mini|Kirchenfenster Lobgesang nach dem Psalm 145 in der St. Johanniskirche zu Lüneburg mini|Mosaik Vier Jahreszeiten, 1963, Tangstedter Landstraße 143, Hamburg-Langenhorn (Seit 2019 von einem Firmenschild verdeckt) Gerhard Hausmann (* 15. September 1922 in Chemnitz; † 23. Juni 2015) war ein deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer.Gerhard Hausmann in: Maler in Hamburg: 1966-1974, von Detlef Heydorn, Christians, 1974, Seite 66
Leben und Wirken Gerhard Hausmann wurde 1922 in Chemnitz geboren. Nach einem Maschinenbaustudium in den Jahren 1940–1941 an der Akademie für Technik in Chemnitz leistete er seinen Wehrdienst bis 1945 bei der Marine ab. Gegen Kriegsende geriet er in Gefangenschaft. Ein Jahr später gelang ihm die Flucht nach Hamburg. Von 1947 bis 1952 schloss er ein Studium an der Landeskunstschule Hamburg an. An der Universität Hamburg hörte er Kunstgeschichte.
Seit 1952 arbeitete er als freischaffender Maler, Grafiker und Bildhauer mit dem Schwerpunkt: große Bildergruppe, Gobelin. Auf wiederholten Reisen in die Schweiz, nach Skandinavien, Italien, Südfrankreich, Griechenland und an die dalmatinische Küste entstanden Zeichnungen und Aquarelle, die ihn zu Bildvisionen der Themenkreise „Labyrinth“ und „Dädalus“ anregten. In den Jahren 1955 und 1956 kam es zu ersten Versuchen und Arbeiten mit Dallglas-Betonfenstern. Von 1955 bis 1965 entstanden zahlreiche Paramente für verschiedene Kirchen im Auftrage des hannoverschen Landeskirchenamtes. 1957 schloss sich eine Ausstellung mit ersten Arbeiten auf der Baumesse „Interbau“ (Berlin) an.
Hausmann fertigte diverse Gutachten zur Lichtführung und Raumordnung an, z. B. für St. Michael (Hildesheim), St. Blasius (Hannoversch Münden) und den Bremer Dom. Wesentliche Wandmalereien für die Henriettenstiftung (Hannover) entstanden. Ferner war er am Neubau des Amtsgerichtes in Lemgo und des Chores der Thomaskirche in Edendorf (Itzehoe) beteiligt. Malerei- u. Glasarbeiten fertigte er für die Matthiaskirche (Groß-Buchholz), die Hl. Dreieinigkeits-Kirche (Hamburg-St. Georg), die Basilika St. Michael (Hildesheim) sowie die Bremer Bank, die Dresdner Bank in Hamburg und in Hannover an. Altar, Altarbild, Kreuz, Tauf- und Sakristeimosaik der Kirche St. Laurentius (Nienhagen) sind ebenfalls Werke des Künstlers.
Seit 1947 lebte und arbeitete Hausmann in Hamburg.
Auszeichnungen 1950: Stipendium Hamburg
Ausstellungen (Auswahl) 1957: Ausstellung erster Arbeiten auf der “Interbau - Berlin”, Berlin 1967: Ausstellung vom 19. Juni bis zum 16. Juli 1967 in der Halle des Amtes für Gemeindedienst, 1967, Hannover 1978: Ausstellung von Gobelins auf der „Hamburg-Bau“, HamburgGerhard Hausmann in: Die Weltkunst: Band 48, 1978, Seite 1900 1979: Ausstellung von 4 Gobelins nach Entwürfen von Gerhard Hausmann in Hamburg-HarburgGerhard Hausmann in: Künstler in Hamburg, Christians, 1982, 1302 Seiten 2002–2003: Retrospektive; Gemälde, Gobelins, Zeichnungen, Aquarelle, Entwürfe und Arbeiten zur Architektur; vom 11. Dezember 2002 bis 25. April 2003 in der HSH-Nordbank, Hamburg
Werke Gobelins 1971: Großer Gobelin für die Medizinische Hochschule Hannover 1977: Gobelin für die Deutsche Bank in Detmold 1979: Gobelin für Haus Hirschler 1980: Gobelin für Haus Dr. Kuhrt, Erlangen 1998–1999: Gobelin G38, Dädalisches Stilleben, 208 × 148 cm 1998–1999: Gobelin G39, Labyrinth, 205 × 148 cm 1998–1999: Großer Gobelin G40, Labyrinth, 290 × 500 cm, HSH-Nordbank
Andere öffentliche Werke 1959–1960: Altarfresko für die Mutterhauskirche der Henriettenstiftung in Hannover 11 × 8,5 m und 24 weitere Fenster 60 × 61 cm in Dalle-Beton 1961: Fensterrosette der Johanneskirche in Hamburg-Rissen 1963: Vier Jahreszeiten, Glasmosaik, Fernmeldegebäude Tangstedter Landstraße 143, Hamburg-LangenhornObjekt Nr. 40 bei Langenhorn-Archiv 1964: Betonglasfenster der Johanneskirche in Empelde50 Jahre Ev. luth. Johannesgemeinde Empelde. [Empelde 2014], S. 18 1964: Betonglasfenster der Auferstehungskirche (Hannover) 1966: Betonglasfenster der Johanneskirche (Friedrichsgabe) 1968: Stahlglaswände für die Petruskirche in Hamburg - Lokstedt 1969: Plastische Lichtwände für die Medizinische Hochschule Hannover 1971: Labyrinth, Öl auf Leinwand, 80 × 100 cm 1972: Kirchenfensterwand der Pauluskirche in Buxtehude zum Thema das Blut Jesu - wie später auch in Lohnehttps://www.st-paulus-buxtehude.de/Wer-wir-sind/Geschichte/Nordfenster 1972–1976: Alle 16 Fenster der Kirche St. Blasius (Hannoversch Münden) 1977–1978: Bronzealtar und Leuchter für St. Blasiuskirche in Münden 1983–1984: Bronzealtar, Krone, Kreuzfenster und 2 Altarfenster für die Kirche des Diakonischen Werkes in Sorsum 1987–1987: Gestaltung aller Fenster, Bronzealtar, Tabernakelsäule, Lesepult, Priesterstuhl und raumhohe Reliefwand für die Elisabethkapelle in Lohne 1994: Gestaltung der Lebenssäule in der Halle der Firma Pöppelmann in Lohne 1993–2001: großes Labyrinth, Öl auf Leinwand, 200 × 270 cm 1996–2002: Labyrinth, Öl auf Leinwand, 120 × 100 cm 2003–2005: Weiterentwicklung der Arbeiten für die Stiftskirche des Klosters Jerichow 2004–2005: Grabmal in Bronze für Petrus Strenkert in Gauting
Literatur Gerhard Hausmann in: Hamburgs neue Kirchen, 1951–1961, von Gertrud Schiller, Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate. Kirchlicher Kunstdienst, H. Christian, 1961, Seite 76, Seite 82, Seite 84 Gerhard Hausmann in: Deutsche Bauzeitung: Fachzeitschrift für Architektur und Bautechnik, Band 113, 1979, Seite 42 Gerhard Hausmann in: Sankt Michael zu Hildesheim, von Johannes Sommer, Langewiesche, 1978, Seite, 2, Seite 28, Seite 47 Gerhard Hausmann in: Das Münster, Band 51, Schnell & Steiner, 1998, Seite, 39, Seite 40, Seite 44 Gerhard Hausmann in: Der Kirchenbau des 20. Jahrhunderts in Deutschland, von Hugo Schnell, Schnell und Steiner, 1973, Seite 134
Weblinks
Website von Gerhard Hausmann'
Einzelnachweise
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