mini|Ansicht von Homberg (2020) mini|Dorfgemeinschaftshaus (Alte Schule) Homberg ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rennerod an.
Geographische Lage Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Siegen und Limburg an der Lahn am hohen Homberg, an der Grenze zu Hessen. Etwa ein Kilometer westlich befindet sich die Breitenbachtalsperre, die den Breitenbach (östlicher Nister-Zufluss) aufstaut.
An Homberg grenzende Nachbarorte sind das bereits zu Hessen gehörende Driedorf (Ortsteile Waldaubach im Nordosten und Hohenroth im Osten) und die ebenfalls zur Verbandsgemeinde Rennerod gehörenden Ortsgemeinden Rehe im Südosten sowie Waigandshain und Nister-Möhrendorf im Nordwesten.
Geschichte Homberg wurde am 29. März 1256 als Hoimberch über dem Westerwald erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war wohl schon seit dem Mittelalter Teil des Kirchspiels Emmerichenhain und mit diesem der Herrschaft zum Westerwald. Um 1500 lebten im Ort sechs Familien. Die 1570 erstmals erwähnt Kapelle war 1645 nur noch eine Ruine. 1635 wütete die Pest und forderte große Opfer. Die Gemeinde kauft 1778 ein Haus zur Einrichtung einer Schule, 1848 wurde eine eigene Schule erbaut.
Im 18. Jahrhundert war Homberg dem Amt Rennerod des Hauses Nassau-Diez (später Oranien-Nassau) zugeordnet. Nach Zugehörigkeit zum kurzlebigen Großherzogtum Berg fiel der Ort an das Herzogtum Nassau, das von Preußen nach dem Deutschen Krieg im Jahr 1866 annektiert wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Homberg zur französischen Besatzungszone und wurde 1946 Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Homberg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Regionaldaten. Jahr Einwohner 1534 4 Vogtleute, 7 Nassau-Bailsteiner Eigenleute 1577 7 dienstpflichtige Häuser 1607 9 Mann 1643 4 1684 13 Häuser 1741 82 1782 116 1815 183 1835 205 1871 176 Jahr Einwohner 1905 159 1939 146 1950 146 1961 141 1970 158 1987 118 2005 158 2011 180 2017 174 Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Homberg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Stefan Flick wurde am 6. September 2024 Ortsbürgermeister von Homberg. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 76,0 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.
Flicks Vorgänger Michael Gräb hatte das Ehrenamt 1989 übernommen und kandidierte nach sechs Wiederwahlen und einer Amtszeit von 35 Jahren bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister.
Bei der konstituierenden Sitzung am 6. September wurden zudem zwei Beigeordnete durch den Gemeinderat gewählt.
Wappen
Wahlen
Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte zunächst die SPD bei Wahlen in Homberg. Mitte der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre lieferten sich SPD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bevor die CDU Ende der 1980er deutlich verlor. In den 1990er und 2000er Jahren gewann erneut die SPD, deren Ergebnisse seither aber stark zurückgingen. Bei einigen Wahlen in der jüngeren Vergangenheit lagen CDU und AfD vorn.
Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.
Ergebnisse im Detail (seit 1990) Landtagswahl 2026 19,4 % 17,6 % 15,7 % 1,9 % 28,7 % 6,5 % 8,3 % 1,9 % Bundestagswahl 2025 7,6 % 30,4 % 15,2 % 5,1 % 27,8 % 6,3 % 2,5 % 5,1 % Europawahl 2024 16,9 % 23,9 % 7,0 % 8,5 % 21,1 % 2,8 % 9,9 % 9,9 % Kreistagswahl 2024 18,4 % 21,4 % 11,2 % 0,0 % 19,4 % 6,1 % 4,1 % 19,4 % (FWG WW: 19,4 %) Bundestagswahl 2021 29,5 % 26,9 % 19,2 % 3,8 % 14,1 % 2,6 % 2,6 % 1,3 % Landtagswahl 2021 41,8 % 16,5 % 8,9 % 5,1 % 5,1 % 5,1 % 3,8 % 13,7 % (PARTEI: 5,1 %) Kreistagswahl 2019 22,6 % 22,6 % 10,7 % 1,2 % 23,8 % 7,1 % — 11,9 % Europawahl 2019 9,6 % 28,8 % 13,7 % 2,7 % 19,2 % 4,1 % 5,5 % 16,4 % (FAMILIE: 5,5 %) Bundestagswahl 2017 38,8 % 21,2 % 4,7 % 7,1 % 12,9 % 12,9 % 2,4 % 0,0 % Landtagswahl 2016 34,9 % 20,5 % 6,0 % 1,2 % 30,1 % 4,8 % 0,0 % 2,4 % Europawahl 2014 47,5 % 20,4 % 6,8 % 0,0 % 5,1 % 5,1 % 3,4 % 11,6 % (NPD: 5,1 %) Kreistagswahl 2014 58,6 % 24,3 % 5,7 % 0,0 % — 2,9 % — 8,6 % Bundestagswahl 2013 19,2 % 26,9 % 7,7 % 1,3 % 9,0 % 11,5 % 0,0 % 21,7 % (NPD: 6,4 %; ÖDP: 5,1 %; Pro D: 5,1 %; PIRATEN: 5,1 %) Landtagswahl 2011 52,9 % 8,6 % 17,1 % 1,4 % — 7,1 % 2,9 % 10,0 % Bundestagswahl 2009 38,6 % 11,4 % 8,6 % 10,0 % — 18,6 % — 12,9 % Europawahl 2009 38,3 % 16,7 % 18,3 % 6,7 % — 6,7 % — 13,3 % Kreistagswahl 2009 62,5 % 9,4 % 6,3 % 3,1 % — 6,3 % — 12,5 % Landtagswahl 2006 66,7 % 13,0 % 3,7 % 5,6 % — 1,9 % — 9,1 % (PBC: 5,6 %) Bundestagswahl 2005 41,5 % 18,3 % 13,4 % 7,3 % — 8,5 % — 10,9 % (PBC: 7,3 %) Europawahl 2004 32,3 % 20,0 % 13,8 % 10,8 % — 3,1 % — 20,0 % (PBC: 6,2 %) Kreistagswahl 2004 31,8 % 25,8 % 16,7 % 7,6 % — — — 18,2 % Bundestagswahl 2002 42,1 % 27,6 % 13,2 % 9,2 % — 5,3 % — 2,6 % Landtagswahl 2001 56,5 % 16,1 % 11,3 % 11,3 % — — — 4,8 % Europawahl 1999 44,8 % 32,8 % 10,3 % 5,2 % — 1,7 % — 5,2 % Bundestagswahl 1998 50,6 % 30,4 % 10,1 % 0,0 % — 0,0 % — 8,9 % Landtagswahl 1996 50,7 % 13,4 % 22,4 % 6,0 % — — — 7,5 % Bundestagswahl 1994 55,8 % 29,9 % 10,4 % 1,3 % — 0,0 % — 2,6 % Europawahl 1994 44,4 % 22,2 % 14,8 % 3,7 % — 0,0 % — 14,8 % (REP: 7,4 %) Landtagswahl 1991 52,8 % 30,2 % 5,7 % 7,5 % — — — 3,8 % Bundestagswahl 1990 42,4 % 37,3 % 6,8 % 10,2 % — — — 3,4 % Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Ergebnisse im Detail (1945–1989) Europawahl 1989 41,5 % 18,9 % 1,9 % 11,3 % — — — — 26,4 % (REP: 13,2 %; DVU: 7,5 %) Kreistagswahl 1989 61,0 % 22,2 % 3,9 % 5,6 % — — — — 7,3 % Bundestagswahl 1987 52,4 % 33,3 % 3,2 % 9,5 % 1,6 % — — — 0,0 % Landtagswahl 1987 51,1 % 35,6 % 6,7 % 4,4 % 0,0 % — — — 2,2 % Europawahl 1984 47,5 % 35,6 % 5,1 % 8,5 % 3,4 % — — — 0,0 % Kreistagswahl 1984 35,6 % 30,1 % 4,1 % — — — — — 30,1 % Bundestagswahl 1983 45,6 % 45,6 % 3,5 % 3,5 % 0,0 % — — — 1,8 % Landtagswahl 1983 44,6 % 46,4 % 1,8 % 3,6 % — — — — 3,6 % Bundestagswahl 1980 45,2 % 37,1 % 8,1 % 6,5 % 0,0 % — — — 3,2 % Europawahl 1979 47,8 % 42,0 % 5,8 % 1,4 % — — — — 2,9 % Kreistagswahl 1979 50,6 % 33,8 % 2,6 % — — — — — 13,0 % Landtagswahl 1979 50,9 % 45,3 % 1,9 % — 1,9 % — — — 0,0 % Bundestagswahl 1976 46,1 % 40,8 % 10,5 % — — 2,6 % — — 0,0 % Landtagswahl 1975 48,3 % 50,0 % 0,0 % — — 1,7 % — — 0,0 % Kreistagswahl 1974 51,6 % 37,5 % 10,9 % — — — — — — Bundestagswahl 1972 63,4 % 24,4 % 12,2 % — 0,0 % — — — 0,0 % Landtagswahl 1971 66,0 % 22,0 % 12,0 % — 0,0 % — — — 0,0 % Bundestagswahl 1969 64,2 % 28,3 % 3,8 % — 3,8 % — — — 0,0 % Kreistagswahl 1969 79,1 % 18,6 % 2,3 % — — — — — — Landtagswahl 1967 57,1 % 14,3 % 10,7 % — 14,3 % — — — 3,6 % Bundestagswahl 1965 41,9 % 32,3 % 9,7 % — 12,9 % — — — 3,2 % Kreistagswahl 1964 79,1 % 18,6 % 2,3 % — — — — — — Bundestagswahl 1961Voß, Julian: German Post-War Election Database (GPWED). Öffentliches Projekt. Center for Open Science, 2025. OSF. URL: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/RT83Y. 66,7 % 13,9 % 13,9 % — — — — — 5,6 % (DFU: 5,6 %) Bundestagswahl 1957Voß, Julian: German Post-War Election Database (GPWED). Öffentliches Projekt. Center for Open Science, 2025. OSF. URL: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/RT83Y. 35,9 % 38,5 % 15,4 % — — — 2,6 % 2,6 % 5,1 % Bundestagswahl 1953Voß, Julian: German Post-War Election Database (GPWED). Öffentliches Projekt. Center for Open Science, 2025. OSF. URL: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/RT83Y. 33,3 % 28,9 % 24,4 % — — 6,7 % 0,0 % 6,7 % 0,0 % Bundestagswahl 1949Voß, Julian: German Post-War Election Database (GPWED). Öffentliches Projekt. Center for Open Science, 2025. OSF. URL: https://doi.org/10.17605/OSF.IO/RT83Y. 47,6 % 9,5 % 38,1 % — — 4,8 % — — — Laut Angaben des Landeswahlleiters Rheinland-Pfalz liegen Wahlergebnisse im hauseigenen Archiv erst ab Mitte der 1960er-Jahre vor. Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen zwischen 1945 und 1989 Sitze errungen haben und in der Gemeinde mindestens eine Stimme bekommen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen. Bei Wahlen mit Erst- und Zweitstimmen sind jeweils die Zweitstimmen vermerkt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler In der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz sind als Kulturdenkmäler das Dorfgemeinschaftshaus (ehemalige Schule, errichtet um 1848/49) und in der Waigandshainer Straße ein Fachwerk-Quereinhaus aus dem 18./19. Jahrhundert ausgewiesen.
Regelmäßige Veranstaltungen Alljährlich zu Christi Himmelfahrt findet das Brunnenfest statt.
Verkehr Der Ort liegt an der K 40. Südlich der Gemeinde verläuft die B 255, die von Montabaur nach Herborn führt. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Herborn an der A 45 Dortmund–Hanau, etwa 20 Kilometer entfernt.
Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.
Persönlichkeiten Peter Schneider (* 30. Mai 1803 in Homberg, † im 19. Jahrhundert), Gutsbesitzer und Mitglied der Ersten Kammer der Landstände des Herzogtums Nassau.
Literatur
Weblinks
Internetpräsenz der Ortsgemeinde Homberg Informationen der Verbandsgemeinde Rennerod über die Ortsgemeinde Homberg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Ersterwähnung 1256