mini|hochkant|Lage von Sălbăgelu Nou im Kreis Caraș-Severin Sălbăgelu Nou (, ) ist ein kleines Dorf im Kreis Caraș-Severin, Banat, Rumänien. Sălbăgelu Nou gehört zur Gemeinde Sacu.
Geografische Lage
Eichenthal liegt im Kreis Caraș-Severin auf einer flachen Hochebene am östlichsten Rand der Banater Ebene, genau auf der Grenzlinie zum Kreis Timiș, wenige Kilometer westlich von Ebendorf (Kreis Timiș), und 5 Kilometer von der Gemeinde Sacu mit der Bahnhaltestelle für Eichenthal (Kreis Caraș-Severin).
Eichenthal liegt etwa 18 Kilometer von der Kreisstadt Lugoj im Nordwesten und knapp 24 Kilometer von der Bezirksstadt Caransebeș im Südosten entfernt. Bis zur Kreishauptstadt Reșița im Südwesten sind es knapp 60 Kilometer. Südlich von Eichenthal erstreckt sich das Semenic-Gebirge () mit dem 1.445 Meter hohen Gipfel Piatra Goznei.
Nachbarorte
Eichenthal war schon immer von rumänischen Ortschaften umgeben. Die einzige deutsche Gemeinde Ebendorf (, ), zu deren Pfarrei und Kirchengemeinde Eichenthal gehörte, liegt etwa zehn Kilometer westlich von Eichenthal.
Ein wichtiger Nachbarort war auch die Gemeinde Sacu (), zu der Eichenthal verwaltungsmäßig gehört. In dem fünf Kilometer entfernten rumänischen Dorf befindet sich die Bahnhaltestelle Richtung Caransebeș und Lugoj.
Ortsname
Als die ersten deutschen Siedler 1894 im Tal des kleinen Flusses Vâna () ankamen, fanden sie einen dichten Eichenwald vor. Die Ankömmlinge mussten erst die von der österreichisch-ungarischen Monarchie zugewiesene Fläche mit Hilfe der Nachbarn aus dem nahe gelegenen Dorf Sălbăgel (, ) von den uralten Eichen befreien. Danach bauten sie die ersten Lehmhäuser für ihre Familien und nannten ihre Siedlung fortan „Eichenthal“.
Inoffiziell hieß das Dorf ab 1894 bis 1905 „Szilvashelytelep“ in Anlehnung an das rumänische Nachbardorf Sălbăgel. Die rumänischen Nachbarn nannten die neue Siedlung Satu-Nou ().
Eichenthal gehörte verwaltungsmäßig gemeinsam mit Silwaschel zu der Gemeinde Sacu. Drei Jahre lang stritten die Eichenthaler – sogar bis Budapest – erfolglos um einen passenden Namen für ihr Dorf. Um eine eigenständige Gemeinde werden zu können, akzeptierten sie dann letztendlich am 10. Oktober 1908 den Dorfnamen „Gyulatelep“. Diese Bezeichnung war an den Namen des wohlhabenden Rechtsanwalts Gyula Rosenthal angelehnt, der das Dorf sowohl in finanzieller, rechtlicher aber auch persönlicher Hinsicht intensiv unterstützte.
So hieß Eichenthal bis 1925 offiziell „Gyulatelep“ und erst nach dem Ersten Weltkrieg, nach dem Anschluss des Banats an Rumänien, erhielt das Dorf den Namen „Sălbăgelu Nou“. Durchgesetzt hat sich jedoch bei der deutschen Bevölkerung die Bezeichnung „Eichenthal“.
Das Wahrzeichen von Eichenthal ist eine alte Eiche, die seit Jahrhunderten als einzige noch am Wegrand, nordöstlich auf halbem Weg zwischen Sacu und Eichenthal, steht. Sie ist ein Überbleibsel von dem mächtigen Eichenwald, der einst dem Dorf „Eichenthal“ seinen Namen gab.
Nachdem das Tal gerodet und die uralten und tief verwurzelten Eichenklötze in monatelanger Schwerstarbeit entfernt waren, konnten die Siedler dort die ersten Häuser bauen.
Ein Blitzschlag hat die alte Eiche in den späten 1950er Jahren ausgehöhlt.
Geschichte Das Dorf Eichenthal kann auf keine allzu lange Vergangenheit zurückblicken, denn vor mehr als 120 Jahren gab es dort nur einen alten Eichenwald. Die Besiedlung des Gebiets wurde damals von der Ungarischen Hofkanzlei und Hofkammer der Habsburgermonarchie beschlossen.
Bereits im Herbst 1894 kamen die ersten deutschen Siedler aus umliegenden Dörfern des Banats. Das Dorf ist also durch Binnenwanderung entstanden. Sie kamen aus unterschiedlichen Gründen nach Eichenthal. Ausschlaggebend waren jedoch verlockende Versprechungen für den günstigen Erwerb von Grund und Boden.
Ein weiterer Grund war das Unvermögen vieler Städte, trotz wirtschaftlichen und kommerziellen Fortschritts, überschüssige Arbeitskräfte aufzunehmen, so dass sich viele junge Familien gezwungen sahen, wieder zurück aufs Land zu ziehen, wo inzwischen durch Abwanderung viele Höfe frei geworden waren und nun neu besetzt werden konnten. So entstanden neue „Binnensiedlungen“ mit Siedlern aus umliegenden Ortschaften, wie z. B. Deutsch-Stamora (1789), Alexanderhausen (1833) und auch Eichenthal (1894).
Die meisten Siedler kamen nach Eichenthal im Herbst 1894 aus Lazarfeld (38), Setschan (20), Kleck (16), Franzfeld (10), Sartscha (8), Ernsthausen (6) und Stefansfeld (4). Diese Siedlungen befanden sich auf dem Gebiet des heutigen Serbiens und wurden 1790–1835 von Kolonisten aus dem Banat gegründet, die wegen der Türkenkriege über die Marosch geflohen waren.
Weitere Siedler kamen nach Eichenthal mit ihren Familien aus Großjetscha (16), Kleinjetscha (4), Rudolfsgnad (4), dann je 2 Zuwanderer aus Tschene, Ujfalu, Jarkowatz, Etschka, Johannisfeld, Sackelhausen, Deta, Tschawosch, Szőreg, Apátfalva, Medves, Ujwar, Tschanad, Ofsenitz, Nitzkydorf, Bakowa, Mramorak, Csősztelek, Wetschehausen, Karlsdorf, Sigmundhausen, Rekasch, Josefsdorf; dann je ein Siedler aus Fodorhausen, Ebendorf und Hatzfeld.Anton Petri: Eichenthal. Heimat im Banat. Geschichte einer deutschen Banater Kleingemeinde von der Gründung bis zum Niedergang, herausgegeben von der HOG Eichenthal, 1994.
Bis 1925 wurde Eichenthal von einem Dorfschulzen verwaltet. Richter und Notariat befanden sich in der 5 Kilometer entfernten Gemeinde Sacu, während Fragen zu Grundbuch, Gericht, Militärdienst und Finanzen in der Kreisstadt Lugoj, später in Reșița erledigt wurden. Im Dorf selbst gab es einen Kleinrichter, der die Nachrichten als Trommler im Dorf bekannt machte. Es war auch die Aufgabe des Dorfkleinrichters täglich die beiden Glocken am Glockenstuhl zu den Mahlzeiten (um 6 Uhr morgens, mittags um 12 Uhr, abends um 18 Uhr auch zum täglichen Abendgebet) und für diverse Anlässe, wie Gottesdienst, Todesfall, Unterrichtsbeginn, Feueralarm zu läuten.
Seit der Ansiedlung der Deutschen wurde in Eichenthal banatschwäbisch gesprochen. Diese Mundart hatte anfangs diverse örtliche Nuancen, je nach Herkunftsort der Zuwanderer. Nach knapp dreißig Jahren setzte sich die Mundart des aus Setschan stammenden Gastwirtes Adam Rettinger durch. Und das, dank der guten Frequentierung seines Wirtshauses, wo man sich oft traf und Neuigkeiten austauschte. Die wenigen, nach dem Ersten Weltkrieg zugezogenen böhmischen Familien, sprachen zu Hause und im Freundeskreis ihren eigenen Dialekt, nur die Jüngeren übernahmen schnell die „banatschwäbische“ Mundart der Eichenthaler als Umgangssprache im Dorf. Die Amtssprache jedoch war ungarisch, aber nur solange Eichenthal im Banat zur k.u.k. österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte. Der Magyarisierungsdruck wurde immer stärker, so dass in 1909 auch in der Dorfschule die ungarische Sprache als Unterrichtssprache eingeführt wurde.
Erst nach dem Ersten Weltkrieg, als das Banat an Rumänien angeschlossen wurde, begannen die Eichenthaler immer mehr nach ihrer nationalen und ethnischen Identität zu suchen. So verbrachten 1923 etwa 25 Kinder aus Baden-Württemberg auf Einladung des Dorfes ihre Sommerferien in Eichenthal. Es wurden deutsche Vereine und Kulturgruppen gegründet. Bis zum 23. August 1944 stand Rumänien als Verbündeter an der Seite Deutschlands. Viele junge Eichenthaler wurden in der deutschen Armee ausgebildet und ältere Eichenthaler wechselten nach dem Abkommen mit Berlin von der rumänischen zur deutschen Armee über. In den Jahren 1941 bis 1945 nahmen 92 Eichenthaler Männer als Soldaten unter deutsch-rumänischem Kommando am Zweiten Weltkrieg teil. 25 Eichenthaler fielen im Krieg oder blieben vermisst.
Nach Kriegsende, schon im Herbst 1945, wurden 57 volksdeutsche Eichenthaler Frauen und Männer ab 17 Jahren zu 5 Jahren Zwangsarbeit nach Russland verbannt, um für den Wiederaufbau des sowjetischen Siegerstaates für Reparationsleistungen in Kohlengruben, Steinbrüchen, bei Eisenbahnlinien-, Straßen- und Tunnelbauarbeiten, im kaukasischen Donbass-Gebiet, im Gulag von Sibirien oder im äußersten eisigen Norden eingesetzt zu werden. Von den 57 in die Sowjetunion verschleppten Eichenthalern starben 13, entweder dort in der sowjetischen Verbannung oder kurz nach ihrer Rückkehr, als direkte Folge dieser Verbannung. Gleich nach Kriegsende kam es zu Plünderungen, Überfällen und Vergewaltigungen durch sowjetische Soldaten. Es wurden ganze Familien inhaftiert, Dorfleute wurden in rumänische Lager der Kriegsteilnehmer gesteckt.
Ab 1950 kam es zur Gründung von kommunistischen Bauernfronten und zu Assimilationsversuchen der deutschen Bevölkerung des Dorfes. Die Bodenreform von 1945 führte zur Enteignung von Besitz, Haus und Feldern der Eichenthaler. Hohe Abgaben und Steuern führten zum Zwangsverkauf von Ackerland. Die Großbauern () wurden eingeschüchtert, einige von ihnen auch gefoltert und zum Eintritt in die neu gegründete Eichenthaler Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gedrängt.
Es gab in Eichenthal eine deutsche Grundschule, deutschsprachige kulturelle Veranstaltungen (deutscher Chor, Blaskapelle, Tanzgruppen), deutscher katholischen Gottesdienst, deutsche Kirchweihfeste. Ab 1960 begannen die ersten Familien das Dorf Eichenthal zu verlassen und in Timișoara, Reșița, Caransebeș, Lugoj und größeren deutschen Banater Dörfern eine neue Bleibe zu suchen. Die ersten Eichenthaler siedelten bereits Anfang der 1970er Jahre, zum Teil aber auch schon früher, nach Deutschland aus. Andere Eichenthaler wanderten nach Amerika aus. Heute sind die Eichenthaler in der ganzen Welt verstreut. In Deutschland trafen sie sich alle zwei Jahre bis 2010 in der bayerischen Ortschaft Asbach-Bäumenheim, wo viele Eichenthaler seit ihrer Auswanderung aus Rumänien ansässig wurden.
Demografie VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1880–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 2. November 2008 (PDF; 838 kB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn DeutscheRuthenen 1910 419 8 18 389 4 1930 404 6 1 397 - 1941 389 3 - 386 - 1977 188 36 - 23 129 1992 219 1 - 10 208 2002 259 39 - 9 211 2011Varga E. Árpád: Volkszählungen 1852–2011 in Rumänien bei nepszamlalas.adatbank.ro (ungarisch). 231 40 - - 179
Ab 1980 kamen Ruthenen aus der Maramuresch und kauften die leer stehenden Häuser der ausgewanderten Deutschen. 1993 lebten in Eichenthal bereits 200 Ruthenen.
Größere Rückgänge der Einwohnerzahlen gab es nicht nur während oder kurz nach den beiden Weltkriegen, sondern hauptsächlich in den ersten 25–30 Jahren der Besiedlung des Dorfes.
Die größten Zuwächse gab es nach dem Ersten Weltkrieg, als eine Zuwanderung von 85 sudetendeutschen Böhmen aus Dörfern des Banater Berglandes stattfand. Sie kamen aus Wolfsberg, Weidenthal, Slatina, Sadowa und Lindenfeld.Lindenfeld, das verlassene Böhmendorf. In: brebu-nou.de. Ursprünglich stammten die Deutschböhmen aus dem Böhmerwald, aus der Oberpfalz, aus Böhmen, Mähren, der Slowakei und besiedelten 1827–1828 als Waldbauern das Banater Bergland südlich von Reșița am Fuße des Semenic-Gebirges.
Dorfbild
Eichenthal hatte schon mit der Dorfgründung eine fast quadratisch-rechteckige Grundform mit 160 Hausplätzen. Diese waren fast gleichmäßig auf die Dorfgassen verteilt. Es gab trotzdem nur höchstens 100 Häuser, da manche Hausplätze leer standen oder zwei nebeneinander liegende Hausplätze nur von einer einzigen Familie genutzt wurden.
Das Dorf bestand aus vier Straßen, der Vorderen, Mittleren und Hinteren Gasse, die alle durch die Kreuzgasse quer durchtrennt waren. Die Gassen waren sehr breit. Die Fahrwege waren 10 Meter breit und nur die Mittlere Gasse war mit Schotter befestigt, da sie die Haupt- und Verbindungsstraße zwischen Sacu und Zgribești darstellte. Links und rechts der Fahrwege verliefen durchgehend Wassergräben und 3 Meter breite Gehsteige. Akazien- und Maulbeerbäume säumten die Wege.