Hörsching ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Linz-Land im Zentralraum mit Einwohnern (Stand ).
Geografie Hörsching liegt auf im oberösterreichischen Zentralraum. Die Ausdehnung des Gemeindegebietes beträgt von Nord nach Süd 5,1 km, von West nach Ost 6,7 km. Die Gesamtfläche beträgt 19,9 km². 8,6 % der Fläche sind bewaldet, 71,2 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.
Klima
Gemeindegliederung Die einzige Katastralgemeinde der Gemeinde heißt – aus historischen Gründen – Neubau. Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Zählsprengel sind Hörsching-Dorf, Hörsching-Fliegerhorst, Hörsching-Umgebung-Nord, Hörsching-Neubau, Hörsching-Umgebung-Süd und Fliegerhorstsiedlung.
Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Traun.
Nachbargemeinden
Geschichte Ortsgeschichte Die günstige Bodenlage und besonders die Nähe des Traunflusses waren wohl der Anlass, dass dieses Gebiet schon in der jüngeren Steinzeit ausgiebig besiedelt wurde. Das beweisen zahlreiche Funde aus dieser Epoche: in Rutzing ein Schuhleistenkeil, ein Gräberfeld mit 24 Körpergräbern samt Beigaben und einen zeitgleichen Wohnplatz nahe dem Gräberfeld.Martina Maria Reitberger: Die frühbronzezeitlichen Gräber von Holzleiten, Rudelsdorf III und Wagram auf der Welser Heide, OÖ. Diplomarbeit, Wien 2002. in der Latènesiedlung Neubau () Steinbeile in Haid ein Lochbeil in Holzleiten ein Körpergrab in Öhndorf einen Steinhammer Auch die folgenden Zeitepochen hinterließen fundierte Beweise. Dazu zählen die 88 frühbronzezeitlichen Hockergräber in HolzleitenMartina Reitberger: Die frühbronzezeitlichen Gräber von Holzleiten, KG Neubau, OÖ. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 147a, Linz 2002, S. 47 (). und die frühbronzezeitliche Gräbergruppe in Rudelsdorf.Martina Reitberger: Die frühbronzezeitliche Gräbergruppe Rudelsdorf III, KG Hörsching, OÖ. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 148a, Linz 2003, S. 19–45 ().
Bereits in der Römerzeit war Hörsching ein Garnisonsort. Beim Umbau der Kirche 1867 fand man alte Römerreliefs, und der Bau des heutigen Flughafens brachte Münzen, Kleinfunde und Körpergräber ans Tageslicht.
Das früheste Schriftzeugnis ist von 793Franz Pfeffer: Die Linzer Fernstraßen. In: Jahrbuch der Stadt Linz 1953. Linz 1954, S. 585 („Herigisinga“ datiert ins Jahr 793, ). und lautet „Herigisingon“ und bedeutet Siedlung des Herigis.
Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.
Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.
Seit 1918 gehörte der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau.
Der Fliegerhorst und die Kaserne wurden für die Luftwaffe der Wehrmacht errichtet. Der Spatenstich erfolgte durch Feldmarschall Hermann Göring am 13. Mai 1938 (gleichzeitig mit der Spatenstichfeier der Reichswerke Hermann Göring in Linz – später VÖEST).
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Hörsching zur amerikanischen Besatzungszone im besetzten Nachkriegsösterreich und zum wiederhergestellten Bundesland Oberösterreich. Von der amerikanischen Militärverwaltung wurde ein DP-Lager eingerichtet zur Unterbringung sogenannter Vertriebener. 1955 verließ der letzte amerikanische Soldat die Horstsiedlung.
Bevölkerungsentwicklung
2013 lebten in der Gemeinde Hörsching 5.847 Menschen, womit Hörsching die achtgrößte der 22 Gemeinden des Bezirks war. Ende 2001 waren 93,7 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Linz-Land 91,4 Prozent Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft), bis zum Jahresbeginn 2013 sank der Wert leicht auf 91,2 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Linz-Land 89,0 Prozent). Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde 517 Ausländer gezählt, die zu 94 Prozent aus Europa stammten. Das größte Kontingent stellten Menschen mit einer Staatsbürgerschaft aus dem ehemaligen Jugoslawien (ohne Slowenien), die alleine 23 Prozent aller Ausländer ausmachten. Aus der Türkei stammten 16 Prozent der Ausländer. Von der Hörschinger Bevölkerung waren 2013 927 im Ausland geboren. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 72,3 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 ProzentStatistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)), 9,8 Prozent waren evangelisch, 11,2 Prozent ohne Bekenntnis und 3,8 Prozent islamischen Glaubens.Statistik Austria Gemeindedaten von Hörsching
Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 etwa im Landesdurchschnitt. 17,0 Prozent der Einwohner von Hörsching waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen), 63,9 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 19,1 Prozent knapp unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Hörsching veränderte sich in der Folge in allen Segment. Der Anteil der unter 15-Jährigen sank per 1. Jänner 2013 leicht auf 14,9 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 68,4 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-Jährigen sank hingegen auf 16,7 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 40,9 Prozent der Einwohner von Hörsching ledig, 47,1 Prozent verheiratet, 6,2 Prozent verwitwet und 5,8 Prozent geschieden.
Die Gemeinde Hörsching verzeichnete zwischen dem späten 19. Jahrhundert und dem Jahr 1934 ein leichtes Bevölkerungswachstum, wobei die Steigerung in etwa im Durchschnitt des Landes Oberösterreichs und des Bezirks Linz-Land lag. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges kam es auch für Bevölkerungsentwicklung von Hörsching zu einem starken Bevölkerungsanstieg. Einerseits wurde 1938 mit dem Bau des Militärflugplatzes begonnen, andererseits lebten ab 1940 französische Kriegsgefangene in einem Barackenlager. Ab 1941 lebten zudem rund 800 Polen im Lager Frindorf. Nach 1945 diente die von den Amerikanern besetzte Kaserne zudem als Lager für ehemalige KZ-Häftlinge, im Lager Hörsching kamen zudem mehr als 2.000 volksdeutsche Flüchtlinge aus Ost- und Südosteuropa unter. Zudem war Hörsching auch Sammelstelle für die Kriegsgefangenen in Oberösterreich.Gemeinde Hörsching Chronik Auf Grund dieser Entwicklungen war die Bevölkerung bereits zwischen 1934 und 1939 um 36 Prozent sprunghaft angestiegen. Bis 1951 erhöhte sich die Einwohnerzahl nochmals um 48 Prozent. Zwar gingen die Wachstumsraten in der Folge zurück, die Einwohnerzahl stieg jedoch auch in den kommenden Jahrzehnten deutlich stärker als im Landesdurchschnitt und vergleichbar mit dem Bezirksschnitt. In den 1970er Jahren profitierte die Gemeinde vor allem von einem hohen Geburtenüberschuss und einem noch höheren Wanderungsplus. Auch in den 1980er Jahren blieb das Geburtenplus und das Wanderungsplus vergleichsweise hoch, wenngleich das Geburtenplus die Zuwanderung bereits überstieg. In den 1990er Jahren verzeichnete die Gemeinde eine negative Wanderungsbilanz, die Abwanderung konnte jedoch durch den Geburtenüberschuss mehr als ausgeglichen werden. Die Abwanderung konnte seit der Jahrtausendwende gestoppt und wieder in eine hohe Zuwanderung geändert werden. Dafür wies die Gemeinde zwischen 2002 und 2012 eine negative Geburtenbilanz auf.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Hörsching
Katholische Pfarrkirche Hörsching hl. Jakob
Wirtschaft und Infrastruktur Arbeitsstätten und Beschäftigte Hörsching beherbergte 2001 zwei Betriebe mit 200 oder mehr Beschäftigten sowie zusätzlich acht Betriebe mit 100 oder mehr Beschäftigten. Insgesamt ergab die im Rahmen der Volkszählung durchgeführte Arbeitsstättenzählung 291 Arbeitsstätten mit 4.851 Beschäftigten (ohne Landwirtschaft), wobei 96 Prozent unselbständig Beschäftigte waren. Die Anzahl der Arbeitsstätten war dabei gegenüber dem Jahr 1991 um 92 (plus 46 Prozent) gestiegen, die Anzahl der Beschäftigten um 1.434 Person (plus 42 Prozent). Wichtigster Wirtschaftszweig war 2001 das Verkehrswesen und die Nachrichtenübermittlung mit 60 Arbeitsstätten und 1.425 Beschäftigten (29 Prozent aller Beschäftigten) vor der Öffentlichen Verwaltung bzw. der Sozialversicherung mit sechs Arbeitsstätten mit 1.002 Beschäftigten (21 Prozent) und der Sachgütererzeugung mit 36 Arbeitsstätten und 867 Beschäftigten (18 Prozent). Weitere wichtigen Branchen waren der Handel, das Realitätenwesen/die Unternehmensdienstleistungen und das Bauwesen. 59 Prozent der in Hörsching Beschäftigten waren Angestellte oder Beamte, 34 Prozent Arbeiter und 4 Prozent Betriebsinhaber.
Von den in Hörsching 2010 lebenden 3.151 Erwerbspersonen waren 4,1 Prozent arbeitslos. Von den 3.022 Erwerbstätigen waren 584 im Handel und 583 in der Sachgütererzeugung (je 19 Prozent) beschäftigt, dahinter folgte die Öffentliche Verwaltung und das Gesundheits- und Sozialwesen mit je 8 Prozent. Von den 2.953 Erwerbstätigen aus Hörsching (ohne temporär von der Arbeit abwesende Personen erwerbstätigen Einwohnern) gingen 2010 671 Personen in Hörsching ihrer Beschäftigung nach. 2.282 bzw. 77 Prozent mussten zur Arbeit auspendeln. Von den Auspendlern hatten 36 Prozent ihre Arbeitsstätte im Bezirk Linz-Land und 35 Prozent in Linz. Wichtigste Auspendlergemeinden neben Linz waren Traun, Wels, Leonding und Pasching. Im Gegenzug pendelten 5.352 Menschen nach Hörsching ein.
Land- und Forstwirtschaft Die Statistik wies für die Gemeinde Hörsching 2010 43 land- und forstwirtschaftliche Betriebe aus. Darunter befanden sich 17 Haupterwerbsbetriebe und 25 Nebenerwerbsbetriebe. Die Gesamtbetriebszahl war gegenüber 1999 um 11 Betriebe bzw. 20 Prozent gesunken, wobei die sowohl die Zahl der Haupt- als auch der Nebenerwerbsbetriebe zurückgegangen war. Gemeinsam bewirtschafteten die Betriebe 2010 insgesamt 2.466 Hektar Fläche, wobei nur 39 Prozent der Fläche von Haupterwerbsbetriebe bewirtschaftet wurden. Die Durchschnittsfläche der Haupterwerbsbetriebe lag dabei mit 56 Hektar deutlich höher als der oberösterreichische Durchschnitt.
Verkehr 1835 wurde die Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden der k.k. privilegierte Erste Eisenbahngesellschaft eröffnet (Umspannstation Neubau), 1860 die Trasse von der seinerzeitigen k.k. privilegierte Kaiserin Elisabeth-Bahn für die heutige Westbahn verlegt, und in Aistental eine Haltestelle Aistental geschaffen. mini|hochkant|Saab Draken als Schauobjekt an der neue errichteten Umfahrung (2010). Wichtigste Straßenverbindung auf dem Gemeindegebiet ist die Wiener Straße (B 1), die von Nordosten nach Südwesten das Gemeindegebiet durchläuft. Von ihr zweigt zudem die Theninger Straße (B 133) nach Norden ab. Als zusätzliche Aufschließungsstraße dient die Ofteringer Straße (L 532), die von der Gemeinde Oftering über Hörsching bis zur Wiener Straße verläuft.