Das PzArtBtl 115 wurde ab Herbst 1958 in Weiden in der Oberpfalz aufgestellt.Bataillonschronik Teil 1, Seite 6

Geschichte mini|MAN 10 to gl des Bataillons (1982) Die Aufstellung erfolgte zunächst als Feldartilleriebataillon 115 aus Abstellungen der ArtBtl I, Weiden in der Oberpfalz, und ArtBtl III, Landshut, des FAR 4. Die Ausrüstung erfolgte mit der Feldhaubitze 105mm (Bw). Im Juni 1959 fand beim Scharfschießen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr die erste Besichtigung der 2. und 3. Batterie statt.

Im Juli 1959 verlegte das Bataillon nach Roding bei gleichzeitiger Unterstellung unter die Panzergrenadierbrigade 11, Bogen. Im Februar 1961 nahm es am NATO-Manöver Winter Shield II teil.1961 Winter Shield II – Datenblatt bei military-database.de, abgerufen am 26. August 2021

Zum 1. April 1963 erfolgte die Verlegung nach Neunburg vorm Wald, weil in Roding das Versorgungsbataillon 116 aufzustellen war. Die in Neunburg für ca. 50 Mio. DM errichtete Kaserne war zu dem Zeitpunkt noch eine Großbaustelle. In den Jahren 1964 bis 1966 nahm der Verband u. a. an der Divisionsgefechtsübung Hohenfels und der Korpsübung Duett, im September 1968 an der Heeresübung Schwarzer Löwe teil.

Am 29. April 1965 wurde die Truppenfahne dem Bataillon übergeben. Am 1. Oktober 1971 erfolgt die Umbenennung in PzArtBtl 115. Es folgte die Umrüstung auf die M109G.

1972: Die XX. Olympischen Spiele wurden mit Personal und Material unterstützt. Im Herbst 1974 wurde zur Erprobung eines künftigen Heeresmodells der Truppenversuch Rote Dominante durchgeführt.

Am 27. November 1974 besuchte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Hildebrand, und am 15. Juli 1975 General Alexander Haig, Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa (SACEUR), den Standort. Im September 1975 nahm das Bataillon an der Heeresübung Große Rochade teil.

Schießunglück mini|Verschlussblock M109G mit Aufkleber Am 17. Oktober 1984 starb beim Scharfschießen der 2. Batterie auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr der Geschützführer, Fahnenjunker Peter Schmidt, Bodenwöhr. Als beim fertig geladenen Geschütz die Treibladung zu entnehmen war, begann der K2 den Verschluss zu öffnen. Sofort zündete der Treibladungsanzünder die Treibladung. Herausspritzendes Feuer tötete den hinter dem K1 stehenden Geschützführer. Der hinter dem Verschluss stehende Zugführer überlebte schwer verletzt. Ursache war nicht, wie zunächst von Fachleuten des Bundeswehrbeschaffungsamt (BWB) behauptet, eine Fehlbedienung durch die Besatzung, sondern – wie der Führer des Instandsetzungszuges, Hfw Reinhard Reck, später nachweisen konnte – eine Fehlfunktion des Abfeuerungsschiebers. Die Entnahme des Treibladungsanzünders vor dem Öffnen des Verschlusses wurde zur Pflicht; die Verschlussblöcke erhielten entsprechende Aufkleber.Grafenwöhr ZEITUNG, vom 19. Oktober 1984 Damit waren auch ähnliche Vorfälle mit der M109G in früheren Jahren erklärt und die Rolle des Liderungsrings als überbewertet erkannt worden.Seit Beginn der Ausbildung von Geschützbesatzungen an der M109G wurde ihnen eingeschärft, den Liderungsring sorgfältigst zu behandeln. Negative Vorkommnisse bei der Erprobung können der Anlass gewesen sein. Schwächen der Abfeuerungseinrichtung waren in dem Zusammenhang wohl nicht ermittelt worden.

Ab 1987 Am 13. November 1987 kam der Militärbischof Elmar Maria Kredel zu einem Besuch.

Vom 6. bis 23. November 1989 wurden zahlreiche Bürger aus der DDR in der Mehrzweckhalle untergebracht und betreut. Am 18. Februar 1991 begannen Offiziere und Unteroffiziere der ehemaligen NVA ein vierwöchiges Praktikum im Bataillon. Vom 12. Juni bis 4. Juli 1992 übte das Bataillon in Kanada auf dem Truppenübungsplatz CFB Shilo.

1997 und den folgenden Jahren waren Abstellungen und Einsätze im ehemaligen Jugoslawien die Regel.

Als die Auflösung des Bataillons terminiert war, wurde die Verabschiedung aus der Öffentlichkeit mit dreitägigen Festlichkeiten begangen:

1. Dezember 2006: Zeremonie in der Burg 2. Dezember 2006: Letzter Schuss der PzH 2000 in Grafenwöhr 3. Dezember 2006: Barbarafeier in der Hammerseehalle Bodenwöhr

Die Auflösung erfolgte zum 30. Juni 2007.AuflösungBataillonschronik, u. a. S. 6

Kommandeure

Bataillonskommandeure Feldartilleriebataillon 115 Nr. Name Kommandeur von Kommandeur bis1Major Boehnke16. Februar 195931. Juli 1960Durch die Versetzung von Major Boehnke zur Artillerieschule, wurde das Bataillon durch den Batteriechef der 1. Batterie, Major Pannen geführt.1. August 196031. Oktober 19602Oberstleutnant Zach1. November 196030. Juni 19633Oberstleutnant Heiligers1. Juli 196331. März 19674Oberstleutnant Wittig1. April 19676. Januar 19705Oberstleutnant Bökler7. Januar 197030. September 1971 Bataillonskommandeure Panzerartilleriebataillon 115Oberstleutnant Bökler1. Oktober 197131. März 19746Oberstleutnant Steer1. April 197431. März 19767Oberstleutnant Bolsinger1. April 197630. September 19838Oberstleutnant Quaden1. Oktober 198320. März 19869Oberstleutnant Münzner21. März 198629. März 198810Oberstleutnant Glenk30. März 198821. November 199111Oberstleutnant Elias22. November 199123. September 199312Oberstleutnant Hubertus von Rohr24. September 199324. September 199613Oberstleutnant Lütje25. September 199629. September 199814Oberstleutnant Neuse30. September 199812. September 200115Oberstleutnant Wildberger13. September 200120. September 200316Oberstleutnant Freiberger21. September 200318. Juli 200517Oberstleutnant Wilkens19. Juli 200529. Juni 2007

Möglicherweise beziehen sich manche der o.a. Daten auf die feierliche Kommandoübergabe, aber nicht auf den Verantwortungswechsel gemäß Versetzungsverfügung.

Gliederung und Ausstattung mini|links|Die Panzerhaubitze M109 (hier der niederländischen Streitkräfte) wurde lange in den Panzerartilleriebataillonen der Bundeswehr eingesetzt mini|Nachfolger der Panzerhaubitze M109 ist die Panzerhaubitze 2000

Zunächst bestanden die 1./- als Stabs- und Versorgungsbatterie, 2./- und 3./- als schießende Batterien mit je 6 Feldhaubitzen (FH) 105 mm. Die Umrüstung auf die leistungsgesteigerte FH 105 (L) erfolgte 1962. Am 1. April 1970 wurde die 4. Batterie aus der aufgelösten AusbKp 12/4 aufgestellt. März 1972: Umrüstung auf die Panzerhaubitze M 109 G. April 1977: Zulauf der neuen Lkw MAN 10 t mil gl LK.

Umgliederung 1980: Die 4. Batterie wurde gekadert, eine 5. als Ausbildungsbatterie aufgestellt. 1981 wurden die Feldkanonen 20 mm und der M113 ABRA übernommen. Im Februar 1983 erfolgt die Übernahme der M113 Beobachtungspanzer mit Optronik. Im Juni und Juli 1988 trafen die leistungsgesteigerten Panzerhaubitzen M109A3GA1 ein. Mit dem Artillerie-, Daten-, Lage- und Einsatz-Rechnerverbund (ADLER) wurde das Bataillon im Jahr 1997 ausgestattet. Ab August 1999 erfolgte die Umrüstung auf die Panzerhaubitze 2000 und die neuen Munitionstransportfahrzeuge.

Literatur Harry Bauer: Die Bayerische Artillerie von 1791 bis heute, Würzburg 1985 Artillerie der Bundeswehr, 1980–2009, Die Geschichte einer Truppengattung. Gesellschaft für Artilleriekunde e. V., Informationsschrift für die Mitglieder, 2/2010 25 Jahre Artillerie der Bundeswehr Hans Joachim Krug, 1982, ISBN 3-7909-0184-9

Einzelnachweise

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