Mutsumi Aoki (* 16. Dezember 1959 in Saitama) ist eine japanische Künstlerin. Sie fertigt als bildende Künstlerin kunstvolle und filigrane Skulpturen aus Papier.
Leben und Werk Werdegang Mutsumi Aoki wurde 1959 in Saitama, Japan, geboren. Aufgewachsen ist die Künstlerin in Matsudo und Tokio. Dort studierte sie auch von 1978 bis 1981 am Kunst-Institut Ochanomizu. Anschließend besuchte sie von 1981 bis 1984 die Hochschule für Bildende Künste Ochanomizu Joshi Daigaku in Tokio. Sie studierte Malerei bei Professor Sato mit den Nebenfächern: Skulptur, Lithografie, Fresko und Tempera.Mutsumi Aoki in: Kulturamt Landeshauptstadt Düsseldorf
Die Künstlerin Mutsumi Aoki arbeitet mit organischen Materialien: Papier, Moos, Algen, Sand. Ihre Kunstwerke scheinen von weitem Modeentwürfe zu sein. Es handelt sich um dreidimensionale Skulpturen. Die Kleider aus Papier sind leere Hüllen. Aber die Objekte wirken lebendig, als sei eben noch ein Mensch darin gewesen. Mit einem Rokoko-Kleid verweist die Künstlerin auf eine besondere japanische Mode, die an Rokoko und Gründerzeitkostümen angelehnte Lolita-Mode – und so heißt das Kunstwerk auch: Rokoko Lolita.
Aokis Skulpturen und Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen in Galerien und Museen in Deutschland gezeigt, darunter im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe 2009 mit einer Sonderausstellung.
Mutsumi Aoki ist mit dem deutschen Schriftsteller Wulf Noll verheiratet. Die bildende Künstlerin lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Heimat Kunst
Die Künstlerin sagt von sich selbst: „Mein Geburtsland ist Japan, das Land der Sonnengöttin Amaterasu, mein Aufenthaltsort ist Deutschland, meine Heimat ist die Kunst. Die Kunst vermittelt zwischen den Kulturen und bringt das Innen nach außen und das Außen nach innen.“Mutsumi Aoki – Heimat Kunst (PDF; 42 kB) Und: „Ich bin Künstlerin geworden, weil ich meine Gedanken in Worten nicht so gut ausdrücken kann“. Konzentriert zieht sie einen Kreis aus Sand um zerklüftet geformte Papierschuhe mit schwindelerregenden Stilettoabsätzen. Die Schuhe im Sand stehen für das Leben der Künstlerin. „Ich bin eine Reisende durch das Leben. Das Leben hat weder Anfang noch Ende, so wie der Kreis. Die Schuhe stehen für das Wandern“, erklärt Mutsumi Aoki. Sie nennt diese Arbeit Time Traveller, also Zeitreisende. Man kann das Kunstwerk auch als Symbol für die japanische und die europäische Kultur sehen. Über den sorgfältig geformten Linien des Kreises liegt die meditative Ruhe eines japanischen Steingartens. Aber die Schuhe stehen für Europa: immer in Bewegung.Mutsumi Aoki in: Meine Stadt
Rezeption
Auszeichnungen
1984: Förderpreis der Hochschule für Bildende Künste Ochanomizu in Tokio
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1985+86: Galerie 21, Tokyo 1987: Galerie Surugadai, Tokyo 1988: Galerie der Universität Tsukuba, Tsukuba 1989: Deutsches Kulturzentrum, Tokyo 1990: Creative House Aku-Aku, Tsukuba 1998: CO 10 Galerie, Ulrike Behrends, Düsseldorf 1999+2001+2004: Galerie Beethovenstraße, Düsseldorf 2017: Emslandmuseum Schloss Clemenswerth, Sögel
Gruppenausstellungen 1989: Kreisel (OAG Club), Tokio 1991: Kunstpalast, Düsseldorf 1998: Global Art, CulturCitadelle II, CO 10 Galerie, Ulrike Behrends u. Galerie Blau, Düsseldorf 2000: Haus der Kulturen der Welt, Berlin 2001: Kulturverein Zehntscheuer, Rottenburg/Neckar 2001+02: Gesellschaft der Freunde der Kunst, Düsseldorf u. Berlin 2009: Körperbilder – Skulpturen von Mutsumi Aoki, Anja Luithle, Ekkehart Panek, Tina Stolt, vom 5. Juni bis zum 16. August 2009, Städtische Galerie Offenburg 2012: Ausstellungen in Museen, Aoki – Higuchi – Suzuki: Verwandlungen, vom 3. März 2012 bis zum 24. Juni 2012, Museum beim Markt, Galerie, KarlsruheMutsumi Aoki in Kulturpur 2014: 30 Jahre Kunst in der Zehntscheuer, Rottenburg/Neckar 2014: Opulenz Struktur: Mutsumi Aoki – Sabine Boehl – Sala Lieber, Schloss Reuschenberg, Neuss 2018: Papier Partout: Aoki – Behrens – Ellert – Justus – My – Schubert – von Loepe, Schloss Reuschenberg, Neuss
Werksammlungen (dauerhafte Ausstellungen) Seit 2016: Privatmuseum Galerie Beethovenstraße, Düsseldorf Seit 2016: Schloss Reuschenberg, Neuss
Publikationen 2005: Mutsumi Aoki: Papierskulpturen. Illustrated by, Mutsumi Aoki. Publisher, XIM Virgines Ed. Libri, 2005, 32 Seiten, ISBN 978-3-934268-41-8 () 1999: Drippings u. Zeichnungen in: Wulf Noll, Freundliche Grüße aus dem Yenseits. Gedichte aus Japan, Sassafras Verlag, Krefeld, 1999 () 1995: Buna o meguru, Tokyo: Kabushikikaisha Hakusuisha, 1995
Literatur Mutsumi Aoki in: "50 Werke von Meisterinnen. Ein Museumsführer für Baden-Württemberg" von Barbara König, Kunstverlag Josef Fink, 2012, Seiten 36–37 Mutsumi Aoki in: "Dialog. Zeitgenössische Kunst im historischen Kontext", Badisches Landesmuseum Karlsruhe, 2006, Seiten 48–49 Mutsumi Aoki in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, Band 43, Kultusministerium, 2006, Seite 153 Mutsumi Aoki in: Kulturführer Düsseldorf, von Rolf Hosfeld, 2005, Seite 126 Mutsumi Aoki in: Zeitschrift für Kulturaustausch, Band 50, Institut für Auslandsbeziehungen, 2000, Seite 2 Mutsumi Aoki in: The Japanese press, Nihon Shinbun Kyōkai, 1995, Seite 144
Weblinks
Mutsumi Aoki bei Worldcat
Einzelnachweise
Kategorie:Objektkünstler (Japan) Kategorie:Zeitgenössischer Künstler Kategorie:Bildender Künstler (Japan) Kategorie:Bildender Künstler (Düsseldorf) Kategorie:Papierkünstler Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Frau