Benndorf ist Ortsteil der sächsischen Stadt Frohburg im Landkreis Leipzig. Die ehemals selbständige Gemeinde wurde am 1. Januar 1997 ein Ortsteil der Stadt Frohburg. Seit 1948 gehörte die bis dahin eigenständige Gemeinde Bubendorf zu Benndorf.

Geographie und Infrastruktur Lage Das Haufendorf im Tal der Wyhra liegt etwa 2 Kilometer nordwestlich von Frohburg und 7 Kilometer südöstlich von Borna. Benndorf liegt am Übergang der Leipziger Tieflandbucht zum Sächsischen Burgen- und Heideland, ca. 30 km südlich von Leipzig. Im westlich des Ortes gelegenen Wald befindet sich die Landesgrenze zu Thüringen. * Entfernungen sind gerundete Straßenkilometer bis zum Ortszentrum.

Straßen mini|hochkant|Das Schild der Benndorfer Bushaltestelle

Über zwei Nebenstraßen ist Benndorf in einem Kilometer Entfernung an die Staatsstraße 51 angebunden auf der man nach 6 km die Anschlussstelle Borna-Süd der Bundesautobahn erreicht. Ein Abschnitt der liegt am nordöstlichen Rand der Benndofer Flur. Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan ist ein Neubau der Bundesstraße von Altenburg über Benndorfer Flur direkt zu einer neuen Autobahnanschlussstelle „Frohburg“ an der in der Nähe von Bubendorf enthalten.

Benndorf liegt an der Grenze der Tarifzonen 153 und 154 des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes. Die einzige Bushaltestelle des Ortes am Dorfplatz wird unter dem Namen Benndorf Wendeplatz von beiden Fahrtrichtungen der Linie 260 Borna – Neukirchen – Frohburg – Kohren-Sahlis durch die Busse der THÜSAC bedient.

Der gesamte Ort ist als Zone 30 beschildert. An allen Kreuzungen gilt Rechts vor Links. Vor der Eingemeindung nach Frohburg gab es nur Hausnummern und keine Straßennamen.

Liste der Straßennamen von Benndorf: Straße Beschreibung Am Hang Die Straße führt bergauf zum Ortsrand. Am Schloßpark Benannt nach dem Park des ehemaligen Schlosses Benndorf. Es handelt sich um eine Sackgasse ohne Durchgang zum Park. An der Gärtnerei Benannt nach der Gärtnerei Fleischer in der Hausnummer 1. An der Kantine Benannt nach dem Gebäude mit der Hausnummer 12 in dem sich die Kantine der von Einsiedelschen Braunkohlewerke befand. An der Schmiede Benannt nach Metallbau und Schmiede Wolfgang Jurich im Haus Nummer 3. Hieß bis zur Eingemeindung von Eulatal nach Frohburg noch Frohburger Straße. Auf der Insel Die Insel wird gebildet durch den Mühlgraben einerseits und die Wyhra andererseits. Bubendorfer Straße Führt zum Nachbarort Bubendorf. Die letzten Häuser mit den Nummern 23 und 25 liegen bereits weit außerhalb der Ortslage unmittelbar an der Staatsstraße 51. Eschefelder Straße Führt über den Wirtschaftsweg vorbei an den fünf Linden zum Nachbarort Eschefeld. Verfügt als Hauptstraße durch den Ort über einen separaten Fußweg. Röthgener Weg Benannt nach der in dieser Richtung befindlichen Siedlung Röthgen (Frohburg). Schänkengasse Führte früher entlang der Rückseite der Grundstücke der Eschefelder Straße zum Dorfgasthof (Schänke). Sportplatzgasse Führt zum Sportplatz von Benndorf. Wyhraer Weg Führt vorbei an der Kläranlage als Feldweg zum Nachbarort Wyhra. Zum Torbogen Benannt nach dem Gebäude mit der Nummer 9 – dem Torhaus des ehemaligen Rittergutes. Die Straße führt mitten durchs Rittergut und erschließt auch den Schloßpark der sich nach dem ehemaligen Marstallgebäude ortsauswärts links anschließt.

Die Bubendorfer und die Eschefelder Straße treffen am Dorfplatz auf die Sportplatzgasse und die Straßen 'Zum Torbogen' sowie 'Auf der Insel'. Auf diesem zentralen Platz befindet sich die 'Sängerlinde'. Hier erfolgt auch die Versorgung der Bewohner mit fahrenden Geschäften (Bäcker und Fleischer), als auch die Ausleihe von Medien in der Fahrbibliothek. Der ehemalige Dorfladen von Familie Kulpe (zuvor Jung) am Dorfplatz in der Sportplatzgasse 1 war einer der letzten seiner Art in der Region. Der Verkauf endete am 31. März 2014.

Bahn In anderthalb Kilometern Entfernung befindet sich der Bahnhof Frohburg an der Bahnstrecke Neukieritzsch–Chemnitz, welcher aktuell von der Linie der S-Bahn Mitteldeutschland bedient wird. Es verkehren stündlich S-Bahnen nach Leipzig – mit Anschluss an den Fernverkehr – und darüber hinaus bis Bahnhof Halle Nietleben und in der Gegenrichtung bis Geithain mit Anschluss nach Chemnitz. Ein kleiner Abschnitt der Bahnstrecke liegt auch auf Benndorfer Flur.

Flugverkehr Der nächste Flughafen befindet sich 15 km südlich in Nobitz und die nächsten Flughäfen mit regulärem Flugbetrieb sind der Flughafen Leipzig/Halle 70 km nördlich sowie der Flughafen Dresden 110 km östlich von Benndorf.

Medienversorgung Die Benndorfer Niederspannungs-Stromversorgung ist durch die Envia Mitteldeutsche Energie weitestgehend als Erdkabel verlegt. Auf der Insel befindet sich eine Trafostation. Diese ist über Mittelspannungs-Stromleitungen mit Bubendorf und Frohburg verbunden. Die Hochspannungsleitung Nummer 208 von Eula nach Weida quert als 220-kV-Freileitung die Benndorfer Flur im Südosten von der Frohburger Siedlung Am Sonneneck kommend über den Erligt- und den Wiesenweg in Richtung Fünf Linden nach Eschefeld. Die Solarstromgewinnung im Ort ist lediglich im privaten Maßstab vorhanden. In Benndorf gibt es keine Windkraftanlagen.

Die Hauptgasleitung der MITGAS liegt im Südwesten von Benndorf und führt vom Benndorfer Wald entlang der Bebauungsgrenze vom Röthgener Weg zum Wiesenweg weiter in Richtung Frohburg. Die Ortslage selbst ist darüber mit einem Ortsnetz erschlossen.

Das Trinkwasser kommt vom Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG). Der nächstgelegene Brunnen im Netz ist das Wasserwerk Frohburg.

Der Abwasserzweckverband Wyhratal sammelt die Abwässer und einen Teil des Niederschlagswassers aus dem Ort. Die Abwasserleitungen werden der Hauptleitung (von Frohburg kommend) zugeführt. Am Ortsende, am Wyhraer Weg, befindet sich eine Abwasser-Kläranlage.

Die Deutsche Telekom hat im Jahr 2020 ihr Netz in Benndorf auf Breitbandinternet via Glasfaserkabel umgestellt. Möglich sind Geschwindigkeiten bis 250 Mbit/s.

Wander- und Radwege 80px|rechts|Logo des Lutherwegs

Benndorf liegt direkt am Rad- und Wanderweg entlang des Wyhratals von Borna nach Frohburg und darüber hinaus ins Kohrener Land. Dieser Wanderweg ist auch als Lutherweg beschildert. Auf gleichem Wege führt auch die 3. Etappe der Via Porphyria durch den Ort. Er kreuzt am Dorfplatz die Verbindung von Altenburg und vom Erholungspark Pahna nach Frohburg und weiter in Richtung Priesnitz, Bad Lausick und Colditz.

mini|Wanderwegweiser am Dorfplatz Benndorf Westlich des Ortes führt auf dem Wirtschaftsweg von Wyhra aus Richtung Norden kommend und an der Kreuzung mit der Straße Zum Torbogen (Picknickbank) nach Osten als Pöllnitzweg abbiegend der Pilgerpfad Nr. 13 der Jakobswege in Deutschland von Stettin nach Hof (Saale).

Der verlängerte Weg der Straße An der Kantine im Wyhratal nach Frohburg („Wiesenweg“) sowie die Wege nach Osten in der Verlängerung der Eschefelder Straße und der Straße Zum Torbogen sind asphaltiert und somit ebenso wie die westlich des Ortes liegende Verbindung von Röthgen (Frohburg) nach Wyhra (Borna) auch für Inlineskates geeignet. Die Wege in der Verlängerung des Wyhraer Wegs vorbei an der Kläranlage nach Wyhra als auch durch die Sandgrube nach Bubendorf und durch den Erligt nach Frohburg sind eher zum Wandern geeignet und nicht asphaltiert.

Am Dorfplatz befindet sich ein Wanderwegweiser und eine Rad- und Wanderkarte. Der Schloßpark mit seinen Bänken lädt zu einer Picknick-Pause ein. Man erreicht ihn über die Straße 'Zum Torbogen' und nicht über die nach ihm benannte Straße 'Am Schloßpark'. mini|Neue Wanderwegweiser am Dorfplatz Benndorf seit 2022

Nachbarorte + Die Nachbargemeinden von Benndorf Wyhra Bubendorf Pahna 100px Eschefeld Frohburg

Der Oberscharbach trennt im Nordwesten die Gemarkung Benndorf von Wyhra. Im Nordosten trennt der Bubendorfer Bach stellenweise Benndorf von Bubendorf. Bereits am Waldrand des Erligt beginnt im Südosten die Gemarkung Frohburg. Die fünf Linden bilden die Grenze im Süden nach Eschefeld und der Einsiedelweg im westlich gelegenen Benndorfer Wald nach Pahna.

Gewässer mini|Benndorfer Wyhrabrücke

In Benndorf gibt es insbesondere rings um das Rittergut aber auch in den Randlagen mehrere kleine Teiche: Försterteich Wallteich Lindenteich Bauernteich Die kleinen Bäche, unter anderem der Oberscharbach und der Bubendorfer Bach, fließen in Wyhra beziehungsweise Zedlitz in die Wyhra. Dieser kleine Fluss durchquert Benndorf von Südost nach Nordwest. In der Ortslage zweigt dabei links der sogenannte Mühlgraben ab. Dieser versorgte früher die Benndorfer Mühle mit Wasser. Er mündet am Dorfplatz wieder in die Wyhra. Die Wyhra wiederum mündet bei Lobstädt in die Pleiße, weiter in Weiße Elster, Saale und Elbe in die Nordsee.

mini|Hochwasser in Benndorf 1964 Schon immer gab es bei starkem Regen Probleme durch Hochwasser im Ort. Zuletzt bei den Jahrhunderthochwassern von 2002 und 2013.

Nördlich des Ortes am Ende des Wyhraer Weges befindet sich eine Kläranlage vom Abwasserzweckverband Wyhratal. Hier werden die Abwässer etlicher Ortschaften flussaufwärts gesammelt und geklärt, um dann wieder in die Wyhra zu gelangen. Zum Verbandsgebiet zählen neben den Frohburger Ortsteilen Eschefeld, Bubendorf, Benndorf, Greifenhain, Roda und Streitwald auch die Stadt Frohburg selbst sowie alle Ortsteile von Kohren-Sahlis und Narsdorf.

Klima Benndorf liegt in der gemäßigten Klimazone, im Übergangsbereich vom ozeanischen Klima Westeuropas zum Kontinentalklima Osteuropas. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 8,8 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 541 mm. Der meiste Niederschlag fällt in den Sommermonaten Juni bis August mit einem Spitzenwert von 64 mm im Juni und Juli. Im Februar fällt der geringste Niederschlag mit 31 mm, in den anderen Wintermonaten liegt er etwa bei 34 mm.

Der Regenschatten des Harzes erreicht bei Benndorf seine südöstliche Grenze. Nach Süden schließen sich die Regenstaulagen des Erzgebirges an.

Geschichte Frühere Ortsnamen Jahr Bezeichnung Anmerkung 1216 Bennendorf Ersterwähnung 1350 Bendorf, Bunendorf 1526 Penndorf

13. Jahrhundert mini|Schloss Benndorf (1958 abgerissen)

Im Jahre 1216 wird in einer Urkunde neben Heinrich dem Jüngeren und Heinrich dem Älteren von Corna (Kohren) und Siegfried von Zedtlitz auch ein Hugo von Bennendorf als Zeuge genannt, ein Ritter, dessen Vorfahren unter Wiprecht von Groitzsch angesiedelt wurden. Sie stammten aus Franken. Dort gab es auch ein Dorf Benndorf, jetzt Kaltenbrunn. Ein Gnanno von Benndorf schenkte dem Kloster Benz mehrere Güter, wobei ein Adelbert von Benndorf als Zeuge genannt wird. 1233 werden Dither List und Siegfried List als Besitzer von Benndorf genannt. Die Familie ist nach Windischleuba übergesiedelt. Mit der Familie List beginnt die Reihe derjenigen Besitzer, die Jahrhunderte hindurch Frohburg und Benndorf besaßen.

14. Jahrhundert Im Jahre 1350 besitzt Gunegunde, des gestrengen Ritters de Trenowe (von Thräna) Ehefrau, das Rödichen, Güter und Abgaben in Benndorf.

Dietrich von List überträgt im Jahr 1352 das Patronatsrecht über die Kirche Benndorf dem Bergkloster Chemnitz. Im Jahr 1362 wurde die Benndorfer Mühle erbaut und 1365 erstmals urkundlich erwähnt.

15. Jahrhundert Am 28. Juni 1413 leiht Markgraf Wilhelm II. den „gestrengen Apel und Michael Gebrüder von Bresen“ das Schloss Frohburg, den Hain hinter dem Schlosse, das Städtchen Frohburg zur Hälfte, das Halsgericht in den Dörfern Greifenhain, Eschefeld und Benndorf. Für das Jahr 1420 werden in einem Kaufbriefe, der sich im Schlossarchiv zu Frohburg befindet, als Besitzer von Benndorf Cunrad und Frutzsche (Fritz) von Bresen genannt. Sie verkauften damals an ihren Vetter Caspar von Bresen auf Frohburg ein Gehölz, die Borkisbach (Burkhardtsbach) genannt. Im Jahre 1485 verkauft Johann von Bresen auf Benndorf ein Stück Holz an Heinrich von Einsiedel auf Gnandstein.

Um das Jahr 1500 wurde die Benndorfer Kirche erbaut.

16. Jahrhundert mini|Luftbild vom Rittergut