im August 2011 die Registrierung diverser Domains (unter anderem jamesbond-skyfall.com, skyfall-film.net oder skyfall-themovie.com) darauf hingedeutet hatte, wurde am 3. November desselben Jahres der offizielle Titel Skyfall bekannt gegeben.
Besetzung James Bond „M“ Raoul Silva Eve Moneypenny Gareth Mallory („M“) „Q“ Kincade Sévérine Bill Tanner „Patrice“ Clair Dowar Doktor Hall BBC-News-Moderator CNN-News-Moderator
Nach den Filmen Casino Royale (2006) und Ein Quantum Trost (2008) übernahm Daniel Craig zum dritten Mal die Rolle des Agenten James Bond. Obwohl er im Vorfeld der Dreharbeiten angekündigt hatte, dass der Film sein letzter Auftritt als Bond sein werde, änderte er während der Dreharbeiten seine Meinung und verpflichtete sich im September 2012, in zwei weiteren Filmen James Bond zu spielen.
Judi Dench verkörperte zum siebten und letzten Mal M, Geheimdienstchefin und Bonds Vorgesetzte. Ihr Nachfolger wird Ralph Fiennes, der in Skyfall sein Debüt als Geheimdienstkoordinator gab.
Die Rolle des Bösewichts Raoul Silva erhielt der Oscar-Preisträger Javier Bardem. Ihm war bereits bei Vorgängerfilmen angeboten worden, James Bond selbst zu verkörpern. Bardem hatte jedoch damals abgelehnt, da es seiner Meinung nach noch nicht der richtige Zeitpunkt war.
Im Juli 2011 wurde bekanntgegeben, dass Naomie Harris als vierte Darstellerin die Rolle der Sekretärin Miss Moneypenny übernehmen werde, die zunächst als Agentin tätig ist. Harris sagte damals, sie wolle alle Stunts selbst machen und trainiere daher dafür. Dennoch wurde sie für eine Verfolgungsjagd teilweise vom Rallye-Profi Mark Higgins gedoubelt. Im August desselben Jahres wurde veröffentlicht, dass Ben Whishaw für das Projekt verpflichtet worden sei und für die Rolle des neuen Q besetzt werde.