Der Große Preis von Belgien 1980 (offiziell XXXVIII Grote Prijs van Belgie) fand am 4. Mai auf dem Circuit Zolder in Zolder-Terlaemen statt und war das fünfte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1980.

Berichte Hintergrund Fünf Wochen lagen zwischen dem Großen Preis von Long Beach und dem Auftakt der Europa-Saison in Belgien. Während dieser Unterbrechung war das finanziell angeschlagene Team Shadow an Teddy Yip, den Gründer des Rennstalls Theodore Racing, verkauft worden.

Alain Prost kehrte nach mehrwöchiger, verletzungsbedingter Pause wieder ins Teilnehmerfeld zurück. Als Ersatz für Clay Regazzoni, der seit seinem Unfall in Long Beach querschnittsgelähmt war, engagierte das Team Ensign Racing den Formel-1-Neuling Tiff Needell, der somit zu seinem einzigen Grand-Prix-Einsatz kam.

Um Kosten zu sparen, hatten sich die beiden konkurrierenden Reifenhersteller Goodyear und Michelin darauf geeinigt, fortan keine speziellen Qualifikationsreifen mehr herzustellen.

Das italienische Team Merzario, das zu allen Weltmeisterschaftsläufen der Jahre 1978 und 1979 mit eigenen Konstruktionen angetreten war und seit Anfang 1980 nur noch in der Formel-2-Europameisterschaft an den Start ging, meldete sich mit dem Merzario M1, der eigentlich ein Formel-2-Auto war,David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945, Stuttgart 1993, ISBN 3-613-01477-7, S. 190. für den Großen Preis von Belgien. Frühe Meldelisten führen das Auto unter der Startnummer 24 für Arturo Merzario. Das Team zog die Meldung allerdings vor Beginn des Rennwochenendes zurück und erschien nicht in Belgien.

In der Fahrerwertung führten René Arnoux und Nelson Piquet mit fünf Punkten vor Alan Jones. In der Konstrukteurswertung führten Renault und Brabham mit drei Punkten vor Williams.

Mit Emerson Fittipaldi (zweimal), Mario Andretti und Jody Scheckter (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Jones sicherte sich am Freitag bei trockenen Bedingungen seine zweite Pole-Position des Jahres vor den beiden Ligier-Piloten Didier Pironi und Jacques Laffite. Der zweite Williams-Pilot Carlos Reutemann folgte auf dem vierten Platz vor den beiden Renault von Jean-Pierre Jabouille und Arnoux.

Da samstags aufgrund feuchter Streckenbedingungen keine Zeitverbesserungen zu erwarten waren, verzichteten einige Fahrer auf eine Teilnahme am zweiten Qualifikationstraining. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 16. September 2012)

Rennen Pironi beschleunigte Jones am Start aus und übernahm die Führung. Jabouille schied aufgrund eines Kupplungsdefektes aus.

Bis zur 17. Runde änderte sich an der Reihenfolge der ersten neun Piloten nichts. Dann fiel Arnoux nach dem missglückten Versuch, den Viertplatzierten Reutemann zu überholen, auf den zehnten Rang zurück und musste seinen fünften Platz Piquet überlassen. Dieser schied in der 33. Runde infolge eines Drehers aus. Nachdem Laffite seinen dritten Platz in Runde 38 an Reutemann verloren hatte, steuerte er die Box an, da er einen Bremsdefekt vermutete. Nachdem seine Mechaniker das Problem behoben hatten, kehrte er als 14. und somit zu diesem Zeitpunkt Vorletzter auf die Strecke zurück.

Pironi gewann vor Jones und Reutemann. Arnoux erreichte den vierten Platz knapp vor Jean-Pierre Jarier und Gilles Villeneuve.

Pironi war nach Piquet und Arnoux bereits der dritte Fahrer in jenem Jahr, der erstmals einen Grand Prix gewann.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Ferrari 312T5 Ferrari 015 3.0 F12 2 3 Tyrrell 010 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Brabham BT49 6 7 McLaren M29B 8 9 ATS D4 11 Lotus 81 12 14 Ensign N180 15 Renault RE20 Renault EF1 1.5 V6t 16 17 Shadow DN12 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 18 Shadow DN11 20 Fittipaldi F7 21 22 Alfa Romeo 179 Alfa Romeo 1260 3.0 V12 23 24 Merzario M1 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 25 Ligier JS11/15 26 27 Williams FW07B 28 29 Arrows A3 30 31 Osella FA1

Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:19,12 193,923 km/h 1:28,81 172,764 km/h 1 2 1:19,35 193,361 km/h 1:29,66 171,126 km/h 2 3 1:19,69 192,536 km/h 1:35,84 160,092 km/h 3 4 1:19,79 192,295 km/h keine Zeit – 4 5 1:19,89 192,054 km/h 1:31,14 168,348 km/h 5 6 1:19,89 192,054 km/h 1:34,11 163,035 km/h 6 7 1:20,23 191,240 km/h 1:36,48 159,030 km/h 7 8 1:20,96 189,516 km/h 1:40,83 152,169 km/h 8 9 1:21,36 188,584 km/h 1:29,71 171,031 km/h 9 10 1:21,45 188,376 km/h 1:39,73 153,847 km/h 10 11 1:21,51 188,237 km/h 1:37,52 157,334 km/h 11 12 1:21,54 188,168 km/h 1:34,50 162,362 km/h 12 13 1:21,55 188,145 km/h keine Zeit – 13 14 1:21,58 188,076 km/h 1:35,73 160,276 km/h 14 15 1:21,72 187,753 km/h 1:33,87 163,452 km/h 15 16 1:21,75 187,684 km/h 1:33,87 163,452 km/h 16 17 1:22,07 186,953 km/h 1:33,71 163,731 km/h 17 18 1:22,20 186,657 km/h 1:31,08 168,458 km/h 18 19 1:22,26 186,521 km/h 1:31,01 168,588 km/h 19 20 1:22,57 185,821 km/h 1:30,64 169,276 km/h 20 21 1:22,97 184,925 km/h 1:32,30 166,232 km/h 21 22 1:23,18 184,458 km/h keine Zeit – 22 23 1:23,50 183,751 km/h 1:33,97 163,278 km/h 23 24 1:24,22 182,180 km/h 1:46,09 144,624 km/h 24 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Lees, Kennedy und Cheever an der Qualifikation. 1:24,37 181,856 km/h keine Zeit – – DNQ 1:24,64 181,276 km/h keine Zeit – – DNQ keine Zeit – 1:40,06 153,340 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 72 0 1:38:46,51 2 1:20,94 (56.) 2 72 0 + 47,37 1 1:20,97 (54.) 3 72 0 + 1:24,12 4 1:22,35 (54.) 4 71 0 + 1 Runde 6 1:21,33 (63.) 5 71 0 + 1 Runde 9 1:22,25 (66.) 6 71 0 + 1 Runde 12 1:22,62 (46.) 7 71 0 + 1 Runde 21 1:22,34 (56.) 8 70 0 + 2 Runden 14 1:22,84 (32.) 9 70 0 + 2 Runden 11 1:23,62 (58.) 10 69 0 DNF 8 1:21,81 (68.) 11 68 1 + 4 Runden 3 1:20,88 (57.) 12 64 0 DNF 15 1:23,33 (36.) – 61 1 NC 20 1:23,48 (44.) – 58 0 DNF 16 1:21,89 (51.) – 41 0 DNF 17 1:24,06 (35.) – 38 2 DNF 10 1:23,51 (31.) – 32 0 DNF 7 1:22,51 (31.) – 29 0 DNF 19 1:24,89 (27.) – 16 0 DNF 24 1:26,16 (11.) – 12 0 DNF 23 1:26,83 (8.) – 11 0 DNF 18 1:24,18 (5.) – 5 0 DNF 22 1:27,06 (2.) – 1 0 DNF 13 1:38,00 (1.) – 1 0 DNF 5 1:44,38 (1.)

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten fünf Ergebnisse aus den ersten sieben Rennen und die besten fünf Ergebnisse aus den letzten sieben Rennen. In der Konstrukteurswertung wurden alle Resultate gewertet.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Renault 21 2 Williams-Ford 193Brabham-Ford 184Ligier-Ford 17 5 Arrows-Ford 7 6Lotus-Ford 6 7 Ligier-Ford 68 Williams-Ford 69Fittipaldi-Ford 4 10Fittipaldi-Ford 411Tyrrell-Ford 312McLaren-Ford 313McLaren-Ford 314Alfa Romeo 2 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte15Ferrari 216Tyrrell-Ford 217Arrows-Ford 118Ferrari 119Brabham-Ford 0 20ATS-Ford 021Ensign-Ford 022Renault 023Lotus-Ford 024ATS-Ford 025Shadow-Ford 0–Alfa Romeo 0 –Osella-Ford 0–Ensign-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 252 233 214 185 86 8 7 68 6 Pos. Konstrukteur Punkte9 510 311 212 013 014 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1980 Belgien Kategorie:Sportveranstaltung in Heusden-Zolder