Die Wahl zum 10. Niedersächsischen Landtag fand am 21. März 1982 statt. Die CDU konnte ihren Stimmenanteil steigern und erreichte die absolute Mehrheit der Stimmen und Ernst Albrecht (CDU) blieb Ministerpräsident.
Ausgangslage Ernst Albrecht wurde 1976 mit Stimmen aus dem sozialliberalen Lager zum Ministerpräsidenten gewählt, obwohl sich die CDU im Landtag in der Opposition befand. Bei der folgenden Landtagswahl in Niedersachsen 1978 erreichte die CDU eine absolute Mehrheit der Mandate.
Der Wahlkampf 1982 stand im Zeichen der Agonie der sozialliberalen Koalition im Bund und der Wirtschaftskrise. Auch wenn die Bonner Koalition erst mit dem Rücktritt der liberalen Bundesminister am 17. September 1982 enden sollte, wurde bereits vor der Wahl intensiv über einen Koalitionsbruch diskutiert. Das Abrücken der SPD vom NATO-Doppelbeschluss und der Atomkraft war ein deutliches Zeichen für einen Linksruck der SPD, den Bundesregierung und F.D.P. nicht mitmachen wollten. Die Landtagswahl wurde daher als Vortest auf die folgende Bundestagswahl betrachtet.Jens Homann: Landtagswahlen und Bundespolitik in ihrer gegenseitigen Beeinflussung, 2005, ISBN 3-638-42768-4, online Die letzte Landtagswahl, die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 1981, war von der CDU deutlich gewonnen worden.
Die CDU trat mit Albrecht, die SPD mit Karl Ravens als Spitzenkandidaten an.
Parteien und Kandidaten
mini|Musterstimmzettel 1982, Wahlkreis 61 Lüchow-Dannenberg
Der Landeswahlausschuss ließ 515 Kreiswahlvorschläge von 11 Parteien und Einzelbewerber zu:Der Niedersachsächsische Landeswahlleiter, Presseinformation LW 82/10 zur Landtagswahl am 21.03.1982, Kreiswahlvorschläge - Musterstimmzettel, 5. März 1982 Nr. Partei/Einzelbewerber Kurzbezeichnung Zahl der Wahlkreisbewerber 1 Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 100 2 Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 100 3 Freie Demokratische Partei F.D.P. 100 4 Bürgerpartei/Umweltunion 1 5 Deutsche Kommunistische Partei DKP 90 6 DIE GRÜNEN GRÜNE 100 7 Europäische Arbeiterpartei EAP 10 8 Frauenpartei 5 9 Bund Westdeutscher Kommunisten BWK 4 10 Deutsche Friedens-Union DFU 3 11 Freie Union in Niedersachsen FU 1 12 Einzelbewerber 1 Gesamtzahl der zugelassenen Kreiswahlvorschläge 515
Ergebnisse Bei der Landtagswahl 1982 ergab sich folgendes Ergebnis: Partei Stimmen Anteilin %± (%) Direkt-man-date Sitze ± Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)2.118.13750,7 +2,08787 +4 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)1.526.34636,5−5,71363−9 Die Grünen (Grüne)273.3386,5 +2,6011 +11 Freie Demokratische Partei (FDP)246.9595,9 +1,7010 +10 Deutsche Kommunistische Partei (DKP)11.5520,3±0,000±0 Frauenpartei5860,0neu00neu Freie Union (FU)4440,0−0,300±0 Europäische Arbeiter-Partei (EAP)4270,0±0,000±0 Deutsche Friedens-Union (DFU)4250,0neu00neu Bürgerpartei/Umweltunion970,0neu00neu Bund Westdeutscher Kommunisten (BWK)800,0neu00neu Einzelbewerber1190,000 Gültig 4.178.510 99,3 Ungültig 28.422 0,7Gesamt4.206.932100,0100171+16 Wahlberechtigte/Wahlbeteiligung 5.412.370 77,7 −0,8
Die CDU erzielte bei dieser Wahl das historisch beste Ergebnis, welches eine Partei je bei Landtagswahlen in Niedersachsen erreichte. Hierbei erlangte sie 8 Überhangmandate. Dadurch und durch 8 Ausgleichsmandate (SPD 6, Grüne und FDP je 1) vergrößerte sich der Landtag von 155 auf 171 Sitze.
Folgen Die Regierung Albrecht wurde bestätigt und konnte mit absoluter Mehrheit weiterregieren.
Den Grünen gelang der Sprung in den Landtag. Damit waren die Grünen erstmals im Landtag eines Flächenlandes vertreten. Die bundespolitische Diskussion um das Ende der sozialliberalen Koalition wurde durch das relativ gute Abschneiden der F.D.P. befördert.
Gemäß der Infas-Wanderungsbilanz verlor die SPD Wähler in alle Richtungen: Die CDU gewann per saldo 55.000 Stimmen, die Grünen und die FDP jeweils rund 50.000 Stimmen von der SPD. 36.000 frühere SPD-Wähler gingen in das Lager der Nichtwähler verloren.Spiegel vom 29. März 1982: Klare Richtung: Weg von der SPD Siehe auch Liste der Mitglieder des Niedersächsischen Landtages (10. Wahlperiode) Literatur Claus A. Fischer (Hrsg.): Wahlhandbuch für die Bundesrepublik Deutschland. Daten zu Bundestags-, Landtags- und Europawahlen in der Bundesrepublik Deutschland, in den Ländern und in den Kreisen 1946–1989, 2. Halbband, Paderborn 1990.
Weblinks
wahlen-in-deutschland.de
Einzelnachweise
#1982 Niedersachsen Landtag Kategorie:Landtag (Niedersachsen) Kategorie:Niedersächsische Geschichte (20. Jahrhundert) Kategorie:Ernst Albrecht