Die Burg Zillenhart ist eine abgegangene Höhenburg, ca. 700 m südwestlich der Kirche von Ursenwang auf dem hohen „Schlossbuckel“, bei der zur Gemeinde Schlat gehörenden Wüstung Zillenhart im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg.
Geschichte mini|links|hochkant|Wappen der Herren von Zillenhart nach Gustav Adelbert Seyler Die Burg war der Stammsitz der Herren von Zillenhart, die früher Dienstleute der Grafen von Helfenstein waren, und wurde 1241 mit dem helfensteinischen Vasallen Syfried von Zillenhart genannt.
Ein späteres Familienmitglied gleichen Namens, der zu Söldnerdiensten in die Toskana gereiste Seuridus de Zullhard (Seifried von Zillenhard), 1354 auf einer Soldliste der Visconti erwähnt, hat wohl um 1350 unterhalb seiner Stammburg nahe der alten Handelsstraße zwischen Kirchheim unter Teck und Süßen, Richtung Göppingen gelegen, eine Kapelle errichtet und sie im Rahmen der damaligen Gotthardt-Verehrung mit dem Patrozinium des St. Gotthardt versehen.Dieter Mertens: St. Gotthardt - Patron und Patrozinium - Vortrag am 1. Dezember 1987 im Evang. Gemeindehaus zu Göppingen-St. Gotthardt; Tübingen 1987 Sie gab dem danach entstehenden Ort ihren Namen St. Gotthardt (heute Ortsteil im Stadtbezirk Holzheim der Stadt Göppingen). Er ist der einzige Ort dieses Namens nördlich der Alpen und außerhalb Norditaliens und Österreichs. Bereits 1604 war die Burg Zillenhart zerstört.
Beschreibung Am Burgstall auf einer nach West und Südwest steil abfallenden Geländekuppe finden sich noch Geländespuren. Der ca. 30 bis 40 Meter umfassende Burghügel ist von einem bis zu 4 Meter tiefen Graben und einem bis zu 1,5 Meter hohen Wall umgeben. 2012 wurde eine Informationstafel aufgestellt. 2020 wurde der Burgplatz in einem Projekt der Universität Tübingen in Kooperation mit der Kreisarchäologie Göppingen mit geophysikalischen Prospektionsverfahren untersucht.
Literatur
Günter Schmitt: Zillenhart (Züllenhart). In: Ders.: Burgenführer Schwäbische Alb, Band 1 – Nordost-Alb: Wandern und entdecken zwischen Aalen und Aichelberg. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach an der Riß 1988, ISBN 3-924489-39-4, S. 309–313. Jonas Froehlich: Im Kreis des Elefanten. Burgen als Ressourcen des Niederadels auf der Schwäbischen Alb 1250–1400. In: Martin Bartelheim, Thomas Scholten (beide Hrsg.): RessourcenKulturen Band 24, University Press Tübingen, Tübingen 2023, ISBN 978-3-947251-84-1. S. 116–149 u. a. () Jonas Froehlich, Michael Weidenbacher: Burg Zillenhart im Albvorland. Fünf Wege eine mittelalterliche Burg zu entdecken; in: Schwäbische Heimat, 73. Jg., Nr. 2022/1; Stuttgart 2022, ISSN 0342-7595, S. 46–53
Einzelnachweise
Weblinks
Burg Zillenhart bei leo-bw.de Gemeinde Schlat bei schlat.de
Zillenhart, Burg Kategorie:Kulturdenkmal in Schlat