Die Emmer (früher lateinisch Ambriuna genannt) ist ein 61,8 km langer, südwestlicher und linksseitiger Nebenfluss der Weser in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (Deutschland). Entlang der Emmer verlaufen der Emmerweg und teilweise die Bahnstrecke Hannover–Altenbeken.
Name In frühmittelalterlichen Texten wird der Fluss als Ambra oder Embrine bezeichnet. Der Gewässername leitet sich vermutlich von germanisch am(a)-/ami- für 'natürlicher Wasserlauf' oder auch am(a)- mit der Bedeutung 'energisch vorgehen, anpacken' ab.
Geographie mini|links|Die Emmerquelle in Langeland
Quelle Die Emmer entspringt im Eggegebirge. Ihre Quelle befindet sich am Ostabhang des hohen Rehberges, nördlich eines östlichen Ausläufers namens Habichtsberg. Sie liegt in der Gemarkung Langeland der Stadt Bad Driburg, etwa einen Kilometer südwestlich der Ortslage Langeland.
Verlauf mini|Teilansicht des Emmerstausees vor dem Bau der Umflut im August 2005 mini|Umflut der Emmer um den Schiedersee im Juni 2016 Anfangs fließt die Emmer in nordöstliche Richtung und quert den Ort Langeland. In der Ortschaft Erpentrup nimmt der Fluss das Wasser des Breitenbachs auf und durchfließt die Gebiete der Städte Nieheim, Steinheim nach Schieder-Schwalenberg, wo sie direkt nordöstlich von Schieder nach Aufnahme der Diestel und Niese von 1983 bis 2015 zum Schiedersee gestaut wurde. Da der Schiedersee durch den Sedimenteintrag der Emmer zu verlanden drohte und zudem eine Wanderungsbarriere für Wassertiere darstellte, wurde von 2012 bis 2015 eine Umflut am Nordufer des Sees gebaut. Durch diese Umflut wird die Emmer seit Juni 2015 am Schiedersee vorbeigeleitet. Danach fließt die Emmer durch Lügde und Bad Pyrmont. Unweit ihrer Mündung in die Weser fließt die Emmer unmittelbar am Schloss Hämelschenburg vorbei und treibt dort das Mühlrad der historischen Mühle und eine moderne Turbine zur Stromgewinnung an. Zwischen Bodenwerder und Hameln und zwischen den Ortsteilen Emmern und Kirchohsen der Gemeinde Emmerthal mündet der Fluss schließlich nach 61,8 Kilometern auf einer Höhe von von links in die Weser. An der Mündung hat die Emmer eine mittlere Wasserführung von rund 7,7 m³/s.
Zuflüsse Liste einer Auswahl der Zuflüsse von der Quelle zur Mündung.
Voßbach, von rechts auf etwa nach Langeland, ca. 2,1 km und ca. 1,4 km² Breitenbach, von links auf etwa in Erpentrup, ca. 3,1 km und ca. 3,7 km² Fischbach, von links auf etwa vor Himmighausen, 5,6 km und 8,9 km² Mühlenbach oder Emmerkebach, von rechts auf etwa nach Oeynhausen, 9,0 km und 14,8 km² Beberbach oder Beber, von rechts auf etwa , 10,4 km und 37,1 km² Kabenwiesenbach, von links auf etwa bei Eichholz, 5,7 km und 3,0 km² Holmbach, von rechts auf etwa , 4,8 km und 7,3 km² Heubach, von links auf etwa in Steinheim, 17,6 km und 61,0 km² Napte, von links auf etwa bei Wöbbel, 10,7 km und 23,5 km² Ellernbach, von links auf etwa am Schloss in Wöbbel in den dortigen linken Mühlkanal, 2,6 km und 3,2 km² Diestel(bach), von links auf etwa vor Schieder, 11,3 km und 64,4 km² Niese, von rechts auf etwa bei Schieder, 25,7 km und 69,6 km² Steinbach, von rechts auf etwa in die Emmertalsperre, deren Abfluss auf etwa von rechts in die Emmer mündet Uhlensenbach, von links auf etwa Wörmke, von rechts auf etwa vor Lügde, ca. 10,5 km und 49,0 km² Dallensenbach, von rechts auf etwa in Lügde Eschenbach, von links auf etwa in Lügde Schledengraben, zuletzt im Mühlkanal Kleine Emmer, von rechts auf etwa in Lügde
Hambornbach, von links bei Bad Pyrmont Mühlenbach oder Tiefer Graben, von links bei Bad Pyrmont Hessenbach, von links bei Löwensen Deidevser Bach, von rechts bei Welsede Hohebach, von links vor Emmerthal
Ortschaften flussabwärts betrachtet
Hydrologie Das Einzugsgebiet der Emmer ist 535 km² groß. Es erstreckt sich mit einer größten Breite von rund 26 Kilometern und einer größten Länge von fast 40 Kilometern zwischen der Weser bei Emmern und dem Eggegebirge sowie dem Köterberg und der Blomberger Ortschaft Brüntrup. Davon entfallen 246 km² auf die Obere Emmer bis zur Einmündung des Heubachs, 142 km² auf den Mittellauf bis zur Niesemündung und 149 km² auf den Unterlauf.Hans-Martin Wienke: Die Emmer, ihr Einzugsgebiet und ihr Wasserhaushalt. In: Heimatland Lippe – Zeitschrift des Lippischen Heimatbundes. Detmold, Januar 1971, Seiten 6 und 8.
Der Abfluss der Emmer beträgt am Pegel Welsede in Emmerthal bei Niedrigwasser (MNQ) durchschnittlich 2,2 m³/s. Der mittlere Abfluss (MQ) beträgt 7,6 m³/s, der mittlere Hochwasserabfluss (MHQ) 38,4 m³/s und der Abfluss bei einem Jahrhunderthochwasser (HQ100) 229 m³/s.
Naturschutz Die Emmer steht mit ihrem Talraum unterhalb des Emmerstausee bis zur Mündung in die Weser vollständig unter Naturschutz. Der Abschnitt in Nordrhein-Westfalen wurde 1992 unter Naturschutz gestellt, der Abschnitt in Niedersachsen folgte 1994.
Nutzung mini|Alte Wassermühle am Schloss Hämelschenburg mini|Die Emmer vor dem Wasserkraftwerk bei Rischmade Wasserkraftwerke befinden sich entlang der Emmer in Steinheim, Wöbbel, Schieder (Wasserkraftwerk Emmer-Stausee) und in Bad Pyrmont. Auch in Welsede, Hämelschenburg und Emmerthal existieren Staustufen, die durch Turbinen Strom erzeugen.
Literatur Johannes Waldhoff: Die Emmer. Heimatverein Steinheim, Steinheim 1986.
Weblinks
Hochwasser-Aktionsplan Emmer Wasserkraftwerk Bad Pyrmont
Einzelnachweise
Kategorie:Eggegebirge