Cholmy (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad im Rajon Selenogradsk. Der Ort gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Selenogradsk.

Geographische Lage Cholmy liegt südwestlich des Primorskoje Kolzo (Küstenautobahnring) an einer Nebenstraße, die Muromskoje (Laptau) an der russischen Fernstraße A 191 (ehemalige deutsche Reichsstraße 128) mit Mochowoje (Wiskiauten) und Wischnjowoje (Wosegau) verbindet. Bis zur Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) sind es 22 Kilometer, bis zur Kreisstadt Selenogradsk (Cranz) fünf Kilometer. Die nächste Bahnstation ist Muromskoje an der Bahnstrecke Kaliningrad–Selenogradsk–Pionerski (Königsberg–Cranz–Neukuhren).

Ortsname Der Name Mülsen deutet auf Wiesenwirtschaft und Milchertrag (lettisch „mils-plava“ = Wiese, litauisch „milžis“ = Melkung, Milchertrag, Milchwirtschaft, Meierei).

Der russische Name Cholmy bedeutet auf Deutsch „(die) Hügel“ und bezieht sich auf die hügelige Umgebung des Ortes.

Geschichte Das Dorf Mülsen mit einem Gut wurde 1328 gegründet.Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Mülsen Von 1874 bis 1945 war der Ort in den Amtsbezirk LaptauRolf Jehke, Amtsbezirk Laptau (heute russisch: Muromskoje) eingegliedert, der bis 1939 zum Landkreis Fischhausen, von 1939 bis 1945 zum Landkreis Samland im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Mülsen innerhalb des nördlichen Ostpreußens zur Sowjetunion und wurde 1947 in Cholmy umbenannt.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad) Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Primorsk. Nach Auflösung des Dorfsowjets im Jahr 1959 gelangte der Ort in den Dorfsowjet bzw. Dorfbezirk Wischnjowski selski Sowet (okrug). Von 2005 bis 2015 gehörte der Ort zur Landgemeinde Kowrowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Selenogradsk.

Cholmski selski Sowet 1947–1959 Der Dorfsowjet Cholmski selski Sowet (ru. Холмский сельский Совет) wurde im Juni 1947 im Rajon Primorsk eingerichtet. Im Jahr 1959 wurde der Dorfsowjet aufgelöst und deren Ort an die neugebildeten Dorfsowjets Muromski selski Sowet und Wischnjowski selski Sowet verteilt.

Folgende 16 Orte gehörten zum Cholmski selski Sowet: Ortsname Name bis 1947/50 Jahr der Umbenennung Besymjanka (Безымянка) Nuskern 1947 Cholmy (Холмы) Mülsen 1947 Kamenka (Каменка) Michelau 1947 Klinzowka (Клинцовка) Wickiau 1950 Kowrowo (Коврово) Nautzau 1947 Mochowoje (Моховое) Wiskiauten 1947 Muromskoje (Муромское) Laptau 1947 Nowoje (Новое) Steinitten 1947 Opornoje (Опорное) Friedrichswalde 1947 Oserowo (Озерово) Tranßau 1947 Priboi (Прибой) (Seebad) Rosehnen 1947 Salskoje (Сальское) Friedrichshof 1950 Sokolniki (Сокольники) Weischkitten 1947 Werbnoje (Вербное) Darienen 1947 Wischnjowoje (Вишнёвое) Wosegau 1947 Wolnoje (Вольное) Schulstein 1947

Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 223 1933 311 1939 357 2002 252 2010 180

Kirche Die vor 1945 fast ausnahmslos evangelische Bevölkerung Mülsens war in das Kirchspiel Laptau (heute russisch: Muromskoje) eingepfarrt, das zum Kirchenkreis Königsberg-Land II innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Cholmy im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Selenogradsk (Cranz), eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Einzelnachweise

Weblinks Cholmy bei bankgorodov.ru

Kategorie:Ort im Rajon Selenogradsk