Jenseits des Protokolls ist eine Autobiografie von Bettina Wulff. Das mit Hilfe von Nicole Maibaum verfasste Buch erschien im September 2012 im Münchner riva Verlag und ging bundesweit mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren an den Start.Berliner Zeitung
Als Reaktion auf die heftige Kritik am Buch sagte Bettina Wulff Mitte September 2012 sämtliche zur Promotion des Buches geplanten öffentlichen Auftritte ab. Financial Times Deutschland, 15. September 2012. Abgerufen am 22. November 2012
Inhalt Bettina Wulff blickt auf ihre Zeit als Gattin des Bundespräsidenten zurück. Die Veröffentlichung der Autobiografie, in der sie auch die unmittelbar im Vorfeld bekannt gewordenen, im Internet verbreiteten Gerüchte um ihr Privatleben vor der Ehe mit Christian Wulff zurückweist, wurde vom Verlag von November 2012 auf September 2012 vorgezogen.Ulrich Exner: Rotlicht-Gerüchte: Bettina Wulff – Eine Frau kämpft um ihren Ruf In: welt.de vom 8. September 2012. Der ursprüngliche geplante Titel des Buches lautete: Meine Sicht der Dinge.
Sie beschreibt, wie sie aufgewachsen ist, welche Liebesbeziehungen sie in ihrem Leben hatte und wie sie später den damaligen Ministerpräsidenten Wulff kennengelernt hat. Anfangs sei sie von den Annäherungsversuchen des wesentlich älteren Mannes eher belustigt gewesen, auch das konservative Image sei für sie ein Problem gewesen. Das Leben an der Seite des Ministerpräsidenten bzw. Bundespräsidenten habe sie als beschwerlich und fremdbestimmt erlebt. Sie klagt auch darüber, dass der zweiten Familie Wulffs nur wenig Geld nach Abzügen des Unterhalts für die erste übrig geblieben sei. Außerdem habe sie als Frau des Ministerpräsidenten bzw. Bundespräsidenten kein eigenes Gehalt bekommen, trotz der vielen damit verbundenen Verpflichtungen für sie.
Zum Stil schreibt der Stern:Florian Güßgen: Jenseits des Protokolls. Die Bettina Wulff Story, 10. September 2012 im Stern, zuletzt gesehen am 5. November 2012.
Rezeption Kritik Zeit Online hält das Buch für „Eine gerechte Strafe für alle Klatschsüchtigen“ und bezeichnet es als „quälend und vertratscht“. Laut Cicero zieht Bettina Wulff mit ihrem Buch „nicht nur das höchste Amt der Deutschen ins Banale“. Es lese sich wie das Tagebuch eines Teenagers. Laut Nürnberger Zeitung ist „die Selbstdemontage dieser Frau so komplett, dass es schon fast keine Rolle mehr spielt, ob an den Rotlicht-Gerüchten etwas dran ist“.Nürnberger Zeitung vom 11. September 2012
Verkauf In den „Hardcover Sachbuch-Charts“ der Kalenderwoche 37 (2012) von Media Control war das Buch auf dem ersten Platz gelistet"Jenseits des Protokolls" Wulff-Autobiografie stürmt die Sachbuch-Charts, stern.de, aufgerufen am 17. September 2012Wulff-Buch auf Nummer 1 bei media control, media control, aufgerufen am 17. September 2012, in der Kalenderwoche 38 erreichte das Buch nur noch Platz 4http://www.gfk-entertainment.com/news/heinz-buschkowsky-erobert-platz-1-der-media-control-charts.html und war in der Woche 39 nicht mehr in den Top 10 vertreten. In der Spiegel-Bestsellerliste Hardcover belegte es in den Kalenderwochen 39 und 40 Platz 1 bzw. Platz 3, fiel aber in den Wochen 41 und 42 auf Platz 8 bzw. 10.
Urheberrechtsverletzung via Internet Bereits Mitte September wurde auf einer Internetseite, die angeblich von Bettina Wulff autorisiert war, eine unerlaubte Kopie verbreitet. Daraufhin leitete der Riva-Verlag rechtliche Schritte ein.
Sonstiges Bettina Wulff soll nach Angaben aus der Verlagsbranche für den Vertragsabschluss mit dem Riva Verlag 60.000 Euro erhalten haben. Für das Erreichen der Bestsellerlisten soll eine zusätzliche Erfolgsprämie vereinbart worden sein.Buchvertrag für Bettina Wulff soll mit 60.000 Euro dotiert sein Spiegel Online vom 16. September 2012
Berichten vom September 2012 zufolge beabsichtigte Nico Hofmann, nach dem Buch einen Fernsehfilm zu drehen. Hofmann bestritt im Oktober jedoch, das Buch verfilmen oder einen Film über „die Wulffs“ drehen zu wollen, vielmehr solle ein Zeitraum bis zu Christian Wulffs Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten, den Hofmann als „etwas Einmaliges in der Geschichte der Bundesrepublik“ bezeichnete, in einem dokumentarischen Spielfilm dargestellt werden, für den Jenseits des Protokolls nur einen Teil der Recherchegrundlagen bilde. Diesen Film strahlte Sat.1 am 25. Februar 2014 unter dem Titel Der Rücktritt aus.
Literatur Jenseits des Protokolls. riva Verlag, München 2012, ISBN 978-3-86883-273-0 (zus. mit: Nicole Maibaum).
Weblinks Rezension der Berliner Zeitung Rezension von stern.de
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Autobiografie