Ende 2025 waren 15,3 % der 781.337 Einwohner katholisch, 11,9 % evangelisch; 72,9 % gehörten anderen Konfessionen oder Glaubensgemeinschaften an oder waren konfessionslos.Stadt Frankfurt Statistik Portal Bevölkerung Konfessionen, abgerufen am 29. April 2026 Bis 2001 gehörte die Mehrzahl der Frankfurter einer der christlichen Konfessionen an.Tabelle 2.6 Einwohnerinnen und Einwohner mit Hauptwohnung in Frankfurt a.M. 1990 bis 2003 nach Staatsangehörigkeit und Religionszugehörigkeit

Frankfurt ist seit Jahrhunderten Sitz einer der größten jüdischen Gemeinden in Deutschland. Die übrigen Weltreligionen siedelten sich seit dem Zweiten Weltkrieg an. Durch Säkularisierung und Zuwanderung nichtchristlicher Bevölkerungsgruppen sinkt der christliche Bevölkerungsanteil stetig.

Die Stadt galt seit der Reformation als protestantisch, wenngleich das katholische Gemeindeleben niemals erlosch. Durch Zuwanderung und Eingemeindungen nahm der Anteil der Katholiken seit dem 18. Jahrhundert allmählich zu und ist seit 1995 größer als der der Protestanten. Der Anteil der Muslime nahm auch zu von 13,0 % in 2011 und ist derzeit größer als der der Katholiken (Stand 2020 Muslime 18 %, Stand 2054 Katholiken 15 % und Protestanten 12 %).Frankfurt – Hauptstadt der Muslime, abgerufen am 20. April 2024Stadt Frankfurt am Main Statistisches Jahrbuch 2001 Tabelle 2.6 Einwohner in Frankfurt a.M. 1990 bis 1999 nach Staatsangehörigkeit, Geschlecht, Wohnungsstatus und Religionszugehörigkeit

Christen mini|Der katholische Kaiserdom St. Bartholomäus ist die größte Kirche in Frankfurt mini|Die Katharinenkirche ist die evangelische Hauptkirche der Stadt

Frankfurt am Main gehörte vor der Reformation zum Erzbistum Mainz. Einzige Pfarrkirche der Stadt war lange Zeit die Bartholomäuskirche, erst 1452 wurden die Peterskirche und die Dreikönigskirche zu Filialkirchen erhoben. Daneben gab es die beiden Kollegiatstifte St. Leonhard und Liebfrauen, die Kommenden des Deutschen Ordens und der Johanniter, Ordensniederlassungen der Antoniter, Barfüßer (Franziskaner), Dominikaner und Karmeliter sowie die Nonnenklöster der Weißfrauen und der Heiligen Katharina.

1522 hielt Hartmann Ibach die erste evangelische Predigt in Frankfurt. 1525 berief die Stadt mit Dionysius Melander und Johann Bernhard die ersten reformierten Prediger. Am 23. April 1533 verbot der Rat der Stadt den katholischen Gottesdienst in Frankfurt, doch wurden 1548 infolge des Augsburger Interim die Stifts- und Klosterkirchen bis auf die Barfüßer-, Dreikönigs-, Katharinen-, Peters- und Weißfrauenkirche den Katholiken wieder zurückgegeben. Dazu gehörte vor allem die große Bartholomäuskirche, welche seit dem 18. Jahrhundert als „Kaiserdom“ bezeichnet wird, da hier bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806 die meisten Königswahlen und Kaiserkrönungen stattfanden.

Obwohl die meisten Kirchen katholisch geblieben waren, war Frankfurt nach der Reformation bis ins 19. Jahrhundert eine fast ausschließlich protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Doch gab es durch Zuwanderung auch reformierte Gemeindeglieder.

Die Reformierten teilten sich je nach verwendeter Sprache in ihren Gottesdiensten in die französisch-reformierte Gemeinde (seit 1554) und die deutsch-reformierte Gemeinde (mit niederländischen Predigtsprache seit 1555 und deutsch seit 1636). Nach einer kurzen Zeit der Duldung untersagte der Rat den Reformierten 1561 ihre Gottesdienste innerhalb Frankfurts zu feiern. Erst 1786 wurde das Verbot aufgehoben und den Reformierten der Bau eigener Kirchen zugestanden; ab 1806 waren alle drei Bekenntnisse rechtlich gleichgestellt.

Ein Dotationsvertrag von 1830 regelt die Benutzung der acht Innenstadtkirchen, die sich bis heute im Besitz der Stadt Frankfurt befinden, durch die christlichen Gemeinden.

Durch die frühere Kleinstaaterei im Rhein-Main-Gebiet hängt die Bestimmung der jeweils „traditionellen“ Konfession vom einzelnen Stadtteil ab. Während die Freie Reichsstadt und die aus ihr hervorgegangenen Stadtteile wie erwähnt lutherisch dominiert waren, gehörten die heutigen westlichen Stadtteile um Höchst zu Kurmainz, also einem katholischen geistlichen Territorium. Die nahen nördlichen Stadtteile, unter ihnen Bockenheim, gehörten den reformierten Landesherren von Hessen-Kassel. Die Frankfurter Reformierten feierten deshalb von 1561 bis 1786 ihre Gottesdienste in Bockenheim. Das weitere nördliche, das südöstliche (Offenbach) und südliche Umland gehörte zu Hessen-Darmstadt, das wie der Frankfurter Stadtstaat lutherisch war.

Am Flughafen Frankfurt befindet sich ein gemeinsamer Gebets- und Andachtsraum der römisch-katholischen Kirche und der evangelischen Kirche. Seit 1995 gibt es in der traditionell überwiegend lutherischen Stadt mehr Katholiken als Protestanten.

Konfessionsstatistik Am 31. Dezember 2023 waren 16,4 % der Einwohner der Stadt römisch-katholisch, 13,0 % evangelisch und 70,6 % waren konfessionslos oder gehörten einer sonstigen Religionsgemeinschaft an.Großstädte: Kirchenmitglieder Ende 2023, Tabelle 1, Auswertungen von Carsten Frerk und Eberhard Funk FOWID, abgerufen am 30. Juli 2024. Laut Statistischem Jahrbuch lag die Zahl der evangelischen Einwohner 2018 bei 121.412 (16,2 %), die der Katholiken bei 151.616 (20,3 %). Angehörige anderer Konfessionen, Religionen wie auch Menschen ohne Religionszugehörigkeit machten 63,5 % aus. Der Zensus 2011 zählte 166.260 Katholiken und 157.980 Protestanten (154.370 Personen in der Evangelischen Kirche und 3.610 Personen in Evangelischen Freikirchen) in Frankfurt.

Evangelische Landeskirche Da Frankfurt eine „Freie Stadt“ war, regelte sie auch ihre kirchlichen Angelegenheiten selbst. So bestand anfangs ein lutherisches, später auch ein reformiertes Konsistorium (Verwaltung der Kirche). Beide Verwaltungsbehörden waren für die Gemeinden ihres Bekenntnisses in Frankfurt am Main zuständig (zwei Konsistorialbezirke). 1899 wurden beide Konsistorialbezirke unter der ab 1866 preußischen Verwaltung Frankfurts zum „Evangelischen Konsistorialbezirk Frankfurt am Main“ vereinigt (Evangelische Landeskirche Frankfurt am Main), welcher 1934 mit der Evangelischen Kirche in Nassau und der Evangelischen Kirche in Hessen-Darmstadt vereinigt wurde. Frankfurt wurde innerhalb der neuen Landeskirche Sitz einer Propstei, die später zur „Propstei Rhein-Main“ umbenannt wurde. Seit 1. Oktober 2017 hat der Propst für Rhein-Main seinen Dienstsitz nicht mehr in Frankfurt, sondern in Wiesbaden.

Aus den ursprünglich sieben evangelischen Dekanaten Frankfurts wurden 2002 durch Zusammenlegungen vier. Seit 2014 bilden alle evangelischen Gemeinden Frankfurts – sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören – ein gemeinsames Evangelisches Stadtdekanat Frankfurt innerhalb der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Zum 1. Januar 2019 wurden die zehn Offenbacher Kirchengemeinden in das Dekanat aufgenommen, das sich in Evangelisches Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach umbenannte. Nur das 1977 eingemeindete Bergen-Enkheim gehört weiterhin zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Evangelische Freikirchen mini|Gemeindehaus der Mennonitengemeinde in Frankfurt, Nordend, Eysseneckstraße mini|Gemeindehaus der Baptistengemeinde Am Tiergarten, der ältesten der baptistischen Gemeinden in Frankfurt mini|Innenraum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Frankfurt-Höchst In Frankfurt am Main sind mehrere Gemeinden evangelischer Freikirchen vertreten, darunter auch ausländische und evangelikal geprägte. Zu ihnen zählen verschiedene adventistische und Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), eine Gemeinde der Mennoniten, eine der Methodisten, sowie unabhängige Kirchen, wie die Ichthys-Gemeinde in Nied, die Freie Christengemeinde Frankfurt (FCG), die frei-charismatische evangelikale Kirche Kingdom Life Frankfurt und das Christliche Zentrum Frankfurt (CZF) im Riederwald. Seit kurzem gibt es von katholischer und freikirchlicher Seite spezielle Jugendkirchen.

Die sieben Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) zählten 2016 in Frankfurt 510 Mitglieder.Jahrbuch des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland 2017/18, Kassel 2017, S. 105. 1954 gab es eine Gemeinde (mit neun „Zweiggemeinden“), der 652 Mitglieder angehörten.Jahrbuch 1954 des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, Kassel o. J. , S. 51. 1992 waren es dann 592 Mitglieder in drei Gemeinden.Jahrbuch 1993 des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, Kassel 1993, S. 76.

Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts gab es in Frankfurt Aktivitäten der reformatorischen Täuferbewegung, die jedoch keine Spuren hinterließ. Erst für das Jahr 1897 ist ein erster Gottesdienst für Frankfurter Mennoniten bekannt, diese wurden von Reisepredigern im Rhein-Main-Gebiet betreut. Die jetzige mennonitische Gemeinde bildete sich formell 1948Mennonitisches Lexikon Online: Frankfurt am Main. 2017 gehörten ihr 49 Mitglieder an. Die Gemeinde ist Teil der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland.Mennonitisches Jahrbuch, 117. Jahrgang, 2018, S. 153.164.

Anglikaner Durch Frankfurts Handelsbeziehungen mit England gibt es bereits seit Jahrhunderten anglikanische Christen in der Stadt. Die heute existierende Gemeinde entstand nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Anwesenheit zahlreicher anglikanischer US-Soldaten. 1949 wurde an der Ecke Hansaallee/Miquelallee in unmittelbarer Nähe der amerikanischen Besatzungseinrichtungen eine provisorische Kirche dem Hl. Christopherus geweiht. Durch das Wachstum der Gemeinde war bald ein Neubau nötig. 1957 konnte die gemeinsam mit der Altkatholischen Gemeinde Frankfurt errichtete und genutzte Christkönigkirche (Church of Christ the King) an der Ecke Sebastian-Rinz-Straße/Miquelallee geweiht werden. Die Altkatholische Gemeinde bezog 1985 ein eigenes Gemeindezentrum, seitdem nutzen die Anglikaner die Kirche allein. Die Gottesdienste finden in englischer Sprache statt und die Gemeinde is Teil der Convocation of Episcopal Churches in Europe. Website der anglikanischen Christköniggemeinde

Römisch-katholische Kirche mini|Die katholische Liebfrauenkirche

Die römisch-katholischen Gemeindeglieder blieben nach der Reformation eine sehr kleine Minderheit. Sie gehörten zunächst weiterhin zum Erzbistum Mainz, nach dessen Säkularisation 1805 vorübergehend zum Bistum Regensburg und ab 1827 zum neu gegründeten Bistum Limburg, das seinerzeit für das Herzogtum Nassau und die Freie Stadt Frankfurt errichtet wurde.

Im 19. Jahrhundert zogen dann auch wieder vermehrt Katholiken in die Stadt. Sie hielten sich zunächst alle zur Bartholomäuskirche. Erst nach 1884 wurden die Pfarrbezirke aufgeteilt, wenngleich der Dom zunächst noch die einzige katholische Pfarrkirche der Stadt blieb.

Durch Dekret des Limburger Bischofs vom Jahre 1922 wurde der Pfarrbezirk des Domes offiziell in sechs Pfarrbezirke getrennt. 1929 wechselte eine Reihe von Pfarrgemeinden in den Stadtteilen, die bis 1866 zu Kurhessen gehört hatten und zwischen 1895 und 1928 in die Stadt Frankfurt am Main eingemeindet worden waren, vom Bistum Fulda an das Bistum Limburg, nämlich Bockenheim, Berkersheim, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Praunheim, Preungesheim, Seckbach und Fechenheim. Später wurden weitere Pfarrgemeinden gegründet. Heute bilden alle Pfarrgemeinden des Bistums Limburg im Stadtgebiet den Bezirk Frankfurt; allerdings umfasst das Stadtgebiet seit der Gebietsreform der Jahre 1972 und 1977 auch wieder Pfarrgemeinden, die nicht dem Bistum Limburg angehören. Die Gemeinden in den Harheim, Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach gehören zum Bistum Mainz, Bergen-Enkheim zum Bistum Fulda.