mini|Die katholische Pfarrkirche St. Katharina in Wallerfangen mini|Blick ins Innere der Kirche mini|Ansicht des Turmes von Westen mini|Ansicht vom Krankenhauspark aus mini|Wallerfangen, Blick vom Limberg auf die Wallerfanger Pfarrkirche St. Katharina Die Kirche St. Katharina und St. Barbara ist eine katholische Pfarrkirche in Wallerfangen (Landkreis Saarlouis) im Saarland. Patroziniumstag der Kirche ist der Katharinentag am 25. November. Der zweite Patroziniumstag ist der Gedenktag der hl. Barbara von Nikomedien (4. Dezember). Die Kirche ist dem Bistum Trier zugeordnet. In der Denkmalliste des Saarlandes ist die Kirche als Einzeldenkmal aufgeführt.Denkmalliste des Saarlandes, Teildenkmalliste Landkreis Saarlouis (PDF; 347 kB), abgerufen am 18. September 2012. Das heutige neogotische Kirchengebäude der frühen 1860er Jahre ist der Nachfolgebau der mittelalterlichen Augustinerklosterkirche St. Katharina.

Geschichte Vorgängerkirche mini|Plan von Wallerfangen/Vaudrevange aus dem Jahre 1679, sog. Plan von Monville. Das Gebäudegeviert am linken unteren Rand der Stadtmauer bezeichnet das Augustinerkloster (heute Standort der neogotischen Pfarrkirche St. Katharina); die ursprüngliche Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul befindet sich in der Nähe des Saartores (Weg nach Diedenhofen). Das linke Fließgewässer ist der Lumpenbach/Wallerfanger Bach, das rechte der Mühlenbach, die beide in die nahegelegene Saar münden. Rechts befindet sich das Neutor (Weg nach Saarbrücken), unten die Oberste Pforte (Weg nach Nancy), ganz rechts unten die Aufstauung des Mühlenbaches. mini|links|Wallerfangen um 1860, Blick vom Limberg aus auf die ehemalige gotische Augustinerklosterkirche St. Katharina mit erneuertem klassizistischen Turm von 1822Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2., unveränderte Auflage, Saarbrücken 1976, S. 295–296. kurz vor dem Abbruch der gesamten Anlage im Jahr 1861 mini|links|Perspektive der Aufnahme von Wallerfangen um 1860 im Jahr 2015 mini|Hochgotisches Maßwerkfragment aus Sandstein eines Kirchenfensters der ehemaligen Wallerfanger Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul, aufgefunden bei Grabungen im Jahr 2011 anlässlich des Abrisses des „Gasthauses zum goldenen Schwanen“ (Heimatmuseum Wallerfangen) mini|links|Walderfingen, Stilisierte Darstellung der Wallerfanger Kirche auf Sebastian Münsters gewesteter Rheinlaufkarte (1544) „Walderuinga“ gehörte zu den um das Jahr 950 zur Abtei Mettlach zum Grab des heiligen Lutwinus wallfahrenden Ortschaften. Die Kollatur hatten die Herren von Warsberg, später die Herren von Dillingen-Siersberg inne.Saarforschungsgemeinschaft (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, bearbeitet von Walter Zimmermann, 2., unveränderte Auflage von 1934, Saarbrücken 1976, S. 295. Die erste urkundliche Erwähnung der Wallerfanger Pfarrkirche, die sich auf einem flachen, hochwasserfreien Höhenrücken innerhalb der Ortslage befand, datiert aus dem Jahr 1222. Dies geschieht in einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Theoderich II. von Wied.Michael Berens: Die katholische Pfarrkirche St. Katharina in Wallerfangen - ein Bau des Architekten Himpler, in: Florilegium artis, Festschrift für Wolfgang Götz, Saarbrücken 1984, S. 12. Ein hochgotischer Neubau der Kirche fand im 14. Jahrhundert statt. Bei der Eroberung der Stadterste Erwähnung Wallerfangens als Stadt im Jahr 1334, Christoph Brouwer: Antiquitatum Et Annalivm Trevirensivm Libri XXV: Opus variis Antiquitatum monumentis aeri & ligno incisis adornatum Duobus Tomis Comprehensi ; Quorum Ille Proparasceven, cum Libris XXII Annalium scripsit: Hic, praeter Additamenta Proparasceves & Historiae, III reliquos Annalium libros cum luculentis Indicibus, adjecit; Opus variis Antiquitatum monumentis aeri & ligno incisis adornatum; Band 2, S. 209, http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10867232_00261.html?zoom=0.6500000000000001, abgerufen am 18. Februar 2016.Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte, Wallerfangen 1953, S. 59. Wallerfangen während der Kampfhandlungen des Dreißigjährigen Krieges unter dem kaiserlichen Generalleutnant und Feldzeugmeister Matthias Gallas im September des Jahres 1635 brannte die Kirche mit den übrigen Wallerfanger Häusern nieder. Der Ort wurde von kroatischen, ungarischen und polnischen Söldnern Gallas’ geplündert. Vermutlich diente danach bis zum Wiederaufbau der Kirche die ebenfalls hochgotische Wallerfanger Augustinerklosterkirche (1861 zugunsten der heutigen neogotischen Wallerfanger Pfarrkirche St. Katharina und St. Barbara des Architekten Franz Georg Himpler abgetragen) als ersatzweiser Sakralbau der Stadtgemeinde. Nachdem im Jahr 1687 Wallerfangen zugunsten des Baues der Festungsstadt Saarlouis zerstört worden war, riss man im Folgejahr 1688 dann auch die Wallerfanger Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul nieder. Die beiden Kirchturmglocken wurden nach Saarlouis verbracht, um dort später im barocken Kirchturm der neuen Saarlouiser Kirche St. Ludwig eingebaut zu werden.Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte, Wallerfangen 1953, S. 266. Kirchengeräte und Gebälk wurden in Beaumarais wiederverwendet.Dora Diemel: Geschichte der Kreisstadt Saarlouis, Band 2, Die Geschichte des Stadtteils Beaumarais, Saarlouis 1979, S. 67. Der letzte Stadtpfarrer Wallerfangens hielt sich die nächsten Jahre über weiterhin im zerstörten Ort auf und versah vermutlich Dienste in den beiden erhalten gebliebenen Wallerfanger Klöstern der Augustiner und Kapuziner.

Als man im Jahr 2011 das traditionsreiche Wallerfanger „Gasthaus zum goldenen Schwanen“ (Hauptstraße 26 – Ecke Villeroystraße), das im Jahr 1897 im Stil der Neorenaissance in der Ortsmitte anstelle eines barocken Vorgängergasthauses unter Erhalt des barocken Kellergewölbes erbaut worden war, zu Gunsten eines puristischen Neubaues der Kreissparkasse Saarlouis abriss, wurden bei archäologischen Grabungen durch das Landesdenkmalamt des Saarlandes sowohl die Fundamentreste der Südostpartie der Wallerfanger Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul als auch weit über fünfzig Grablegen des ehemaligen Kirchhofes aus einem vermuteten Zeitraum von 1000 Jahren sowie zahlreiche weitere Fundgegenstände entdeckt. Der innere Bereich des früheren Wallerfanger Kirchengebäudes wurde einer stadtarchäologischen Untersuchung nicht unterzogen.

Die Spuren der Abbrucharbeiten des 17. Jahrhunderts lassen auf ein gründliches Vorgehen schließen. Die Ausbruchgrube fand man bei den archäologischen Arbeiten verfüllt mit Resten wie Steinsplittern, Verputz- und Mörtelresten, die bei der Reinigung der Steine zum Zwecke einer Wiederverwendung im entstehenden Saarlouis angefallen waren. Als besonders interessante Funde wurden Bruchstücke von hochgotischem Fenstermaßwerk vermutlich aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, Reste von Bleistegen zur Einfassung von Fensterverglasungen und Scherben von Fensterglas mit floraler Schwarzlotmalerei entdeckt. Die Funde lassen auf eine verhältnismäßig aufwändige Gestaltung des Wallerfanger Sakralbaues schließen. Das Areal des ehemaligen Kirchhofes wurde nur in einem kleinen Bereich systematisch untersucht. Die Grablegen wiesen zahlreiche Überlagerungen auf, sodass man vermuten kann, dass beim Ausschachten neuer Gräber ältere Bestattungen gestört worden waren. Die Arme der Toten waren oft in Gebetshaltung angewinkelt. Zahlreiche Grablegen wiesen Grabbeigaben wie Totenkronen, Reste der Totentracht, Schmuck sowie Rosenkränze und Medaillen auf. Eine Gewandspange konnte der Karolingerzeit zugeordnet werden. Keramikscherben datieren von der späten Bronzezeit über die römische Kaiserzeit und das Mittelalter bis in die Neuzeit hinein. Ein Model einer Ofenkachel mit einer Kampfszene datiert aus der Renaissance. Von den etwa 100 Münzfunde von der römischen Zeit bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts ragt eine besonders gut erhaltene Silbermünze des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts hervor. Ebenfalls gefunden wurde ein Kopfteil einer spätbronzezeitlichen Gewandnadel sowie ein Teil eines Tongefäßes, beide aus der Zeit um 1000 v. Chr.Wolfgang Adler: Altes erkundet – Neues gebaut, Die Ausgrabungen beim Bau der Filiale Wallerfangen der Kreissparkasse Saarlouis 2011 und 2012, mit Beiträgen von B. Fecht, S. Klapdohr, J. Naumann und R. Schreiber (Ausstellungskatalog), Saarlouis 2013.Wolfgang Adler: Ausgrabungen im Zentrum der mittelalterlichen Stadt Wallerfangen, Denkmalpflege im Saarland, Jahresbericht 2011 (2012), S. 78–80.Wolfgang Adler: König lässt Stadt abreißen, Archäologie Deutschland 2012, Heft 2, S. 53f.Wolfgang Adler: Zu den Wurzeln der mittelalterlichen Stadt Wallerfangen, Notgrabung Ecke Haupt- und Villeroystraße, Denkmalpflege im Saarland, Jahresbericht 2012 (2013), S. 72–74.Wolfgang Adler: Ein Opfer für Saarlouis. Bei Ausgrabungen in Wallerfangen stieß man auf Reste der Pfarrkirche und des alten Friedhofs, in: Saargeschichten 4/2013, S. 25–29.Wolfgang Adler: Einblicke in das Zentrum der mittelalterlichen Stadt Walderfingen, Grabungen anlässlich des Neubaus der Sparkassenfiliale Wallerfangen 2001 und 2012, in: Archäologietage Otzenhausen, Band 1, Archäologie in der Großregion, Internationales Symposium zur Archäologie in der Großregion in der Europäischen Akademie Otzenhausen, 7.–9. März 2014, hrsg. Michael Koch, Nonnweiler 2015, S. 275–278., aufgerufen am 21. Januar 2016.

Bereits im Jahr 1937 hatte man im Areal eine Grablege aus dem Jahr 1629 entdeckt.

Die Stadtpfarrkirche unterstand dem Dekanat Perl und war damit dem Archidiakonat Tholey, einem der fünf Erzdiakonate des Erzbistums Trier, zugeordnet. Durch rigorose Maßnahmen des Herzogtums Lothringen fand die Reformation keinen Einzug in der Gemeinde. Filialkirche der Wallerfanger Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul war die Kirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Fraulautern-Kirchhofen, die heutige Apollonia-Kapelle.

Mit dem Beginn der Bauarbeiten an der Festung Saarlouis wurden in Wallerfangen und auf dem Limberg ab dem Jahr 1680 größere Truppenkontingente einquartiert. Der Wallerfanger Pfarrer Johann Manderfeld wurde deshalb durch die Wallerfanger Augustinerpatres und die französischen Regimentsgeistlichen in der Ausübung der Seelsorge unterstützt. Manderfeld versah bis zum 13. November 1683 auch die Seelsorge in Saarlouis, bis diese durch französische Rekollektenpatres übernommen wurde. Mit dem Befehl der Niederlegung der Stadt Wallerfangen und deren Stadtpfarrkirche erfolgte noch einmal eine Inventarisierung der Kirchengüter. Der Trier Erzbischof Johann VIII. Hugo von Orsbeck bedauert in einem Schreiben die Zerstörung und Verlegung der traditionsreichen Wallerfanger Pfarrei:

Die beiden Klöster der Augustinerchorherren und der Kapuziner blieben allerdings in Wallerfangen erhalten. Pfarrer Manderfeld übernahm dann am 29. Juni 1692 die neugegründete Pfarrei St. Peter und Paul in Beaumarais. Die Wallerfanger Pfarrstelle Manderfelds wurde vom Erzbistum Trier durch den aus St. Johann an der Saar kommenden Jakob Jaquemin besetzt. Als sich dieser im Jahr 1697 seines Postens entledigen wollte, soll er von Trier abgemahnt worden sein. Am 26. Februar 1698 installierte Trier in Beaumarais Michel François als neuen Pfarrer, der nach 32 Dienstjahren starb und im Jahr 1729 in der Pfarrkirche von Beaumarais bestattet wurde. Im Laufe der Zeit entstand der Ort Wallerfangen als Dorf wieder. Als Pfarrkirche diente die örtliche Augustinerklosterkirche.Theodor Liebertz: Wallerfangen und seine Geschichte, o.O und o. J. (1953), S. 255–276.Markus Battard: Wallerfangen – Eine Zeitreise in Bildern, 2., überarbeitete Auflage, Dillingen/Saar 2012, S. 51–54 u. 75–87.

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